Full text : Die Wappen der Großherzogthümer Mecklenburg, ihrer Städte und Flecken.

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.  9  Om:  21/10  mm.  Im  gespaltenen  Renaissanceschilde  links  halber  gewöhnlicher  Stierkopf,  rechts  fünf  Balken.
Üüber  dem  Schilde  die  Zuchstaben

—.
2

*  SCP*
(b.  h.  sigillum  —  oder  secretum  —  civitatis  Penzlin.)
16.  Jahrhundert.
1  4.  O  Dmidmm.  Im  gespaltenen  hantasieschilde  rechts  halber  gekrönter  Stierkopf,  links  fünf  Balken.  Umschrift
#  SIGILLVM  &  CIVITATIS  &S  PENTZELIN
Etwa  aus  dem  Anfang  des  17.  Jahrhunderts.

1  5.  O  Dm:  20  mm.  Im  gespaltenen,  durch  eine  fliegende  Schleise  an  einer  Rosette  befestigten  Schilde:  rechts
halber  gekrönter  Stierkopf  mit  Masenring,  links  zehnfach  getheilt;  zu  den  Seiten  des  Schildes  und  über  dem  ·
selben  je  ein  Stern.  Umschrift

SIEGEL  DER  STADT  PENTZLIN  17825
6.  Siegel  mit  gespaltenem  Schilde,  worin  rechts  ein  halber  Stierkopf  mit  Trasenring  und  Halsfell,  links  fünf
roth  schraffirte  Zalken;  über  dem  Schilde  die  Jahreszahl  150.)

7.  O  Dm:  20|106  mm.  Gespaltener  Dreieckschild  (neben  welchem  die  drei  Sterne):  rechts  halber  gekrönter  Stierkopf,

links  zehnfach  getheilt;  oben  neben  dem  Stern  die  Jahreszahl  17—51.  Umschrift
a  S.GILLUN  CIVITATIS  PENTZLIEN
1  8.  O  Dm:  Zemm.  Gespaltener,  von  einer  gewöhnlichen  Adelskrone  überragter  Schild,  rechts  halber  gekrönter
Stierkopf  mit  Nasenring,  links  fünf  BZalken;  neben  dem  Schilde  und  über  der  Kroue  je  ein  Stern.  Umschrift
SIEGEL  DER  STADT  PENZLIN
1725
Stempel  in  der  ersten  Hälfte  des  10.  Jahrhunderts  gefertigt.

9.  O  Dm:  Z##mm,  mit  dem  Bilde  des  vorigen  und  gleicher  Umschrift,  jedoch  ohne  die  Jahreszahl.

10.  O  Farbestempel,  Dm:  30/27  min,  in  Bild  und  Umschrift  dem  Siegel  ad  9  gleichend.

U.  O  Farbestempel,  Dm:  24  min,  mit  dem  Wappen  des  kltesten  Siegels  sub  1  und  den  den  Dreiecksschild
begleitenden  Sternen.  Unnschrift

SIEGEL  DER  STADT  PENZLIN
Nach  1858  entstanden.

Nicolaus  I.  von  Werle  bestätigte  im  Jahre  12652)  der  Stadt  Oenzlin  das  ihr  von  seinem  Vater  Heinrich
Borwin  II.  1210—1220)  verliehene  Schweriner  Stadtrecht  und  beschrieb  die  Grenzen  der  Stadtfeldmark.  Die  landesherrlichen
  Sigenthumsrechte  an  Land  und  Stadt  Henzlin  waren  nach  dem  Bekehrungskriege  Heinrichs  des  Löwen
höchst  verworrene;  die  Brandenburgischen  Markgrafen  sowohl,  wie  die  Dommerschen  Herzöge  hatten  es  zeitweilig,
im  Besitz;  erst  etwa  um  die  Mitte  des  15.  Jahrhunderts  scheint  es  dauernd  aus  brandenburgischen  häyden  an  das
Fürstenhaus  Werle  gekommen  zu  sein.s)  Aus  dieser  Seit  wird  auch  das  älteste  Siegel  der  Stadt  herrühren,  denn
sein  in  einen  Dreieckschild  eingeschlossenes  Wappenbild  läßt  darauf  schließen,  daß  es  einer  Deriode  angehört,  in
welcher  die  Stadt  auf  solche  Weise  ihre  Herren  wechselte.  Der  rechts  in  dem  gespaltenen  Schilde  stehende  halbe
Stierkopf  erklärt  sich  aus  dem  Wappen  der  Werleschen  Fürsten  von  selbst;  die  linke  Schildhälfte  ist  zehnfach  getheilt,
oder  vielmehr  mit  fünf  Balken  belegt.  Mach  Siegeln  und  WMünzen  ist  das  Geschlechtswappen  des  Azkanischen
Hauses  (Ballenstädt),  dem  die  ersten  Brandenburgischen  Markgrafen  entsprossen,  ein  zehnfach  getheilter  Schild,
gewöhnlich  als  fünf  Balken  blasonirt.  Die  linke  Schildhälfte  im  ältesten  Henzliner  Stadtsiegel  zeigt  klar,  daß  man
die  Darstellung  von  fünf  Balken  beabsichtigt  hat,  obwohl  im  Ganzen  nur  zehn  Streifen  erscheinen:  fünf  von  ihnen
treten  nämlich  ganz  außergewöhnlich  stark  hervor,  was  bei  einfachen  Schildtheilungen  in  der  Regel  nicht  der  Fall
zu  sein  pflegt.))  Schon  das  Siegel  sub  5  aus  dem  16.  Jahrhundert  und  noch  mehrere  andere  aus  neuerer  Seit
haben  in  Wirklichkeit  fünf  Balken.  —  Der  halbe  Stierkopf  im  sigillum  sub  j  ist  nicht  gekrönt,  sondern  es  erscheint
nur  eine  kleine  wachsende  halbe  Cilie  5)  in  der  Mitte  des  Kopfes.

1)  vid.  M.  u.  M.  i.  S.  1O.  —  2)  M.  U.  B.  II.  967.  —  „)  vid.  B.  G.  d.  K.  St.  I.  pag.  55  ff.  —  )  Hält  man  diese,  mehr
als  wahrscheinliche  Herleitung  der  fünf  Zalken  oder  der  zehnfachen  Theilung  aus  dem  Askanischen  Stammwappen  fest,  so  ist  zu  bedanern,
  daß  der  linken  Schildhälfte  des  Stadtwappens  nach  der  Festsetzung  von  i857  nicht  die  richtigen  Tinkturen:  schwarz,  gold,
gegeben  sind.  Daß  die  anßerhalb  des  Schildes  im  Siegelfelde  angebrachten  Sterne  nichts  mit  dem  Wappen  zu  schaffen  haben,  ist
bereits  an  anderer  Stelle  hervorgehoben;  man  ist  sich  dessen  in  früherer  Seit  *r'*G  Siegel  sub  4,  5)  auch  sehr  wohl  bewußt  gewesen.
—  5)  vid.  Gnoien  und  TLaage.