Mantelrohre — Marsch.
unb zum Kollett verkürzte und die Unterweste
fortfiel.
Mantelrohre, s. Geschütze (S. 157).
Mantelsack, früher gebräuchliches Ausrüstungsstück
für Reiter, war für diese
das, was der Tornister für die Fußtruppen,
kam aber in Rücksicht auf die Erleichterung
des Gepäcks in Fortfall. Die in
ihm verpackten Sachen kommen jetzt in die
Packtaschen und unter das Sitzkissen.
MNauuballisten, s. Geschütze (S.162).
Manus ferröa, s. v. w. Corvus.
Marineakademie zu Kiel, 1872 gegründet,
hat den Zweck, Secoffizieren
eine höhere wissenschaftliche Ausbildung
in ihren Berufsfächern und deren Külfewissenschaften
zu geben. Der Lehrkursus
zerfällt in zwei einjährige Abschnitte für
drei Cöten; die Vorlesungen dauern von
Anfang Oktober bis Ende Juni. Im
Sommer sind die Schüler an Bord der
HPanzerzeschwader eingeschifft.
Marineschule zu Kiel, 1865 aus dem
Seekadetteninstitut zu Berlin hervorgegangen,
soll Offizieraspiranten der Marine
zur Ablegung des Seoffiziereramens
ausbilden. An den Dienst an Bord
eines Schulschiffs während eines Sommersschließt
sichein sechsmonatlicher Kursus
auf der M. als Vorbereitung zur Seekadettenprüfung.
Hierauf werden sie
acht Wochen auf einem Artillerieschulschiff,
fünf auf einem Panzergeschwader,
dann zu einer zweijährigen ÜUbungsreise
auf einem Seekadettenschulschiff einge-Asstt
nach Ablegung eines provisorischen
Eramens zu Offizieren befördert,
haben sie noch an einem einjährigen Kursus
auf der M. teilzunehmen. — Außerdem
besteht noch eine Divisionsschule
#ur fachwissenschaftlichen Ausbildung der
nteroffiziere für die Charge der Deckoffiziere.
Winterkurfus halbjährig. Die so
vorgebildeten Steuermannsschüler
werden in zwei halbjährigen Kursen auf
der Steuermannsschule zu Naviationsbootsleuten,
die Maschinienmaate
auf der Maschinistenschule
in drei halbjährigen Kursen zu
Maschinisten und Unteringenieuren, die
Torpedersmaate auf der Torpedoschule
(alle Schulen in Kiel) zu Torpedern, die
248
Feuerwerksmaate auf der Oberfeuerwerkerschule
(s. d.) in Berlin zu Feuerwerkern
ausgebildet.
Warinesoldaten, s. Seesoldaten.
Marinestab, s. Admiralstab.
Marinestation, s. Deutsches Reich
(Marine, S. 72).
Marketender, Personen, welche den
Truppen auf Mirschen, bei den ÜUbungen
und im Krieg folgen und Kleinhandel
mit Lebensmitteln und solchen Bedürfnissen
treiben, welche nicht diensilich geliefert
werden können (s. Kantine). Für
die deutsche Armee gilt das Neglement
für das Marketenderwesen vom 7. Mai
1875. Durch dasselbe wird die Zahl der
M. und ihrer Gehülfen für jeden Truppenteil
festgestellt und bestimmt, daß für
den Krieg nur Leute des Beurlaubtenstands,
vorzugsweise der Landwehr, und
wenn möglich derselben Wasse als M.
angestellt werden sollen. Sie stehen unter
den Militärstrafgesetzen, erhalten Löhmung
Verpflegung und Ration für ihre
Pferde, tragen Dienstmütze und Achselstücke
des Truppenteils, von dein sie eugaiert
sind, und können ihre Frauen als
ehülfen einstellen.
Marodeure (Ipr. vöhr, Nachzügler),
Soldaten, die sich unerlaubt von
ihrem Truppenteil entfernt haben oder
zurückgeblieben sind, um die Landeseinwohner
in irgend einer Weise zu behelligen,
Plünderungen oder Erpressungen
an ihnen auszuüben. Das Marodieren
wird nach & 135 des Militärstrafgesetzbuchs
mit Zuchthaus bedroht.
ars, s. Mast. ç
Marsck. Man teilt die Märschein Friedens-(Reise-)
und Kriegsmärsche.
Reisemärsche sind die Märsche nach,
Kriegsmärsche die auf dem Kriegsschauplatz;
bei ersiern sind die ökonomischen,
beiletztern die taktischen Rücksichten die vorherrschenden.
Ihrer Richtung nach unterscheidet
man Vor-, Rück= und Flankenmärsche,
der Ausdehnung nach gewöhnliche
(täglich 22—30 km. am
vierten Tag Ruhe) und Eilmärsche;
diese teilt man wieder in angest rengte
oder sforcierte Märsche, täglich
45 km ohne Ruhetag; Gewaltmärsche,
16°