176 Haftung pro nomine bono. Not.-Ges. Art. 14.
denselben auf ein blos moralisches, nicht juristisches
Element zurückführt. Puchta, Pand. §. 137 Note
d und Vorles. Vergl. Savigny, Obl.-R. Bd. 1.
S. 129. Uebrigens behaupten Viele das Dasein
einer obligatio naturalis selbst in den Fällen, in
welchen die Entstehung einer Obligation durch positive
Gesetze von zwingender Natur untersagt
ist, indem sie annehmen, daß solche Verbote
dem jus gentium, auf welchem die obl. naturalis
beruht, fremd seien; hiegegen entscheidet aber, daß,
wie von Savigny (Obl.-R. Bd. 1 S. 43 und 108,
vergl. Syst. Bd. 1 S. 116 und Bd. VIII S. 33
ff.) gelehrt wird, in solchen Fällen das jus ci-Vile
dergestalt in das jus gentium eingreift, daß
die Wirkungen des letzteren entkräftet werden, da
die Anerkennung des positiven Gesetzes selbst schon
zu den Regeln des jus gentium gehört.
Nach dieser Lehre darf also, wenn ein Gesetz,
wie dieses im Art. 14 des Not.-Ges. der Fall ist,
als Folge der vernachlässigten Form die Nichtigkeit
des Vertrages ausspricht, bezüglich dieser Nichtigkeit
jwischen jus civile und jus gentium, zwischen obigatio
civilis und naturalis nicht unterschieden, es
muß die leßztere wie die erstere als ausgeschlossen
angenommen werden. «
Demnach wäre vorliegender Fall gemeinrechtlich
ebenso zu entscheiden gewesen, wie ihn der oberste
Gerichtshof nach bayer. Rechte entschieden hat.
Rm.
Berichtigung.
Im Beilagenhefte zu Bd. XXXIV (Repertorium Über die
Landtagsverhandlungen ü. d. b. Civilprozebordnung v. 29. Apr.
1869) S. 4. Art. 33 Zeile 1 ist nach: „PA. I, 31—33“, einzuschalten:
„61—62“.
Redakt.; Dr. Steppes. Verl.: Palm 4 Enke (Adolph Enke)
in Erlangen. Druck von Junge & Sohn.