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Brandenburg seit länger als zehn Jahren haben beiden wesentliche
Vortheile verschafft. Der König Friedrich Wilhelm hat seit einigen
Jahren wirkliche Beweise seiner Freundschaft für den Kaiser ge—
geben, und deshalb hört der Kaiser gern, daß der Prinz sich bestrebt
in dieselben Ansichten einzugehen.“
Ging der Prinz wirklich in die Ansichten seines Vaters ein?
— Zwischen beiden gähnte ein Abgrund des Mistrauens und der
Furcht, welcher verdeckt und verschleiert, jedoch nie geschlossen werden
konnte. Friedrich Wilhelm hat kein Vertranen zu der Wahrhaftigkeit
seines Sohnes. Der Sohn redet nie zu seinem Vater, sondern
nur zu seinem allergnädigsten Könige und Vater. Der Vater
betheuert Jedem gegenüber, der ihm verdächtig ist mit seinem Sohne
zu halten: so lange er lebe, sei er der Herr, und dabei zeigt er
auf das nahe Spandau. 1) Der Sohn hat sein Wort gegeben zu
heirathen nach des Vaters Willen; aber mit banger Besorgnis sieht
der Vater ihn nach Braunschweig reisen, weil doch der Sohn einen
Streich spielen könne. Der Prinz dagegen haßt das Tabacks-Collegium,
wo man ihn dem Vater als einen Atheisten male. „Ich
kenne die Verdienste des rothen Zimmers,“ sagt er, „und der Tabackswolken,
welche die Regionen desselben erfüllen. Und dennoch weilt
dort ein Senat, in welchem häufig über uns andere Sterbliche das
Schicksalsloos geworfen wird. Der Senat der Römer ward wegen
des ernsten, würdevollen Schweigens der Senatoren für eine Versammlung
von Göttern gehalten, derjenige von Berlin, anstatt
Göttern vergleichbar zu sein, sinkt herab zu einer Rauch= und
Trinkstube. Dennoch liegt mir uschts daran. Wenn nur keine
Zunge voll Galle und Bitterkeit ihren raschen Schlag auf meine
Kosten übte, wenn nur ihre Bosheit mich nicht hier in meiner Einsamkeit
erreichte: so mögen sie immerhin so viel Lärm machen wie
sie wollen.“
1) Oeuv. XVI. p. 80.