Volltext : Medizinal-Statistische Mittheilungen aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte. Sechster Band. (6)

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in  der  betr.  Spalte  des  Fragebogens  eingetragen  war,  ist  jetzt  eine  derartige  Medizinalperson
  gezählt,  und  zwar  in  Hildburghausen;  muthmaßlich  ist  dieselbe  mittlerweile  aus
einem  der  Nachbarstaaten  zugezogen.

Die  Gesammtzahl  der  Aerzte,  insbesondere  der  Privatpraxis  ausübenden  Civilärzte,
  hat  sich  am  wenigsten  in  den  „mittelgroßen“  Gemeinden  von  5  000  bis  zu  20  000
Einwohnern  vermehrt,  weit  mehr  im  Verhältniß  zur  Einwohnerzahl  in  den  „kleinen“
Gemeinden  mit  weniger  als  5000  Einwohnern,  da  die  Zahl  der  in  solchen  Gemeinden
lebenden  Bewohner  nur  um  0,6%,  die  Zahl  der  in  solchen  Gemeinden  praktizirenden
Civilärzte  um  ca.  30%  gestiegen  ist.  Am  auffallendsten  ist  die  Aerztezahl  in  den  Gemeinden
mit  20  000  und  mehr  Einwohnern  angewachsen,  doch  entsprach  diese  Zunahme  hier  eher
dem  ebenfalls  erheblichen  Anwachsen  der  Bevölkerung  als  in  den  kleinen  Gemeinden,  deren
Bevölkerung  so  wenig,  deren  Aerztezahl  so  beträchtlich  zunahm.

Es  stieg

I.  in  den  Gemeinden  mit  20  000  und  mehr  Einwohnern:
die  Zahl  der  Privatpraxis  ausübenden  Civilärzte  von  5  444  auf  10  222,  um  ca.  88  %,
„  „  „  Aerzte  überhaupt..  .  6648  „  12651,  „  „  90%,
„  Einwohnerzahl  (vom  Dzbr.  1885  bis  Dzbr.  1890)  „„  „  48%;

II.  in  den  Gemeinden  mit  5  000  bis  19999  Einwohnern:
die  Zahl  der  Privatpraxis  ausübenden  Civilärzte  von  2  782  auf  3  564,  um  ca.  29½,
„  „  „  Aerzte  überhaust.  .  .  3295  „  4256,  „  „  290%,
„  Einwohnerzahl  (vom  Dzör.  1885  bis  Dzbr.  189009)  „  „  19%j;

III.  in  den  Gemeinden  mit  weniger  als  5  000  Einwohnern:
die  Zahl  der  Privatpraxis  ausübenden  Civilärzte  von  5  682  auf  7  392,  um  ca.  30  %,
„  „  „Aerzte  überhaust.  .  „  5881  „  7818,  „  „  33%,
„  Einwohnerzahl  (vom  Dzbr.  1885  bis  Dzbr.  18990)  „  „  0°%.

Unter  den  Gemeinden  zu  lI.,  d.  h.  unter  den  Städten  mit  20  000  und  mehr  Einwohnern
  zeichnet  sich  Charlottenburg  durch  die  stärkste  Zunahme  aus,  denn  hier  ist  die
Zahl  der  Aerzte  von  25  auf  277,  also  auf  das  Elffache  gestiegen,  während  die  Einwohnerzahl
  nur  etwa  auf  das  Dreifache  —  innerhalb  des  Jahrzehnts  vor  der  letzten  Volkszählung:
von  42  371  auf  132377  —  gestiegen  war.  In  Schöneberg  bei  Berlin,  welcher  Ort
aber  im  Jahre  1887  noch  nicht  20  000  Einwohner  zählte,  auch  noch  keine  Stadt  war,
wurde  etwa  die  zwölffache  Zahl  der  vor  elf  Jahren  vorhandenen  Aerzte  festgestellt,  während
die  Einwohnerzahl  etwa  auf  das  Fünffache  angewachsen  ist;  in  Spandau  vermehrte  sich
die  Zahl  der  mit  Privatpraxis  beschäftigten  Civilärzte  von  7  auf  22,  also  auf  das  Dreifache,
die  Einwohnerzahl  nicht  einmal  auf  das  Doppelte.  Auf  mehr  als  die  doppelte  Zahl
vermehrten  sich  die  Aerzte  noch  in  Berlin  (von  957  auf  1969),  Hannover  (103:  209),
Stettin  (52:  108),  Essen  (28:  53),  Duisburg  (15:  37),  Dortmund  (31:  63),  Darmstadt
(32:  68),  Mannheim  (36:74),  Chemnitz  (35:  82);  etwa  die  doppelte  Zahl  des  Jahres
1887  wurde  in  Köln,  Düsseldorf,  Barmen,  Bielefeld,  Frankfurt  a.  M.,  Magdeburg  bei
der  letzten  Zählung  festgestellt.  Nicht  ganz  so  beträchtlich  war  die  Zunahme  der  Aerzte
u.  a.  in  München  (um  90  %  der  früheren  Zahl),  in  Nürnberg  (81  %%),  Leipzig  (80  ½%),
Hamburg  (78%),  Stuttgart  (71  %/0),  Dresden  (60  %),  Breslau  (88  %),  Königsberg  (37½%½),
auffallend  gering  in  Posen  (um  13  Personen),  Augsburg  (um  10),  in  Kassel  und  Frankfurt
  a.  O.  (um  je  6),  in  Trier  und  Potsdam  (um  5  bezw.  4),  endlich  in  Elbing  (um  nur
1  Person).