42 Erbschaftsanfall an Verschollene.
Eum, pro quo quis apud officium cavit, ex
hibere co gitur. Fr. 4 in jus voc. ut eant (2,6):
Qui duos homines in judicio sisti prowisit, si
alterum e hibet, alterum non, hon videtur
eos stetisse. Fr. 28 §F. 2 de jurejur. (12, 2):
Si ei, qui debitorem meum in juchcium exhibere
promisit, jusjurandum detulerim, . . .
Oder denkt vielleicht Jemand in den vorbemerkten
Fällen daran, die Ediktalladung müsse dem
Abwesenden auch zu Ohren gekommen sein, um
ihn als contumax behandeln zu können? Nein,
wenn die Rechtspflege Alles gethan hat, was in
ihren Kräften stund, um ihm Kunde von der Ladung
zu geben, so glaubt sie vermöge einer Fiktion
die Folgen der contumacia gegen ihn verhängen zu
können, worauf sein Gegner ein Recht hat 5). Dies
war schon die Ansicht des röm. Prätors nach fr. 71
de judic. (5, 1): In peremiorio autem comminatur
is, qui Edictum dedit, etiam absente
diversa parte Cogniturum se et pronunciaturum;
dies war auf's Neue die Vorschrift des K. Justinian
in Nov. 112 Cap. 3 pr., wo er sagte: Alüs
autem omnibus judicibus permittimus, partes,
duae in judicio non permanent, praepositis
edictis vocare, ne causae in finitae permaneant.
Dieser Grund läßt sich gewiß gegen
Niemand besser geltend machen, als gegen einen
Verschollenen, welcher durch seine Abwesenheit den
Rechtszustand über eine ihm angefallene Erbschaft
auf Jahrzehnte hinaus einer mißlichen und den mit
Sehnsucht harrenden Nacherben empfindlich fühlbaren
Unsicherheit Preis gibt. Besteht seine Ver-65)
Nach Carpzor war schon Baldus (I1 1400)
der Meinung, eo ipso enim, quod quis non
invenitur, prasumitur mortuus. Vgl. Bruns
S. 148 a. a. O.