Metadaten : Gesetzsammlung für die Fürstlich Reußischen Lande Jüngerer Linie. Achter Band. 1849-1852. (8)

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und  Pftegeeskern  und  deren  Kindern  sind  mie  Ausnahme  des  i#m  Arc.  226  angegebenen
Falles  nur  auf  Antcag  des  beschädigeen  Tbeiles  in  Untersuchung  zu  girhen  und  dann  mie
Gefängniß  oder  Arbeitshaus  bis  zu  cinem  Jahr  zu  bestrafen.

Einsache  Diebstähle  unter  fünf  Tholern  (Arc.  216  Nr.  1)  follen  nur  auf  Antrag
des  Bestoblenen  bestrast  werden,  wenn  der  Dieb  als  Commis,  Gehülse,  Geselle,  Lehrling,
Fabrikarbeiter,  Dienstbote  oder  under  ähnlichen  Verhältnissen  in  Kost  und  Lohn  des  Bestohlenen
  stehe,  oder  wenn  der  Dieb  und  der  Bestohlene  umer  den  gedachten  Verhältnissen
in  derselben  häuslichen  Gemelnschaft  leben.

Entwendung  von  tebensmitteln.

Wrrc#  230.

Diebstahl  an  Eß.  und  Trinkwaacen,  verbunden  mie  deren  unmlttelbarem  Genuß,  wird
nur  auf  Anerag  des  Bestchädlgten  mit  den  lm  vorigen  Artikel  bei  dem  Verwandtendiebstahl
bestimmten  Serasen  geahndet;  ausgenommen  wenn  die  Erschwerungsgründe  in  den  Arct.
225  und  226  vorliegen.

Diebshehlerei.

Art.  231.

Wer  wissentlich  Dieben  oder  Räubern  Auflage  bel  sich  verstakcet,  oder  aus  dem  Werurleb
  gestohlener  oder  geraubter  Sachen  eln  Gewerbe  mach:,  wird  mie  Arbeitshausstrase  bis
zu  sechsjähriger  Zuchthausstcafe  belegt.

Veruntreunng.

Ac.  232.

Wer  wlssemlich  eine  fremde  bewegliche  Sache,  die  er  im  Besie  oder  Gewahrsam  Hac,
widerrechtlich  und  in  gewinnsüchriger  Absicht  sich  aneigne#,  Insbesondere  dieselbe  veräußert,
verbrauche  oder  dieselbe  verpfänder,  oder  gegen  den  zu  ihrer  Zuückforderung  Berechtigten
deren  Besiz  abläugner  oder  verheimlich#,  ist  nach  Werhältmiß  des  Werthes  der  Sache  mit
den  Sccasen  des  einfachen  Diebstabls  zu  belegen  (Arc.  210).

Auf  glelche  Weise  wird  auch  derjenige  bestrase,  der  sich  elnen  gesundenen  Schaß,  sowelt
  bleser  einem  Anderen  gebört,  in  gewinnsüchtiger  Absichr  anelgner.

Arc.  233.

Seaatsdlener,  Gemelndebeamte,  Advokacen,  Notare,  Vormünder  und  überhaoupt  alle
Personen,  welche  sich  der  in  dem  vorigen  Actikel  mit  Serase  bedrohren  Handlungen  im  Bezug
  auf  Geschäfte  schuldig  machen,  in  Ansehung  deren  sie  von  elner  öffemtlichen  Behörde  im
Allgemelnen  oder  besonders,  mic  oder  ohne  Eid  verpflächtee  worden  find,  haben  noch  Verhält.
niß  des  Gegenstandes  des  Verbrechens  dle  in  dem  Art.  221  bestimmten  Sccasen  verwiske.