Full text : Realienbuch Nr. 3 (3)

56  Naturgeschichte.  In

Brustseite  liegt  das  flache  Brustbein,  und  zwischen  ihm  und  den  Wirbeln  spannen
sich  die  Rippen  aus.  Diese  reifenartigen  Knochen  stehen  mit  den  Wirbeln  durch  Ge—
lenke,  mit  dem  Brustbeine  und  untereinander  dagegen  durch  Knorpelstücke  in  Derbindung.
  Der  Brustkorb  ist  daher  trotz  seiner  Starrheit  erweiterungssähig,  was  für
die  Ktmung  (S.  61,  c)  durchaus  notwendig  ist.

4.  Die  Schulter=  und  Arminochen.  a)  Brustkorb  und  Arme  werden  miteinander
  durch  Schulterblatt  und  Schlüsselbein  verbunden.  Das  flache  Schulterblatt
  steht  mit  dem  Brustkorbe  nur  durch  Muskeln  im  Jusammenhange.  Cs  ist  daher
sehr  beweglich  und  somit  geeignet,  unser  Greiswerkzeug,  den  Arm,  zu  tragen.  Durch
das  Schlüsselbein,  das  sich  zwischen  dem  Brustbeine  und  dem  Schulterblatte  ausspannt,
  erhält  das  Schultergelenk  die  nötige  Sestigkeit.

b)  Der  Oberarm  wird  von  dem  Oberarmknochen  und  der  Unterarm  von
Elle  und  Speiche  durchzogen.  Die  Elle  besitzt  einen  Fortsatz,  der  gegen  den  Oberarmknochen
  anschlägt.  Infolgedessen  kann  der  Unterarm  im  Ellenbogengelenke  nicht
auch  nach  hinten  bewegt  werden.

c)  Der  Knochenbau  der  hand  entspricht  ihrer  äußeren  Gliederung  in  handwurzel,
  Mittelhand  und  Finger.  Da  der  Daumen  jedem  andern  Singer  gegenüber
gestellt  werden  kann,  ist  die  Hand  überaus  geschickt  zu  greifen  und  zu  fassen.

5.  Die  Becken=  und  Beinfnochen.  a)  Die  Beine  sind  an  dem  Becken  eingelenkt.
  Dieser  große  Knochenring  ist  mit  der  Wirbelsäule  fest  verwachsen;  sonst  würde
der  Oberkörper  bei  jedem  Schritte  schwanken,  der  Gang  also  überaus  unsicher  sein.

b)  Die  Beine  sind  die  Träger  und  Fortbewegungswerkzeuge  des  Körpers.  Ihre
Knochen  sind  daher  stärker  und  ihre  Muskeln  kräftiger  als  die  der  Arme.  Der  Oberschenkel
  wird  durch  den  großen  Oberschenkelknochen,  der  Unterschenkel  durch  Schienund
  Madenbein  gestützt.  Das  Schienbein  besitzt  nicht  wie  die  Elle  einen  hemmenden
Fortsatz.  Das  Kniegelenk  würde  sich  daher  nach  hinten  durchbiegen,  wenn  ihm  nicht
die  plattrunde  Kniescheibe  vorgelagert  wäre.  Sie  dient  zugleich  dem  Gelenke  als
Schutz  bei  einem  Lalle  oder  dgl.

Tc)  An  dem  Knochengerüste  des  ußes  ist  die  äußere  Gliederung  in  Fußwurzel,
Mittelfuß  und  Sehen  deutlich  wiederzuerkennen.  gußwurzel=  und  Mittelfußknochen
bilden  zusammen  ein  Gewölbe,  das  leicht  die  Last  des  Körpers  trägt.  Fehlt  die  Wölbung,
so  wird  der  Boden  mit  der  ganzen  Sohle  berührt.  Menschen  mit  solchen  „Plattfüßen"
haben  daher  einen  schwerfälligen  Gang.

Das  Schuhwerk  muß  der  natürlichen  Kußform  entsprechen.  Durch  spitze  Schuhe
werden  die  Sehen  nach  innen  gedrückt,  das  Lußgewölbe  wird  abgeflacht  und  das
schmerzhafte  Einwachsen  der  Uägel  befördert.  Bei  hohen  Absätzen  wird  die  Cast,  die
der  Luß  zu  tragen  hat,  einseitig  auf  den  Ballen  des  Mittelfußes  verlegt.  Zu  enges
Schuhwerk  erzeugt  die  sog.  Hühneraugen.

2.  Die  Mustheln.

1.  Das  Fleisch  des  Menschen  besteht  wie  das  der  Tiere  aus  vielen  Kbteilungen,
den  Muskeln.  Jeder  Muskel  ist  wieder  aus  kleineren  Teilen  zusammengesetzt,  und
diese  bestehen  aus  noch  kleineren.  Die  sehnigen  hüllen,  von  denen  die  Muskeln  umgeben
  sind,  gehen  zumeist  in  feste  Sehnen  über.

2.  Welche  Bedeutung  die  Muskeln  haben,  zeigt  folgender  Versuch.  EAn  der
Innenseite  unsres  Oberarmes  liegt  ein  großer  Muskel,  der  mit  der  Schulter  und  mit  der