190 Neuere oberstrichterliche Erkenntnisse.
geht, da (wegen des Schwandes) aus dem Keller weniger
Eis, als unmittelbar von den Weihern abgefahren
werden kann. Aus demselben Grunde könnte
die Abfuhr von aus den Weihern gezogenen Fischen
beschränkt werden, wenn solche vorher in einen neugebauten
Behälter gebracht und aufbewahrt worden
wären. Ebenso ist es gewiß keine willkührliche
Neuerung, wenn das Getreide von Aeckern nicht unmittelbar
nach der Ernte abgefahren, sondern in einem
neugebauten Stadel gesammelt und von da nach
Gelegenheit weiter verbracht wird.
Alle diese Fälle reihen sich in den Bereich der
naturgemäßen Benützung und ist chierauf Art. 8
1. c. in seinen 3 Alternativen nicht anwendbar.
Obligationenrecht. Pollicitatio zu Gun-.
sten einer Bruderschaft (pia causa).
Bayer. Landr. Th. 1V cap. 1 §. 2 und
Anmerk. hiezu.
Hierüber äußert sich ein kassator. Urtheil
des obersten Gerichtshofes, wie folgt. Wenn nun
auch Bruderschaften, welche statutengemäß religlöse
Zwecke verfolgen und insoferne zum Besten
des Publikums gestiftet seien, als sie dem Seelenheile
der ihnen Beitretenden dienen sollen, nach
Anm. lit. c zu Thl. V c. 30 8. II den geistlichen
Communitäten und den diesen gleichgestellten püs
causis, wenn sie autoritate episcopali gestiftet
worden, beigezählt würden; so könnten sie als
öffentliche Corporationen doch nur erst nach erlangter
landesherrlicher Bestätigung nach älterem wie
nach neuerem Rechte erachtet werden, — Anm.
lit. a S. II u. lit. a u. c S. III a. a. O., dann
lit, e zu Thl. III c. 3 S. 12 Nr. 3; Ges. v. 29.
April 1869, die privatrechtl. Stellg. von Vereinen
betr., Art. 1 — und könnten solchen Bruderschaften
die wesentlichen, mit dem Begriffe der juristischen
Person gewöhnlich verbundenen Rechte, z. B. das