Volltext : Preußische Geschichte. Erster Band. (1)

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8  Crxrstes  Luch.  Die  Elemente  deo  preußischen  Staates  (bio  1598).

sich  auch  die  übrigen  zur  Flucht.  Die  einen  warfen  sich  auf
die  Wagenburg:  mit  reicher  Beute  siel  sie  in  die  Hände  der
ieger.  Die  underen  wurden,  von  den  die  Gegend  bedeckenden
een  und  Sümpfen  behindert,  niedergemacht  oder  gefangen.

Die  Blüte  des  Ordens  deckte  das  Schlachtfeld.  Von  den
(Gebietigern  lebten  nur  noch  einzelne.  Glänzend  hatte  die
Tapferkeit  der  deutschen  Herren  sich  bewährt,  und  doch  fehlte
es  jetzt  nicht  an  solchen,  die,  nur  auf  ihre  eigene  Rettung
bedacht,  die  ihnen  anvertrauten  Burgen  feige  verließen  und,
Geld  und  Gut  zusammenraffend,  nach  Ablegung  des  Ordenskleides
ins  Reich  flohen.  Der  Landadel,  voran  der  längst  zu  Polen
neigende  des  Kulmer  Landes,  eilte  durch  schnelle  Unterwerfung
des  Siegers  Gunst  zu  gewinnen.  Vor  allem  glaubten  die
Städte  die  Zeit  der  Freiheit  gekommen.  „Nirgends  sonst“  —
so  ruft  ein  Chronist  aus  —  „hat  man  größere  Untrene  und
argere  Unzuverlässigkeit  erlebt.“  Mochte  das  zum  Teil  der
Eigenart  entspringen,  die  Kolonialbevölkerungen  anzuhaften
pflegt:  es  enthielt  doch  eine  vernichtende  Kritik  der  Ordensherrschaft.
  Zudem  trat  hier  der  Staat  den  Unterthanen  nicht
in  dem  Sproß  eines  den  Wandel  der  Zeiten  überdauernden
Herrschergeschlechts  persönlich  entgegen,  sondern  in  einer  Genossenschaft,
  die  mit  ihnen  nichts  gemein  hatte,  da  sie  sich  aus
der  Fremde  ergänzte.  Zetzt  hoffte  man  diese  vielköpfige  Fremdherrschaft
  und  die  ihr  entspringenden  Uebel  loszuwerden,  die
durch  sie  erlangten  Vorteile  aber  unverkürzt  zu  bewahren.  Der
Selbstsucht  der  einen  begegneten  die  anderen  mit  gleich  hartem
Eigennutz.  Würde  das  auch  geschehen  sein,  wenn  die  Herrschaft
bei  einem  im  Lande  heimisch  gewordenen  Fürstengeschlecht  gelegen
hatte,  das  in  dem  Staat  nicht,  wie  der  Orden,  bloß  eine  Versorgung,
  sondern  zugleich  mit  seiner  Vergangenheit  seine  Zukunft
  und  seine  Ehre  zu  verteidigen  hatte?  Aufgaben,  wie  sie
der  Staat  damals  zu  lösen  hatte,  war  ein  geistlicher  Nitterorden
  nicht  gewachsen.  Das  bewies  der  Fortgang.  Wenn  der
Ordensstaat  die  Krisis,  die  mit  der  Schlacht  bei  Tannenberg
hereingebrochen  war,  schließlich  noch  überdauerte,  so  lag  das
nur  zum  Teil  daran,  daß  der  Polenkönig  den  Sieg  nicht  zu
benuten  verstand,  hauptsächlich  aber  daran,  daß  der  Zwang

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