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Noch immer werden die Mitglieder der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft
des Disziplinbruchs beschuldigt. Diese Anschuldigung, die
die Parteigenossen im Lande gegen die Arbeitsgemeinschaft einnehmen.
soll, ist unberechligl, wie die Parteigenossen immer klarer erkannt haben.
Der Vorwurf des Disziplinbruches kann vielmehr nur diejenigen treffen,
die unter Nichtachtung der Parteitagsbeschlüsse und der allen Tabtik die
Parkei vor vollendete Tatsachen stellten und dann mil allen Milteln eine
Stimmungsmache gegen die sogenannte Minderheil betrieben, wohl wissend.
daß diese Minderheit durch die Zensur in der Abwehr überaus gehindert
ist. Die sachlichen und grundfätzlichen Differenzen sollien als das böswillig
erkünstelte Werk von Krakeelern und Parteispallern erscheinen.
Und doch wußte und weiß jedes polilische Kind, daß in der wichtigsten
Frage der Zeit, in der Beurkeilung des Krieges und der Stellung, die
die Sozialdemokratie im und zum Kriege einzunehmen hat, von Anfang
an schwerwiegende Mei heilen hervortraten, die nach einem
sachlichen Auskrag in der Oeffenklichbeit mit Motwendigkeit drängten.
Es ist der Sozialdemohratie nicht würdig, wo innere kiefe sachliche
Konflihle beslehen, sich um diese Konflihte herumzudrüchen. Sie müssen
ausgesochten werden. Und wenn während des Belagerungszustandes
Männer am Werkte sind, die Partei, die alte, stolze, in ihrer Oppositionskraft
stark gewordene Sozialdemohralie, in die Gedankengänge der bürgerlichen
Politiker hinüberzuschieben, so wäre es Verrat, wenn diejenigen,
die diese Gefahr erkannt haben, schweigen würden.
Wer der Kahe die Schelle umhängk, wer die Parlei warnen, sie
in ihrem alkbewährken Charakter erhallen will — der ist hein Krabeeler,
kein Parleispaller! — O nein, die Parteispaller sihen nicht in der
Sozialdemokralischen Arbeilsgemeinschaft-! Die Opposition, die aus
dem harten Boden der geschichtllichen Ereignisse herausgewachsen ist und
ihre Gewissenspflicht erfüllt, kann durch brulale Vergewaltigung nicht unkerdrücht
werden! Die Opposilion und ihre parlamentlarische Verlrelung
stehen nichk als Angeklagke, sie stehen als Ankläger vor dem Forum
der Parlei! Sei es, durch rechtzeilige Erkenntnis, oder später durch
biktere Erfahrung belehrt, die Parkei wird — wir zweifeln nicht — sich
durch energisches Handeln vor der ihr drohenden Gefahr befreien, aus
einer sozialdemokratischen eine nationalsoziale Partei zu werden.
Es gilt, die Parkeigenossen zu einer geschlossenen Phalang zu vereinen,
nicht durch Wehklagen, Nachgiebigkeit und Rechnungskrägerei —
sondern durch Rückkehr zu aller programm= und grundsaßtkreuer sozialdemohralischer
Polilik!