Erfrieren. 605
Erklärungen. Die Frauen sind die Mütter der heranwachsenden Söhne; sie
sollen als ihre Pfleger und Erzieher verstehen, was sich an deren Körper
abspielt. Sie werden unter anderem öfter bemerken, daß bei nervösen Kindern,
bei Aufregungen usw. das Glied sich von selbst hebt, größer und härter wird,
wobei die Kinder oft über Schmerz klagen. Auch Onanie spielt zuweilen
mit. Was hat diese Versteifung zu bedenten?
Beim geschlechtsreifen Manne tritt sie ein, wenn er geschlechtlich erregt
wird; sie ist nötig, um den Samen in die Organe der Frau zu bringen.
Tritt die Aufrichtung nicht mehr
ein, so ist der Mann zur Begattung
nicht mehr fähig und heißt
„impotent“. Es ist also die Versteifung
ein physiologischer Vorgang,
der durch Blutüberfülle der
„Schwellkörper", welche der Mann
an den Geschlechtsorganen ebenso
besitzt wie das Weib, entsteht.
Tritt diese Erektion aber
auch bei anderen Gelegenheiten
auf, ohne geschlechtliche Erregung,
so ist sie eine Folge nervöser Erregbarkeit,
bei Neurasthenikern
eine häufige Erscheinung. Auch
bei Kindern ist sie daher keine 1——.
normale Erscheinung und sollte « 41 22
niemals unbeachtet bleiben. Fig. 357. Hinaufziehen des Zungenbeines.
Der Sohn eines neurasthenischen
Vaters hatte schon als vierjähriges Kind Erektionen des Gliedes,
wobei er in seltsam erregten Zustand geriet. Er wurde immer reizbarer,
obwohl Muskeln und Knochen sich stark entwickelten, und litt schon als Vierzehnjähriger
an ausgesprochener geschlechtlicher Erregung, die dazu führte, daß
er als kaum Neunzehnjähriger schon Vater eines Kindes wurde, das aber
glücklicherweise bald starb. Er war von kräftiger Gestalt, aber von reizbarem
Wesen und großer sexneller Schwäche. So stellt sich oft schon frühe ein,
wäs später von ernster Bedentung werden willl
Man hüte solch reizbare Kinder vor Aufregungen, schlage sie nie,
sondern behandle sie mit mildem Ernst und Konsequenz. Viel Aufenthalt im
Freien, Gartenarbeiten unter mütterlicher Leitung, warme Vollbäder, Vermeidung
geistiger Anstrengung werden frühzeitige Erektionen vermindern oder beseitigen.
Alkohol, Fleisch, Kaffee, auch zu kalte Bäder sind Gift für solche Kinder.
Erfrieren, siehe Kapitel „Erste Hilfe bei Unglücksfällen“ am Schluß
der „Heilkunde“.