Full text : Königlich-Baierisches Regierungsblatt. 1807. (2)

Uummer  140

Welel#  m#—

Freitag,  2.  Juli  1913

 

verwundet,  nachdem  er  bereits  verschiedene  andere
  Verwundungen  erhalten  hatte.  Der  Revolverschuß
  zerschmetterte  den  Oberschenkelklnochen
  und  machte  den  Mann  fast  vollkommen  bewegungsunfähig.
  Volle  fünf  Tage  lag  er  ohne
jede  Hilfe  auf  dem  Schlachtselde,  bis  er  von

einer  französischen  Patrouille  aufgesunden  und

mitgenommen  wurde.  Seine  Hoffnung,  nunmehr

  das  Ende  seiner  Leiden  kommen  zu  sehen,

wurde  grausam  enttäuscht.  Die  Patrouille
brachte  ihn  in  einen  französischen  Schützengraben,
der  unter  deutschem  Artillerieseuer  lag.  Der  anwesende
  französische  Korporal  ließ  ihn  auf  die
Brustwehr  des  Grabens  legen  und  benutzte  so
den  vollkommen  erschöpften  und  wehrlosen
Mann  als  lebendige  Deckung  gegen  das  Artillerieseuer.
  Französische  Offiziere  hinderten  in
leiner  Weise  die  Fcigheit  und  N.ederträchtigkeit

des  Untergebenen,  sondern  versuchten  noch,  durch
Drohungen  mit  dem  Säbel  und  durch  wüsle
Beschimpfungen  den  Mann  zum  Verrat  der
deutschen  Stellungen  zu  bewegen.  Ein  französischer
  Arzt,  ein  Vertreter  französischer  Menschlichleit,
  hatte  für  den  unglücklichen  Krieger  nur
die  Worte  übrig:  „Du  graues  Schwein,  an
den  paar  Schüssen  wirst  Du  nicht  verrecken!“
An  eine  Behandlung  des  Schwerverwundeten
dachte  er  nichl,  sondern  entfernte  sich  ohne  jede
Hilfeleislung.  Ein  gütiges  Geschick  aber  behütete
den  Gefangenen  besser  als  seine  Feinde  es  getaun
  hatten.  Die  Granaten  schlugen  in  unmiltelbarer
  Nähe  des  Grabens  ein,  trafen  den  Mann
aber  nicht.  Bis  zum  späten  Abend  lag  er  auf
der  Brustwehr  des  Grabens.  Erst  dann  wurde
er  in  den  Graben  hineinge  zogen,  mußte  aber
noch  bis  zum  30.  Oltober  ohne  jede  ärztliche
Hilfe  verbleiben.  Erst  dann  wurde  er  verbunden
  und  fortgeschafft.  Und  nun  begann  für  ihn
dasselbe  Leiden,  das  von  Hunderten  deutscher
Soldaten  unter  Eid  llanbwürdig  geschildert
wurde.  Auf  dem  Transporte  wurde  er  von  der
Zivilbevölkerung  in  der  gemeinsten  Weise  beschimpft,
  geschlagen  und  mit  Steinen  beworfen.
Die  Bewachungsmamschaft  zog  ihm  den  Rock
aus,  nahm  ihm  sein  Geld  und  seine  Uhr  ab  und
ließ  ihn  trotz  der  kalten  Jahreszeit  ohne  Rock
und  wärmende  Decke  weitertransportieren.  Mit
ihm  zusammen  fortgeschafften  Kriegsgesangenen
ging  es  nicht  besser.  Auch  sie  wurden  beraub,
beschimpft  und  mißhandelt.  Nach  wochenlangem
Aufenthalt  in  Krankenhäusern,  zum  Teil  bei
mangelhaftester  Verpflegung,  in  schmutzigster
Bettwäsche  ufm.,  wurde  er  endlich  mit  Verlust
des  linken  Beines  nach  Deutschland  i

chrey.

London,  29.  Juni.  (Reuter.)  Staatsselretär
  Edward  Grey  ist  nach  London  zurückgekehrt
und  wird  binnen  kurzem  seine  Arbeit  im  Auswärtigen
  Amte  nieder  aufnehmen.  (3.)

Die  englischen  Bergarbeiter.

London,  29.  Juni.  Die  „Morningpost“
schreibt  in  einem  Leitartikel:  Die  Streitigkeilen
im  Kohlenbezirl  von  Südwales  drohen  zu  einer
  ernsten  nationalen  Krisis  zu  werden.  Die
Arbeiter  werden  immer  u#derspenstiger.  Wenn
am  Donnerstag  der  Streik  nicht  geschlichtet  ist,
wollen  sie  sich  über  ihre  Führer  hinweg  setzen
und  die  Arbeit  niederlegen.  (J.)

Friedenskundgebungen  in  Amerika.

Newyork,  29.  Juni.  Die  Friedensfreunde
veranstalteten  eine  bemerkenswerte  Kundgebung,
zu  der  nach  polizeilicher  Schãtzung  80000  Personen
  erschienen?  waren  und  die  ganze  Straßenzüge
  besetzten.  Die  Teilnehmer  waren  vornehmlich
  Deutsche  und  Irländer.  Bryan  trat  lebhaft
  für  die  Aufrechterhaltung  des  Friedens
ein.  Die  Kundgebung  ist  die  größte  seit  Jahrzehnten
  gewei#en  und  machte  einen  tiefen  Eindruck

  auch  bei  der  9Legnerischen  Presse.  (3.)  v

——.  ———

Z.  k.A–oman  von  A.  Below.

*  Machdrud  verboten  ID

1-  Er  ßz:nn  5rm  tretzdem  .  wie  die
Sii  itie  Luc  und  seines  Bepleiters  seinem
Versteck  immoer  naher  kamen,  undper  Wind  trieb
einzeline  Worte  aus  den  Aenßerungen  des  schreck.
lichen  Mannes  zu  ihm  berüber.  „Finden  mussen
wir  ihn  ja  endlich,  entwischen  kann  er  uns  zum
Glück  auf  leinen  Fall.  Aber  er  soll'.  bußen,  der
Hundesehn,  daß  er  uns  so  viel  Mühe  macht!-“
Vorsichtig  lugte  Ludwig  Günther  über  den
Rand  der  sandigen  Vertiefung,  in  welcher  er  lag,
und  sah,  daß  die  beiden  Manner  laum  noch
hundert  Schritte  von  ihm  entfernt  waren.  *
machte  sich  schon  darauf  gesast,  jeden  Augenblick
entdeckt  zu  werden  und  überlegte,  wie  er  sich  in
Diesem  Falle  verhalten  sollte,  da  blieb  der
Schmugglerhäuptling  stehen  und  rief  laut  in  dic
Tunlelhe##  hinein:  „Komm  gutwillig  hervor,  wer
Tu  auch  seisl,  der  sich  hier  verborgen  es  gehl
Tir  sonst  übel!!  Kaum  war  der  Ruf  verhallt,
als  der  Graf  drüben,  aui  der  anderen  Seile  der
Tünensenlung,  in  welcher  das  Feuer  brannie,
Leila  sich  erheben  sah.  Halloh,  da  bist  der  Patron
jal-  rief.  Lucifer.  Oinab  zum  Feuer,  Bursch,
damit  wir  den  Vogel  uns  genau  ausehen,  den
wir  heute  gefangen  haben.“  Damit  eilte  er  selber,
von  seinem  Freunde  gefolgt,  eilsertig  zum  Feuer
zurück.
„Mein  Gott,  das  ist  ja  Leilal“  hörte  Ludwig
Güniher  alsbald  den  letzterrn  ausrufen.  „Mädchen,

Du  hier  in  dieser  E

ausgeliefert.
(3.)

 

 

two  in  aller  Welt  lr  1  her,  und  was  wolltefl
Eino
Mit  zu  VBoden  ee  Blicke,  anscheinend

Der  Krieg  gegen  England

Die  englischen  Munitionssorgen.
London,  30.  Juni.  Im  britischen  Unterhause
  gab  es  am  Dienstag  eine  sehr  lebbafte
Auseinandersetzung  über  di:  Vorlage  betreffend
  die  Errilltung  eines  Munitionaministeriums.
  Houson  (Unionist!  sagte,  Freuch  und
die  Armee  1  itlen  sei!  Monaten  dringend  mehr
Munition  9  forderl.  Lioyd  George  scheine  allein
  unter  dun  Ministern  den  Mu  zu  haben.
der  Nation  di:  Wahrheit  zu  sagen.  Der  Mangel
an  Munilion  und  Ges  ützen  sei  unerhör,  sL#npflich.
  Die  Uaherihf#e  geringe  Anteilnahme  im
Lande  sei  die  Scaule  des  Zensors,  der  die
Wahrheit  sä  Unpflich  verw#####ulicht.  Das  Kriegsministerium,
  s  fuhr  er  sort,  glaubte  wahrscheinlich,
  das  uir  und  durch  den  Krieg  fortmuzeln
könnten,  wie  i.n  Burenkriege.  Aber  di:  heulige
Lage  ist  eine  ganz  andere.  Ni.mals  in  der  ganzen
  Geschichten  unseres  Landes  war  die  Lage  so
verzweifelt.  Die  frühere  Negierung  hall  alles
getan,  um  das  Land  durch  eine  falsche  Sicherheit
  zu  chloroformieren.  Zetzt  haben  wir  di-Koalition,
  meil  das  Kriegoministerium,  in  den
eigenen  Bureaulratiomus  verstridt,  über  der
Munitionsfrage  zusammenbrach.  Die  neue  Rrgierung
  muß  die  ganze  und  volle  Wahrk##i#t
agen.  Die  Lage  bedeute  t  dach  eli  Kriegsmonaten
  ein  reines  Patt.  Die  Deutschen  sehen  nicht
aus,  als  wären  sie  im  Osten  geschlagen.  Wenn
es  ihnen  gelingt.  die  Russen  zurücdzutreiben.
so  lönnten  sie  Truppen  an  die  Westfront  senden,
  auf  Calais  losgehen  und  von  dort  Doyver
und  Folkestone  mit  schwerem  Geschütz  beschießen
und  unter  der  Deckung  dieser  Beschiefung  ei
nen  Luftangrif  oder  einen  Einfall  in  England
versuchen.  Man  spricht  von  einem  Schupze  durch
unsere  Flotte,  aber  Gallipoli  lehrt,  was  die
Slotte-  tun  lann  und  was  —  3)

 

.
Stimmungswechsel  in  England

Zürich,  30.  Juni.  Der  regelmäßige  Londoner
  Mitarbeiter  der  Jüricher  Post  schildert
den  Stimmungswechsel,  der  in  England,  namenllich
  in  den  letzten  Wochen,  vor  sich  gegangen
ist:  Die  anfängliche  Eleichgültigkeit  ist  bitterem
Ernst  gewichen.  Der  Brite  fühlt  nunmehr,  daß
der  Krieg  auch  ihn  angeht  und  daß  die  Zeiten
vorbei  sind,  da  die  Söldner  auf  den  Schlachtseldern
  für  Englands  Ehre  lämpften.  Die  Finger
  des  Staates  klammern  sich  immer  krampshafter
  um  den  Geldbeutel,  der  Staat  greift
immer  schärfer  mit  eiserner  Hand  in  das  Zeben
des  Volkes  ein.  Die  Freiheit  des  Bürgers,  auf
die  der  Brite  stolz  ist,  wird  täglich  durch  neue
Eesetze  angetastet.  Von  einer  lleinen  Aufregung
  ist  heute  der  Krieg  für  die  Briten  zum
Alpdrücken  geworden.  Freilich  wird  dadurch  der
Wille  zum  Sieg  über  Deutschland  nur  geflärkt.
Je  größer  Deutschland  ihm  erscheint,  umso  mehr
wird  er  in  seinem  Stolz  gekränkt.  Denn  Großbritannien
  will  nun  einmal  die  erhabenste  Macht
der  Welt  sein  und  keine  andere  darf  ihr  gleich
sein,  und  der  Brite  kann  nicht  dulden,  daß  eine
andere  Nation  ihm  ebenbürtig  wird.  Jetzt  erst
fängt  Großbritannien  an,  mit  seiner  ganzen
Macht  Krieg  zu  führen.  Der  schwache  Punkt  in
allen  Zulunftsträumen  und  guten  Vorsätzen  ist
aber,  sagt  der  Korrespondent,  die  Opposition
eines  starken  Teils  der  Arbriter.  Trot  aller
Gesetze  und  Vereinbarungen  muß  man  auf
Ueberraschungen  von  dieser  Seite  gefaßt  sein,
und  diesen  Teil  des  Volles  für  die  großen
JZiele  der  britischen  Regierung  zu  gewinnen,  ist
die  schwerste,  wenn  auch  nicht  hoffnungslose  Arbeit
  der  Regierung,  besonders  Lloyd  Georzes.

(Z.)

PVrinz  Leopold  von  Bavern
Kommandant  einer  deutschen  Armee.

 

 

Rußtand.

Rußland  in  Nöten.

Moslan,  30.  Juni.  „Rußlofje  Slowo“
schreibt:  Die  zentralmächte  bemühen  sich  seit
sieben  Wochen,  Rußland  als  den  sinanziell
schwächsien  Geguer  auf  die  Knie  zu  zwingen,
Unruhen  in  Rußkand  hervorzurufen  und  auf
diese  Weise  die  Koalition  gegen  Deutschland
zu  zerschmetlern  und  Ruß  laud  zu  einem  Sonderfrieden
  zu  Uringen.  Der  Versuch  wird  leinen
Erfolg  haden  (70.  Rußland  ist  entschlossen,  den
Krieg  an  der  Seite  der  Allü#erten  zu  einem
siegreichen  Eude  zu  führen.  Es  braucht  aber
hierfür  Geld,  da  es  bisher  die  größte  Bürde
des  Krieges  tragen  mußte,  was  die  Pariser
Konferenz  nicht  vorausgesehen  hat.  Es  erscheint
deshalb  dringend  erforderlich,  daß  Rußland  eine
wirtschaftliche  Unterstützung  von  England  und
Frankreich  erhält,  weshalb  eine  neue  entsprechende
  Abmachung  getrofsen  werden  mußte.
Nicht  nur  die  Ehre,  sondern  die  Existenz  des
Reiches  ist  bedroht  und  damit  die  gesamte  nationale
  Kultur.  Wir  lönnen  nicht  der  Zukunft
ein  unterjochtes  Rußland  überlassen.  (3.)

Glückwünsche  für  den  Nüczug.

London,  30.  Juni.  (Reuter.)  Die  „Morningpost“,
  die  am  24.  Juni  ein  Telegramm  an
den  Großfürsten  Nitolat  sandte,  in  deml  sie  ihn
zu  der  Geschicklichleit  beglünwünschte,  mit  der
er  einen  der  beschwerlichsten  Rückzüge  der  Kriegsgeschichte
  leitete,  erhielt  solgende  Antwort:
„Das  russische  Heer  entlehnt  ebenso  wie  die
Allii#erten  seine  Kraft  den  Grundsähzen,  für  die
es  kämpft  und  die  den  schließlichen  Sieg  sicher
erwarten  lassen.“  (3.)

Jullen

Derabgeschlagene  Einbruch
in  die  Kärntner  Pässe.
Wien,  30.  Juni.  Die  Italiener  machten  seit
Anfang  des  Krieges  große  Anstrengungen,  um
die  Kärntner  Grenze  zu  durchbrechen.  Besonders

bim  Plöckenpaß  sehzte  der  Feind  heftig  mit  Artillerie=

  und  Infanteriebeimühungen  ein,  die

aber  damit  endeten,  daß  wir  den  Feind  von  den
bereits  besetzten  Talhöhen  wieder  hinabwarfen.
Eleichzeitig  wurde  auch  das  Vordringen  auf
dem  zweiten  Wege  nach  Kärnien  bei  Malborghet
  versucht.  Hier  hatten  die  Italiener  schwere

Artillerie  konzentriert,  die  von  früh  bis  spät
abends  ununterbrochen  auf  die  Front  schoß.  und
hauptsächlich  das  Fort  Hensel  unter  ihr

Feuer
nahm.  Aber  die  ilalienischen  Anstrengungen  waren
  vergebens.  15  Tage  widerstand  das  Fort
lodesmutig,  obwohl  die  Besatzung  ein  Höllenseuer
  auszuhalten  hatte.  Die  Ztaliener  schossen
mil  28.=  Zentimeter=  Granaten  unnnterbrochen.  Es
wurden  in  einer  Nacht  an  1/X/0  Granaten  abgeseuert
  und  charaktteriftisch  für  die  italienische
Artillerie  leine  traf.  ie  28-  zentimeter-Mörser
  sind  das  größte  Kaliber  der  Jlaliener.

Die  Freude  des  Dritten.

DLugano,  30.  Juni.  Die  gesamte  italienische
  Presse  behandelt  wohlgesällig  das  Friedensmanisest
  der  deutschen  Sozialdemokralie  als
Beweis  schwächender  innerer  Uneinigleit  Deulsalands,
  sowie  der  empörenden  Unerträglichkeil
der  deutschen  Kriegsziele.

Italien  läßt  Deulmäler  einschmelzen.


Wien,  30.  Juni.  Die  „Reichspost“  meldet:
Bereils  vor  drei  Monaten  wurde  wegen  der
grosen  Metallnot  von  dem  italienischen  Kriegsministerium
  das  Eisengitter  um  die  von  Pius  17.
auf  der  Piasza  di  Spagna  errichtete  Imma
culatastatne  weggenommen.  Zahlreiche  andere
Gitter  um  alte  Monumente  und  Grabmäler
sind  jelzt  denselben  Weg  gegangen,  und  es  ist
zu  befürchten,  daß  diese  neuen  Kriegsbarbaren
von  den?  Vorhallen  der  Kirchen  ihre  Sequestrierwut
  auch  in  das  Innere  erstre4cen  werden.  (.J).)

Italien  ische  Erbitterung  gegen
Montenegro.

Lugano,  30.  Juni.  In  JZitalien  ist  der
Jorn  über  die  Beseltzung  Skutaris  durch  die
Montenegriner  allgemein  und  die  Presse  mach!
gar  keinen  Aersuch,  ihn  zu  vertuschen.  Am  gemäßigsten
  ist  noch  die  „Tribuna“,  die  hofsft,
daß  Montenegro  nunmehr  die  Ossensioe  gegen
den  gemeinsamen  Feind  wieder  aufnehmen
werde.  (J.)

Die  Balranflaalen.

Rumänien  und  die  Zentralmächte.

Berlin,  30.  Juni.  Die  „Jüricher  Poss“
derichtet,  daß  zwischen  Rumänien  und  den  Zentralmächten
  ein  neues  besonderes  Abkommen
geschlossen  worden  sei.  Das  rumänische  Blatt
„„Diminiata“  berichtet,  die  Verhandlungen  Rumäniens
  mit  dem'  Vierverband  seien  an  der
Unnachgiebigkeit  Rußlands  gescheitert,  das  sich
der  Aufteilung  des  Banats  und  der  Zuteilung
von  Czernowitz  an  Rumänien  widersetzt  habe.

Der  Eindruck  des  Zusammenbruches
Rußlands  auf  die  Neutralen.

Bukarest,  30.  Juni.  In  einer  Besprechung.
über  den  Zusammenbruch  des  russischen  Heeresin
  Galizien  schreibt  das  Negierungsorgan  „Independance
  Roumaine“:  Die  Erschöpfung  der
russischen  Armee  macht  neue  und  beunruhigende
Fortschritte.  Im  Taufe  des  Monaks  Mai  verloren
  die  Russen  durchschnittlich  10  000  Gesaugene
  täglich.  Seit  dem  Juni  steigen  diese  Zahlen
  auf  20000  Mann  für  den  Tag.  Nach  den
amtlichen  russischen  Berichten  ist  es  unmöglich,
einen  tieferen  Grund  für  die  Schwächung  zu
sehen,  die  ihren  scheinbaren  Ausgang  in  dem.
riesenhaften  Angriff  von  Tarnow  hatte  und.
die  nach  6  Wochen  zur  Vernichtung  des  russi- 



dol  Schen  und  Scham,  erwwerie  die  Zigennert#:
„Ich  bin  Dir  gefolgt,  Herr.  Mich  reute  es,  daß
ich  heute  Morgen  so  unfreundlich  gegen  Tich  ge.
wesen  bin  und  Tich  auch  noch  bei  dem  Meister
verllagt  habr-  ver  Hünge  ur  7
„Leila!“  rief  *  üngling  entzückten  senen
„So  liebst  Du  mich  boch.  un  n  ne  chroffe
Zurüchweisung  war  n  *m  Lü  reho
und  purer  Mädchen
Die  junge  Aenen  entgognete  nichts,  hrdeen
richteie  nur  ihr  dunkles  Auge  voll  en
Fragenden.  Er  mochte  in  ihrem  Blick  wallL  eine
Autwort  lesen,  die  ihn  befriedigte.  Denn  er  ergriff
  ausjauchzend  die  Hand  des  Mädchens  und
drückte  sie  fest  an  sein  Herz.  Mißtrauisch  und
prüfend  hatte  zu  Ansang  der  Schmugglerführer
die  Zigeunerin  gemustert,  jedoch  diese  9m  ielte  ihre
Noll  %  ausgczeichnet,  daß  selbst  dieser  scharfblicende
  n  getäuscht  wurde.
nh  ört,  was  vorhin  hier  am  Feuer
phn  unz  eiden  gesprochen  worden  ist!-ragte
  er
Ach,  Herr,“  lautete  die  Erwiderung,  was
hr  geredet,  ich  weiß  es  wahrhaftig  nicht,  die
orle  tönten  an  mein  Ohr,  aber  meine  Gedanken
waren  ganz  wo  anders,  ich  dachte  immer  bloß
—  dabei  richtete  sie  ihre  Augen  mit  einem  Glutblick
  auf  Georg  —  wenn  er  doch  bloß  allein  wärc,
wenn  *  hn  endlich  sprechen  könntest!  Wenn  Tu
mich  a  r  Stelle  zu  töten  drohst,  ich  vermöchte
Tir  and  ou  sagen,  wovon  Ihr  gesprochen  habt.“
„Dein  (Glul,  Dirne  -*-e  konntest  sonst  am
Ende  benm  Nacht  bei  den  Fischen  schlasen.  Schmere

7  5  trotdem.  daß  5  1er  Liaead  einem

senl  en  2  u  uns  hier  ge

en.  *  d  dtt  rure  Eures  Erigeu


on  gẽ;  diesenr  ###.  bricht
veila  fuôr  in  ungebeuchelter  —#  r

 

.Wohrr“  weißt  Tu  —"

Was7"  entgegnete  ucifer  lachend,  „daß  Ihr
unsteies  Volk  einen  heir  uhen  König  habt?  Oh,
Du  scheuer  Wandervot  (.  ich  weiß  noch  mehr  von
Euren  Geheimnissen.  Habe  einmal  auch  so  ein
braunes  Täubchen  besessen,  wie  Du  bist,  das  hat
ein  behehen  gelaudtrt.  Also  schwöre,  Mädchen!“

Einen  Augenblick  zauderte  die  Zigeunerin,
dann  leistete  sie  mit  fester  Stimme  den  verlangten
Schwur.

.Nun,  meine  bronzefarbene  Prinzessin,  I#t
gut,“  bemerlie  Lucifer,  „immerhin  will  ich
#r  Sicherheit  noch  cin  bißchen  unter  meinen

Vgen  behalten.  Du  gehst,  worüber  Du  Tich  ja
nur  freuen  wirst,  mit  uns,  und  kannst  dunt
ungestört  in  bestimmten  Zwischenräumen  Deinen
Herzallerliebsten  sehen  und  sprechen.  Dafür
sorge  ich.“

Ter  Zigeunerin  mochle  diese  Mulündigung.
welche  mit  anderen  Worlen  sagte:
sortan  meine  Gesangene!“  schwer  geung  rm
Herz  fallen,  aber  keine  Micue  ihres  Angesichts

*t  und  ohne  Schen  vichter  sie  ihre  großen
söweren  Augen  auf  den  sehr  gesürchteten  Häuptling
einer  verwegenen  Schunggler-  und  S  Ererresberbauoe
„Gern  gehe  ich  mit  Dir,  Herr,,  sagte  sie,  aber
halte  mich  nicht  eingeschlossen  in  dumpsen
Räumen;  ich  bin  ein  unsteter  Wandervogel,  so
saglest  Du  selber  socben;  ich  würde  zugrunde  gehen,

Diänn  ich  in  nächtlicher  Weile  nicht  dorr  reien
Himmel  über  mir  zäh  als  *  Die  zärllichste

iebe  kann  mich  nicht  dafür  eni  hadi  en.  Du  tennst
die  Zigeuner  und  weißt,  daß  ich  die  Wahrheit  rede."

„Furchie  nichts,  Leila.“  ken  darauf  Georg
das  Wort,  als  Lucifer  nicht  sogleich  antwortete,

u  sollst  frei  sein  und  frei  bleiben  wie  der  Vogel
in  Dion  Luft,  nur  Me-  Liebe  zu  mir  soll  das  Band
bilden.  das  Dich  feffelt.

 

„Sieh'  doch  einer  an!“  rief  der  Schmugierlapitän
  halb  lachend,  halb  ärgerlich  über
Eigenmächtigkeit  des  jüngeren  Freundes  iPo6
Bürschchen  erleilt  Zusagen  und  trifft  Auordnungen,
während  i  dabei  siehe  und  gar  nicht  gefrugt
werde.  Doch  meinetwegen,  es  mag  dabei  bleiben;
der  Schwur  reicht  schließllich  hin;  das  braune.
2  elchen  wird  michts  auspiepen.  Jedenfalls  aber

ußt  Tu  mit  uns  hinuberfahren,  schöne  Leila.
Helti  inzwischen  immer  zum  Boote,  der  alie
Jürgens  mag  Dich  geleiten.  Dort  warte  auf
und;  wir  haben  hier  auch  nicht  mehr  viel  zu  tun
und  jolgen  gleich  nach.  —  A  iens  he,  Zürgens!"
rief  er  dann  in  die  Nacht  hinaus
Der  Gerufene  antwortele  in  ziemlicher  Ep.ternung
  und  erschien  dann  nahezu  atemlos.  o
chnell  war  er  gelausen,  um  nicht  wieder  den  Zoorn
des  Gefürchteten  zu  erwecken.  Indessen  war  das
Metter  auf  einmal  umgeschlagen.  Der  gestenge
Hauptmann  empfing  ihn  sogar  mit  einem  Scherzwort.
  kan  merkte  dem  Graukopf  seine  Verwunderung
  an  über  Leilas  unvermutete  Anwesenheit,
  jedoch  wagte  er  mit  keiner  -  Silbe,  seinem
Staunen  Worte  zu  verleihen,  sonvern  vollfuhrte
chweigend  den  Befehl  seines  Heri#a  und  Moeisters,
een  fremden  braunen  *  lum  Särande  zu
lühren.  wo  des  Beohr
ir  noch  etwas  zu  sagen,  Geor#“
bemerlle  Lucifer,  als  sic  wieder  ann.  Konnn
unfer  Vorteil  geht  sorton  Hand  in  Hand,  und
mußt  künftig  mu  arbeiten  und  mit
besen,  dont  alles  do  gelinge,  wie  es  soll.=ind
  es  denn  für  Plänc,  die  Du  versolgse
  r  n  Lieb  wäre  es  mir,  wir  sagten

uns  recht  bei  ofsen  von  dem  Meisier  los;  es
geht  *  vider  die  Natur,  den  alten  Mann
iu  täu  *

–.  1—.—

—"