Full text : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

NAummer  78.

der  gemäßigten  Parteien,  endete.  Internationale
Verwicklunzen  lönnen  aber  auch  indirekt  Ju
Land  ber#hren.  Wir  hoffen,  daß  unsere  N
rung  sehr  bald  nähere  Aufllärung  gidt.  *#
denfalls  scheint  nrau  aus  dem  Wortlaut  der  Mit.
teilungen  über  die  Urlaube  und  die  Zweite  Kammer
  entnehmen  zu  komen,  daß  man  keine  unmittelbare
  Krise  erwarte.

Die  Maßnahmen  der  holländischen
Regierung.

Amsterdam.  1.  April.  Das  „Handelsblad“
  meldet  aus  dem  Haag:  Gestern  früh
hatte  auch  der  Vorsitzende  der  Zweiten  Kammer
eine  Unterredung.  mit  dem  Ministerprasidenten.
Nachdem  am  Donnerstag=  Nachmittag  der  gewöhnliche
  Minitterrat  ftaltgesunden  hatte,  wurde
  am  Freilag  ein  außerordentlicher  Ministerrat
abgehalten.  Die  Zurudziehung  der  Urlaube  bedeutet
  nicht,  daß  diejenigen  Militärpersonen,
die  mit  Urlaub  nach  Hause  geschickt  worden  sind,
in  ihre  Garnison  zurücklehren  müssen.  Von  plötzlichen

  Wiedereinberufungen  ist  in  diesem  Augenblick
  also  keine  Rede.  Auch  auf  die  nach  Hause
beurlaubten  Landwehrmänner  trifft.  die  Verfügung
  der  Militärbehörde  nicht  zu.  Sie  bestimmt
lediglich,  daß  die  Urlaube,  die  bereits  erteilt
sind,  aber  noch  nicht  angetreten  wurden,  wieder
rückgängig  gemacht  werden,  und  daß  vorläufig
keine  neue  Beurlanbungen  stattfinden  werden.
Der  Haager  Korrespondent  des  „Handelsblad“
sagt,  daß  man  nicht  an  eine  plotzliche  Spannung
zwischen  den  Niederlanden  und  einer  oder  mehre- 



Neiscm####  ##ee#

ren  der  kriegführenden  Mächte  denken  dürfe,
sondern  nur  an  eine  ganz  allgemeine  Verände
gwig  der  Kriegslage  insoferne,  als  diese  jetzt
Moglichleiten  enthält,  die  es  für  Holland
ätlich  erscheinen  lassen,  boch  mehr  wie  bieher
auf  der  Hut  zu  sein.  Der  QZustand  ist  für
Holland  ernster  geworden,  er  braucht  aber  leine
Beunruhigung  zu  erwecken.  Es  besteht  auch
leine  Ursache,  eine  unmittelbar  drohende  Gefahr
als  sehr  wahrscheinlich  anzunehmen.  „Tijd“
schreibt  :Es  ist  zu  hoffen,  dah  eine  amtliche
Erklärung  der  Unruhe  bald  ein  Ende  bereiten
wird.  Jedenfalls  wäre  es  voreilig  und  würde
Anlaß  zu  nutzloser  Aufrequng  geden,  die  Verfügung
  der  Regierung  so  auszulegen,  als  ob
auch  Holland  im  Begriffe  stünde,  in  den  euroräiscken
  Konflikt  verwidelt  zu  werden.

rr#

Ein  Urteil  über  die  Tragweite  der  aus  Holland
  gemeldeten  Vorgänge  sich  jetzt  schon  zu  bilden,
  ist  noch  nicht  möglich.  Angesichts  der  widerspruchsvollen
  Einzelheiten,  aus  denen  man  sich
ein  klares  Bild  noch  nicht  machen  kann,  enthaiten
  wir  uns  einstweilen  jeden  Komentars.
Wir  lönnen  aber  nicht  annehmen,  daß  Holland
aus  dem  bisherigen  Verlauf  des  Weltkrieges
nichts  gelernt  hat.  Jedenfalls  wird  man  in
Deutschland  der  weiteren  Entwicklung  der  Dinge
mit  ruhiger  Festigkeit  entgegensehen.  Von  hol.
ländischer  Seite  wird  darauf  hingewiesen,  daß

 

Holland  schon  mehrfach  Gelegenheit  nahm,  keinen
Zueifel  darüber  zu  lassen,  daß  es  sich  mit  Wafsengewalt
  jedem  Bruch  seiner  Neutealität  widersetzem
  würde,  gleichpiel,  welche  Mächtegruppe
derartiges  versuchen  sollte.

Unser  Erfolg  bei  Malancourt.

Berlin,  1.  April.  Ter  Kriegsberichterstatter
  der  „Voss.  Ztg.“  meldet  aus  dem  Großen
Hauptqauartier  unterm  31.  März.:  Der  linke
Flügel  der  französischen  Verdunerarmee  hat
einen  neuen  Stoß  erhalten,  der  an  seinen  Fundamemten
  rüttelt.  Zugleich  mag  damit  der  Welt
bewiesen  werden,  wie  es  mit  dem  sog.  Erlahmen
der  deutschen  Angriffskraft  bei  Verdun  "steht,
mit  der  sich  die  feindliche  Armee  in  den  Tagen
der  Pariser  KNonferen#  tröstete.  Schon  am
Dienstag  waren  unsere  Truppen,  die  die  Höhen
nördlich  Malancourt  stürmten,  bis  in  die  ersten
Häuser  des  Dorfes  gedrungen.  Es  lag  an  diesem
Tage  noch  gar  nicht  in  dem  Plane  der  deutschen
Heeresleitung,  weiter  vorzustoßen,  aber  der  Elan
des  Sturmes  trieb  die  Kämpfenden  weiter.  Bereits
  zwei  Tage  später  hat  der  planmäßige
Vorstoß  auf  das  Dorf  Malancourt  selbst  eingesetzt.
  Ganz  nach  der  seit  Wochen  geubten  Methode
  unserer  Heeresleitung  wurde  sorgfällig  vorbereitet,
  um  allzuschmere  Verlusie  zu  vermeiden.
Nun  ist  das  Torf  Malancourt  ganz  in  unserer
Hand.  Um  den  Wert  dieses  Erfolges  zu  ermessen,
  muß  man  sich  vor  Augen  halten,  daß  gerade
  diese  kleinen  Ortschatfen  im  Vorgelände
von  Verdun  die  stärksten  und  raffiniertesten  Beum

  sich  gegri
der  am  20.

schu  eren  Kalibers.

 

Sonntag,  2.  April  1916  ?

festigungen  aufweisen,  die  erst  von  —
gründlich  zertrommelt  nerden  müssen.  Trotzdem
  finden  die  Stürme  der  Iufanterie  oft  noch
Ueberraschungen  vor,  denen  es  Herr  zu  werden
gilt.  Mit  dem  Orte  aber  konnten  die  Unseren
noch  die  auschliehenden  französischen  Befestigun.
gen  im  Oflen  und  Westen  in  Besitz  nehmen.
Die  letzte  Veränderung  der  französischen  Steliungen
  weitlich  der  Maas  hat  nun  bedeutend
en.  Der  halblreisförmige  Sad,
März  entstand,  ist  erheblich  verlleinert
  worden.  Empfindlicher  noch  als  vorher
ist  die  feindliche  Stellung  in  Bethincourt  be

droht,  umiomehr  als  alle  Versuche  der  franzö
sischen  Deeresleitung,  durch  einen  Gegenangriff

mit  starlen  Krästen  uns  die  südmestlich  vor.
srringende  Ecke  des  Avocourtwaldes  wieder  zu

entreissen,  nach  heftigen  Gefechten  ergobnislos
verliefen.

Reims  beschossen.

Paris,  1.  April.  Reims  wurde,  dem
„Temps“  zufolge,  neuerdings  von  den  Deut.
schen  sehr  Deftig  leschossen.  Montagfrüh  sielen
auf  einen  Stadtteil  ungefähr  3#u##  Granaten
(3.)

In  den  Grund  gebohrt.

Haag,  1.  April.  Reuters  Vureau  berechtet
aus  London:  Lloyds  berichtet,  daß  der  russi.
sche  Schooner  „Ottomar“  in  den  Grund  gebohrnt
worden  ist.  (J.)

Ei  besff.

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—  ——  ——  den  6.  April  —ii.

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suchen  wir  die  verebhrl.  viebbesder,  jall-  Ordentliches,  werktagschulsreie  3
„Gdemaschen  sie  ciwas  zu  verausern  haben,  uns  durch  dchen  3  „  Zir  Fn  ern
V#  Anerkesn####  vonn  Folde.  eine  Fosikarte  zu  vernändigen.  3250  45  kiitr  ———  s
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