Full text : Schwerin und Bleichröder.

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wollen  wir  davon  schweigen!  Was  wünschen  Sie  nun  heute?“
Schwerin:  „Don  Ew.  Ergcellenz  wünsche  ich  immer  dasselbe:
Gerechtigkeit!  Die  wird  mir  aber  nicht,  weder  in  meiner  eigenen,
noch  in  der  SBleichröder'schen  Sache.  (Und  nun  folgten  Details,
die  sämmtlich  schon  brieflich  behandelt  waren.))  —  Ein  weiterer
Kommentar  zu  diesem  Kapitel  dürfte  unnöthig  sein.  —

v.  Schwerin's  Peschwerden  allerhöchsten  ZDrts  und
deren  „Erledigung“.

Während  die  Croner'sche  Angelegenheit  noch  beim  Kammergericht
  schwebte  und  ehe  Derr  von  SBleichröder  an  Sahlung  der
75  000  Mark  im  Traume  gedacht  haben  wird,  machte  Schwerin
unter  dem  16.  Januar  84  ein  Immediatgesuch  an  Se.  Majestät
den  Kaiser  Wilhelm.  Dieses  Schreiben  ist  sehr  ausführlich  gehalten,
spezifizirt  die  sämmtlichen  Zeschwerden  in  eigener  Sache  und  in
der  Croner'schen,  bringt  alles  das  zur  Sprache,  was  je  an  Dr.
Friedberg,  von  Madai,  Graf  Hückler  2c.  geschrieben  worden  ist
und  welche  Folgen  es  gehabt  hat;  zum  Schluß  beteuert  Schwerin
seine  wöllige  Unschuld  und  ungerechte  Zestrafung,  bittet  den
Monarchen  um  Gerechtigkeit  und  um  strengste  Bestrafung  für
den  Fall,  daß  seinerseits  in  irgend  einem  Hunkte  die  Unwahrheit
gesagt  sein  und  sich  herausstellen  sollte,  aber  auch  um  rücksichtslose
  Ahndung  der  ihm  zugefügten  Schmach  an  Diejenigen,  welche
ihr  Amt  mißbraucht  und  das  Recht  mit  Füßen  getreten  haben
—  ohne  Ansehen  der  Oerson.

Dierauf  empfing  Schwerin  vom  Geheimen  Tipvilkabinet  unter
dem  1.  März  die  WMeittheilung,  daß  sein  Gesuch  auf  Befehl  Sr.
Moajestät  den  Ministern  des  Innern  und  der  Justiz  zur  Orüfung
überwiesen  worden  ist;  dieselbe  veranlaßte  ihn,  am  4.  März  an
den  Geheimen  Kabinetsrath  von  Wilmowsky  noch  einen  längeren
Brief  zu  schreiben,  der  folgendermaßen  schloß:

„Ich  bin  der  festen  Ueberzeugung,  daß  Herren  zum  Thron  Gutritt  erhalten,
  denen  solche  Gesinnungen  (wie  sie  der  Dorfahre  des  Briefschreibers
—  der  Generalfeldmarschall  von  Schwerin  —  und  alle  Glieder  der  Familie
gehegt  haben)  fremd  sind,  die  keine  Ehre  mehr  besitzen  und  mit  denen  ich
keinen  näheren  Umgang  pflegen  möchte,  die  sich  schämen  müßten,  noch  Sr.
Majestät  vor  Augen  zu  treten.

Sollte  ich  aber  erfahren,  daß  Seine  Majestät  von  meinem  Gesuche  nichts

erfahren  hat  und  ihm  die  Wahrheit  nicht  unterbreitet  ist,  so  schwöre  ich  bei
Gott  dem  Allmächtigen  und  bei  meiner  Ehre,  daß  ich  Sr.  Majestät  doch  ein