Metadaten : Gesetzblatt für das Königreich Bayern. 1818 (1)

Art.  50.

In  Bejiehnng  auf  diejcnigen  Wahlen,
wo  die  Stimmen  mündlich  zu  Protocoll
gegeben  worden  sind,  werden  in  Gegenwart
simmtlicher  Gemeindeglieder,  welche  gestmme
haben,  und  bei  dem  Abschluße  des  Geschäftes
gegenwärtig  seyn  wollen,  die  das  Prctocoll  begleuenden
  besondern  Wahlverzeichniße
(Art.  406.)  vorgelesen,  und  die  Stimmenmehrheit
  wird  hiernach  berechnet.  Wo  die  Wahl
durch  Wahlzettel  gzeschehen  ist,  hat  der
Actuar  vor  Allem  aus  dem  Protocoll  die  Zahl
derjenien  anzugeben,  welche  ihre  Wahlzettel
wirklich  überreicht  haben,  worauf  sodann  dir
Vorstand  des  Wahlausschußes  zur  Vergleit
chung  die  gesammelten  Wahlzettel  zeahlt,  solche
öffnet,  und  durch  einen  Beysitzer  vorlesen  lihr,
damit  nicht  nur  der  Actuar  den  Inhalt  in
sein  Protccoll  einzeichnen,  sondern  auch  die
Gegenschreiber  des  Wahlaues#hußes  die
Eintcagung  in  die  besondern  Wahlverzeichniße
  auf  diejenige  Art  vornehmen,  welche
(Art.  15.)  für  die  Wahlen  durch  mündliche
Abstimmung  vorgeschrieben  ist.

Unmittelbar  darnach  werden  die  eben  besagten
  Verzeichniße  gleichfalls  öffentlich  vorgelesen,
  und  der  Erfelg  der  Abstimmungen
wird  zusammen  gestellt.  Bey  allen  diesen
Vorlesungen  sind  jederzeit  die  Namen  der
Wählerzu  verschweigen,  weßhhalb  auch
dieselben  nicht  nach  der  fortlaufenden  Reihe,
wie  sie  wirklich  zur  Abstimmung  gekommen
sind,  sendern  nur  nach  den  von  thnen  selbst

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gezogenen  Nummern  oder  nach  den  Nummern
ihrer  Wahlzertel  vorzutragen  sind,  damit  jeder

Wähler  zugleich  seiner  Seits  die  Gewißheit

erhalte,  daß  seine  Stimme  weder  übergangen,
noch  unrichtig  aufgesaßt  worden  sey.

Art.  51.

Bey  den  Wahlen  der  Wahlmänner
und  bey  den  Wahlen  zur  Ernennung  der  Ges
meinde-Bevollmächtigten  ist  für  die
Gew#ahlten  die  relz#tive  Stimmenmehrheic
hinlänglich,  bey  den  Wablen  des  Magis
strats  durch  die  Gemeinde-Bevollmächtigten
aber  ist  die  absolute  Stimmenmehrheit
  erforderlich.

Als  absolute  Stimmenmehrheit  soll

ees  gelten,  wenn  ein  Gewählter  von  den
anwesenden  Wählern,  welche  wirklich  gestimme

  haben,  die  Hälfte  der  Stime

men  und  wenigstens  Eine  darüber  erhalten

  hat;  und  unter  denjenigen,  auf  welche
  mehr  als  die  Hüälfte  der  besagten  Stimmen
  gefallen  ist,  giht  die  größere  Zahl
dieser  Stimmen  den  Voczug.

Bey  den  Wahlen,  wozu  eine  relative
Stimmen"  Mehrheit  genügt,  wird  der  Vorzug
  unter  den  Gewählten  gleichfalls  durch
die  größere  Zahl  der  für  jeden  Einzelnen
abgegebenen  Stimmen  entschieden,  jedoch
ohne  Räücksiche:  ob  diese  Stimmenzahl  der

oben  gedachten  Hälfte.  gleichkomme,  sie
übersteige,  oder  unter  derselben  zurückbleibe.