Contents : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

Uummer  50

Isãren  kann,  sondern  gezwungen  ist,  sein  Geld
zu  verlieren  bie  zu  dem  Tag,  wo  sein  Verlrafy
endel.  Für  die  Besetzung  und  Wiederverpach
tung  sorgt  außerdem  ein  Heer  von  Unterhändlern.
  Eine  Summe  von  vielen  Millionen  Mk.
wind  für  Konzessioneslenern,  d.  i.  für  Hoffnungen
  hingegeben,  oie  sich  nie  erfüllen.

Auch  sonst  bestehen  noch  verschiedene  ung#nstige
  Momente  für  das  Wirtsgewerbe.  Fat  in
jedem  20.  Haus  in  München  befindet  lsich  ein
Pensionat  oder  eine  Privatlosigeberei  mit  und
ohne  Getränk-Abgabe.  Trotzdem  also  die  Verhältnisse
  so  schlecht  sind,  ist  häufig  die  private
Meinung  nicht  umzustoßen,  daß  das  Gastwirtscewerbe
  sehr  rentabel  sein  müsse,  weil  slänoig
Bewelber  vorhanden  und  der  ahs##b  des
Gewinnes  von  den  großen  Biervalästen  gemammen
  mird.  Das  namenlose  Elerd  im  Castirtogewerbe
  ist  nicht  vereintelt,  sondern  allgemein,
  und  eingeweihte  Kreise  müssen  beslätigen,
  daß  Lausende  von  Wirtschaften  unter  den
bhentigen  Verhältnissen  unrentabel  find  und  bei
*#u  Prosent  havon  sich  der  Umsatz  unter  1  Hekloliter
  bewegt.  Daß  der  Verdienst  an  1  Hek.
leliter  nicht  hinreicht  die  Rosten  für  Pacht,
Veleuchiung  und  Beheizung  und  Perional  oufubringen.
  iir  einleuchtend.  Auch  darüber  lönren
  die  Wirterereine  Aufschluß  geben,  daß  Wirke
uns,  zehn,  sunfzehn  Jahre  auf  ihren  Betrieben
waten,  fleihig  und  tätig,  und  doch  eines  Tages
reianntaeben  mußten,  dak  sie  mittellos  sino

die  Behoerde  kann  diesem  Zustande  nicht!
nriter  mit  verichränkten  Armen  zusehen  und
n  aufrecht  erhalten.  Wenn  aber  der  Staat
„er  die  Kommune  caus  diesem  Gewerbebesondere
sleuenn  jiehen,  die  aus  anderen  Gewerben  nicht
geianen  werden,  so  liegt  es  nahe,  daß  sich  der
Gei  ickaeber  diese  Einnahmequellen  nicht  ver—
Wenn  die  Artikel,  welche  der  Wirt  führt,

ene  Handelemare  sind,  so  lann  zwiichen  Genui
  aus  der  Stelle  und  dem  Handeloverkehr  lein
Untetichied  ge  macht  werden.  Entweder  wird  der
irtestand  ein  freies?  Handelsgewerbe  oder
ro  „Qragraph  33  der  Gewerbrordnung  wird
forinr  neändat,  dase  die  Abgabe  von  Getränten
auer  Art  und  Speisen  nur  dem  lonzessionierten
benerbe  zusteht.  Nur  dadurch  lann  dem  Gastuniegewerbe
  Gesundung  gebracht  werden,  wenn
audh,  der  freie  Weltbewerb  im  Gewerbe  selb#t
beiebi.

Auf  dem  Lande  int  es  nicht  viel  beiser.  Der
Figchei  äblerhandel  nimmt  auch  dort  so  überhand,
  dab  der  sekhafte  Wirt  großen  Schaden
i:  lidet.

Perschiedene  achrichten.

FPotooam,  10.  März.  Der  seit  einigen

Tagen  veischmundene  Gemeindevorsteher  Ro-R
  aus  Drewitz  hat,  wie  durch  die  Revisoren
.Lano#tatzamtes  festgestellt  worden  ist,  er-Fliche
  Unterschlagungen  begangen,  die  sich
bis  jenzt  aur  19  000  Mk.  beziffern.  Seine  verlafene
  Ehefrau  und  seine  Kinder  befinden  sich
in  arebter  Notlage.

Osier  burg  (Prorv.  Sachsen),  10.  März.

Vei  Kiein--Roßau  überschlug  sich  die  Lokomotive

Banueuge-,  wobei  der  Techniker  Lüders
ei  und  wei  andere  schwer  verletzt  wurden.

Man  vermutcl,  daß  der  Regen  den  Unterricnd

  gelodert  hat.
Wen.  10.  März.  Ein  schwerer  Verarutsch

bat  sich  bei  Niederwald  im  Tale  von  Conces  aue

1.26  Meter  Höhe  ereignet.  Der  Furta-Paß

in  )  ,Meir:er  hoch  mit  Eiemassen  dedeckt,  der
Pepveriehr  zmischen  Brieg  und  Göschenen  ist
unterochen.

Parie,  10.  März.  Aus  Havre  wird  ge-Petde!:

  Der  Dampfer  „Nochambean“  brackte
Leflern  den  Kapitän  Ducos  von  dem  Segelscai
vaothur  d'Auvergne“  zuruck,  das  am  23.
lerec  v.  Ir.  auf  der  Fahrl  von  Tahiti  bei  o  2
Falmersion-  Inseln  strandete.  Der  Kaopitän  hat
reil  seiner  Mannschaft  98  Tage  auf  einer  oollsanoig
  retlassenen  Insel  zugebracht.  60  Tage
lebten  sie  ron  den  Vorräten  ihres  gesirandeten
Schiffe,  den  Resten  von  Fischen  und  Kolosmussen.
  Erst  am  29  Jannar  wurden  sie  vo#n
dem  Kreuter  „Zelee“  ausgenommen,  der  von
Tebiti  cbgesandl  worden  war,  um  das  Segelschiif
  zu  suchen.

London,  10.  März.  Heute  vormittag  wurde
in  der  biefigen  Galerie  die  Venus  des  Velashrez
  durch  einen  Schnitt  beschädigt.  Die  Täletin
  muroc  verhaftet;  sie  ist  eine  Anhängerin
5  Frauenstimmrechts.  Die  Uebeltäterin  ist
tie  ieht  belannte  Anhängerin  des  Frauenstimmitd
  tes  WMarny  Richardson.  Vor  dem  Polizeiuid.!
  an  der  Bousstrect  erllärte  sie:  Ich  verschte
  das  Bild  der  schönsten  Frau  der  Wnihologie
  zu  zerstören,  um  gegen  die  Regierung
u  prolcfikeren,  die  Mrs.  Pankhurst  zerstört,
die  der  ichönste  Charalter  der  modernen  Geschcte
  iss.  Die  Angeklagte  wurde  in  Haft
behalten.  Die  Freilassung  gegen  Bürgschaft
wuroe  abgelehnt.  Das  beschädigte  Gemälde  hat
einen  Wert  von  10  000  Pfund  Sterling.
Nach  der  Aussage  von  Polizeibe  eamten  war  die
Siene  in  der  Andres-Hall  in  Glasgow  bei  der
Verhaftung  der  Miß  Panklhurst  die  wildeste,
die  sich  je  bei  einer  derartigen  Temonstration
creignet  hat.  Die  Polisei  besand  sich  im  ?
tall,  weil  sie  eine  Tribüne  zu  erstürmen  da
bie  mit  einem  Stacheldraht  versehen  war,  der

ich  unler  einem  Blumenarrangement  hinzog.
Die  Frauen  verteidigten  sich  mit  allem,  wazur
  Hand  war;  Stühle  und  andere  Gegen-Ülände

  wurden  auf  die  Polizisten  geschleudert.

 
  

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Die  Polizisten  mußten  sich  enolich  mit  ihren
Knüppeln  veiteidigen,  doch  nahmen  die  Sufiragetten
  den  Kampf  wütend  auf.  zwei  weibliche
Aerzte  behandelten  in  einem  Vorzimmeer  20  verwundete
  Frauen.  Später  wurde  von  den  Suffragetten
  ein  Sturm  auf  die  Jentralpolizeisiation
  versucht.  Auch  hier  lam  es  wieder  zu
wilden  Seenen,  als  die  Polizei  zu  Fuß  und
zu  Pferd  Vie  Menge  zerstreute.  Miß  Pank.
hurst,  die  bereits  den  Hungerstreil  begonnen
hat,  wird  deute  nach  London  gebracht.

Warschau,  10.  März.  Durch  den  Einsturz
  eines  sechestöckigen  Neubaues  wurde  ein
daneben  siehendes  Holrhaus  zerstört.  Vier  Personen
  konnten  gereitet  werden,  drei  liegen  noch
unter  den  Trümmern.

Milna,  10.  März.  Heute  nacht  ist  hier
in  einem  Vollshaus  Feuer  ausgebrochen.  Bei
dem  Blrande,  der  das  Gebäude  völlig  einäscherle,
  lamen  eine  alle  Frau  mit  ihren  beiden
Tochtern.  drei  Schülerinnen  und  ein  junger
Mann  in  den  Flammen  um.

Newyork,  10.  März.  Eine  hefiige  Gaserploston
  hat  sich  in  der  Citn  ereignet.  Ganz=Str
  aßenzüge  wurden  in  Mitleidenschaft  gezogen
das  Straßenpflasier  auf  größere  Strefen  auf
gerissen.  Viele  Personen  erlilten  Brandwunden
oder  wurden  durch  den  Gasgeruch  betäubt.  Die
Ursache  des  Unglücke  ist  darin  zu  suchen,  daß
bei  den  Ausschachtungearbeiten  für  die  Untergrundbahn
  ein  Hauptrohr  der  Wasserleitung
platzte,  das  Wasser  auf  die  Gasröhren  einen
solch  siarken  Druck  ausübte,  daß  sie  platzten.
Das  zussmmömende  Gas  entzündete  sich  und
fuhrte  so  die  Explosion  herbei.  6  Wolkenkratzer,
darunter  das  Gebäude  der  „Five  Avenne“  mie
ten  geräumt  werden,  da  sie  durch  die  Expl.-sion
  bedeutend  beschädigt  wurden.  Die  Bewohner
  des  in  Milleidenschaft  gemgenen  Strot
viertels  glaubten  on  ein  Erdbeben  und  verließen
  panikartig  die  Häuser.  Auf  oen  Straben
  schlugen  ihnen  die  Flammen  entgqeoen.  Die
Feuerwehr  Rewyorls  konnte  wegen  der  großen
Gesahr  neuer  Explosionen  nicht  eingreifen  und
mußte  untätig  zusehen.  Erst  als  die  weilere
Gaszufuhr  in  die  beschädigte  Leitung  unterbun.
den  war,  konnie  die  Hauptgeiahr  beseitigt  werden.
  Der  Schaden,  der  sich  bis  zur  Stunde  noch
nicht  übersehen  läßt,  ist  jedenfalle  sehr  bedeutend.


Münchener  Neuigkeilen.

München,  10.  März.  In  der  heutigen  Magistratesitzung
  beantragte  Rechtsrat  Dr.  Merk!
in  eingehend  begründeten  Darlegungen  unter
Hinweis  auf  den  Entwurf  eines  neuen  Gebührengesetzes
  den  Bayerischen  Städtererband  zu  ersuchen,
  möglichst  bald  bei  der  Kammer  der
Abgeordneten  dahin  vorfiellig  zu  werden,  daß

Schanlkonzessionssteuer  den  Gemeindenüberaften
  mindestens  aber  ihnen  die  Hälfte  des
Ertrags  zugewiesen  werde.  Die  in  München
gewählten  Abgeordneten  sollen  von  den  Wünschen
  des  Magistrats  verständigt  werden.  Der
Antrag  des  Referenten  wurde  dann  einstimmin
genehmigt.

München.  10.  März.  Am  13.  März  vollendet
  die  Mutter  des  hier  lebenden,  in  weiten
Kreisen  belannten  K.  baner.  Obersu#eutnants
a.  T.  Walter  Freiherrn  von  Poellnig.  der  auch
lange  Johre  im  4.  Chev.  Regt.  in  Augsburg
siand,  in  voller  geistiger  und  körperlicher  Rüstigleit
  ihr  100.  Lebensjahr.  In  Schottland
am  13.  März  1819  geboren,  reichte  the  honorable
  miß  Eleanor  Eliot  e##  Wolilee  am  18.
September  1841  dem  damaligen  baner.  Oberleutnant
  Hermann  Freiherrn  von  Poellnitz  ihre
Hand  und  hat,  nachdem  sie  38  Jahre  später
Witwe  geworden,  als  solche  jetzt  25  Jahre  in
München,  Wiesbaden  und  die  letzten  Jahrzehnte
  bei  London  gelebt.

Boyerische  Nachrichlen.

Hasing,  10.  März.  Im  Stöhrschen  Quetschwerk
  an  der  Landsbergerstraße  stele  der  19
Jahre  alle  Schlosser  Josef  Hillenbrand  von
München  ein  zur  Ablühlung  bestimmtes  Eisen
statt  in  das  Wasser  in  ein  offenstehendes  Benzing
  efäb.  Es  erfolgte  eine  Explosion,  wodurch
der  junge  Mann  Brandwunden  am  ganzen
Körper  erlitt  und  ins  Pasinger  Krankenhaus

 

 

 

verbracht  werden  mußte,
letzungen  etlag.

Straubing,  10.  Marz.  Am  letzten  Viehmarlt
  sind  einem  Oelonomen  aus  hiesiger  Gegend
  955  Marl  abhanden  gekommen.  Es  waren
  9  Dundertmark.  Banknoten,  hiervon  5  Stück
lange,  eine  Fünfiig=  und  eine  Fünfmark-Banknote.
  Auf  welche  Weise  dieselben  verloren  gingen,
  konnte  der  Oekonom  nicht  angeben,  aber
sicher  ist  anzunehmen,  daß  ihm  das  Geld  in
einem  absichtlich  herbeigeführten  Gedränge  aus
der  Tasche  praltiziert  wurde.

Candau  a.  Ilz,  10.  März.  Die  soziale
Fürsorge  der  Bad.  Anilin=  und  Sodafabrik  in
Luduigehafen  a.  Rhein,  welche  u.  a.  in  oer
Errichtung  mehrerer  Erholungestätlen  für  Beamte
  und  Arbeiter  zum  Auodrucke  kam,  äußerte
sich  soeben  wieder  in  der  Eröffnung  eines  Erholungsheimes
  in  dem  damn  hergerichteten  St.
Johanner  Schlose  im  nahen  Alberweiler.  Dieses
mit  allem  Komfott  der  Neuzeit  und  den  Errungenschoften
  der  modernen  Technil  ausgestolwo

  er  selnen  Vertete,

  idyliisch  gelegene  Heim  soll  Kindern  und
Frauen  von  Arbeitern  und  Beamien  dieser

Fabrik  kur  Zeitige  Erholung  gewähren.

ürnberg,  10.  März.  Die  in  Hause  Wiesenstrafe
  5  dahier  wohnende  38jährige  Kaufmannsuilwme
  Margareta  Marr  wurde  heute
mittag  mit  ihren  Mädchen  im  Alter  von  8  und
9  Jahren  tot  im  Betie  aufgefunden.  Die  seit
dem  Tode  des  Mannes  und  durch  mehrfährige
Krantheit  des  einen  Mädchens  schwermütig  gewordene
  Frau  haot  sich  und  den  Kindern  mit
Leuchtgas  das  Leben  genommen.

Bamberg,  10.  März.  Die  Fleischerinnung
hat  eine  allgemeine  Fleischpreisermäßigung  eintreten
  lassen,  beim  Ochsenfleisch  um  7.  Jungfleisch
  um  5  und  Schmeinefleisch  um  4  Pfg.
pro  Pfund.  Im  Magistrat  bezeichnete  Brg  vmeister
  Wächter  diese  Minderung  für  unge.
nügend  und  betonte  hierbel,  er  bemunderec  nur
die  Geduld  und  die  „Wurstigkeit“  des  konfumierenden
  Publikums,  dan  in  dieser  Krage  eine
unverständliche  Nachsicht  an  den  Tag  lege.  In
Würzburg  sei  schon  ab  1.  Moarz  eine  viel
größere  Ermästigung  der  Fleischpreise,  namentlich
  des  Ochsenfleisches,  eingetreten.  Da  müsse:
endlich  mit  aller  Schärse  Front  gemacht  werden,
  weshalb  energisches  Einschreiten  der  magis
  nrratischen  Flei-  chpreisf.  stietunas  kommission  nõ  ·
tig  sei.  Das  Kollegium  erllärte  sich  mit  den
Aueführungen  des  Stadtoberheuptes  voll  einverstanden.


Würzburg,  10.  Märi.  Ein  tieferschüttern.
der  Trauersall  hat  zwei  angesehene  hiesige  Bürgersfamilien
  in  tiese  Trauer  verietzt.  UAm  Samslag
  hatte  die  Seifenfabritkantenstochter  Rosi
Frank  mit  dem  Kaufmann  Joieph  Kunkel  Hochzeit.
  Schon  bei  der  standesamtlichen  Trauung
  wurde  die  Braut  von  einem  Unwohlsein
befallen,  von  dem  sie  sich  aber  wieder  erholte.
Bei  der  kirchlichen  Trauung  sank  die  Braut,
al##  sie  das  Jawort  gesprochen,  plötzlich  zu
Boden  und  verschied  noch  in  der  Nacht  an  Herzschwäche.


 

Bayerisches  Oberland.

Baverbach,  10.  März.  Ein  Schafkopf-Preis-Spiel
  sand  am  letzten  Sonntag  statt.
Inegesamt  beteiligten  sich  32  Spieler  doran.
Preise  holten  sich  folgenoe  Spieler:  Kaver  Moier
sen.  in  Bayerbach,  Ludwig  Mitner  in  Schloßberg,
  Prunner  in  Stefanslirchen,  Käser  in  Raubling,
  Kloo  in  Bayerbach,  Odermüller  in  Schêmering,
  Hell  in  Bayerbach,  Sigl  in  Ziegelberg
und  Winkler  in  Bayerbach.  Den  Schneiderpreis
  erhielten  Liebl  in  Bayerbach  und  Holzner
in  Krottenhaus.

Großhöhenrain,  10.  Mätrz.  Der  Schreinermeister
  F.  X.  Maier  von  Unterlaus,  hiefiger
  Gemeinde,  wurde  nach  achttägiger  Internicrung
  in  der  Anstalt  Gabersee  von  dort  wieder
  entlassen.  De#  man  ihn  in  München  für
solche  Versorgung  für  keif  hielt,  hat  er  seinem
  überschwenglichen  Alkoholgenuß  zuzuschreiben.


Feilnbach,  10.  März.  Der  Spar=  und  Darschenslassenverein
  Au  hat  das  Hoisenanwesen
dahier  (bisber  im  Besitze  der  Witwe  Sn  und
Kinder)  um  den  Preis  von  50  000  Mk.  käuflich
  etmorben.  Das  Anwesen  war  erst  vor  vier
Jahren  im  Beitze  des  Auer  D.-Vereins,  von

 

D#tg,  72.  1  72.  Mãrʒ  1013
welchem  es  der  vor  zwei  Jahren  verstorbene
Seil  gekauft  haite.

Traunstein,  10.  Marz.  Dic  ilädt.  Schlarhlbank
  Traunstein  hat  ihre  Fleischpreise  in  fol.
der  Weise  herabgesetzt:  Ochsenfleisch  60,  85  und
90  Pfg.;  Lenoe,  Rose  und  Filet  90  fg.  ;
Jungrind=  und  Kuhfleisch:  75  und  80  Bfg.
Lende  und  Rose  80  Pfg.,  Filet  95  Pfg.
Kalb  leisch:  70  uno  80  Pffg.,  Schlegel  i-Pig.;
  Schweine#leisch:  78  und  83  Plg.,  Schlegel
  88  ig.

Berchtesgaben,  10.  März  Ein  seltener
Pferdehandel  wurde  dieser  Tage  in  Berchtesgaden
  abgeschlossen.  Der  Fouragehändler
Spirkl  von  Tittmoning  kam  nach  Berchtesgaoen
und  kaufte  dort  dem  Packmeister  und  Spediteur
  Walch  die  vierjährige  biaune  Stute  Mirzl
um  sage  und  schreibe  —  11000  frische  Eier  ab.
Diese  seltsame  „Kaufsumme“  entspricht  einem
Betrag  von  580  600  Mark.  Der  Eierhänoler
aus  Tittmoning  hat  also  ein  gutes  Geschäft
mit  seiner  Rosinante  gemacht.

Die  Saline  Rosenheim
im  Jinanzausschuß.
Rosenheim,  11.  März.

Die  Anschuldigungen,  welche  Gewerkschaftsselretär
  Hinterseer  in  der  Versammlung  am
März  erhoben  hat,  fanden  auch  im  Finanzausschuz
  der  Kammer  der  Abgeordneten  ein  Echo.
Bereits  in  der  Sitzung  rom  6.  März  wurden
sie  in  die  Debatte  gezogen.  Wir  haben  in  unserer
  letzten  Nummer  schon  darnber  berichtet.
Eine  Fortsetzung  sand  diese  Debaite  in  der
Dienstag-Sitzung  des  Finanzausschusses.  In
dem  uns  heute  vorliegenden  Bericht  über  diele
Sitzung  heißt  es:

„Das  Verhalten  eines  Salinenbetriebebeamten
  beim  Erwerb  einer  Torsfii#le  bei  Rosenheim
etregte  im  Lusschuß  lebhastes  Befremden,  doch
mill  man  nach  einer  ausg#ebigen  Erörterung
der  Sache  mil  einem  abschließenden  Urteil  bis
zur  Durchführung  eines  schwebenden  Disziplinarverfahrens
  und  einer  gerichtlichen  Klage  zurückhalten.
  Die  Angelegenheit  wiro  vermutlich
im  Plenum  eine  größere  Nolle  spielen.“

In  dem  Bericht  der  „N.  N.  N.“  über  die
gestrige  Sitzung  des  Finanzausschusses  heißt  es
hierüber:  „Eine  lange  Erörterung  ruft  sodann
die  Tatsache  der  Beteiligung  des  leitenden
Salinenbeamten  in  Rosenheim  an  einem  privaten
  Erwerbsunternehmen  hervor,  wom  er  die
Genehmigung  oer  Regierung  nicht  rechtzeitig
eingeholt  hatte.  Die  Regierung  teilte  mit,  das
der  Beamte  diese  Verbindung  inzwischen  wieder
gelõst  habe.  Seine  Integrität  lönne  nicht  be-Weifelt
  werden.  Wegen  der  in  der  Oeffentlichkeit
  gegen  die  Integritat  des  betreffenden  Beamten
  erhobenen  Vorwürse  habe  dieser  selbst
ein  Disziplinarverfahren  gegen  sich  beantragk.
das  noch  schwebe,  außerdem  sei  gegen  den
Redner,  der  in  einer  Versammlung  diese  Vormürfe
  ekhoben  bat.  Strafantrag  gesiellt.  Die
Staatsregierung  steht  auf  dem  Standpunkt,  daßz
der  Ausgang  des  Dissiplinarverfahren-s  abgewartet
  werden  musse.“

Cokalnachrichten.
Rofenheim,  11.  März.
abh  osudienst.  Versetzt  in  etatsmähßiger  Weile
1.  März  wurde  der  Pos  seneta  Job.  Höqgl
Pr5  Wasserburg  a.  J.  J  nach  ünchen  und
ab  1.  April  der  Postbote  Johann  Lindlbauer
von  Oberaudorf  nach  Freimann.

[Messungsdienst.  Vom  1.  April  an
uird  der  Messungsgehilfe  Anton  Riegelsberger
in  Wasserburg  in  gleicher  Diensteseigenschaft  an
das  Messungs  amt  Pottenstein  in  eiatsmähiger
Weise  versetzt.

Dem  Hauptzollamt  Rosenheim  ist
die  Befugnis  62a  oe;  Verzeichnisses  zu  §  4  des
Zolltarifgesetzes  erteilt  worden.

Lanogestütsverwaltung.Vom1.4  April
191  an  wird  der  Bezirksomtsassisient  Otto  Höllmüller
  in  Mühldorf  zum  Sekretär  der  Landgefütevergooltung
  in  ctatemehiqer  Weise  be#örer



Wünsche  zum  Sommersahrplan.
Nunmehr  werden  die  Beschlüsse  des  Landeseisenbahnrates
  über  die  Wünsche  zum  kommenden
  Sommerfahrplan  bekannt.  Zum  Fahrplan
der  Strecke  München-Rosenheim-Salzbur  bezw.
Kufstein  lagen  mehrere  Anträge  vor.  Sowünschte
die  Handeiskommer  München,  unterstützt  vom
Stadtmagistrat  Traunstein  und  dem  Kurverein
  Bad  Reichenball,  die  Führung  eines  neuen
Abendschnellziuges  von  Salzburg  über  Rosenheim
  nach  München  (Saltburg  ab  etwa  9.30
Uhr)  und  die  Schaffung  eines  täglich  verlehrenden
  Eiluges.  in  der  Gegenrichtung  (München
  ab  etwa  5  Uhr  früb).  Duiese  sehr  kostvieligen
  Mehrleistungen  sind  nach  der  Erllärung.

wer  Verlehre  verwaltung  wirtschastlich  nicht  vertretbar;
  der  Frühverkehr  nach  Salzburg  wird
durch  vie  Züge  803a,  803  und  8373.5,  semie
811  hinreichend  bedient.  Als  nicht  durchfübrdar
wurde  die  Herstellung  des  Anschlussesdes  Schnellzuges
  D  56  von  Salzdurg  mit  den  Ziügen
1342  nach  Holztirchen  und  969  noch  Mühldorf
in  Rosenheim  —  Gesuch  ves  Verkehrsverbande.
Chiemsee  in  Prien  bezeichnet;  ebenso  ist  das