Full text : Sagenbuch des Königreichs Sachsen

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nicht  gönnen,  sondern  vergrub  ihn  in  der  St.  Annenkirche.  Dort
liegt  dieser  Schatz,  welcher  24000  oder  wie  andere  sagen  80000
Dublonen  betragen  soll,  noch  ungehoben  bis  auf  den  heutigen
Tag.  Man  weiß  wohl,  daß  eine  an  dem  einen  Pfeiler  der  Kirche
befindliche  Figur  die  Stelle  andeutet,  wo  der  Schatz  liegt;  aber  ge—
rade  der  Arm,  welcher  darauf  hinweiset,  ist  abgebrochen  und  so
hat  man  ihn  nicht  auffinden  können.

87.  Der  gespenstige  Hund  zu  Weißzig.
Gräße,  Bd.  II,  Ar.  714.

Auf  dem  Rittergute  Weißig  bei  Kamenz  hat  zu  Anfang  des
19.  Jahrhunderts  der  Besitzer  einen  Hund  gehabt,  den  er  sehr  geliebt
und  wie  einen  Menschen  gehalten  hat,  ja  als  er  gestorben,  hat  er
ihm  einen  Grabstein  gesetzt,  und  darauf  seine  Tugenden  beschreiben
lassen  und  versichert,  der  Hund  sei  besser  gewesen  als  die  Menschen.
Seit  der  Zeit  geht  aber  der  Hund  um  und  läßt  sich  in  einem
Zimmer  des  Schlosses  als  Gespenst  sehen.  Vor  einigen  Jahrzehnten
sahen  ihn  die  Herren  Swob.  und  v.  Qu.,  die  eines  Aachts  dort
schliefen;  er  sprang  von  einem  Bette  aufs  andere,  sie  fühlten  ihn
auf  der  Bettdecke,  sahen  aber  nur  seine  feurigen  Augen  und  merkten
seinen  heißen  Atem.