Full text : Bei den Fahnen des III. Armeekorps von Metz bis le Mans.

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dauer  verteidigten,  auf  zirka  500  Schritt  vor  uns.  Ich  ließ
das  Feuer  gegen  dieselbe  aufnehmen,  sah  jedoch  bald,  daß  wir
keinen  Erfolg  hatten,  da  das  Schußfeld  durch  Baumgruppen
und  Hecken  zu  beschränkt  war.  Sowie  ich  mich  daher  ein  wenig
ausgeruht  hatte,  machte  ich  dem  Major,  der  bei  der  Kompanie
geblieben  war,  den  Vorschlag,  weiter  vorzugehen.  Ungefähr  in
der  Mitte  der  Entfernung,  die  uns  von  den  feindlichen  Schützen
trennte,  lief  ein  anderer  Graben  und  diesen  wollte  ich  zu  er—
reichen  suchen,  indessen  zwischen  diesem  und  uns  lagen  ungefähr
250  Schritt  freies,  nur  von  einzelnen  Obstbäumen  bestandenes
Feld,  erst  hinter  dem  Graben  war  der  Baumwuchs  wieder
dichter,  und  um  dieses  freie  Feld  unter  dem  Chassepotfeuer  zu
überschreiten,  da  galt  kein  langes  Besinnen,  da  war  Eile  ge—
boten.  Der  Major  war  mit  meinem  Vorhaben  ganz  einver—
standen,  ich  avertierte  v.  N.  und  G.,  die  bei  mir  waren,  sprang
auf  den  Grabenrand,  rief,  den  Säbel  schwingend,  mit  aller
Kraft  meiner  Lungen:  „Die  4te  Kompanie  avancieren!“  und
lief,  in  der  Ueberzeugung,  meine  Kompanie  folge  nach,  dann,
ohne  mich  weiter  umzusehen,  dem  vorher  erwähnten  Graben
zu.  Ich  sollte  jedoch  hierbei  praktisch  die  Erfahrung  machen,
wie  schwer  es  ist,  im  starken  Feuer  die  Leute  aus  einer  Deckung
herauszubringen.  Als  ich  mich  ungefähr  auf  der  Hälfte  des
Weges  nach  meinen  Leuten  umsah,  sah  ich  zu  meinem  äußersten
Erstaunen,  daß  mir  außer  meinen  beiden  Offizieren  niemand
weiter  gefolgt  war  als  drei  Unteroffiziere  und  ungefähr  zehn
Mann,  alles  übrige  lag  noch  ruhig  hinter  dem  Grabenrand,
sei  es,  daß  sie  bei  dem  betäubenden  Lärm  des  Gefechtes  mein
Kommando  nicht  gehört  hatten,  oder  daß  sie  zu  erschöpft  gewesen
  waren,  um  mir  folgen  zu  können.  Ich  hatte  keine  Zeit,
das  in  nähere  Ueberlegung  zu  ziehen,  so  schnell  als  möglich
hieß  es  den  schützenden  Graben  zu  erreichen,  denn  auf  uns
Wenige  richtete  jetzt  die  gegenüberliegende  Schützenlinie  ihr  gesamtes
  Feuer;  noch  heute  ist  es  mir  rätselhaft,  wie  es  möglich
  war,  daß  niemand  von  uns  getroffen  wurde.  Hart  am
Graben  brach  G.  ins  Knie,  ich  sprang  sofort  hinzu,  ihn  aufzuheben,
  denn  ich  dachte,  er  wäre  verwundet.  Es  war  indessen
nur  eine  Wurzel  gewesen,  die  ihn  zu  Falle  gebracht  hatte.
Sowie  wir  den  Graben  erreicht  und  das  Feuer  aufge-