Contents : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

Nummek  037
—  —  —
ricker,  .—  3

r  Summe  der  ausgel
  zoepss  e  steht  eine  mindestens  gleich
hobe  Summe  ausgeliehener  ersler  Vopothenen
gegenüber,  welche  in  der  Regel  nur  bis  zur  Hälfte
des  Schätzungswertes  gegeben  werden.  Wenn
man  berücksichtigt,  daß  i  lonst  da  Fundament
unserer  einheimischen  Pfandbriefbanken  ein  sehr
gesundes  ist,  so  unterliegt  es  keinem  Zweifel,
daß  deren  Pfandbriefe  (welche  mit  Ausnahme
jener  der  Würzburger  Bodenkreditanstalt  für
mündelsicher  erklärt  sind)  eine  erstklassige  Kavitalsanlage
  gewährleisten.  Abgesehen  von  der
Sicherheit  kommt  aber  der  Aandbriefanlage
der  Vorteil  zu,  daß  diese  Wertpapiere  jederzeit
vcräußert  werden  können,  das  darin  angelegte
Geld  also  slets  ohne  Kündigung  flüssig  gemacht
werden  kann.  Außerdem  lind  bekanntlich  gegen
Verpfändung  von  Pfandbriefen  leicht  von  jeder
Bank  Barvorschüsse  auf  kürzere  oder  längere

Zeit  zu  haben.  —  So  spielt  der  Pfandbrief  in
unserem  Wirtschaftsleben  eine  bemerlenswerte
Rolle  und  die  in  den  letzten  Monaten  zu  verzeichnenden
  beträchtlichen  Umsätze  darin  zeigen,  daß

hm  seitens  des  Kapitalisten,  Stiftungsverwal=1
  usw.  die  gebührende  Beachtung  geschenkt

d

wir
Aus  dc—  Gerichlssagle.
Kal.  Amtsgericht  Nosenhei##.
Dienstag,  21.  April  1914.

Ein  Betrögerpaar  scheinen  der  led.  Reisende
Robert  Vollstuber  und  die  Kassierin  Maria
Michl,  beide  aus  Graz  und  zurzeit  hier  in  Hasi,
zu  sein.  Beide  sind  wegen  Eigentumedelikte!  bereits
  vorbestrast,  Vollstuber  schon  erheblich.  Das
Pérchen  stattete  unserer  Gesch  äftswelt  einen  unlienamen
  Besuch  ab.  Sie  kamen  beide  am  9.
Vril:à  zunächst  in  das  Partiewarengeschäft  Münbenerstraße

  26  und  ließen  sich  fünf  Blusen  vorhen
  die  sie  gleich  mitnahmen.  Am  Nachmittag
  desselben  Tages  ließ,  sich  Volli:uber  im
Tündlereilhen  Moser  in  der  Heiliggeiststraße
D  Damenschnürsti:  fel  zeigen,  währeud  desien  Be—
gleiterin  ein  Paar  Rinderstiesel  verschwinden
mechte  Beide  sind  geständig  und  zeigten  zum
Teil  Neue.  Vollstuder  erbielt  2  Monate  15
Tage  Gefängnis,  wovon  10  Tage  durch  die  Unk-iuchungehaft
  verbüßt  sind,  während  die  Michl

1  10  Tagen  Gefängnis  davon  kam,  die  ebenseail
  als  verbüßt  angerechnet  wurden.  Das
Strasausmaß  erllärt  sich  einerseits  daraus,  daß
die  Angellagten  dußerst  rafsfiniert  vorgegangen
sind,  andererseils  die  Bestohlenen  ihre  Waren
wieder  zurückerhielten.

Eine  dem  fremden  Eigentum  sehr  gefährliche
Pcrion  scheint  das  Dienstmädchen  Anna  Rohrer,
  zurzeit  hier  in  Strafhaft,  zu  sein.  Trotz
ihrer  Vorstrafen  kann  die  diebische  Elster  ihr
vekwerfliches  Handwerk  nicht  lassen.  Die  An-Pellagte
  war  längere  Zeit  im  Hotel  „Deutscher
Kaiser“  als  Silberputzerin  angestellt.  Sie  enkwendete
  damals  aus  einer  unverschlossenen  Kiste
19  Messer  mit  Silbergriffen,  7  Gabeln  und  2
Löffel  im  Gesamtwerte  von  52  ,  ferrer
2  Löffel  und  noch  mehrere  Messer  GEabeln
Mmit  Holzgriffen  im  Gesamtwerie  von  14  Mk,,
so  daß  Hotelier  Groß  um  66  Mk.  geschädigt  ist.
Außerdem  ließ  sich  die  Angeklagte  von  der  damals
  im  gleichen  Hotek  in  Diensien  slehenden
Köckin  Rosina  Seilinger  einen  Strohhut  und
ein  Paar  Damenhalbschuhe  zur  Aufbewahrung
übergeben,  trug  jedoch  den  Dut  ganz  auf.  Dabei
  machte  sie  der  Seilinger  die  unwahre  Vor-Wiegelung,
  sie  habe  jetzt  in  der  Innstraße
eine  eigene  Wohnung,  da  sie  heiraten  würde;

vom  Miltelmeer  zut  nordsee.
Reisebilder  von  Achim  v.  Winkecf#ld.
(Fortsetzung.)

Als  wir  am  nächsien  Morgen  erwachen.  fahren
  wir  schon  wieder  längs  der  spanischen  Küse.
Hinter  uns  liegt  Valenzia,  die  Hauptsiadt  der
gleichnamigen.  Hoon  deren  Niederungen  nicht
mit  Unrecht  im  Rufe  großer  Fruchtbarkeit  stehen
  (.,Das  maurische  Paradies“).  Nicht  nur
Getreide  und  Gemüse,  sondern  auch  Fruchtbäume
  gedeihen  hier  in  Menge,  und  oft  kommt
es  vor,  daß  dadselbe  Feld  im  Laufe  eines  Jahres
  Weizen  und  Reis  hintereinander  trägt,  weshalb
  auch  ein  Sprichwort  sagt:  „Valencia,  Gottes
  Preis,  denn  gestern  Weizen.  heute  Reis."
Bald  oarauf  taucht  Alicante  auf,  die  Stadt,  die
belannt  geworden  ist  durch  den  süßen,  dunkelroten
  gleichnamigen  Wein  und  durch  den  gleichsalls
  hier  wachsenden  Vino  Tinte,  der  zum
Färben  anderer  Weine  dient.

Der  nächste  Morgen  findet  uns  im  Hasen  von
M##lga.  In  bläulichem  Duft,  in  fein=  Schattierangen
  von  Rosa,  Violett  und  Purpur  gebetict,
  liegt  die  Stadt,  hinter  der  schneeleuchtend
die  Siehra  Nevada  thront,  die  „beschneite  Säge“,
di:  sich  bis  zu  3500  Meter  erhebt.  Ueber  der
Siakt.  deren  Klima  zu  den  schönsten  und  gleichmaßigsten
  Europas  gehört,  ragt  ein  steiler  Felshügel
  mit  einer  Fesie  aus  dem  13.  Jahrhundert.
  Alt-  umd  Neustadt  sind  scharf  voneinander
unterschieden.  Winklige,  finstere  Gassen  mit
Häusern,  die  wenig  Vertrauen  erwecken,  auf  der
anderen  Seite  welte,  luftige  Promenaden  und
schöne  Plätze  mit  Cafes  und  Vergnügungslolalen.
  Unter  letzteren  natürlich  der  unumgängliche
Zirkus  für  Stiergefechte,  der  hier  110  000  Per-—l#r

  Anetgen

bei  ihr  wären  die  *—  also  —  —
Erst  auf  die  Drohung,  Anzeige  zu  erstatten,
gaß  die  Beschuldinte.  die  Sachen  wieder  heraus.
Unter  Einrechnung  einer  am  14.  April  vom  hiesioen
  Schöffengericht  wegen  Betrugs  ausge  sore
menen  Gesängnisstrafe  von  einem  Mono#e
launte  das  Gericht  wegen  Diebstahls  und  un
terschlagung  auf  5  Monate  Gefängnis.

Ein  alter  Sünder  hatte  sich  wieder  wegen
Diebstahls  zu  verantworten.  Es  ist  der  verh.
Korbflechter  Martin  Wagner,  zurzeit  hier  in
Haft,  der  schon  wegen  Diebstahls  mit  mebrjährigen
  Zuchthaus=  und  Gefängnisstrasen  vorbestraft
  ist.  Am  6.  April  ds.  Is.  kam  der  Angellagte
  außerhalb  Per  Ortschaft  Weickering  an
dem  Holzschuppen  des  Maurermeisters  Großmann
  vorbei  und  nahm  den  davorstehenden
Handkarren  im  Werte  von  25  Mk.  mit  sich,
worauf  er  ihn  in  Griesstätt,  wie  er  angab,  um
10  Mk  verkaufte.  Er  schützte  in  der  Hauptverhandlung
  Notlage  vor,  welche  das  Gerickt
auch  einigermasen  anerkannte  und  dafür  nur
eine  zehntägige  Gesängnisstrafe  verhängte,  welche
  durch  die  seit  8.  April  erlittene  Untersfuchungshaft
  verbüßt  ist,  so  daß  der  Haftbe  fehl
cufzuheben  war.

Schlab  solgt.

Anünchen.  17.  April.  Der  Schlachtviehmarkt
  war  wiederum  sehr  gut  mit  Großvieh,
Kälbern  und  Schweinen,  schwach  mit  Schafen
lenellt,  im  ganzen  mit  6715  Stück.  Die  Qualität
  des  Großviehes  war  auch  in  dieser  Woche
ziemlich  unverändert.  Auf  dem  Kälbermarkt:
standen  erstllassige  Tiere  spärlich.  der  größle
Teil  war  minderwertig,  bei  den  Schweinen  Bratenschweine
  in  der  Mehrzahl,  Fettschweine  waren
  genügend  vorhanden.  Heutiger  Auftrieb:
301  Ochsen,  329  Bullen,  540  Kühe  und  246
Rinder.  Von  diesen  waren  52  Ochsen  aus  Oesterreich
  und  26  Ochsen  aus  Norddeutschland  neu
eingeführt.  Der  Handel  mar  unrerändertt  rubia.
  Es  erzielten  pro  Jentner  Lebendgewicht:
On#j##en,  Oesterreicher,  55—59  Ml.,  einige  beste
Stücke  über  Notiz,  bayerische,  vollfleischige,  ausgemästete,
  höchsten  Schlachtwerte:  44—52  Ml.,
im  Alter  von  4—7  Jahren  36—43  Mk.,  mäßig
genährte  22—35  Ml.,  Bullen,  vollfleischige,
ausgewachsene  38—42  Mt.,  vollfleishige  jüngere
  32—37  Mk.,  mäßig  genährte  24—31  Mk.
Le  und  Kalhinnen,  vollfeishige,  ausgemä-Heten
  bis  7  Jahre,  38  Mik.,  iissenähe

37  Mk.,  gering  gerh  18—31  Mk.,  Rin-"
  vollleischige  42—43  Mk.,  mähig  genährte

—41  Mkx.,  gering  genährie  16—34  Mark.
Auf  dem  Kleinviehmartte  waren  5299  Stül
und  zwar  1798  lebende  und  482  tote  Kälber
(davon  66  Stück  aus  Oesterreich),  1016  lebende
und  1072  tote  Schweine  (davon  433  aus  Norddeutschland
  180  Schafe  und  751  Lämmer.  Der

Handel  auf  dem  Kälbermarkte  war  flau,  bei
den  Schweinen  stark  gedrückt;  es  verblieb  ein
erheblicher  Rest.  Die  Preise  für  ein  Pfund
Lebendgewicht  bewegten  sich  bei  den  Kälbern
zwischen  43  und  61  Pfg.,  bei  Schweinen  zwischen
42  und  48  Pfg.,  feinste  50  Pfg.,  geschlochtet
sosteten  erstere  48—59  Pfg.,  letztere  52—62
B#n  inie  64  Pig.,  Schweinemuttern  35—42

Pfg.  Der  Schafmartt  verlief  ruhig,  Preise  unverändert.


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□

Cetzte  Nachrichten.

München,  21.  April.  Der  Ausschuß  der
Kammer  der  Reichsräte  hat  mit  8  gegen

sjeonen  fastt,  aber  trotz  seiner  Ausdehnung  fast

siets  bis  auf  den  letzten  Plat  besetzt  ist.  Steht

doch  dies  wenig  erquidliche  Schauspiel  immer
noch  im  Brennpuntkt  des  Volksinteresses  und
wird  wohl  auch  trotz  der  immer  mehr  lich  ein
bürgernden  Kinos  unumsiritten  im  Mittelpunt
bleiden.

In  emdrucksvoller  Fahrt  mit  anschlie  ßenden
Besichtigungen  lernen  wir  Kathedrale  uno
ibralfare,  Villenviertel  und  Parkanlage  tennen
  und  verweilen  geraume  Zeit  in  der  interessanten
  Markthalle,  is  der  sich  ein  buntes  Leben
  zusammendrängt.  Bunt  und  lecker  sieht  es
besonders  auf  dem  Fruchtmarlt  aus.  Hat  man
doch  nicht  mit  Unrecht  Andalusien  das  Paradies
  von  Spanien  genannt.  Wälder  und  grüne
Saaten,  Wiesen  und  Flüsse  wechseln  ab.  Liebliche
  Ortschaften  licaen  inmitten  von  Oleanderund
  Olivenwäldchen,  umblüht  von  Pfrsichund
  Feigenhainen,  umschattet  von  Granatbäumen.
  Garten  reiht  sich  an  Garten,  duftend
von  Myrten,  Jasmin  und  Nosen,  und  üher  dem
Ganzen  wölbt  sich  ein  Himmel  von  durchsichtigem
  Blau.  Nicht  nur  auf  die  etwa  7000
Weinberge  in  der  Umgegend  von  Malaga  fei
hingewiesen,  sondern  auch  darauf,  daß  hier
der  Acker  dreihigfältig  trägt,  ohne  daß  etwas
  Besonderes  für  ihn  getan  wird.

Der  ganze  Reichtum  der  Umgebung  spiegel!
sich  gewissermaen  in  der  Marlthalle  wieder.
Melonen  und  Kürbisse,  Gurten  und  Tomaten
liegen  aus  Bastmuen  aufgeschichtet,  daneben
steben  Körbe,  die  aus  Palmblättern  geflochten
sind,  hoch  gefüllt  mit  Feigen  und  Oliven,  Zitronen
  und  Orangen,  Weintrauben  und  anderen
  Herrlichkeiten.  Und  chen  all  S

 

awis
Spenden  der  Natur  die  urwüchsige  Buntheit  der
Verkäufer.

 

 

S  Stimmen  das  Regierungspostulat  Über  is  doo
M.  zur  Unterstübung  der  gemeindlichen  Arbeitslosenversicherung
  abgelehnt.  Dagegen
  wurde  ein  Antrag  Cramer-Klett  angenommen,
  den  gleichen  Betrag  zur  Bekämpfung  der
Arbeitsloligleit  einzufetzen.

München,  21.  April.  Der  Magistrat  hat
heute  das  Gesuch  des  Bürgermeisters  v.  Brunner
  um  Versetzung  in  den  Ruhestand  ab
Ende  Juni  angenommen.  Oberbürgermeister  v.
Borscht  widmete  dem  Scheidenden  ehrende  Worte
der  Anerkennung  für  seine  Verdienste  um  die
Gemeinde  München.  Gleichzeitig  wurde  beschlossen,
  dem  scheidenden  Bürgermeister  das  volle
Gehalt  in  Höhe  von  21  300  Mk.  als  Ruhegehalt
  zu  bewilligen  und  seine  Büste  im  Sihungssaale
  des  Magistrates  auszust  ellen.

ünchen,  21.  April.  Hier  wurde  ein  Fahrpostschaffner
  verhaftet,  bei  dem  eine  ganze
Relhe  von  Schmuckgegenständen,  die  von  Diebssäblen
  herrühren,  darunter  14  goldene  Uhren,
gesunden  wurden.  Da  sich  bei  ihm  in  letzter  Zeit
Spuren  von  Geistesstörung  bemerlbar  machten,
wurde  er  einstweilen  in  die  psychiatrische  Klinik
überführt.

Neumarkt  i.  O.  21.  April.  Der  Amtstichter
  Strõbel  von  Nasel  wurde  in  seinem
Zimmer  uerschosien  ausgesunden.  Das  Motiv
  zur  Tat  ist  noch  unbekannt.

Neustadt  a.  A.,  21.  April.  Die  13jährige
Tochter  des  Oekonomen  Ströbel  in  Buchtliage  n
wollte  gesiern  das  Herdfeuer  anmachen.  Die
Kleider  fingen  Feuer  und  das  Mädchenerlitt
so  schwere  Brandwunden,  daß  es  nach  einigen
  Stunden  starb.

Nürnberg.  21.  April.  Heute  früh  brach
in  dem  Anwesen  des  Schweinehändlere  Zimmermann
  in  Roth  Großfeuer  aus,  das  g.  on
in  lurzer  Zeit  ouf  das  Anwesen  des  Bäjermei.
sters  Reinhart  und  auch  auf  zwei  große  Stadel
übergriss.  Die  Wohnhäuser  von  Zimmermann
und  Reuhart,  iowie  die  beiden  Stadel  sind  völliq
  niedergebrannt.

Breslau,  21.  April.  Wie  mehrere  Blätler
  melden,  steht  auf  der  Vorschlagsliste  für  den
Breelauer  Bischofostuhl  obenan  Bischof  Korum-Trier.
  Es  solgen  die  Bischöfe  Schmitt-Fulda
  und  Bertram  von  Hildesheim  u.  a.  Die
Eröffn  ung  des  Testamente  des  Fürstbischofs
Dr.  Kopp  ergab,  daß  er  ein  Vermögen  von  sieden
  Millionen  Mark  hHinterläßt.  Als  Univerlalerbe
  hat  der  Verstorbene  das  Domkaxitel
kiEngunegt.  Außerdem  erhalten  Beamte  und  Bebenste
  des  Domkapitels  Legate  und  Gratisilasonen



Koburg,  21.  April.  Gestern  abend
brannten  hier  13  Scheunen  und  Stal!  tungen
nieden  inig-  Privozhäuser  wurden  beschädigt.

Paris,  21.  April  ie  meisten  Blätter
bringen  anläßlich  des  bevorstehenden  Besuches
des  englischen  Königspoares  jehr  herzliche
  Begrüßungsartitel  und  erörtern  dabei  insbesonders
  die  Bedeutung  der  Entente.

Stockholm,  21.  April.  Nach  der  heutigen
Zöhlung  sind  bei  der  Wahl  zur  zweiten  Kammer
  gewählt:  79  Rechte,  65  Liberale,  70  Sozialisten.
  Die  Rechte  gewinnt  21  und  verliert  1,
die  Liberalen  verlieren  28,  die  Sozialisten  gewinnen
  12  und  verlieren  4  Sitze.

Washington,  21.  April.  Das  Repräfsentantenhaus
  hat  eine  Mesolution  angenommmen,
  welche  die  Verwendung  der  bewaffneten
  Macht  gegen  Meriko  gutheißt.

Veracruz,  21.  April.  Kapitän  Hughes,
der  Chef  des  Stabes  der  atlantischen  Flotte,
begab  sich  zu  Gencral  Maas,  dem  Befsehlrhaber

Nicht  minder  interessant  ist  das  Treiben  am
Hafen,  in  dem  die  Schätze  des  Landes  verladen
werden.  Außer  Feinen,  Manoeln,  Olivenöl  und
Erzen  spielt  wohyl  die  Dauptrolle  der  jährlich
in  20  000  Fässern  zum  Erxport  verladene
Malagawein,  der  aufs  dem  Tonschiefer  des  sich

60  Kilometer  in  die  Ebene  vorstreckenden  Hügellandes
  üppig  geeiht.  Gehören  doch  Trauben
  im  Gewichl  von  2  bis  2½  Kilo  nicht  zu  den

.  Seltenheiten.

Die  Kais,  die  eine  schöne  Aussicht  auf  das
Meer  bieten,  sind  des  Abends,  wenn  die  Hitze
nachläßt,  von  einer  bunten  Menge  belebt.  Die
Männer,  die  als  Leute  von  Weltsitte  einen
Kuf  haben  und  sich  dieses  Rufes  wohl  bewuht
sind,  rauchen  ihre  duftenden  Zigaretten,  die
wegen  ihrer  Schönheit  und  Grarie  berühmten
Frauen,  in  deren  duntelsprühenden  Augen  schon
so  mancher  Romantiler  mehr  geleien  hat,  als
in  ihnen  zu  lesen  ist,  fächelt  sich  kolett  mit  den
Fächern  frische  Luft  zu.  Dazwischen  Seeleute
us  Italien,  England  oder  Afrila  auf  ihren
dewichtigen  Seebeinen,  Matrosen  mit  roten
Zipfelmützen,  Landlente  mit  Jacken  von  Schaf-#eell,
  schwarzen  Gamaschen  und  gelledernen
Schuhen,  mit  hohen,  spiten  Huten  aur  vem
Kopfe.  Wasserträger,  in  Spanien  ein  ständiges
  Requisit  der  Straßen,  preisen  ihr  klares
Gasser  an.  „Agua,  agua,  quten  qutere  agua?
Agua  helada,  fresquita  coma  la  nieve.“  („Wasler
  Wasser,  wer  wünscht  Wasser?  Wasier  klar,
frisch  wie  ver  Schnee!“)  Dawwischen  bisweilen
leeine  Kinder,  die  in  Schalen  glühende  Kohlen
umhertragen,  damit  sic,  die  Raucher  an  ihnen
die  Zigaretten  angünden  lollen.

Immer  weiter  geht  es  nach  Saden,  entlang
an  der  lpanischen  Küste.  In  gemtehender  Ruhe
streken  wir  uns  auf  den  Liegestählen,  blicken

 

mitkwoch,  22.  Mrril-  1014
den,  merikanischen  Bundestruppen  in  Veracruz,

d  zum  Hafenkommandanten  und  ersuchte  sie,
an-  Handeksschiffe  zum  Verlassen  des  Hafens
aufzufordern.  Der  amerilanische  Konjul  ersucht
alle  Frauen  fremder  Nationalität,  auf  den  im
Hasen  liegenden  Schissen  Zuslucht  zu  suchen,
vorzugsweise  auf  den  Dampfern  „Meriko“  und
„Esperanza“,  die  von  der  amerikanischen  Marine
für  diesen  Zwec  gechartert  wurden.

Wetterberichi
für  Mittwoch  den  22.  April  1914.
Keine  Aenderung.

Tolenlifte.

Rosenheim:  Polykarp  Barth,  Spitalpfründner.


Oberwindering:  Alois  Möderl,  Auslageater
  beim  Dax,  66  Jahre.
Mühlthal-Ramerberg:  Benno  Wurm.
Kunstmühl=  und  Sägewerksbesitzer,  65  Jahre.
Wasserburg:  Susanna  Ascher,  Goldarbeirerswitwe,
  61
Stähnsteine

 

 

ahre.
Mar  Binder,  Buchhalter,  41

Mre  :  Sophie  Bauer,  geb.  Kirchberger,
Hausbesitzersgattin,  53  Jahre

Die  Marke  „Scott“.

n,  Toͤchterchen  Dina  mit  elnem  benengahen
bound  sl  Plud  wog,  lo  4.  ich  cs  elne  Zeitlang  Scolla
Leberiran.  Emussson  nebmen  ch  g#riff  zur  Marke  Scol#“
wenl  die  Fletge,  cde  zebe  Fasche  binen  billgeren  Emul.

ulcht  a  nedme##  schien.  Sco#s###mmulsion
ia  uckte  sie  ui  inn  Vehan  und  der  Erfolg  blicburcht
aus:  Denn  nach  4  Fl.  elchen  balte  Dina  schen  5¼,  Plend
zugenommen  und  nach  wellrem  Gbrouch  8  zu  einem
letlen,  dlatrunden  Msssther  enkwichell,  das  mII  15
Monaten  allein  lief  und  über  dessen  8  Aus!ehen
vnd  munteres  Wesen  sich  jedtan  reu
Bad  Münher  a.  Stein.  14.  Jull  1  %  h.  Viedl.

Mit  dem  Eimehmen  von  Scotts  Emulsion
geht  die  Gewichtserhöhung  Hand  in  1  Hand  und
damit  eine  Stärkung  des  Körpers.  Der  Appetit
und  die  Verdauung  werden  angeregt,  ebenso  die
Lebensfreudigkeit.  Dabei  nehmen  die  Kleinen
Scetts  Cmulsion  gewöhnlich  mit  Wonne,  kein
Zwang  und  Schrecken,  wie  beim  gewöhnlichen
Lebertran.  Freilich  die  Marke  Scott,  Schut
marke  Fischer  mit  Dorsch,  muß  es  sein,  denn  das

 

 

Kausen  von  billigeren  Nachahmungen  ist  eine
nupßlose  Geldausgabe.  een  is

Tteis  nur  Scotis  Emulfion!

an  „Omusen,  Dird  e  eussalen  im  giebtn
1½  ler#:ch:  #
n  .

 
 

shaltes  »ein  erst-d  nelkeketksstvms
stets-s.s).uk  et  ums-sum  sitt  »  mnkc
L

L  rn  gauree  Na  i  ins

ahnen-nun  )1Inskcl-«.  Mit-.-  u  nent
oromat'iche  Emut##on  um  Zimt.,  Mande  und  Gaul-.
theriaol  je  2  Aropi#en.

 

Sreieldr  Nauchen,  wenn  mun  dessen  Nr
uuchri  neen  derch  W  ilm

mrff.  Lorraign  ollen  Apochelen  un
rrosm„n  rCai#clckuchber  M

 

 

über  das  v  von  leinen  weißen  Schaumkämmen
gekrönte  Meer,  über  dem  die  Sonne  glizzeri,
oder  schauen  dem  neckischen  Spiel  der  Delphine
zu,  die  sich  in  munterem  Wettschwimmen,  bate
aus  den  Fluten  herausschnellend,  bald  dicht
unter  der  Oberfläche  einherflitzend,  um  den
Bug  urnerei  Schiffes  tummein.  Wie  ganz,
ganz  anders,  wieviel  genußreicher  und  forg
loser  ist  doch  eine  Vergnügungs  fahrt  zu  Wasset
als  eine  solche  zu  Lande,  in  die  immer  wieder
der  leidige  Alltag  mit  seiner  Sorge  um  Bahnverbindungen,
  Hotelrechnungen,  Trinkgelder,
Verständigung  usw.  hineinspielt.

Oft  schon  bin  ich  hier  gesahren,  aber  immer
wieder  ist  der  Zauber  neu.  Diese  wundervoll
zarten  Farben  über  Himmel  und  Meere,  die  oft
io  seltsame  dusse  Beleuchtung,  die  um  schroffe
Fillen  liegt,  dieses  matte  Gelb,  dieses  bräuvliche
  Rosa,  dieser  Hauch  von  Violelt.  Mutwillig
  lecen  kleine  Wellen  an  der  Küste  empor
und  sallen  zerstäubend  wieder  zurück,  ein  #  Segler
glektet  kangsam  vorbei,  einsame  Straßen  ziehen
  sich  an  den  Bergen  hinauf,  ab  und  zu  ein
kümmerliches  Gehöft,  wie  Blütenduft  weht  es
vom  Lande  herüber,  legt  sich  um  uns,  umschmeichelt
  uns,  wiegt  uns  in  ein  lächelndes  Träumen.
saesllaig  Inselgruppen  in  dunlelrotem  Abendchein,

  Risse,  um  die  ein  grünlich  und  grau  schillerndes,
  immer  mehr  dunkelndes  Meer  spielt,
latte  Farben,  vor  denen  sich  Schleier  auf
Schleier  senkt,  bis  sie  in  eine  geheimnisvolle
Entrücktheit  verdämmern  bis  ich  alles  in
die  sebnsuchtdurchwobene  weiche  Nacht  des  Südens
  verliert.

Gortsetzug  folgt.)