Metadaten : Spittler’s sämmtliche Werke. Vierzehnter Band. (14)

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schrieb  sogleich  dem  Kaiser,  und  der  Kaiser,  von  dem  er  ganz:
entscheidende,  klare  Briefe  zu  erhalten  gewohnt  war,  antwortete
  mit  einer  abneigungsvollen  Gleichgältigkeit,,  dle  nicht  sowohl
  aus  der  Sache  selbst  zu  entspringen  schien,  als  aus  dem
sichibarsten  Mangel  von  Hoffnungen  eines  guten  Erfolges.

Der  Kaiser  schrieb  nicht  ohne  Empfindlichkeit,  der  Herzog
  werde  wohl  wissen,  daß  er  ehedem  mit  Kosten  Gesandte:
nach  England  geschickt  habe,  um  die  Gesinnungen  der  Königin
  wegen  einer  Heirath  mit  seinem  Prinzen  Karl  zu  erkunden;
  nie  sey  es  aber  der  Koͤnigin  Ernst  gewesen;  sie  habe.
sich  dessen  bloß  bei  den  übrigen  Potentaten  nach  ihrer  Beguemlichkeit
  bedient;  sie  sey  so  verfahren,  wie  man  in  einer.
solchen  Sache  nicht  gegen  Personen  geringeren  Standes  verfabre.
  Wenn  der  Kaiser  auch  Lust  hätte,  sich  wieder  in  diese
Sache  einzulassen,  so  müßre  ihn  ein  ähnlicher  Erfolg  schrecken;
daber  bisher  weder  er,  noch  sein  Sohn  auf  diese  Heirath  weiterhin
  Acht  gegeben;  sie  seyen  auch  gegenwärtig  nicht  besonders
  bedacht,  derselben  weiter  nachzusetzen,  so  sehr  sie  auch
außerhalb  dieser  Sache  mit  freundlichem  guten  Willen  der
Koͤnigin  zugethan  seyen.

Diese  Erklärung  des  Kaisers,  so  sehr  auch  der  Herzog
fühlte,  daß  es  keine  Erklärung  sey,  “)  war  doch  auch  keine-Verweigerung,
  und  mehr  nicht,  als  nur  dieses,  verlangte  der.
Herzog.

So  entschloß  er  sich  denn  sogleich  auf  Mundt's  Vorstellung,
  den  Mediateur  in  einer  Sache  zu  machen,  die  beide-Theile
  sichtbar,  wie  er  nun  glaubte,  zu  wollen  schienen,  und

»)  S.  Schreiben  Herzog  Christophs  an  Graf  Georg  von  Helfenstein,
  25.  November  1565.  „Ist  von  Kail.  Maij.  mir  Antwort
erfolgt,  aus  welcher  ich  nich  eigentlich  verstehen  kann,  ob
Ihre  Maj.  die  Sache  gar  abschlagen,  oder  ob  es  nur  ein  Gepränge
  ist.“