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schrieb sogleich dem Kaiser, und der Kaiser, von dem er ganz:
entscheidende, klare Briefe zu erhalten gewohnt war, antwortete
mit einer abneigungsvollen Gleichgältigkeit,, dle nicht sowohl
aus der Sache selbst zu entspringen schien, als aus dem
sichibarsten Mangel von Hoffnungen eines guten Erfolges.
Der Kaiser schrieb nicht ohne Empfindlichkeit, der Herzog
werde wohl wissen, daß er ehedem mit Kosten Gesandte:
nach England geschickt habe, um die Gesinnungen der Königin
wegen einer Heirath mit seinem Prinzen Karl zu erkunden;
nie sey es aber der Koͤnigin Ernst gewesen; sie habe.
sich dessen bloß bei den übrigen Potentaten nach ihrer Beguemlichkeit
bedient; sie sey so verfahren, wie man in einer.
solchen Sache nicht gegen Personen geringeren Standes verfabre.
Wenn der Kaiser auch Lust hätte, sich wieder in diese
Sache einzulassen, so müßre ihn ein ähnlicher Erfolg schrecken;
daber bisher weder er, noch sein Sohn auf diese Heirath weiterhin
Acht gegeben; sie seyen auch gegenwärtig nicht besonders
bedacht, derselben weiter nachzusetzen, so sehr sie auch
außerhalb dieser Sache mit freundlichem guten Willen der
Koͤnigin zugethan seyen.
Diese Erklärung des Kaisers, so sehr auch der Herzog
fühlte, daß es keine Erklärung sey, “) war doch auch keine-Verweigerung,
und mehr nicht, als nur dieses, verlangte der.
Herzog.
So entschloß er sich denn sogleich auf Mundt's Vorstellung,
den Mediateur in einer Sache zu machen, die beide-Theile
sichtbar, wie er nun glaubte, zu wollen schienen, und
») S. Schreiben Herzog Christophs an Graf Georg von Helfenstein,
25. November 1565. „Ist von Kail. Maij. mir Antwort
erfolgt, aus welcher ich nich eigentlich verstehen kann, ob
Ihre Maj. die Sache gar abschlagen, oder ob es nur ein Gepränge
ist.“