—.— #erschet
—.———
—————— . Creis betrügt olerielläbrlich 2 Aa# R #——4
—O 19 — ————
OIIIIIIEI ——— Ro. 72, Injerates · Wieliung Re. M.
amn A#### der Se—
—— t—
Rosenh eimer Tagblakt
##
Nueer 254 Koth.: Borromärs
b #-nnah 18 M——1.#
Amlichen Bublicaffons-Ordon
Sonntag, 4. November 1917
Prol.: Emmeran 63. Ins#-Die
Niesenverluste der Italiener in der 12. Isonzo-Schlacht.
Ueber 200000 Cefengene, eine Wertelmillion Jote und Verwundete, über 1800 Geschütze.
Der Kanzlerwechsel. — Graf GEzernin in Berlin.
Westfront aufgegeben? — Anschläge auf italienische Freimaurer. — Die innere
bie K igelage.
Abendbericht.
WiIM. Berlin, 2. November.
In Flandern lebhafte Feuertätigleil an der
Pler.
Unbemerkt und unbelastigt vom Feinde verlegten
wir in der letzten Nacht unsere Linie von
der Bergfrant de# Chemin des Dames planmä-Hig.
In der Nacht um 1. Nouember griffen deut
sche Flieger London und englische Kriegestapel-Wätze
erfolgreich an.
m Osten nichts Wesentliches.
Aus Italien nichts Neues.
Der Wiener Bericht.
WiIn. Wien, 2. November. Amtlich wird
gemeidet: Am unteren und mittleren Taglia
mento sind wir in Fühlung mit dem Feinde.
Italienische Truppen, die sich noch östlich des
Fuusses zu halten versuchten, wurden geworfen
oder aufgerieben, wobei ernent mehrere taufend
(befangene in der Hand der Verbündeten bii#-len.
Im Fellagebiete und im Gebiete des obe
ken Tagliamento nimmt das Vorgeben der
Armeen den beal'sichtigten Veriauf. An melhreren
Stellen mußte seindlicher Widerstand gebrochen
werden.
der Sitege- zug gegea dle Ilallener.
Die Zatastropbe der ilalienischen
Armee.
Co git als zweifelhaft, ob die ilalienische
Armec lich am Tagliamento wird halien lönnen.
Der nächste Fiußlauf, der in Betracht läme,
wäre der Livenza. Die Zatbl der Gefangehenen
ist in unaufhörlichem Anwochsen und hat
die Ziffer von 200 000 Mann bereits überschritten.
Ueberaus erfreulich ist es, daß die ungeheuren
Erfolge mit unverhälstnismäßig lleinen Opsern
erziest wurden.
Der italienische Bericht.
Cadorna berichtete am 1. November: Unsere
Truppen wichen dem Plan des Gegners, durch
Schnelligkeit unverzüglich zu entscheiden und vorzudringen,
dank der tapferen Haltung der Sicherungsabteilungen
des verzögernden Manövers
aus. Sie führten trotz der außerordentlich
schwierigen, strategischen und taktischen Verhältvisse
den Rückzug zum Tagliamento aus. Fast
die vollständige dritte Armec, die ein großartiges
Beispiel im Zusammenhalt der Kraft gab,
die erste und zweite Kavalleriedioision, besonders
die Regimenter Genova und Novara, die
sich heldenmütig aufopferten, und die sich unermüdlich
der Gefahr aussetzenden Flieger verdienen
besonders Bewunderung und Dankbarkeit
des Vaterlandes. n der vergangenen Nacht
bewarfen feindliche lugzeuge in nutzloser Befriedigung
grausamer Bosheit unverteidigte
Städte, weit von den Etappenlinien entfernt,
mit Bomben und verursachten einige Oyfer un-
ler der unschuldigen bürgerlichen Bevolkerung.
Da Cadorna seinem Volke die Wahrheit zu sagen
sich fürchtet, muß er wenigstens Verleumdungen
über jeine Geguer auftischen. Was talen
denn die Engländer und Franzosen mit ihren
Bombenangrissen auf Karlsruhe, Freiburg.
Frankfurt usw.“
Der Feldzug im Westen aufgegeben?
Der militärische Mitarbeiter der „Times“
schreibt: Wir können darauf rechnen, daß die
italienische Armee sich auf der einen oder anderen
Desensiolinie wird halten können. Die
Lage hat die lichte Seite: Es kommt jehzt die
Zeit, wo die Kriegstäligkeit in Frankreich, Flandern
und in den Alpen gewöhnlich erlischt. Aber
in der ilalienischen Ebene hindert nichts, den
ganzen Winter durchzulämpfen. Es ist ein Vorteil
für die Partei. die über die grôßten mililärischen
Hilsemittel rerfügt, zu beabsichtigen.
den Feldzugoplan im Westen auszugeben.
Allgemeises vom fKrieg.
Flieger- Angriff
auf Kaiser
lautern.
Am 1. November, um 4 Uhr nachm., erschic:
nen, aus weitlicher Richtund tommend, 6 seind
liche Flieger über Kaiserrlamern und warfen
mehrere Bomben ab, ohne Perionen oder Sach
schaden anzurichten.
Flieger Angrisse auf Enaland
und Dünkirchen.
WIB. Berlin. November. Amtl. Eines
unserer — griff in der Nacht
vom 31. Oltober zum 1. November die mililärischen
Ziele im Herzen von London und in
den Hafenstädten Gravensend. Chatam, Ramo.
gate. Margate und Dover lräsiig und wir
kungsvoll mit Bomben an. In London, Cha
ltam u. Ramsgate brachen grösse Brände aus
Andere Bombengeschwader griffen die 7“
stung und die Werftanlagen von Dunkirchen
sowie militärische Ziele Pinter der flandrischen
Front an und verursachten zahlreiche Erplo
sionen und Brände. Aile unsere Flugzeuge sind
zurückgelehrt. —
Eine Falschmeldung.
WIB., Berlin, 2. Nov. Amtlich. Die schwedische
und die dänische Presse brachte am
1. November die Nachricht über das Sinken
eines deutschen Torpedobootes infolge Minenexplosion
im südlichen Teile des Oeresundes.
Die Nachricht fit unzutreffend.
Amerilka und Norwegen.
Neuter meldel aus Washington: Zwischen den
Vereinigten Staaten und Norwegen ist ein Abkommen
zustande gekommen, wonach zwei der
in amerikanischen Häfen festgehaltenen Schiffe
unter der Bedingung, daß sie die Reise machen
und sofort zurückkehren, freigelassen werden.
Dies soll den Weg für ähnüche bedingte
Abkommen ebnen, die Bezug auf die übrige neutrale
Schiffahrt, die hier sestgehalten wird, haben.
— — —
Der Kanzlerwech'el.
Der Kaiser hat den Rcichslanzler Dr. Michaelis
auf seinen Antrag von den Aemtern ale
Neichskanzier und als Präsident des preußischen
Staateministeriume entbunden und zu seinem
Nachfolger in diesen Aemtern den banerischen
Stadteminister Dr. Grasen von Hertling ernannt.
Graf Hertling ist am 31. August 1843 zu
Darmstadt geborcn. Seit 1790 besitzt die Familie
den Reichsfreiherrustand und seit 1813
den banerischen Freiherrulisel. In den Reichslag
wurde er zum ersten Male 1375 von dem
Wahlkrei? Koblenz entisendet und spielte dort
als Mitgliecd der Zentrumsfraltion eine hervorragende
Rolle. Im Jahre 1391 wurde
Graf Hertling in den baner. Reichslag berufen
und im Februar 1912 zum baner. Ministerprläsidenten
ernanns. Meinzregent Luitpold
von Bayern berief ihn im letgenannten Jahre
an die Spihe der banr. Regierung und damit
war auch zum ersten Male im Deutschen Reich
ein Parlamentarier zur Führung eines Kabinetl
ernannt worden. In dieser Stellung führ
lte er nach dem Tode des Prinzregenten Luitpolt
die U#ebertragung der Königswürde auf
den Prineregenten Ludwig durch, der als Lud
wig lII. die Königekrauc annahm. Zum Dank
dafür wurde Hertling am 17. Januar 1014
der bayerische Grafenstand verliehen. Graf von
Hertling ist seit dem 23. Oltober 1863 mit
Anna von Biegeleben vermahlt. Im Jahre
1867 wurde (Graf Hertling Privaldozent an der
Universilät Bonn, daselbst 1880 außerordentl.
Professor und zwei Jahre später wurde er als
ordentlicher Professor der Pyilofophie an die
Universität München berufen. Jahlreiche wissenschaftliche
Werte tragen seinen Ramen., so
„Aufsätze und Reden sozialpolilischen Jnhalts“,
s#leine. Schriften zur Zeitgesch ichte und Polilik“,
„Das Prin#ip des HKatholi iziemus und die
Wissenschaft“ (1899 sowie viele philosophische
Abhandlungen. 114
Kaiser und Konig.
Der Kaiser sandte an König Ludwig folgendes
Telegramm: .„An Stelle des auf seinen
Wunsch zurückgetretenen Reichskanzlers u. Prasidenten
meines Staatsministeriums, Dr. Michaelis
beabsichtige ich in die freiwerdenden
Aemter den Vorsitzenden in Deinem Ministerrate
Dr .Grafen von Hertling zu berufen. Ich
weiß, welches Onfer es für Dich bedeutet, diesen
erfahrenen und erprobten Staatsmann u. treuen
Diener zu entbehren. Wenn ich gleichwohl die
Bitte an Dich richte, ihn freizugeben. so tue ich
dies in der Zuversicht, daß Du die Notwendigkeiten
des Reiches allen anderen Erwägungen
voranstellen und meinem Wunsche entsprechen
wirst.“
In seiner Antwort sagte König Ludwig: „So
schwer es mir fällt, auf die bewährte Kraft des
Grafen Hertling für die bayer. Regierung verbichten
zu mnüssen, kann ich doch der von Dir
hetroffenen Wahl nur aus vollem Herzen zustimmen.
Unter Zurückstellung eigener Interessen
entspreche ich daher gerne Deinem Wunsche nach
Freigabe des Grafen Hertling aus dem bayer.
Dienste. Möge der neue Kantler, der sein Amt
unter dem mächtigen Eindrucke der Siegesnach=
Amerikanisches Geld für England. — Die feindlichen Offensiven auf der
Lage in Italien.
richten aus dem Süden ninn, die großen Aufgaben
der hgeit ciner alucichen Losung zufuhren,
die dem Reiche und damtt auch den EinsVelsraaten
eine lraitoclle CEntoicklung und eine
gesicherre Zulunft gewahrieinel.“
Graf Hertling und
b Ludwig.
Graf Herling sandte un König Ludwig folgendes
Telegiamm: Eurer Majeslat beehre ich
mich alleruntertänigst zu melden, daß ich mich
soeben zu der mir von Seiner Majestat dem
Deutschen Kalfer. Konig von Prenen, angetradenen
lichernahme der #iien le des Reichskanzlers
undo des preußischen Ministerpräsidenten
entsprechend der mir von Ew. Majeilat Allerkochn
erteilten Ermachugung, bereit erklirt
Bate. Tiefbewegten Herzens mum ich in dieser
fur mich so bedeutungevollen Stunde das hohe
Ant. auf das mich das Vertrauen weiland
K. Hohkeit des Prinnegenten Luitpold von
Sanern beruien hat und dae mit allen meinen
Kraften zum Bellen des ge eliebten Bayernlan.
dee zu führen meine Freude und mein Stolz war,
in die Hande Curer Majein: zurücklegen. Eure
#Kgl. Masestat bitte ich. bei diesem Anlasse meinen
tiefügesuhlten Dank fur alle mir in überreichem
Man erwiesene Huld und Gnade z#
Fußen legen zu durse Moge der allmächtige
Gen ECurer Kal. Masenat mit einer langen
gluäbringenden Regierung zum Wohle des Valerlandes
segnen und dar Kal. Haus in seinen
gnadigen Schun nehmen: Eurer Koniglichen
Maje#tal allerunterlanign #reugehorfammtr Dr.
(Hraf v. Herlling.
In seiner Antwort an Graf Hertling sagt
Konig Ludwig: Seine Majeitat der Kaiser hat
mir geslern Abend telegraphit mitgeteil, daß
er sich entichiotfen hal, Eure Exzellenz auf die
Stelle der Reichstanzlers zn berufen. Eure Erseellenz
wi sen, win schwer es mir fallt, mich ge
rade in dieser Zei: von Ihnen trennen zu mussenn.
Wenn ich mich gleichwohl mit Ihrem
Nucktriit aus dem Amte des bayer. Staateminister##
des Koniglichen Hauses und des Aeußetn
einveranden erkläre, so geschieht es, weik
ich mit Sciner Ma jestat dem Kaiser darin übereinftimme,
daß Jüre Berufung auf den Voslen
der Kanzt ers en Interessen des Reiches
dient, denen gegenuber ich mein eigenes Interesse
zurückstiellen muß. Meine innigen Wünsche
begleiten Sie in Ihr neucs hohes Amt! Gott
gebe Ibnen die Kra st, die schwere Bürde zu tragen
und das Steuer, das Sie ergreifen, mit sicherer
Hand zu fuhren zum Wohle des Reiches
und der Bundesstaaten: Als außeres Zeichen
meines warmempfundenen, von Herzen kommenden
Dankes für die hervorragenden Dienste, die
Sie meinem Hochitseligen ODerrn Vater, mir und
meinem lichen Bayernlande in fast sechsjähri.
ger Amteführung geleistet haben, verleihe ich
Ihnen meinen Haustitlerorden vom Heiligen
Hubertus.“ f
Dr. Michaelie.
Der Koiser richtete an den bieherigen Reichskanzler
Dr. Michaelis folgendes ’l.res
„Neues Palais, 1. November 1917. in licber
Dr. Michaelis! Ich habe mich dem Gewicht
der Gründe Ihres Rücktrittsgesuches nicht entzichen
können und Ihrer Bitte um Enthebung
von den Aemtern als Reichskanzler, Präsident