Contents : Preußische Geschichte. Vierter Band. (4)

III.  Preuken  im  Koalitionskrieg  gegen  Frankreich.
1813—1814.

Den  Waffenstillstand  verwünschte  mancher  Patriot  als
„Meisterstück  trostloser  Gesellen“",  und  auch  wer  ihn  billigte,
weil  er  Zeit  gewährte  für  die  Rüstungen  und  den  Anschluß
Oesterreichs,  fürchtete  doch  für  den  Charakter  des  Krieges.
Nicht  bloß  dem  flüchtigen  sächsischen  Hofe  galt  der  Aufruf  von
Kalisch  (S.  33)  für  würdig  eines  Wohlfahrtsausschusses  und
antimonarchisch:  ähnlich  dachte  man  in  Wien,  und  wenn  Blücher
und  Wittgenstein  zum  Kampf  für  Freiheit,  Ehre  und  Unabhängigkeit
  aufriefen  (S.  35),  so  überkam  dabei  nach  einem  russischen
  Diplomaten  die  deutschen  Fürsten  ein  Schauer.
Schwarzenberg  erklärte  in  Paris,  der  Kaiser  mißbillige  eine
Wendung,  welche  die  geheiligten  Bande  zwischen  Fürsten  und
Völkern  lockere  und,  wie  jetzt  in  Preußen,  „den  Souverän
nur  an  die  Seite  des  Volkes  stelle“.  In  Berlin  aber  verlangte
Metternich,  der  König  solle  alle  geheimen  Gesellschaften  auflösen.
  Kaiser  Franz  nämlich  führte  YVorks  That  auf  eine  solche
zurück.  Vergeblich  wandte  man  ein,  das  würde  nicht  bloß  die
Erhebung  gefährden,  deren  Leiter  sich  vor  den  Franzosen  verbergen
  müßten,  sondern  auch  den  König  in  Verdacht  bringen.
Dennoch  versprach  dieser  schließlich  zu  erklären,  da  durch  die
jüngste  Wendung  seiner  Politik  ihr  Zweck  erreicht  sei,  sollten
die  geheimen  Verbindungen  entweder  ihre  Mittel  ihm  überlassen
  und  sich  seinen  Befehlen  fügen  oder  sich  auflösen.  Auch
er  hielt  es  für  einen  Eingriff  in  die  Rechte  des  Souveräns
und  für  unvereinbar  mit  der  öffentlichen  Ordnung,  wenn  im
Staate  Gesellschaften  beständen,  die  in  einem  der  Regierung
unbekannten  Sinne  wirkten.  War  damit  nicht  das  Prinzip
der  Demagogenverfolgungen  verkündet?  Praktisch  freilich  wurde