kämpfenden Mächten, das heißt in der ganzen Welt eingenommen und das aus
ihm pervorgegangene Kriegeoffizierkorps und Kriegsbeer zu seinen unvergleichlichen
Leistungen befähigt hat.
4.
So war die Lage der Mittelmächte schon angesichts der Notwendigkeit der
Führung eines Zweifrontenkrieges außerordentlich schwer. Dabei ist allerdings
daran zu erinnern, daß zwischen den seindlichen Verbündcten ander Ost-und an
der Westfront nur eine sehr schwache Verbindung bestand. Die einzige wirklich
unmittelbere Verbindung, die Dardanellen, sperrte die Türkei. Es war
elne Lebensfrage für die Mlttelmächte, daß diese Sperre besteben blleb. Hieraus
ergibt sich ohme weiteres, welch ungeheure Bedeutung der Haltung zukam,
welche diese Macht einschlagen würde. Auch die Leiter der türkischen Geschicke
wußten natürlich ganz genau, daß eine militärische Nlederzwingung Deutschlande
und Osterreiche sie ohne seden Rückhalt dem russischen Streben nach Bederrschung
des Balkane und Eroberung Konstantinopels ausgeliefert haben
würde. Also auch für sie war es elne Frage des Seine oder Alchtseins, die der
ausbrechende Krieg entscheiden mußte. Crotzdem muß es als eine Tat höchster
Ehrenhaftigkelt und Tapferkeit anerkannt werden, daß die Türkel schon wenige
Monate nach dem Ausbruch des Kampfes sich als Verbündete an unsere Seite
gestellt hat. Noch höher aber wächst dieses Verdlenst, wenn man die geradezu
überraschende und überwältigende Hingabe und Zähigkeit betrachtet, mit welcher
die Türkei den Kampf durchgeführt und so bis unmittelbar vor dem allgemelnen
Zusammenbruch die Sperre zwischen unseren östlichen und westlichen Feinden
aufrechterhalten hat. Das ist um so bewunderungewürdiger, als die Kürkel
eben erst zwei verlorene Kriege, den Kripoliekrieg und den Balkankrieg, überstanden
hatte. Ferner kam für die Türkei erschwerend in Betracht, daß sie, wie
sie Rußland von seinen westlichen Verbündeten abschnitt, ihrerseits wieder von
ihren VDerbündeten im Norden durch die Balkanstaaten abgeschnitten war, die
erst vor kurzem in mörderischem Kriege mit ihr die Waffen gekreuzt hatten.
Diese Erwägung läßt erkennen, von wie entscheidender Bedeutung für die Kraft
unseres Widerstandes die Tatsache geworden ist, daß im Laufe des Krieges
Bulgarien sich den Mittelmächten angeschlossen und sich an der Niederwerfung
Serbiens beteillgt pat. Hierdurch wurde die Verbindung zwischen Verlin, Wien
und Konstantinopel über Belgrad und Sofia geschaffen und dadurch der Umweg
über das neutrale, aber mehr als unzuverlässige Rumänien vermieden, der im
Anfang elnen kärglichen Ersatz für eine Verbindung über verbündetes Gebiet
hatte abgeben müssen.
Bel Kriegsbeginn waren allerdinge diese erleichternden Umstände noch nicht
eingetreten, und so war mit der Möglichkelt zu rechnen, daß es den östlichen
und westlichen Feinden über kurz oder lang gelingen werde, die Verbindung
durch die Dardanellen, sel es mit, sei es ohne Zustimmung der „Portiers der
Meerengen“, herzustellen.