Full text : Gesetzsammlung für das Fürstentum Reuss Jüngerer Linie. Siebenundwanzigster Band. 1910-1911. (27)

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)  Wenn  Naturereignisse  oder  Unglücksfälle  den  regelmäßigen  Betrieb  einer  Werkstätte
  unterbrochen  haben,  so  können  Ausnahmen  von  den  in  lit.  a  Abs.  2,  lil.  b  und  c
Abs.  1  bis  3  vorgesehenen  Beschränkungen  auf  die  Dauer  von  vier  Wochen  durch  die  untere
Verwaltungsbehörde,“)  auf  längere  Zeit  durch  die  höhere  Verwaltungsbehörde  zugclassen
werden.  In  dringenden  Fällen  solcher  Art  sowie  zur  Verhlltung  von  Unglückssällen  kann  die
Ortspolizeibehörde  solche  Ausnahmen  höchstens  auf  die  Dauer  von  zwei  Wochen  gestatten.

Wenn  die  Natur  des  Betriebes  oder  Rücksichten  auf  die  Arbeiter  in  einzelnen  Werkstätten
  es  erwünscht  erscheinen  lassen,  daß  die  Arbeitszeit  der  jugendlichen  Arbeiter  oder  der
Arbeiterinnen  in  einer  anderen  als  der  durch  lit.  b,  c  Abs.  1,  3  vorgeschenen  Weise  geregelt
wird,  so  kann  auf  besonderen  Antrag  eine  anderweite  Regelung  hinsichtlich  der  Pausen  durch
die  untere  Verwallungsbehörde,')  im  übrigen  durch  die  höhere  Verwaltungsbehörde  gestattet
werden.  Jedoch  dürfen  in  solchen  Fällen  die  jugendlichen  Arbeiter  nicht  länger  als  sechs
Stiunden  beschäftigt  werden,  wenn  zwchen  den  Arbeitostunden  nicht  Pausen  von  zusammen
mindestene  EEG  Dauer  gewährt  we

auf  Grund  vorstehender  Iahemnunen  zu  treffenden  Versügungen  missen  schriillich
  —i  werden.

2.  Besondere  Bestimmungen  für  Werkstätten  des  Handwerks.

a)  Zum  Handwerk  im  Sinne  dieser  Bestimmungen  sind  zu  rechnen  die  Betriebe  der
Bandagisten,  Bandwirker,  Böticher,  Buchbinder,  Büchsenmacher,  Bürsten=  und  Pinselmacher,
Drahtflechter,  Drechsler,  Stein-,  Zink-,  Kupfer=  und  Stahldrucker,  Färber  und  Zeugdrucker,
Feilenhauer,  Feinmechaniker,  Gerber,  Glaser,  Gold=  und  Silberarbeiter,  Graveure,  Handschuhmacher,
  Hutmacher,  Kammacher,  Klempner,  Kürschner,  Kupferschmiede,  Messerschmiede,
Metallgießer,  Metzger  (Fleischer),  Muühlenbauer,  Musikinstrumentenmacher,  Posamentierc,
Sattler  (Niemer,  Täschner),  Schiffbauer,  Schlosser,  Grob=  und  Husschmiede,  Schneider,
Schreiner  (Tischler),  Schuhmacher,  Seifensieder,  Seiler,  Siellmacher  (Wagner,  Radmacher),
Tapezierer,  Töpser,  Tuchmacher,  Uhrmacher,  Web

Durch  Verfügung  der  höheren  Vervaltungsbegbrde  kann  für  ihren  Bezirk  oder  Teile
desselben  bestimmt  werden,  daß  gewisse  Arten  der  vorbezeichneten  Gewerbszweige,  die  nach
den  besonderen  Verhälinissen  des  Bezirks  nicht  handwerksmäßig  betrieben  werden,  nicht  zum
Handwerk  im  Sinne  der  vorstehenden  Bestimmung  zu  rechnen  sind.

b)  Für  Werkstätten  des  Handwerko  mit  Motorbetrieb,  in  denen  in  der  Regel  weniger
als  zehn  Arbeiter  beschäftigt  werden,  gellen  im  allgemeinen  gleichfalls  die  vorstehend  unter
Ziffer  1  lit.  a  bis  g  aufgeführten  Bestimmungen.  Mit  Rücksicht  auf  das  Halten  und  die
Ausbildung  der  Lehrlinge  finden  jedoch  auf  die  Beschäftigung  männlicher  jugendlicher
Arbeiler  Ochulentlassener  Knaben  unter  vierzehn  Jahren,  junger  Burschen  zwischen  vierzehn
und  sechzehn  dehren  in  solchen  Betrieben  die  folgenden  Vorschriften  keine  Anwendung:

1  Ht.  u  Abs.  2  SatzI  (betreffend  die  Beschränkung  der  Dauer  der  tägcim
  Leiicchigug  auf  zehn  Stunden),

Ziffer  1  UI.  b.  Abs.  1,  2  (betreffend  die  Lage  der  Arbeitszeit  und  die  Paufsen),

Ziffer  1  li##  d  (betreffend  die  der  Ortspolizeibehörde  zu  erstoltende  schristliche  Anzeige

und  den  Auszug  aus  den  Bestimmungen  über  die  Beschäftigung  jugendlicher  Arbeiter).

Vewerbelnspektor.