unmer 583
oseneimer Anxetgen
Vonñerstag, ö. März 7974
beutschkene.
Die Sonntagsruhe.
Die Kommission des Reichstages für die Beratung
der Sonntagsruhe ie im Handels gewerbe
Hührte die Beratung der Frage der uläffigen
Volbstegeit zu Eit und gaeiheot entsprecheno
mpromißantrag: In Gemeinden mit
500 Einwohnern und darunter ist eine Beschäftigungsdauer
im Handelsgewerv- bis zu
drei Stunden zulässig mit der Maßgabe, daß in
Gemeinden mit 10 000 oder mehr Einwohnern
diese Beschäftigungsdauer unnnterbrochen sein
müsse. Außerdem lann die höbere Verwaltungsbehörde
für Gemeinden, in denen die Bevolkerung
aus der Untegend an Sonn= und Festtagen
die öffentlichen Verkaufssiellen aufsucht,
allgemein oder für einzelne Geu rbezweige die
z.lässige Geschäftszeit verlängern und war in
den Oneinlten von über 10 000 bis böchstens
75.000 Einwohnern um eine Stunde, in Gemeinden
mit 10 000 Einwohnern und darunter
um zwei Stunden.
Gegen das Duellwesen.
Die Zentrumsfraltion hat im Reichstag eine
Interpellation eingebracht, die sich mit dem
letzten Duell in Men befaßt. Es heißt darin:
„Hält der Herr Reihskanzser die Behandlung
des Falles durch den Ehrenrat mit Gesen uno
Recht für vereinbar? Weiche Maß nahmen gedenkt
der Herr Neichslanzler zu ergreisen, um
dem Iweilampfe im Heere wirklich enngegenzutreten?
Nachllänge zu Zabern.
Wie von zuständiger Seite mitgetein wird,
hat das Generallommando den Strasf fantrag
gegen die veranimortlichen Nedatteure der
„Strahburger Neuen Jeitung“. und 2 )T „„Elsäsjer“
wegen Beleidigung des Leutnant: Freiberrn
von Forsiner zurückaen damen Den Anlaß
zu dem Strafantrag gaben die in den beiden
Zeitungen aufgesiellten bezw. verbreitezen Nachrichten,
daß von Forft ner in der Aunsteultionsstunde
die fran'öi beFahirbeichimppf nrele use-]
tungen getan habe. Die gerichtliche Noruntersuchung
erbrachte den Wuhrbeitsbeweit oieser
Bchauptungen nicht. Den Auosagen der Rekunten,
auf mwelche sich die Veröffentlich hung in
der Presse beiog, stehen ebenso glauhwürdige
Zeugen gegenuber. welche deren Angaben beslimmt
verneinen, wie auch alsbald nach der
Instrultionestunde unter den bettiliaten Mannschaiten
Meinungovershiedenheiten über den
Wortlaut und die Beziehung der betreffenden
Nçeutßerungen von Fornners sich ergaben. D
Generallommando im daher nach wie vor der
Ueberzeugung, daß der genonnte Cfiizier, der
die Aeußerungen auf das entschiedenste b Kreitet,
diese in dem behauptelen Sinne nicht tat.
E- entichloß sich trotzdem zu der Zurücknahme
des Strafantrages und ließ sich nach der ihr
beigefügten Begründung von der Ernägung
leiten, daß die Ausführungen des Ofiiziers Redewendungen
enthielten, welche zu Mißden#ungen
Anlaß bieten könnten und die beschuldigten Redakteure
sich in gutem Gianben befanden.
Generalpardon.
Der Generalpardon im Wehrbeitrags zqesetz
wie der „Württ. Staatsanz.“ darlegt,
solchen Sleuerrflichtigen noch zutei werden,
die ihre Vermögenserllärung schon abgegeben
haben. Sie lönnen ihre bereits abgegebene
Vermögenserllärung durch eine richtige ersetzen
oder auf andere Weise auf dem Bezirls=Das
lann,
auch
steueramt! die richtigen Angaben über ihr Vermögen
oder Einkommen nachholen, jolange die
„Veranlagung zum Wehrbeitrag noch nicht beendet
isi. Man darf annehmen, dah das ouch
in den anderen Bundeoftaaten so gehandhabt
aden soll.
18. nach München
Hof- und Personasnachrichten.
München, 3. Mäzz. Nach den mancherlei
Einzelmeldungen der üngfen Zeit über die
9 Reisepläne Ihrer Majestäten für diesen
Sommer werden jetzt zusammenhängende Nachrichten
mitgeteilt. Nachdem die Königl. Familie
Anfang Juni Ar ugsburg besucht haben
wird, soll sie am 14. Juni nach Negensburd
kommen, dort bie zum M. verweilen und dann
zu Schiff nach Passau fahren, von wo sie äm
zurücklehrt. IZn Regensburg
und Passau wurde hiervon in öffeutlichen
Magistratssitzungen offizielle Kenntuss gegeben.
Am 27. Juni kommt die Königs#samilie
nach Würzburg „und besucht von dort aus am
gleichen Tage noch Ochsenfurt. Am 23. Juni
wohnt sie der Feier der 100jährigen Zucebörigleit
Würzburgs zu Bayern an, um am 29.
Juni auch Schweinfurt und Kitzingen einen Vefuch
abzustatten. Am 30. Juni wird Ans bach
beiucht, worauf die Königsfamilie nach München
iriaichri. Am 28. Juli fälrt der Känig
mit seiner Familie nach Vayreuth und besucht
von hier gus en 29. Juli Kulmbach und um
30. Juli Hof. In Bayreuth wird die K. Fanilie
u. a. auch einer Vorsiellung des „Flienenden
Lolländer" anwohnen. Am 1. Auaust
wird Bamberg ein Vesuch abgestattet, von dort
aus fährt die Königssamilie am 2. August
nach dem Kloster Vierzehnheiligen und tritt
am 3. August von Vamberg aus wieder die
Heimreise nach München an. Vom 14. bis
19. September wohnt der König den Kailer:
manövern an und besucht auch Aschaffenl ura,
dar in dieser Zeil seine 100jährige Zugebörigleit
zu Bayern begeht.
Kardinal Kopp #.
Bres!lan, 4. Mät;.
Aus Troppan isi heute früh die Nachricht
eingetroffen, daß Kerdina! Kopn in der Nacht
zumn Mittmoch um 122 Uhr verschieden ist. Der
Kranle hat vor seinem Abteben das Bewußtsein
nicht wieder erlangt.
Seine Eminenz Kardinal Dr. Georg Kopp,
Fürstbischof von Breslau, Mitglied des preu-Küchen
Herrenhames, war am 25. Juli 1837
in Duderstadt geboren. Cr besuchte #unächtt. das
Priogymnas ium Dudernadt und dann das Gemnafium
Hi.derheim bis zum Abiturienteneramen.
Aus Mangel an Mit tein zum Studium
nahm Kopp Sie lung ar 8 Telegraghenbea: nler
in Hannover. Die theol. chen S#ten be ann
er im Jahre 135 53 in Hildesheim, wo er im
Jahre 1881 in das Priesterseminar eimrat.
Am 29. Jui 1802 Wurde Kopp zum Priester geweiht
und wurde daun Schun lwilar im Waieuhaus
zu Henedenrode. Im Jayre 1805 wurde
er in das. bischöftiche Ge neraloila riat berufen.
In üieien Stunden miemete er üch ve##schiedenen
Lehrinstiuten unter der Lei#tung der Naemh:rt:=gen
Schwesiern.
Im Jahre 1863 wurde Kopp Generaloiror.
atraflistent, 1870 apostolischer Notar, 1872
Oomlapitukar und Generalvilar in Hildesheim.
Im Jahre 1831 sehen wir ihn als Bilchoj
von Fuida. Drei Jahre später wurde er in den
Staatsrat und 1385 vom König von Preußen
auf Lebenszeit in das prenßische Herrenhauberusen.
Kardinal Koyp war siark beteilig an
den die Maigesetze des Kultturlampfes aufheben.
den und abändernden sogen. Friedensgesehen
ron 1886 und 1887. Im Jahre 1887 riurde
Dr. Kopp Fürsidischef von Breslau. Im
Ja hre 1290 beries ihn der Kaiser in die Kommission
zur Beratung über die Reformen des
deutschen Schulwesens
Den Karoinalzpurhur das
Fusen rstsei Kopp am 16. Januar 1893.
1 Kopp war Hausprälat de Paps
de vn. * Theologie, Ritter des *G
zen Adlerordens, des Preuß. Kronenordens
1. Kl mit Brillanten, des Großlreuzes des Süchs.
Albrechtordens, des. Grohlreuses des Malthelerordens
und des Ordens vom hl. Grabe, Ritter
des österr, Ordens der Eisernen Kron: uso.
Kardinal Kopp war auch Mitglied des. öslerreichischen
Herrenhauses und des schle sicch en
Landtages. in il von Oesterreich- Schlesien
gehört bekanntlich zur Diözese Vreslau. Die
deutschen Katholilen verdanken dem Verewigten
sehr viel. Sein Name wurde namentlich
iu letzter Zeit wegen der Ger ewerlschaitsfrage
viel genannt. Ueber das Lebenzwerk des Fürsibis
schofs von Kopp gilt, was on seinert 75.
Geburtetag die „Norddeutsche Allgemem#n: Zeitung“
geschrieben hat: „Als hingebungzpoller
Diener seiner Kirche und als treuer -Porrie
hat Kardinal Fürstbischof Kopp segenereich und
vorbildlich gewirlt.“ Für alle Zeiten, #6. sei
binzee gei fügt
Der Tod hat in den letzten Tagen unter
dem Epislopat reiche Ernte gehalten. Im Dienslag
erst wurde in Salzburg die Leiche des
Kardinals Katschthaler beigesetzt, während am
Meichen Tage die belrübende Meldung einteas,
daß in Ovnabrück Bischof Hitberlus Boß
uaà& dieier Zeitlichleit abberufen worden ist.
Heute müssen wir nun wieder da: Ableben
des aue Fürstbischofe, des Kardinals Kopp
melden. Das Hinicheiden der drei Kirchenfürssen
bringt der latholischen Kirche schwere Ver
I. 1
lute. k.
**— Lacheichten.
Franifurt a. M., 3. März. Wie die Frank
furier Jeitung erfährt, hat Gehrimrat Proije essot
Dr Gusiav Spies in der gestrigen Sitzung
des Frankfurter ärztlichen Vereinee Mtleilungen
ber ein von ihm und seinem Asfistenten
Dr. Feld gesertigtes Prävarat gemacht, o0½2
sich vei der Behandlung tuberlulöfer Assellionen,
spesriell bei Kehllopftuberkulose, als
wertvoll erwiesen habe. Es liegen Beobach
tungen von etwa 100 Fällen vor, doch bedars
es noch ausgiebiger weiterer Prüfungen, um
ein sicheres Urteil über die r Bedentung der Miltels
zu gewinnen.
Mainz. 3. März. In einem Dorf hei Büdingen
in Oberhessen litt ein Landwirt an star—
lem Schnursen und war in diesem Erlältungeeus
and mit dem Auestreuen von lünstlichem
Dünger aur feinem Ader beschäftigl. Daben
flog ihm der Düngerstaub auf die entzündeten
Schleimhäute der Nase, worauf Blutvergistung.
eintrat, an der der Mann, der Vater von iechs
Kindern war, slarb.
Metz, 3. Mörz. Die Einwohner des lutembingischen
Dorses Conedorf#e# wurden gestern
nactte durch eine furchterliche Delonation aus
dem Schlate geweckt. Auf der Schwelle des
Psarrhaufer war eine Vombe explodiert, die
an dem (Gebäude großen Schaden anrichlete.
Die Mauer wurde total zertrümmert. Wie
durch ein Wunder lamen die Bewohner des
Pfarrhauses mit dem bloßen Schrecken davon.
Die Untersuchung über das Attentat ist 5
nicht abgeschiossen, doch sieht jest, daß 2o sich
um einen Nachealt „bardet.
Hamm (Wessf.), 2. Mörz. Hier hal sich ein
unglaublicher Porfall creignet. Ein hieriger
Hotelier hatte einen 10jährigen Hausburiöen
cingesrellt. Als er jedoch nach den apieren
frane: siellte es sich heraus, daß es sich um eit
— Mädchen handelte. Der Valer wuroe benachtichtigt,
ein Kanfmann aus Düsseldorf, der
seine 14jährige Tochier wieder nach Hause in
Das Mädchen halte wegen unglücklicher
r— Haus verlassen.
Lich
weisen.“
Paris, 3. März. In Epinal hat ein blus
tiger Zusammensto Wischen Studenten, die
kürnlich erst in das Regiment der Gamison eingeslellt
worden waren, und jungen Leuten aus
der Stadt siatigesunden. Einer der Studenten
wurde dabei getötet und neun verwunotk,
während von den Ziovilisten acht verwundet
wurden. Der Streit entstand dadurch, dab die
Smdenten sich weigerten, die anderen trn
ten, die sich aus Arbeitern und Landleuten
msemmensehten, wie üblich, freizuhalten. — Die
Einwohner des Dorses Farbomniere leben seit
einig#n Zeit in beständiger Angst. Jn dem
genannten Dorse hat es an acht auf- inandersalgenden
Tagen nicht weniger als 17mal gebrannt.
Eine große Anzahl von Schenunen und
Hänfern sind dabei gänzlich eingeäschert morden.
Saloneki, 3. März. Insolge der Frühjahtmüherschwemmungen
wurde der sbeben neuetbaute
Teil der Eisenbahnbrücke über oen
Worda-Fluß zwischen Marowtscha und Ste n-I..«a.dtcwahrendderletztenNationequ
zetnotttrotbenwatvontcyochwrns"so.l
geschwemmt. Der direlte Eisenbahnvertehc mit
dem Auolande ist unterbrochen.
Nemyork, 3. März. Der fchreckliche
Schneesfiurm mütet um Buffalo unnnsct rasche
seit Sonntag. Der Verkehr im ganzen Osten
isn eingesteullt. Die Telephon und Telegraph enleitungen
sind unterbrochen. Rewyork ist isoliert.
Auch hier sind Dächer eincerräckt, viele
Häuser beschädigt. Eine Lebens-ittelzzuhr= L
unmöglich. Der Schnee erreich" in Newuort
eine Höhe von 30 zentimeter: 18 Persfonen,
davon 8 in Newyork, 4 in Philadelphia und
6 in Pitltoburg, sind umgekommen. Man Will
den armen Obdachlosen Unterlunft in den Kirchen
geben.
Bayerische Severstail.
(Schluß.
Eine Untersuchung behue, in welchem Ver-Hältnisse
die einzelnen Gemeindearuppen am §rwr
jamten Steuerauflommen beteitigt sind, li
dad Ergebnis, daß die Städte mit über 50 *
Einmohnern mit Ausnahme der Grund##euer und
der Einlommensteuer mehr als die Höl'te elier
Staatesteuern und zmar von der Haui#ten#90. 75
* von der Gewerbesteuer 59.77 Proz., vondel
Kapitalrentensteuer 55.27 Proz. tra#en:
v on der Einlommen-, Gewerbc= und Kapita.ren-=tensteuer
sallen auf sie zusammen 40.91 Proz.
ron der Einlommensteuer allein 4.53 Vroz.
elso nahem die Hälfte; von der Grund'ene#
entiällt naturgemäß der größte Teil, o. h.
1.21 Pr.z. au die lleinsten Gemeinden, der zeringsie,
d. h. 0.28 Proz. auf die Jröhten Ce.
meinden.
Die verschiedenen Ermähigungsbestimmurge= n
sind im ganzen 9842442 Pflichtigen, alio nahem
der Hälite aller Pflichtigen, zunute gelommen.
Der Stenerauesall infolge der Ermäßi igungen
wird auf 3200 000 Mk. berechnet
Ein? Vergleich des Steueran a##mmens ine
ern mit den jünf größten drutschen Vuncersiaaten
zeigt, daß die Kopfbelastung in Var#e##
mit 11.05 Marl nur um ein ganz gerhnies
höher il als in Preuß zen (10.97 Ml.) und
im ubrgen ols die geringsie in den vier näc““
größten Bundeostaalen, nämlich in Sachsen 10.83
Marl), Württemberg (12.56 MI „Vadend1.0
Mark) und Hessen (1 4.47 Mk.) sich darie'l.
Wiro zudem in Betracht gezogen, daß die Konyfhelasiung
in Bayern infolge der Sconbt ilin
derungen im Nachprütung- verfahren auf 10.70
Ml. herabsinkt. so hat Vayern tatsächlich die
g#eringste Kop#belastung der sechs gröhte LL
schen Bundes östaaten vor wie nach Durchfuhrung
der Stleuergesetze vom 19. August 1910 aufm
Bar-
.-
,..«n:..:!,.x;.:bdcsz.oen«-ikcrstrebend
zu.
„Und kar 4 dieie aute Idee sür sich in
- uct, ..... i
i
er hat mich u ebracht
erllärle Lan anmore.
Waldo Hing auf den Gegenstand nicht weit
ein und enisern:e sich mit seltsamen Achselter-An
demselben Abend half der Spanier mit
dem gebräunten Genicht, nachdem er sich tüchttig
gewaschen und seine Kleider gebürstet, den Stewards,
die an Zavertals Tische auswarteten.
Kapitel. 8.
Der erste Todesfall.
Die Fahrt durch die Bai von Biscaja war
bei schönem Wetter beendet, und am Morgen
des füniten Tages, als die Possagiere auf Teck
erschienen, kam Gibraltar in Sichl. Als das
Frühstück vorüber war, hatten wir die Kohlenbame
passiert, und die „Konigin der Nacht“ lag
eine iertelmeile von der neuen Mole vor Anker.
Nu war sie von dem üblichen Gewimmel
In kleinen Booten umgeben, die mu geschwägzigen
Melonen, und Weintraubenverkäufern bemannt
waren. Am Strande bewegten sich schwarzäugige
Damen zur Morgenparade, und von unserem
Ankerplat aus nahmen sich die grauen, großen
Massen der Felsen, zu deren Jüßen die langgeftrcche
Stadt lag, im Sonnenuscheine recht heiter
vo# die Instruktionen, die ich von den
Reedern ehalten. mir gestatteten, vierundzwanzig
Stunden in diesem Hafen, zu verweilen, so
lonnten die Passagiere an Land gehen und sich
den Ort erinelen anschauen. Zahlreiche Partien
hatten sich schon zu diesem Jwecke gebildet,
und Unsens Boote waren bald bejent, um die
Vergnügunge nstigen nach der Landungsstelle zu
bringen. Unter den ersien, welche C#fuhren, besand
sich ein Book, welches persönlich von Zavertal
gerudert wurde, in welchem Lord Darranmore und
sein Begleiter saßen: auch Mr. Orlebar machte die
Partie mit. Ter Legiere halle, seit er an Vord
gelommen war, urchterli- geiunlen, und ich
hörte, wie der Toktor ihn veranlassen wollte,
ruhig auf dem Schift zu bleiben: die Erregung
einer solchen Partic, meinte er. könne ihm nur
schaden. Doch diese Vorsiellungen hamen leinc#andere
Wulung, als Orlebar in seinem Entschlusse zu bestärlen,
und Zavertal gab seinem Verlangen nach
— meines Erachlens nach etwas zu schuell.
Alie und Mrs. Brinkworih waren übereingekommen,
mu der Gesellichaft zu sahren, deren
Leilung General Watdow ubernommen, und da
ich im letzten Augenblick sand, daß mich eigentlich
nickis an Bord zuruckhiell, beschloß ich, sie zu
benteiten. Nach der Landung gingen wir durch
*e Hauptgitter und bogen in die steilen Straten
ein, bis wir nach dem Postgebande lamen, wo
wir nach Briesen und Telegrammen fragten.
Beim Beireien #de Postgebaudes stießen wir mit
der Gesellschaft des Doltors zusammen, die eben
sortging, nachdem sie sich ebensalls Bricse und
Telegramme gcholt. Seine Begleiter waren eiirig
mit der Korrespondenz bescha unt, doch, Zavortal
siechle eine Kabeitepeich je, die er eben geleien, in
die gn und scch ärgerlich und änghilich aus.
ieser verteuselte Kerl, der Orlebar ist uns
entwisscht, sagte er. „Vielleicht hätte ich besser
Acht geben sollen, aber da er ja auf dem Schuse
alles belommt, was er will, so dachte ich nicht,
daß er uns solchen Sneich spielen wurde. Ich
vermute, er sitzt jetzt in irgend einer Weinkneipe
und zecht.“
„nich murde mich nicht darum tummern,
erwiterte #u, „der Mann har semen freirn Wulen,
und solande el andere uicht augrei jt, lönnen w#s
ihn ugenleich icht gun lontrolliteren.=Soch
gerade mit dieser von mir erwähnten
Moglichleit munien mir kurz darauf rechnen.
Zavertals Geellscha#t und die meinen trennten
sich wieder, seine Leute giugen nach den Gallerien
und zuegen bis zur Klagenstange Uinaufj, wahrend
wir es vorzogen, uns Lie spanushen Laden anzujehen
und ein bitehen durch die engen Straben der
allen Stadt zu bummeln. Wir fruhnuckten im
Holci. saßen später in einem der offentlinen Gärten
und ließen es uns, wie Waldo sagte, „gut sein“ , da
zog mich dieser merlwürdige Veteran, der mir am
nachsten sab, beim Arm und stusterte:
a lommt das schwarze Schaf, machen Sie
sich auf - Slandal rlabt. Saynun, er scheint
starl an geheilert zu seir
Ich solgle der I#uinung seiner Augen und
erblickte Orlebar, der auf uns zulam. Sein
Aeußeres bestätigte allerdings die Behauptung des
Generals. Seme blutunterlaufenen Augen warsen
die wilden Blicke der Trunkenheit, und seine
heftigen Gestilulationen erregten, als er auf uns
zulanmelte, unter dem halben Dutzend Tamen, die
zu unserer Gcsellschaft gehorten, bereilo augstliches
Aufsehen. Namentlich Mrs. Bunlkworth,
die der anderen Seite des Gencrats saß,
wurde weis, wie ein Blatt Papier, und ich erinnerte
mich an die Szenc, in der — sie
erlannt hatic, und die sich am ersten Tage der
Fahrt abgespiell. Es war schnell zu ersehen daß
Almens Begleiterin tatsächlich die Ursache und
der Gegenstand der eisutimiichen Aufregung
des Betrunkenen war. Er tro auf sie zu und
begann eine Flut von unzusammenhängenden
Schimpfworten, aus denen nur so viel zu ver-
daß er mis ihr verheiralet #
und sic si.) von ihm halte schriden lüuen. LZa
wir bemerlten, dan der elende Nerl mul *
seiner Han dlungen war. so p ullen wir ihn ein
Gelenk, ergrissen ihn jeder an einem rm #und
fültmrien ihn zum Gartentor. Tort gab ich lm -
vermehen. man wurde ihn der Polzci # —
wenn er die Dame noch ceiinmal bele.d
und ich flis#te hinzu, sein Gepach und j
wärden sofort wenn ich ause Schiuff lame, #u5
Land geiendet werden; ummötich lnne ich na
der Griahr ausseörn, es zu einer Wieder#elun
seines schmachvollen Veneliben lommen zu
und darum wollie ich ihm nicht gesialten. lseilse
Reise sorlnsetzen. Ich sprach mich in eine ziemliche
Hite hinein und dachte leinen Augenbeick
daran, ob die Schissoreeder mit diesem Versahren
einversianden wären, das sie unter Umsftänden
zwaug. den Preis des Billets wieder herauezuzahren.
Orlebar ging siuchen nach der Stadt, und
Waldo und ich lehrten zu den auderen zuruck.
MWir hallen den #ehreen so schnell beim Kragen
gepackt, daß wir gar nicht darauf grachiet hatten,
wie das Opfer semer Nedendarten seine Ausfalle
gaushenm men sanden aber zu ungerer Beruhigung,
* Mrs. Brintworth. wenn auch sehr blaß. jo
doan vollsländig gesaßt war. Aline hatte großmütigen
Herzens die Verteidigung inrer Gesähr#in
übernommen und erllärte den anderen Damen,
daß sich nicht Orlebar von seiner Frau hatte
sheiden lassen, sondern umgelehrt dieie wegen
lißbandlung und Trunlsucht die Trennung von
ihrem Manne beantragt hatte.
siel en war,
la'se:
(Fortsetzung folgt.)