Full text : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

unmer  583

oseneimer  Anxetgen

Vonñerstag,  ö.  März  7974

 

 

beutschkene.
Die  Sonntagsruhe.

Die  Kommission  des  Reichstages  für  die  Beratung
  der  Sonntagsruhe  ie  im  Handels  gewerbe
Hührte  die  Beratung  der  Frage  der  uläffigen

Volbstegeit  zu  Eit  und  gaeiheot  entsprecheno

mpromißantrag:  In  Gemeinden  mit
500  Einwohnern  und  darunter  ist  eine  Beschäftigungsdauer
  im  Handelsgewerv-  bis  zu
drei  Stunden  zulässig  mit  der  Maßgabe,  daß  in
Gemeinden  mit  10  000  oder  mehr  Einwohnern
diese  Beschäftigungsdauer  unnnterbrochen  sein
müsse.  Außerdem  lann  die  höbere  Verwaltungsbehörde
  für  Gemeinden,  in  denen  die  Bevolkerung
  aus  der  Untegend  an  Sonn=  und  Festtagen
  die  öffentlichen  Verkaufssiellen  aufsucht,
allgemein  oder  für  einzelne  Geu  rbezweige  die
z.lässige  Geschäftszeit  verlängern  und  war  in
den  Oneinlten  von  über  10  000  bis  böchstens
75.000  Einwohnern  um  eine  Stunde,  in  Gemeinden
  mit  10  000  Einwohnern  und  darunter
um  zwei  Stunden.

Gegen  das  Duellwesen.

Die  Zentrumsfraltion  hat  im  Reichstag  eine
Interpellation  eingebracht,  die  sich  mit  dem
letzten  Duell  in  Men  befaßt.  Es  heißt  darin:
„Hält  der  Herr  Reihskanzser  die  Behandlung
des  Falles  durch  den  Ehrenrat  mit  Gesen  uno
Recht  für  vereinbar?  Weiche  Maß  nahmen  gedenkt
  der  Herr  Neichslanzler  zu  ergreisen,  um
dem  Iweilampfe  im  Heere  wirklich  enngegenzutreten?


Nachllänge  zu  Zabern.

Wie  von  zuständiger  Seite  mitgetein  wird,
hat  das  Generallommando  den  Strasf  fantrag
gegen  die  veranimortlichen  Nedatteure  der
„Strahburger  Neuen  Jeitung“.  und  2  )T  „„Elsäsjer“
  wegen  Beleidigung  des  Leutnant:  Freiberrn
  von  Forsiner  zurückaen  damen  Den  Anlaß
  zu  dem  Strafantrag  gaben  die  in  den  beiden
Zeitungen  aufgesiellten  bezw.  verbreitezen  Nachrichten,
  daß  von  Forft  ner  in  der  Aunsteultionsstunde
  die  fran'öi  beFahirbeichimppf  nrele  use-]
tungen  getan  habe.  Die  gerichtliche  Noruntersuchung
  erbrachte  den  Wuhrbeitsbeweit  oieser
Bchauptungen  nicht.  Den  Auosagen  der  Rekunten,
  auf  mwelche  sich  die  Veröffentlich  hung  in
der  Presse  beiog,  stehen  ebenso  glauhwürdige
Zeugen  gegenuber.  welche  deren  Angaben  beslimmt
  verneinen,  wie  auch  alsbald  nach  der
Instrultionestunde  unter  den  bettiliaten  Mannschaiten
  Meinungovershiedenheiten  über  den
Wortlaut  und  die  Beziehung  der  betreffenden
Nçeutßerungen  von  Fornners  sich  ergaben.  D
Generallommando  im  daher  nach  wie  vor  der
Ueberzeugung,  daß  der  genonnte  Cfiizier,  der
die  Aeußerungen  auf  das  entschiedenste  b  Kreitet,
  diese  in  dem  behauptelen  Sinne  nicht  tat.
E-  entichloß  sich  trotzdem  zu  der  Zurücknahme
des  Strafantrages  und  ließ  sich  nach  der  ihr
beigefügten  Begründung  von  der  Ernägung
leiten,  daß  die  Ausführungen  des  Ofiiziers  Redewendungen
  enthielten,  welche  zu  Mißden#ungen
Anlaß  bieten  könnten  und  die  beschuldigten  Redakteure
  sich  in  gutem  Gianben  befanden.

Generalpardon.

Der  Generalpardon  im  Wehrbeitrags  zqesetz
wie  der  „Württ.  Staatsanz.“  darlegt,
solchen  Sleuerrflichtigen  noch  zutei  werden,

  die  ihre  Vermögenserllärung  schon  abgegeben

  haben.  Sie  lönnen  ihre  bereits  abgegebene
  Vermögenserllärung  durch  eine  richtige  ersetzen
  oder  auf  andere  Weise  auf  dem  Bezirls=Das



lann,
auch

steueramt!  die  richtigen  Angaben  über  ihr  Vermögen

  oder  Einkommen  nachholen,  jolange  die
„Veranlagung  zum  Wehrbeitrag  noch  nicht  beendet
  isi.  Man  darf  annehmen,  dah  das  ouch
in  den  anderen  Bundeoftaaten  so  gehandhabt
aden  soll.

18.  nach  München

 

 

Hof-  und  Personasnachrichten.

München,  3.  Mäzz.  Nach  den  mancherlei
Einzelmeldungen  der  üngfen  Zeit  über  die
9  Reisepläne  Ihrer  Majestäten  für  diesen
Sommer  werden  jetzt  zusammenhängende  Nachrichten
  mitgeteilt.  Nachdem  die  Königl.  Familie
  Anfang  Juni  Ar  ugsburg  besucht  haben
wird,  soll  sie  am  14.  Juni  nach  Negensburd
kommen,  dort  bie  zum  M.  verweilen  und  dann
zu  Schiff  nach  Passau  fahren,  von  wo  sie  äm
zurücklehrt.  IZn  Regensburg
  und  Passau  wurde  hiervon  in  öffeutlichen
  Magistratssitzungen  offizielle  Kenntuss  gegeben.
  Am  27.  Juni  kommt  die  Königs#samilie
nach  Würzburg  „und  besucht  von  dort  aus  am
gleichen  Tage  noch  Ochsenfurt.  Am  23.  Juni
wohnt  sie  der  Feier  der  100jährigen  Zucebörigleit
  Würzburgs  zu  Bayern  an,  um  am  29.
Juni  auch  Schweinfurt  und  Kitzingen  einen  Vefuch
  abzustatten.  Am  30.  Juni  wird  Ans  bach
beiucht,  worauf  die  Königsfamilie  nach  München
  iriaichri.  Am  28.  Juli  fälrt  der  Känig
mit  seiner  Familie  nach  Vayreuth  und  besucht
von  hier  gus  en  29.  Juli  Kulmbach  und  um
30.  Juli  Hof.  In  Bayreuth  wird  die  K.  Fanilie
  u.  a.  auch  einer  Vorsiellung  des  „Flienenden
  Lolländer"  anwohnen.  Am  1.  Auaust
wird  Bamberg  ein  Vesuch  abgestattet,  von  dort
aus  fährt  die  Königssamilie  am  2.  August
nach  dem  Kloster  Vierzehnheiligen  und  tritt
am  3.  August  von  Vamberg  aus  wieder  die
Heimreise  nach  München  an.  Vom  14.  bis
19.  September  wohnt  der  König  den  Kailer:
manövern  an  und  besucht  auch  Aschaffenl  ura,
dar  in  dieser  Zeil  seine  100jährige  Zugebörigleit
  zu  Bayern  begeht.

Kardinal  Kopp  #.
Bres!lan,  4.  Mät;.
Aus  Troppan  isi  heute  früh  die  Nachricht
eingetroffen,  daß  Kerdina!  Kopn  in  der  Nacht
zumn  Mittmoch  um  122  Uhr  verschieden  ist.  Der
Kranle  hat  vor  seinem  Abteben  das  Bewußtsein
  nicht  wieder  erlangt.

Seine  Eminenz  Kardinal  Dr.  Georg  Kopp,
Fürstbischof  von  Breslau,  Mitglied  des  preu-Küchen
  Herrenhames,  war  am  25.  Juli  1837
in  Duderstadt  geboren.  Cr  besuchte  #unächtt.  das
Priogymnas  ium  Dudernadt  und  dann  das  Gemnafium
  Hi.derheim  bis  zum  Abiturienteneramen.
  Aus  Mangel  an  Mit  tein  zum  Studium
nahm  Kopp  Sie  lung  ar  8  Telegraghenbea:  nler
in  Hannover.  Die  theol.  chen  S#ten  be  ann
er  im  Jahre  135  53  in  Hildesheim,  wo  er  im
Jahre  1881  in  das  Priesterseminar  eimrat.
Am  29.  Jui  1802  Wurde  Kopp  zum  Priester  geweiht
  und  wurde  daun  Schun  lwilar  im  Waieuhaus
  zu  Henedenrode.  Im  Jayre  1805  wurde
er  in  das.  bischöftiche  Ge  neraloila  riat  berufen.
In  üieien  Stunden  miemete  er  üch  ve##schiedenen

Lehrinstiuten  unter  der  Lei#tung  der  Naemh:rt:=gen
  Schwesiern.

Im  Jahre  1863  wurde  Kopp  Generaloiror.
atraflistent,  1870  apostolischer  Notar,  1872
Oomlapitukar  und  Generalvilar  in  Hildesheim.
Im  Jahre  1831  sehen  wir  ihn  als  Bilchoj
von  Fuida.  Drei  Jahre  später  wurde  er  in  den
Staatsrat  und  1385  vom  König  von  Preußen

   

 

auf  Lebenszeit  in  das  prenßische  Herrenhauberusen.
  Kardinal  Koyp  war  siark  beteilig  an

den  die  Maigesetze  des  Kultturlampfes  aufheben.
den  und  abändernden  sogen.  Friedensgesehen
ron  1886  und  1887.  Im  Jahre  1887  riurde
Dr.  Kopp  Fürsidischef  von  Breslau.  Im
Ja  hre  1290  beries  ihn  der  Kaiser  in  die  Kommission
  zur  Beratung  über  die  Reformen  des
deutschen  Schulwesens

Den  Karoinalzpurhur  das

Fusen  rstsei  Kopp  am  16.  Januar  1893.
1  Kopp  war  Hausprälat  de  Paps

  de  vn.  *  Theologie,  Ritter  des  *G
zen  Adlerordens,  des  Preuß.  Kronenordens
1.  Kl  mit  Brillanten,  des  Großlreuzes  des  Süchs.
Albrechtordens,  des.  Grohlreuses  des  Malthelerordens
  und  des  Ordens  vom  hl.  Grabe,  Ritter
des  österr,  Ordens  der  Eisernen  Kron:  uso.

Kardinal  Kopp  war  auch  Mitglied  des.  öslerreichischen
  Herrenhauses  und  des  schle  sicch  en
Landtages.  in  il  von  Oesterreich-  Schlesien
  gehört  bekanntlich  zur  Diözese  Vreslau.  Die
deutschen  Katholilen  verdanken  dem  Verewigten
  sehr  viel.  Sein  Name  wurde  namentlich
iu  letzter  Zeit  wegen  der  Ger  ewerlschaitsfrage
viel  genannt.  Ueber  das  Lebenzwerk  des  Fürsibis
  schofs  von  Kopp  gilt,  was  on  seinert  75.
Geburtetag  die  „Norddeutsche  Allgemem#n:  Zeitung“
  geschrieben  hat:  „Als  hingebungzpoller
Diener  seiner  Kirche  und  als  treuer  -Porrie
hat  Kardinal  Fürstbischof  Kopp  segenereich  und
vorbildlich  gewirlt.“  Für  alle  Zeiten,  #6.  sei

binzee  gei  fügt
Der  Tod  hat  in  den  letzten  Tagen  unter
dem  Epislopat  reiche  Ernte  gehalten.  Im  Dienslag

  erst  wurde  in  Salzburg  die  Leiche  des
Kardinals  Katschthaler  beigesetzt,  während  am
Meichen  Tage  die  belrübende  Meldung  einteas,
  daß  in  Ovnabrück  Bischof  Hitberlus  Boß
uaà&  dieier  Zeitlichleit  abberufen  worden  ist.
Heute  müssen  wir  nun  wieder  da:  Ableben
des  aue  Fürstbischofe,  des  Kardinals  Kopp
melden.  Das  Hinicheiden  der  drei  Kirchenfürssen
  bringt  der  latholischen  Kirche  schwere  Ver
I.  1

lute.  k.

**—  Lacheichten.

Franifurt  a.  M.,  3.  März.  Wie  die  Frank
furier  Jeitung  erfährt,  hat  Gehrimrat  Proije  essot
Dr  Gusiav  Spies  in  der  gestrigen  Sitzung
des  Frankfurter  ärztlichen  Vereinee  Mtleilungen
  ber  ein  von  ihm  und  seinem  Asfistenten
Dr.  Feld  gesertigtes  Prävarat  gemacht,  o0½2
sich  vei  der  Behandlung  tuberlulöfer  Assellionen,
  spesriell  bei  Kehllopftuberkulose,  als
wertvoll  erwiesen  habe.  Es  liegen  Beobach
tungen  von  etwa  100  Fällen  vor,  doch  bedars
es  noch  ausgiebiger  weiterer  Prüfungen,  um
ein  sicheres  Urteil  über  die  r  Bedentung  der  Miltels
  zu  gewinnen.

Mainz.  3.  März.  In  einem  Dorf  hei  Büdingen
  in  Oberhessen  litt  ein  Landwirt  an  star—
lem  Schnursen  und  war  in  diesem  Erlältungeeus
  and  mit  dem  Auestreuen  von  lünstlichem
Dünger  aur  feinem  Ader  beschäftigl.  Daben
flog  ihm  der  Düngerstaub  auf  die  entzündeten
Schleimhäute  der  Nase,  worauf  Blutvergistung.
eintrat,  an  der  der  Mann,  der  Vater  von  iechs
Kindern  war,  slarb.

Metz,  3.  Mörz.  Die  Einwohner  des  lutembingischen
  Dorses  Conedorf#e#  wurden  gestern
nactte  durch  eine  furchterliche  Delonation  aus
dem  Schlate  geweckt.  Auf  der  Schwelle  des
Psarrhaufer  war  eine  Vombe  explodiert,  die
an  dem  (Gebäude  großen  Schaden  anrichlete.
Die  Mauer  wurde  total  zertrümmert.  Wie
durch  ein  Wunder  lamen  die  Bewohner  des
Pfarrhauses  mit  dem  bloßen  Schrecken  davon.
Die  Untersuchung  über  das  Attentat  ist  5
nicht  abgeschiossen,  doch  sieht  jest,  daß  2o  sich
um  einen  Nachealt  „bardet.

Hamm  (Wessf.),  2.  Mörz.  Hier  hal  sich  ein
unglaublicher  Porfall  creignet.  Ein  hieriger
Hotelier  hatte  einen  10jährigen  Hausburiöen
cingesrellt.  Als  er  jedoch  nach  den  apieren
frane:  siellte  es  sich  heraus,  daß  es  sich  um  eit
—  Mädchen  handelte.  Der  Valer  wuroe  benachtichtigt,
  ein  Kanfmann  aus  Düsseldorf,  der
seine  14jährige  Tochier  wieder  nach  Hause  in
Das  Mädchen  halte  wegen  unglücklicher
r—  Haus  verlassen.

 

Lich

weisen.“

Paris,  3.  März.  In  Epinal  hat  ein  blus
tiger  Zusammensto  Wischen  Studenten,  die
kürnlich  erst  in  das  Regiment  der  Gamison  eingeslellt
  worden  waren,  und  jungen  Leuten  aus
der  Stadt  siatigesunden.  Einer  der  Studenten
  wurde  dabei  getötet  und  neun  verwunotk,
während  von  den  Ziovilisten  acht  verwundet
wurden.  Der  Streit  entstand  dadurch,  dab  die
Smdenten  sich  weigerten,  die  anderen  trn
ten,  die  sich  aus  Arbeitern  und  Landleuten
msemmensehten,  wie  üblich,  freizuhalten.  —  Die
Einwohner  des  Dorses  Farbomniere  leben  seit
einig#n  Zeit  in  beständiger  Angst.  Jn  dem
genannten  Dorse  hat  es  an  acht  auf-  inandersalgenden
  Tagen  nicht  weniger  als  17mal  gebrannt.
  Eine  große  Anzahl  von  Schenunen  und
Hänfern  sind  dabei  gänzlich  eingeäschert  morden.

Saloneki,  3.  März.  Insolge  der  Frühjahtmüherschwemmungen
  wurde  der  sbeben  neuetbaute
  Teil  der  Eisenbahnbrücke  über  oen
Worda-Fluß  zwischen  Marowtscha  und  Ste  n-I..«a.dtcwahrendderletztenNationequ

zetnotttrotbenwatvontcyochwrns"so.l
geschwemmt.  Der  direlte  Eisenbahnvertehc  mit
dem  Auolande  ist  unterbrochen.

Nemyork,  3.  März.  Der  fchreckliche
Schneesfiurm  mütet  um  Buffalo  unnnsct  rasche
seit  Sonntag.  Der  Verkehr  im  ganzen  Osten
isn  eingesteullt.  Die  Telephon  und  Telegraph  enleitungen
  sind  unterbrochen.  Rewyork  ist  isoliert.
  Auch  hier  sind  Dächer  eincerräckt,  viele
Häuser  beschädigt.  Eine  Lebens-ittelzzuhr=  L
unmöglich.  Der  Schnee  erreich"  in  Newuort
eine  Höhe  von  30  zentimeter:  18  Persfonen,
davon  8  in  Newyork,  4  in  Philadelphia  und
6  in  Pitltoburg,  sind  umgekommen.  Man  Will
den  armen  Obdachlosen  Unterlunft  in  den  Kirchen
  geben.

Bayerische  Severstail.

(Schluß.

Eine  Untersuchung  behue,  in  welchem  Ver-Hältnisse
  die  einzelnen  Gemeindearuppen  am  §rwr
jamten  Steuerauflommen  beteitigt  sind,  li
dad  Ergebnis,  daß  die  Städte  mit  über  50  *
Einmohnern  mit  Ausnahme  der  Grund##euer  und
der  Einlommensteuer  mehr  als  die  Höl'te  elier

Staatesteuern  und  zmar  von  der  Haui#ten#90.  75
*  von  der  Gewerbesteuer  59.77  Proz.,  vondel
  Kapitalrentensteuer  55.27  Proz.  tra#en:
v  on  der  Einlommen-,  Gewerbc=  und  Kapita.ren-=tensteuer
  sallen  auf  sie  zusammen  40.91  Proz.
ron  der  Einlommensteuer  allein  4.53  Vroz.
elso  nahem  die  Hälfte;  von  der  Grund'ene#
entiällt  naturgemäß  der  größte  Teil,  o.  h.

1.21  Pr.z.  au  die  lleinsten  Gemeinden,  der  zeringsie,
  d.  h.  0.28  Proz.  auf  die  Jröhten  Ce.
meinden.

Die  verschiedenen  Ermähigungsbestimmurge=  n
sind  im  ganzen  9842442  Pflichtigen,  alio  nahem
der  Hälite  aller  Pflichtigen,  zunute  gelommen.
Der  Stenerauesall  infolge  der  Ermäßi  igungen
wird  auf  3200  000  Mk.  berechnet

Ein?  Vergleich  des  Steueran  a##mmens  ine
ern  mit  den  jünf  größten  drutschen  Vuncersiaaten
  zeigt,  daß  die  Kopfbelastung  in  Var#e##
mit  11.05  Marl  nur  um  ein  ganz  gerhnies
höher  il  als  in  Preuß  zen  (10.97  Ml.)  und
im  ubrgen  ols  die  geringsie  in  den  vier  näc““
größten  Bundeostaalen,  nämlich  in  Sachsen  10.83
Marl),  Württemberg  (12.56  MI  „Vadend1.0
Mark)  und  Hessen  (1  4.47  Mk.)  sich  darie'l.
Wiro  zudem  in  Betracht  gezogen,  daß  die  Konyfhelasiung
  in  Bayern  infolge  der  Sconbt  ilin
derungen  im  Nachprütung-  verfahren  auf  10.70
Ml.  herabsinkt.  so  hat  Vayern  tatsächlich  die
g#eringste  Kop#belastung  der  sechs  gröhte  LL
schen  Bundes  östaaten  vor  wie  nach  Durchfuhrung
der  Stleuergesetze  vom  19.  August  1910  aufm

 

 

Bar-   


 

  

.- 



,..«n:..:!,.x;.:bdcsz.oen«-ikcrstrebend
  zu.

„Und  kar  4  dieie  aute  Idee  sür  sich  in
-  uct,  .....  i

i
er  hat  mich  u  ebracht

  

erllärle  Lan  anmore.

Waldo  Hing  auf  den  Gegenstand  nicht  weit
ein  und  enisern:e  sich  mit  seltsamen  Achselter-An

  demselben  Abend  half  der  Spanier  mit
dem  gebräunten  Genicht,  nachdem  er  sich  tüchttig
gewaschen  und  seine  Kleider  gebürstet,  den  Stewards,
  die  an  Zavertals  Tische  auswarteten.

Kapitel.  8.
Der  erste  Todesfall.

Die  Fahrt  durch  die  Bai  von  Biscaja  war
bei  schönem  Wetter  beendet,  und  am  Morgen
des  füniten  Tages,  als  die  Possagiere  auf  Teck
erschienen,  kam  Gibraltar  in  Sichl.  Als  das
Frühstück  vorüber  war,  hatten  wir  die  Kohlenbame
  passiert,  und  die  „Konigin  der  Nacht“  lag
eine  iertelmeile  von  der  neuen  Mole  vor  Anker.

Nu  war  sie  von  dem  üblichen  Gewimmel
In  kleinen  Booten  umgeben,  die  mu  geschwägzigen
Melonen,  und  Weintraubenverkäufern  bemannt
waren.  Am  Strande  bewegten  sich  schwarzäugige
Damen  zur  Morgenparade,  und  von  unserem
Ankerplat  aus  nahmen  sich  die  grauen,  großen
Massen  der  Felsen,  zu  deren  Jüßen  die  langgeftrcche
  Stadt  lag,  im  Sonnenuscheine  recht  heiter

vo#  die  Instruktionen,  die  ich  von  den
Reedern  ehalten.  mir  gestatteten,  vierundzwanzig
Stunden  in  diesem  Hafen,  zu  verweilen,  so
lonnten  die  Passagiere  an  Land  gehen  und  sich
den  Ort  erinelen  anschauen.  Zahlreiche  Partien
  hatten  sich  schon  zu  diesem  Jwecke  gebildet,

 

und  Unsens  Boote  waren  bald  bejent,  um  die

Vergnügunge  nstigen  nach  der  Landungsstelle  zu
bringen.  Unter  den  ersien,  welche  C#fuhren,  besand
  sich  ein  Book,  welches  persönlich  von  Zavertal
gerudert  wurde,  in  welchem  Lord  Darranmore  und
sein  Begleiter  saßen:  auch  Mr.  Orlebar  machte  die
Partie  mit.  Ter  Legiere  halle,  seit  er  an  Vord
gelommen  war,  urchterli-  geiunlen,  und  ich
hörte,  wie  der  Toktor  ihn  veranlassen  wollte,
ruhig  auf  dem  Schift  zu  bleiben:  die  Erregung
einer  solchen  Partic,  meinte  er.  könne  ihm  nur
schaden.  Doch  diese  Vorsiellungen  hamen  leinc#andere
Wulung,  als  Orlebar  in  seinem  Entschlusse  zu  bestärlen,
  und  Zavertal  gab  seinem  Verlangen  nach
—  meines  Erachlens  nach  etwas  zu  schuell.

Alie  und  Mrs.  Brinkworih  waren  übereingekommen,
  mu  der  Gesellichaft  zu  sahren,  deren
Leilung  General  Watdow  ubernommen,  und  da
ich  im  letzten  Augenblick  sand,  daß  mich  eigentlich

nickis  an  Bord  zuruckhiell,  beschloß  ich,  sie  zu
benteiten.  Nach  der  Landung  gingen  wir  durch

*e  Hauptgitter  und  bogen  in  die  steilen  Straten
ein,  bis  wir  nach  dem  Postgebande  lamen,  wo
wir  nach  Briesen  und  Telegrammen  fragten.
Beim  Beireien  #de  Postgebaudes  stießen  wir  mit
der  Gesellschaft  des  Doltors  zusammen,  die  eben
sortging,  nachdem  sie  sich  ebensalls  Bricse  und
Telegramme  gcholt.  Seine  Begleiter  waren  eiirig
mit  der  Korrespondenz  bescha  unt,  doch,  Zavortal
siechle  eine  Kabeitepeich  je,  die  er  eben  geleien,  in
die  gn  und  scch  ärgerlich  und  änghilich  aus.
ieser  verteuselte  Kerl,  der  Orlebar  ist  uns
entwisscht,  sagte  er.  „Vielleicht  hätte  ich  besser
Acht  geben  sollen,  aber  da  er  ja  auf  dem  Schuse
alles  belommt,  was  er  will,  so  dachte  ich  nicht,
daß  er  uns  solchen  Sneich  spielen  wurde.  Ich
vermute,  er  sitzt  jetzt  in  irgend  einer  Weinkneipe
und  zecht.“

 

„nich  murde  mich  nicht  darum  tummern,
erwiterte  #u,  „der  Mann  har  semen  freirn  Wulen,
und  solande  el  andere  uicht  augrei  jt,  lönnen  w#s
ihn  ugenleich  icht  gun  lontrolliteren.=Soch

  gerade  mit  dieser  von  mir  erwähnten
Moglichleit  munien  mir  kurz  darauf  rechnen.
Zavertals  Geellscha#t  und  die  meinen  trennten
sich  wieder,  seine  Leute  giugen  nach  den  Gallerien
und  zuegen  bis  zur  Klagenstange  Uinaufj,  wahrend
wir  es  vorzogen,  uns  Lie  spanushen  Laden  anzujehen
  und  ein  bitehen  durch  die  engen  Straben  der
allen  Stadt  zu  bummeln.  Wir  fruhnuckten  im
Holci.  saßen  später  in  einem  der  offentlinen  Gärten
und  ließen  es  uns,  wie  Waldo  sagte,  „gut  sein“  ,  da
zog  mich  dieser  merlwürdige  Veteran,  der  mir  am
nachsten  sab,  beim  Arm  und  stusterte:

a  lommt  das  schwarze  Schaf,  machen  Sie
sich  auf  -  Slandal  rlabt.  Saynun,  er  scheint
starl  an  geheilert  zu  seir

Ich  solgle  der  I#uinung  seiner  Augen  und
erblickte  Orlebar,  der  auf  uns  zulam.  Sein
Aeußeres  bestätigte  allerdings  die  Behauptung  des
Generals.  Seme  blutunterlaufenen  Augen  warsen
die  wilden  Blicke  der  Trunkenheit,  und  seine
heftigen  Gestilulationen  erregten,  als  er  auf  uns
zulanmelte,  unter  dem  halben  Dutzend  Tamen,  die
zu  unserer  Gcsellschaft  gehorten,  bereilo  augstliches
  Aufsehen.  Namentlich  Mrs.  Bunlkworth,
die  der  anderen  Seite  des  Gencrats  saß,
wurde  weis,  wie  ein  Blatt  Papier,  und  ich  erinnerte
  mich  an  die  Szenc,  in  der  —  sie
erlannt  hatic,  und  die  sich  am  ersten  Tage  der
Fahrt  abgespiell.  Es  war  schnell  zu  ersehen  daß
Almens  Begleiterin  tatsächlich  die  Ursache  und
der  Gegenstand  der  eisutimiichen  Aufregung
des  Betrunkenen  war.  Er  tro  auf  sie  zu  und
begann  eine  Flut  von  unzusammenhängenden
Schimpfworten,  aus  denen  nur  so  viel  zu  ver- 



    

daß  er  mis  ihr  verheiralet  #
und  sic  si.)  von  ihm  halte  schriden  lüuen.  LZa
wir  bemerlten,  dan  der  elende  Nerl  mul  *
seiner  Han  dlungen  war.  so  p  ullen  wir  ihn  ein
Gelenk,  ergrissen  ihn  jeder  an  einem  rm  #und
fültmrien  ihn  zum  Gartentor.  Tort  gab  ich  lm  -
vermehen.  man  wurde  ihn  der  Polzci  #  —
wenn  er  die  Dame  noch  ceiinmal  bele.d
und  ich  flis#te  hinzu,  sein  Gepach  und  j
wärden  sofort  wenn  ich  ause  Schiuff  lame,  #u5
Land  geiendet  werden;  ummötich  lnne  ich  na
der  Griahr  ausseörn,  es  zu  einer  Wieder#elun
seines  schmachvollen  Veneliben  lommen  zu
und  darum  wollie  ich  ihm  nicht  gesialten.  lseilse
Reise  sorlnsetzen.  Ich  sprach  mich  in  eine  ziemliche
  Hite  hinein  und  dachte  leinen  Augenbeick
daran,  ob  die  Schissoreeder  mit  diesem  Versahren
einversianden  wären,  das  sie  unter  Umsftänden
zwaug.  den  Preis  des  Billets  wieder  herauezuzahren.
Orlebar  ging  siuchen  nach  der  Stadt,  und
Waldo  und  ich  lehrten  zu  den  auderen  zuruck.
MWir  hallen  den  #ehreen  so  schnell  beim  Kragen
gepackt,  daß  wir  gar  nicht  darauf  grachiet  hatten,
wie  das  Opfer  semer  Nedendarten  seine  Ausfalle
gaushenm  men  sanden  aber  zu  ungerer  Beruhigung,
*  Mrs.  Brintworth.  wenn  auch  sehr  blaß.  jo
doan  vollsländig  gesaßt  war.  Aline  hatte  großmütigen
  Herzens  die  Verteidigung  inrer  Gesähr#in
übernommen  und  erllärte  den  anderen  Damen,
daß  sich  nicht  Orlebar  von  seiner  Frau  hatte
sheiden  lassen,  sondern  umgelehrt  dieie  wegen
lißbandlung  und  Trunlsucht  die  Trennung  von
ihrem  Manne  beantragt  hatte.

siel  en  war,

 

 
  
 

 

la'se:

(Fortsetzung  folgt.)