Full text : Erinnerungen an die Kriegsjahre im Königlich Preußischen Kriegsministerium. Dritter Band. Wehr und Waffen 1914-1918. (3)

Bulgarien  191

den  von  der  Kriegsrohstoff-Abteilung  geführten  Nachweisungen,  die
jedoch  die  ersten  Kriegsjahre,  insbesondere  für  das  aus  deutschen  Beständen
  fertig  abgegebene  Material  nicht  vollständig  erfassen,  sind  insgesamt
  in  Form  von  Kriegsmaterial  oder  zu  seiner  Anfertigung  an
Sparmetallen  für  Bulgarien  ausgeführt  worden:

Kupffer  etwa  10  500  c.
Ble  .  ...  „6500t
Zi  „  50o0oo  t
Alumininn  „  200  t
Antzon  „  200  t.

Da  die  sanitären  Einrichtungen  in  Bulgarien  den  Anforderungen
eines  Krieges  in  keiner  Weise  genügten,  entsandte  das  preußische  Kriegsministerium
  Anfang  Oktober  1915  eine  Sanitätsmission  (Arzte,  Schwestern
  und  Krankenpfleger)  mit  dem  gesamten  Material  für  die  Einrichtungen
  von  2  Hospitälern  zu  500  und  200  Betten,  sowie  einen  Vereinslazarettzug
  nach  Sofia.  Dieser  wurde  später  durch  einen  staatlichen
Lazarettzug  ersetzt,  der  besonders  bei  dem  Feldzuge  gegen  Rumänien
der  J.  bulg.  Armee  hervorragende  Dienste  geleistet  hat.

Aus  diesen  kleinen  Anfängen  hat  sich  während  der  Kriegsjahre  eine
große,  über  ganz  Bulgarien  ausgedehnte  sanitäre  Organisation  entwickelt,
  deren  überaus  segensreicher  Tätigkeit  viele  Tausende  von  Bulgaren
  —  nicht  nur  Soldaten  —  ihr  Leben,  Heilung  von  ihren  Leiden
und  Wiederherstellung  ihrer  Arbeitsfähigkeit  zu  verdanken  haben.

Zur  Kennzeichnung  des  Wirkens  der  deutschen  Sanitätsmission  in
Bulgarien  seien  folgende  Einzelheiten  ihrer  Tätigkeit  angeführt:

Anlage  von  Nebenabteilungen  der  nach  Sofia  entsandten  Mission  in
allen  größeren  Provinzstädten,  da  es  außer  in  Sofia  an  sachgemäßen
  Einrichtungen  zur  Pflege  Schwerverwundeter  vollkommen
  fehlte.

Entsendung  deutscher  Sanitätsoffiziere  zu  den  bulgarischen  Militärhospitälern;


Einrichtung  bakteriologischer  Zentralen  zur  Seuchenbekämpfung  und
Überwachung  in  Uesküb,  Dobric,  PFanthi  und  Odrin  Guulgarisch=Adrianopel);


Übernahme  und  Unterhaltung  der  Hospitäler  „Alexander-Krankenhaus“,
  Priesterseminar  „Neofyt  Rylski“,  der  Lazarette  „Minkoffschule“
  und  des  Genesungsheimes  Banki;