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ausdrücklich gesagt, daß er einen bestimmten Weg, um zu dicsem Ziele
zu gelangen, nicht vorschlagen, sondern diesen Weg den Kriegführenden.
überlassen wolle. Unter der Hand allerdings hat er durch den Obersten
House beim Grafen Bernstorff die Idee propagiert, daß er in dieser
Friedensangelegenheit — gebrauche denselben Ausdruck, den der Oberst
House gebraucht hat — als „Clearing House“ benutzt werden solle. Für
diese Funktion als Clearing House hat sich der Dräsident Wilson unter
der Hand empfehlen lassen.
Nun ist für den weiteren Gang der Dinge die Tatsache wichtiz,
daß, schon ehe Wilson seine Friedensnote der Oeffentlichkeit übergab, die
feindlichen Staatsmänner in DParlamentsreden Stellung zu unseren Frie
densvorschlägen genommen haben. Am eiligsten hatten es die Franzosen.
Unser Friedensangebot wurde am 12. bekanntgegeben und schon am 13.
Dezember erklärte der Ministerpräsident Briand unseren Vorschlag für
ein Manöver, das bestimmt sei, unter den Verbündeten Zwietracht zu
säen. Er hat es wirklich sehr eilig gehabt, Herr Briand! Die folgenden
Tage brachten Erklärungen der Russen, der Italiener und Englands, alle
scharf ablehnend. Am ehesten konnte man noch in der Erklärung des
Herrn Sonnino — vielleicht und bei sehr, sehr gutem Willen
eine versteckte Hintertür zum Frieden finden.
Am 30. Dezember brachte dann die gemeinsame Antwort
note der Entente auf unseren Friedensvorschlag
die offizielle Antwort. Sie lehnte die Annahme des, Angebots ohne Auf
richtigkeit und Bedeutung“ mit schneidender Schärfe ab. Der Inhalt die
ser Antwort, erlassen in voller Kenntnis der Wilsonschen Friedensnote,
ließ bereits erwarten, daß auch der Vorschlag Wilsons von der Entente
eine glatte Ablehnung erfahren würde. Vom 21. bis 30. Dezember hatte
die Entente Zeit, in Kenntnis der Wilsonschen Note ihre Antwort zu
sormulieren, und wenn die geringste Absicht bestand, auf die Wilson-Note
keine ganz ablehnende Antwort zu geben, so durfte die Friedenstür nicht
so ins Schloß geworfen werden, wie es durch die Antwort vom 30. De
zember an uns geschah.
Die Wilson-Note ist bekanntlich abgelehnt worden in der gemeinsamen
Note der Ententemächte, die Briand am 10. Januar
1917 in Paris dem amerikhnischen Botschafter Übergeben hat.
Diese Note warf in den schärfsten Worten alle Verantwortlichkeit für den
Krieg und für alle Ausschreitungen der Kriegführung auf die Mittelmächte.
Diese Note stellte Kriegsziele auf, die nichts weiter waren und
bedeuteten, als die Verstümmelung und Erniedrigung Deutschlands, die
Auflösung der österreichisch. ungarischen Monarchie und die Zertrümmerung
der Türtkei, kurz ein Programm, das dem Frieden von Versailles so ähnlich
sieht wie ein Ei dem andern. Die Entememächte verwahrten sich
— und das ist auch noch ein wichtiger Punkt — in ihrer Note mit höflichen
Worten — denn es ging hier gegen Wilson und nicht gegen uns
—, aber doch mit hinreichend deutlichen Worten gegen jede Gleichstellung
mit den Zentralmächten. Diese Verwahrung gegen die Gleichstellung mit
den Zentralmächten richtete sich gegen Wilson. Die Werwahrung war
eine kategorische Zurückweisung jeder Vermittlung
und aller guten Dienste, die ein Dritter zur Herbeiführung
einer Verständigung zwischen beiden kriegführenden Gruppen überhaupt erweisen
konnte. Eine solche Vermittlung und solche gute Dienste find überhaupt
nur zwischen Gleichstehenden möglich.