#tlummer 150 U
□—JNE
Bressach, 1. Juli. In der vergangenen
Nacht brannte die Gasosfenfabrik Keller und
Pepfen bis auf die Grundmauern nieder. Die
Feuerwehrleute fanden den Besitzer Keller tot
auf; er dürfie erflickt sein.
Sommerfeld, 1. Juli. Der Arbeiter
Erich Zingelmann ermordete heute vormittag
in seiner Wohnung in Abwesenheit seiner Frau
seine beiden Kinder im Alter von drei und
einem Jahr, indem er ihnen die Halsschlagater
durchschnitt. Die Kinder wurden von der
Mutter, als sie von einer Beforgung zurüklehrte,
in ihrem Blute aufgefunden. Der
Mörder ist flüchtig.
r□
Ver elnem Schutzmann erschoffen.
Berlin, 1. Juli.
Wir wir bereils kurz meldeten, wurde in der
Nacht zum Dienstag in Karlsruhe der Student
Burckbüchler von einem Schutzmann erschossen.
Zu diesem Vorfals wird nun ergänzend gemeldet,
dab zwanzig Studenten in ziemlich angeheiterter
Stimmung von einer Namenstagsseier
zurückkehrten. Als sich ihnen Schutzleute
entgegenstellten und sie aufforderten, das Sin-Ken
und Schreien einzustellen, und. da dies nicht
neschah, die Schutzleute zur Festnahme der Ruheslörer
schreiten wollten, schlug einer der Studenten
einem Schutzmann das Notizbuch aus der
Hand und bearbeitete ihn mit Faustschlägen. Der
Beamte wehrte sich, zog den Säbel und schlug
auf die Angreifer los. Da sprangen andere Studenten
auf den Schutzmann kos, griffen ihn am
Hals und zerrissen ihm die Uniform. In diesem
Augenblick zog der Beamte den Nevolver
und gab auf den Studenten Buräbüchler aus
Varr im Elsaß kurz hinkereinander drei Revolnerschüsie
ab. Der Getrofsene sank zu Boden
und wurde ins Krankenhaus gebracht, wo er der
Verlehung erlag. Die Namen der Ruhestörer
lonnten festgestellt werden. Unter ihnen befanden
sich auch mehrere Hörer russischer Natio-Lasftät.
Im ganzen wurden 13 Studenten verhasict.
Die Duplizität der Ereigni se beweist ein Vorlall.
der aus Danzig gemeldet wird. In einer
der dortigen belebtesten Straßen hat ein Schutzmann
einen Arbeiter, den er im Auftrage der
Staatsanwaltschaft verhaften wollte, erschossen,
nachdem dieser ihm an der Kehle gepat hatte.
Durch den ersten Schuß verletzte der Schutzmenn
einen Passanten, dem die Kugel in den
Oberschenkel fuhr, der zweite Schuß traf den
Arbeiter ins Herz.
Der Jaakenskand in Bayeru.
München, 1. Juli.
Nach den im K. Statistischen Landesamt eingegangenen
Berichten landwirtschafllicher Verirauenemänner
war Ende Juni der Stand der
Saaten und der Futtergewächse im Durchschnitt
befriedigend, wenn auch die Entwidlung durch
das länger dauernde regnerische und kalte Wetter
rielfach aufgehalten wurde.
Winterweizen und Winterspelz ist teilweise
elb und rostig geworden. Die Roggenblüte ist
unterschjedlich verlaufen; vielfach ist bei Roggen
Schäoigung durch Gewitterregen und Kälte sowie
Kupferbrand und Gelbrost eingetreten; auch
kaat sich der Roggen stellenweise gelagert. Die
Sommersaaten stehen meist schön; zu einem grosten
Teil jedoch zeigt sich starte Verunkrautung,
insbesondere bei Hafer, durch Hederich und Tistem.
Die Kartoffeln sind, vor allem auf schweren
Böden, schlecht aufgegangen und zeigen deshall
lödigen Stand; doch ist bei Eintreten günstigen
Wetters eine gute Entwicklung zu erwarlen.
Die Zuckerrüben befriedigen. Klee und Luzetre
zeigen vielfach infolge schlechter Ueberwinterung
lückigen Stand und sino auch zum Teil
star: verunkrautet. Der zweite Klecansatz ist
vielerorts besser als der erste.
Die Heuernte ist zurzeit im besten Gang; je
mehr esdoch das Einbringen des Heus durch
regnerische Witterung aufgehalten war, desto
mehr hat die Qualität gelitten. Im allgemeinen
wird der Ertrag, besonders auf trockenen Wiesen,
als reichlich und gut bezeichnel; nur Grundwiesen,
die sehr unter Nässe und Kälte zu leiden
hatten, lassen im Ertrag zu wünschen übrig. Der
Hopfen ist teilweise in der Entwicklung zurück
unrd stellenweise auch mit Ungeziefer (Blattläuse)
behaftet. In einigen Bezirken hat der Hagelschlag
starken Schaden angerichtet. Ueber Mäusefraß
wird nicht geklagt.
Die Durchschnittsquoten
sind: (Note 2 gleich gut, 3 gl. mittel): Winkerweszen
2,1 (i. V. 1,9 und im Mai 19142,0),
Sommerweizen 2,0, Winterspelz 2,1, Winterroogen
2,2, (i. V. 1,9, Mai 2,2), Sommerrog-Hen
2.1. Gerste 1,9 (i. V. 1,7, Mai 1,9), Hafer
2.0 (2,1, Mai 2,0), Reps 2,1, Kartoffeln 2,2,
Zuckerrüben 2,1, Klee 2,2, Luzerne 2,4, Bewässerungswiesen
1,9 (i. V. 1,7. Mai 1,9), andere
Wielen 1,9 (1,7 bezw. 1,9), Tabak 2,3 (1,8
bezw. 1,5), Hopfen 2,3 (2,1 bezw. 2,1).
Bayvetische Aachrichten.
Erding, 1. Juli. Gelegentlich eines Streites
hat ein Neffe seinen Onkel, den Oekonomen
Schmidbauer von Forrach, mit einer Mistgabel
lebensgefährlich verletzt. Zwischen den beiden
Familien besteht eine erbitlerte Feindschaft.
Regensburg, 1. Jull. Während der Söloner
Geigelmeler von Herrnwahlthann heute mitfür
das Königreich
Anzeigen #—1—
Die ermordete Gemahlin des öllerr. Zhrenfolgers mit ihren Alnbdern.
tag als Zeuge vor Gericht erscheinen muhte,
traf die telegraphische Meldung ein, daß eein
Anwesen in Flammen stehe und daß waherscheinlich
nichts mehr gerettet werden lönne. Grsiern
abend brach im Polierwerk Grünewald
in Gaisthalhammer Feuer aus, das: mehrere
Werlbauten einäscherte, und die Wohnungen
einiger Arbeiter ausbrannte. Diese sowie der
Besitzer waren nicht zu Hause. Es wird Brandstiftung
vermutet. Heute morgen brach in
Gaisthal in dem Anwesen des Bierbrauereibesitzers
Adam Aach Feuer aus, das in kurzer
Zei: die Brauerei mit sämtlichen Nebengebäuden
und die Anwesen der Gütler Beßz, Galli,
Braun, Fischer und Hanauer in Asche legte. Da
die meisten Leute auf dem Felde beschäftigt
waren, konnte nur wenig gerettet werden. Auch
in diesem Falle wird Brandstistung vermutet.
Mitterteich, 1. Juli. Gestern nacht hat der
17 Jahre alte Glasmachergehilse Reis den
Fleichaltrigen Glasstrecker Kedeis in der hiesigen
Glasfabrik nach einem voraufgegangenen
Wortwechsel erstochen.
Sandbach, 1. Juli. Beim Abbrennen eines
Sonnwendfeuers sind zwei Burschen von hier
dadurch verunglückt, daß sie beim Springen
über das Feuer zusammenstießen und in die
Flammen sielen. Der eine erlitt schwere, der
andere nur leichtere Brandwunden.
Füssen, 1. Juli. Als die 61 Jahre alte
Köchin Marie Wolf aus München, die in einem
blessoen Gasthof in Stellung war, heute von dem
bevorstehenden Ableben ihrer Tochter hörte, sank
sie m'itten auf der Straße tot zu Boden. Die
übergroße Aufregung ließ das Mutterherz siille
slehen.
Rain a. Lech, 1. Juli. Die Dienstbotennot
auf dem Lande, die immer mehr zunimmt, zwang
den Oekonomen Jalob Raba, sein Besitztum,
den weit und breit bekannten Scherbaueruhof,
um 255 000 Mk. zu verkaufen. Der prächtigr,
tadellos gehaltene und mit edlem Rassenvieh
ausgestattete Hof, einer der schönsten der ganzen
Umgebung, wird zertrümmert.
Günzburg, 1. Juli. Beim Ueberschwimmen
der Donau geriet der 20jährige Hilfsmonteur
Reinhard Zimmerlein aus Freiburg in einen
Wirbel. Er ertrank vor den Augen eines Freundes,
der mit ihm zum Baden gegangen war.
Krumbach, 1. Juli. Am Montagnachmittag
machte der Geschäftsinhaber Haller aus Ulm
mit sefnem Automobil eine Fahrt nach Krumbach,
zu der er auch diie Gaktin des Betriebsleiters
Fink aus Breitenthal eingeladen hatte.
Bei einer Kurve in Krumbach rutschte das Antzmobil
in den Straßengraben und überschlug sich.
Frau Fink erlitt einen Genickbruch und war sosort
tot, während der Besitzer des Fahrzeugs
schwere innere Verletzungen und einen Armdruch
erlitt. Der Wagen wurde vollständig zerftört.
Cohmsfeld bei Kaiserslautern, 1. Juli.
Heute nacheiittag stürzte in der Kaiserstrate
im Wiesenthal das Automobil des 70 Jahre
alten Herzogs Alerander von Oldenburg aus
Petersburg die Böschung nieder. Der Wagen
wurde vollständig zertrümmert. Der Herzog
erlitt mehrere Rippenbrüche und einen schwerten
Nervenchok. Die übrigen Insassen wurden
verletzt.
Berbanud baver. Gewerbevereine.
Körblingen, 1. Juli.
Die diesjährige 39. Hauptversammlung des
Verbandes baner. Gewerteverein## lend in Nörtlingen
statt. Aus dem Tätigleitsbericht ist folgendes
von Interesse und Wichtigkeit: Die Einführung
einer Arbeitslosenversicherung lehnt: der
Verband in einer Eingabe an den Landlag ab.
Der Bayer. Gastwirteverband ist dem Verbande
bayerischer Gewerbevereine beigelreten. Die Errichtung
und die Tätigkeit der Arbeitgeberverbänoe
wird seitens des Verbandes bekfürwortet
und begrüht. Einstimmig angenommen wird eine
Satzungsänderung des Verbandes, die dessen
Eintragung in das Vereinsregister ermöglichen
soll. Der bisherige Vorstand und der Landesausschuß
mit Dekorationsmaler Har#ner-Nurnberg
an der Spitze wurde wiedergewöähll.
Ueber die Regelung des öffentlichen Vergebungswesens
wird ein lurzet Bericht durch den
Vorsitzenden Hartner erstatlel. Es wurde fol-Lende
Resolution angenommen: „Der Verband
Bagyerischer Gewerbevereine kämpft seit Jahren
für eine gesunde Regelung des staatlichen und
gemeindlichen Vergebungswesens in handwerlsund
gewerbefreundlichem Sinne. Die von der
Verbandsleitung an die zuständigen Srellen in
Staat und Gemeinde geleiteten, genau begründeten
Eingaben lönnen über die maßvollen Forderungen
der Handwerker und Gewerbetreibenden
leinen Zweisel lassen. Der Verband sieht
nunmehr der baldigen Veröffentlichung der Emwürse
der Skaatsregierung über das Vergebungewesen
mit Erwartung entgegen. Die Hauptversammlung
beauftragt den Landesausschuß,
wo es dann notwendig, im Sinne der vom Verbande
früher festgesetzten Richtlinien nachdrütlich
dazu Stellung zu nehmen.“
Ueber die Reform der Realschulen zuguniten
ron Handwerk und Gewerbe erstattete Reallehrer
Kirchmair-Kempten ein Referat, in dem
er betente. daß in den Kreifen des Handwerks
und Gewerbes der Wunsch nach vertiefter Bildung
außerordentlich rege sei. Die bisherigen
Bildungsmöglichleiten seien lülenhaft, der For#tbildungsschullehrplan
ungenügend. Der einzige
und zmeckmäßigste Weg sei die Reform der Nealschule
im Sinne der Förderung handwerkerlicher
und gewerblicher Forl= und Weiterbildung. Das
zweite Handwerlerbildungsthema behandelte
Magistratsrat Ecker-München. Nach sehr lebhaf#ter
Dislussion wurde folgende Resolution einslimmig
angenommen: „Der Verband Baner.
Gewerbevereine würde es begrüßen, wenn auch
zur intensiveren Förderung von Handwerk und
Cewerbe Mittelschulen errich:et werden, wie solche
für den Handel und die Landwirtschaft bereits
bestehen. Unter den gegebenen Werhältnissen
erachtet er aber zurzeit den Ausbau der
gewerblichen Fachschulen zu Handwerkermilttelschulen
als das geeignetsie Mittel, um den erhöhten
Anforderungen, die heutzutage an ein
elne Gewerbe gestellt werden, Genüge leisien
zu können. Doch behält sich der Verdand
vor, auch die Reform der Realschulen uguntiten
von Handwerk und Gewerb: zum Gegenstand
westerer Beratungen zu machen. Der Verband
erachtet es ferner für wünschenswert, wenn die
Handwerkermittelschulen nach den Bedürfnissen
der einzelnen Gewerbe sich vorerit auf die
Dauer von ein oder zwei Semestern erstrecken
und neben einer erhöhten technischen Ausbildung
auch eine eingehendere kaufmännische und
segatsbürgerliche Bildung vermitteln würden.
Tie Kosten zum Unterhalt dieser Schulen würden
von Staat und Gemeinden gemeinsam zu
bestreiten sein.“
Zur Frage der Errichtung von Anstalten zur
Erleichterung der Hypothelenbeschaffung, Aenderung
einschlägiger reichsgeketzlicher Bestim.
mungen zugunsten des bedrängten Hausbesitzes
berichtete Rechtsanwalt Hundrisser. Die Verbandsleitung
wird ersucht, sich an das Staatsministerium
zu wenden mit der Bitte, eine Anweisung
ergehen zu lassen, daß die Versichetungsanstallen
auch an Handwerker und Arbeiter
in kleinen Städten und auf dem Lande
zu Wohnhausbauten mit Kleinwohnungen Kapitalien
gegen die übliche Sicherheit und Verzinsung
hinausgeben. Es ist auch die Bildung
von Organisationen zur Hypothekbeschaffung erforderlichenfalls
anzustreben.
Als Ort des nächstjährigen Verbandstages
wird Amberg bestimmt. Von den Anträgen
aus Verbandsvereinen hat lediglich die einstimmige
Ablehnung des dem Landtag vorliegenden
Gebührengesetzes Interesse.
Freltag, 3. 2# 1814
Der bayer. Verkehrsbeamtenverein
und die Lehrerdeukschrifl.
Rosenheim, 1. Juli
Der durch die Vertreter sämtlicher Bezirke rrweiterte
Hauptvorstand des Bahyerischen Verlehrsbeamtenvereins
hat Stellung genommen zu
den Verpleichen, in denen die Denkschrift über
die Neuregelung der Dienst-= und Gehaltsverhältnisse
des Volkeschullehrerpersonals in Bayern
die Verhältnisse der Lehrer und der mittleren
Slaatebeamten mit Mittelschulbildung einander
gegenüberstellt. Es wird ausdrüllich bemerkt,
daß sich die Stellungnahme des Vereins
lediglich gegen die den vorgebildeien mittleren
Staatobcamien nachteiligen Vergleiche und
nicht gegen die den Lehrern zugedachte Verbesserung
ihrer Dienst= und Gehaltsverhältnisse
wendet. Der erweiterte Hauptvorstand beschloß
cinstimmig folgende Erklärung:
1. Die vom k. Staatsministerium für Kilchen=
und Schulangelegenheiten herausgegebene
Denkschrift über die Neuregelung der Dienst- und
Gehalteverhältnisse des Volkeschullehrerpersonals
in Banern stellte die Vorbildung, die Arbeits
leistung und die Verantwortung der Lehter
uno der mittleren Staatsbeamten mit Milteischulvorbildung
einander vergleichend gegenüber.
Dieser vergleichenden Gegenüberstellung sehl" oie
notmendige Objektivität und zum Teil auch die
Kennmis der bei den mittleren Verlehrsbeamten
(der weitaus größten Gruppe der vorge-=bildeten
mitlleren Slaatsbeamten) bestehenden
Verhältnisse. Sie rief wegen dieser Mängel unler
den mittleren Verkehrobeamten die größte
Erbitterung hervor.
2. Die vergleichende Gegenüberstellung zweier
Verufe, die wenig miteinander gemeinfam haben,
war unnotig; sie trägt nur dazu bei, die
Beziehungen der beiden Berufe zueinander zu
rerschlechtern und ist schon aus diesem Grunde
in hohem Grade bedauerlich.
3. Die Einzelheiten der vorerwähnten Vergleiche
werden in einer Densschrift, die der Verein
der kgl. Staatsregierung und dem Lendtag
unterbreiten wird, gewürdigt werden.“
BSayerisches Hberland.
Kiefersfelden, 1. Juli. Der Veterauenund
Kriegerverein Riesersfelden veranflaltet am
12., 19. und 20. Juli ein Königeschießen mit
Armeegewehren auf dem Schießstand Kiefersfelden.
Es ist für Mitglieder von Veteranen-,
Muitär= und Schützenvereinen offen. Neben
Bargewinnen in Höhe von 282 Mk siehen 26
Ehrengaben im Gesamtwerte von 300 Mark
zur Verfügung. Ceschossen wird mit den im
Besitze des Vereins befindlichen Armcegewehren
M. 83. Angesichts desien wird sich dieses Schießhen
gewiß einer großen Beteiligung erfreuen
dürfen.
Frasdorf, 1. Juli. Mit der neu eröffreten
Balen jam ein frisches Leben in das sonst so
stilie Frasdorf. Nachdem erst letzten Sonntag
eine Kreuzeinweihung auf der Rauchleite statlfand,
bringt der kommende Sonntag, also der
5. Zuli, nachmittags 1.3 Uhr, im Theatersaal
zu Weseerndorf die dritte Aufführung des
Volksftückes „Geächtet“. Das Spiel erfteut sich
in seiner urwüchsigen lernigen Echtheit und Frische
allgemeinen Beifalls.
Kirchdorf bei Aibling, 1. Julil. Wie aus
Polling bei Mühldorf gemeldet wird, überraschte
dort sehr die Kunde, daß H. H. Erpofilus
Johann Schmid auf die Pkarrei Kirchdorf
dei Aibling berufen wurde. Dem Scheidenden
wurde ein ebrender Abschied bereiket,
bei dem seine Verdienste in Worten der Anerlennung
von verschiedener Seite gefeiert wurden.
Redner waren H. H. Pfarrer Denk von Flossing,
Jauptlehrer Weiß und Traumaierdauer
Mayrhofer als Obmann des christl. Bauernvertins.
Zablreiche Geschenke wurden dem
Scheidenden gewidmet. Der „Mühld. Anz.“
berichte:: „Sogar der Traumaierbauer radelte
in letzter Stunde noch nach Mühldorf und
laufte auf eigene Faust einen schönen weißen
Strohhut und überreichte ihn mit würzigen
humorrollen Worten, da der neue Pfarrer von
Kirchdorf einen Strobhut als Oekonomiepfarrer
von 80 Tagwerk ganz gut brauchen könnc.“
Für all diese Ehrungen bhatte der Scheidende
hersliche Worte des Dankes.
Sgastätt, 1. Juli. Heute vormittag wurde
die Leiche des sehr beliebten und hochgeachteten
ehemaligen Kammerers und Pfarrers von
bier, H. H. Jos. Höger, unter außerst großer
Beteiligung von Mitgliedern der Vereine, der
Kirchen= und Gemeindevertretungen, der Pfarrlinder,
der Bekannten und Verwandten avs
nah und fern, begleilet durch einen Kondukt von
etwa 20 Geistlichen, zur Erde bestattet. Die
Funktionen hielt der H. H. Dekan Witting von
Awerang, der die Werdienste des Verstorbenen
in trefflicher Rede hervorzuheben wußte.
Ein Grabgesang, mit Unterstützung der Herren
Lehrer der Umgebung vorgetragen, schloß die
Feier am Grabe, worauf die Seelengottesdienste
soloten.
Traunstein, 1. Juli. Gestern wurde auß
der Lolalbahn Traunstein-Garching ein zweieinhald
Jahre altes Kind, das auf der
Ueberfahrt spielte, von einem Zug dberfabren.
Das Kind wurde cber, ohne eine Verq