Full text : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

#tlummer  150  U

□—JNE

 

Bressach,  1.  Juli.  In  der  vergangenen
Nacht  brannte  die  Gasosfenfabrik  Keller  und
Pepfen  bis  auf  die  Grundmauern  nieder.  Die
Feuerwehrleute  fanden  den  Besitzer  Keller  tot
auf;  er  dürfie  erflickt  sein.

Sommerfeld,  1.  Juli.  Der  Arbeiter
Erich  Zingelmann  ermordete  heute  vormittag
in  seiner  Wohnung  in  Abwesenheit  seiner  Frau
seine  beiden  Kinder  im  Alter  von  drei  und
einem  Jahr,  indem  er  ihnen  die  Halsschlagater
  durchschnitt.  Die  Kinder  wurden  von  der
Mutter,  als  sie  von  einer  Beforgung  zurüklehrte,
  in  ihrem  Blute  aufgefunden.  Der
Mörder  ist  flüchtig.

r□

Ver  elnem  Schutzmann  erschoffen.
Berlin,  1.  Juli.

Wir  wir  bereils  kurz  meldeten,  wurde  in  der
Nacht  zum  Dienstag  in  Karlsruhe  der  Student
Burckbüchler  von  einem  Schutzmann  erschossen.
Zu  diesem  Vorfals  wird  nun  ergänzend  gemeldet,
  dab  zwanzig  Studenten  in  ziemlich  angeheiterter
  Stimmung  von  einer  Namenstagsseier
  zurückkehrten.  Als  sich  ihnen  Schutzleute
entgegenstellten  und  sie  aufforderten,  das  Sin-Ken
  und  Schreien  einzustellen,  und.  da  dies  nicht
neschah,  die  Schutzleute  zur  Festnahme  der  Ruheslörer
  schreiten  wollten,  schlug  einer  der  Studenten
  einem  Schutzmann  das  Notizbuch  aus  der
Hand  und  bearbeitete  ihn  mit  Faustschlägen.  Der
Beamte  wehrte  sich,  zog  den  Säbel  und  schlug
auf  die  Angreifer  los.  Da  sprangen  andere  Studenten
  auf  den  Schutzmann  kos,  griffen  ihn  am
Hals  und  zerrissen  ihm  die  Uniform.  In  diesem
  Augenblick  zog  der  Beamte  den  Nevolver
und  gab  auf  den  Studenten  Buräbüchler  aus
Varr  im  Elsaß  kurz  hinkereinander  drei  Revolnerschüsie
  ab.  Der  Getrofsene  sank  zu  Boden
und  wurde  ins  Krankenhaus  gebracht,  wo  er  der
Verlehung  erlag.  Die  Namen  der  Ruhestörer
lonnten  festgestellt  werden.  Unter  ihnen  befanden
  sich  auch  mehrere  Hörer  russischer  Natio-Lasftät.
  Im  ganzen  wurden  13  Studenten  verhasict.


Die  Duplizität  der  Ereigni  se  beweist  ein  Vorlall.
  der  aus  Danzig  gemeldet  wird.  In  einer
der  dortigen  belebtesten  Straßen  hat  ein  Schutzmann
  einen  Arbeiter,  den  er  im  Auftrage  der
Staatsanwaltschaft  verhaften  wollte,  erschossen,
nachdem  dieser  ihm  an  der  Kehle  gepat  hatte.
Durch  den  ersten  Schuß  verletzte  der  Schutzmenn
  einen  Passanten,  dem  die  Kugel  in  den
Oberschenkel  fuhr,  der  zweite  Schuß  traf  den
Arbeiter  ins  Herz.

Der  Jaakenskand  in  Bayeru.
München,  1.  Juli.

Nach  den  im  K.  Statistischen  Landesamt  eingegangenen
  Berichten  landwirtschafllicher  Verirauenemänner
  war  Ende  Juni  der  Stand  der
Saaten  und  der  Futtergewächse  im  Durchschnitt
befriedigend,  wenn  auch  die  Entwidlung  durch
das  länger  dauernde  regnerische  und  kalte  Wetter
  rielfach  aufgehalten  wurde.

Winterweizen  und  Winterspelz  ist  teilweise
elb  und  rostig  geworden.  Die  Roggenblüte  ist
unterschjedlich  verlaufen;  vielfach  ist  bei  Roggen
Schäoigung  durch  Gewitterregen  und  Kälte  sowie
  Kupferbrand  und  Gelbrost  eingetreten;  auch
kaat  sich  der  Roggen  stellenweise  gelagert.  Die
Sommersaaten  stehen  meist  schön;  zu  einem  grosten
  Teil  jedoch  zeigt  sich  starte  Verunkrautung,
insbesondere  bei  Hafer,  durch  Hederich  und  Tistem.
  Die  Kartoffeln  sind,  vor  allem  auf  schweren
  Böden,  schlecht  aufgegangen  und  zeigen  deshall
  lödigen  Stand;  doch  ist  bei  Eintreten  günstigen
  Wetters  eine  gute  Entwicklung  zu  erwarlen.
  Die  Zuckerrüben  befriedigen.  Klee  und  Luzetre
  zeigen  vielfach  infolge  schlechter  Ueberwinterung
  lückigen  Stand  und  sino  auch  zum  Teil
star:  verunkrautet.  Der  zweite  Klecansatz  ist
vielerorts  besser  als  der  erste.

Die  Heuernte  ist  zurzeit  im  besten  Gang;  je
mehr  esdoch  das  Einbringen  des  Heus  durch
regnerische  Witterung  aufgehalten  war,  desto
mehr  hat  die  Qualität  gelitten.  Im  allgemeinen
wird  der  Ertrag,  besonders  auf  trockenen  Wiesen,
  als  reichlich  und  gut  bezeichnel;  nur  Grundwiesen,
  die  sehr  unter  Nässe  und  Kälte  zu  leiden
hatten,  lassen  im  Ertrag  zu  wünschen  übrig.  Der
Hopfen  ist  teilweise  in  der  Entwicklung  zurück
unrd  stellenweise  auch  mit  Ungeziefer  (Blattläuse)
behaftet.  In  einigen  Bezirken  hat  der  Hagelschlag
  starken  Schaden  angerichtet.  Ueber  Mäusefraß
  wird  nicht  geklagt.
Die  Durchschnittsquoten
sind:  (Note  2  gleich  gut,  3  gl.  mittel):  Winkerweszen
  2,1  (i.  V.  1,9  und  im  Mai  19142,0),
Sommerweizen  2,0,  Winterspelz  2,1,  Winterroogen
  2,2,  (i.  V.  1,9,  Mai  2,2),  Sommerrog-Hen
  2.1.  Gerste  1,9  (i.  V.  1,7,  Mai  1,9),  Hafer
2.0  (2,1,  Mai  2,0),  Reps  2,1,  Kartoffeln  2,2,
Zuckerrüben  2,1,  Klee  2,2,  Luzerne  2,4,  Bewässerungswiesen
  1,9  (i.  V.  1,7.  Mai  1,9),  andere
Wielen  1,9  (1,7  bezw.  1,9),  Tabak  2,3  (1,8
bezw.  1,5),  Hopfen  2,3  (2,1  bezw.  2,1).

Bayvetische  Aachrichten.

Erding,  1.  Juli.  Gelegentlich  eines  Streites
hat  ein  Neffe  seinen  Onkel,  den  Oekonomen
Schmidbauer  von  Forrach,  mit  einer  Mistgabel
lebensgefährlich  verletzt.  Zwischen  den  beiden
Familien  besteht  eine  erbitlerte  Feindschaft.

Regensburg,  1.  Jull.  Während  der  Söloner
  Geigelmeler  von  Herrnwahlthann  heute  mitfür

  das  Königreich

Anzeigen  #—1—

Die  ermordete  Gemahlin  des  öllerr.  Zhrenfolgers  mit  ihren  Alnbdern.

 

 

 

tag  als  Zeuge  vor  Gericht  erscheinen  muhte,
traf  die  telegraphische  Meldung  ein,  daß  eein
Anwesen  in  Flammen  stehe  und  daß  waherscheinlich
  nichts  mehr  gerettet  werden  lönne.  Grsiern
  abend  brach  im  Polierwerk  Grünewald
in  Gaisthalhammer  Feuer  aus,  das:  mehrere
Werlbauten  einäscherte,  und  die  Wohnungen
einiger  Arbeiter  ausbrannte.  Diese  sowie  der
Besitzer  waren  nicht  zu  Hause.  Es  wird  Brandstiftung
  vermutet.  Heute  morgen  brach  in
Gaisthal  in  dem  Anwesen  des  Bierbrauereibesitzers
  Adam  Aach  Feuer  aus,  das  in  kurzer
Zei:  die  Brauerei  mit  sämtlichen  Nebengebäuden
  und  die  Anwesen  der  Gütler  Beßz,  Galli,
Braun,  Fischer  und  Hanauer  in  Asche  legte.  Da
die  meisten  Leute  auf  dem  Felde  beschäftigt
waren,  konnte  nur  wenig  gerettet  werden.  Auch
in  diesem  Falle  wird  Brandstistung  vermutet.

Mitterteich,  1.  Juli.  Gestern  nacht  hat  der
17  Jahre  alte  Glasmachergehilse  Reis  den
Fleichaltrigen  Glasstrecker  Kedeis  in  der  hiesigen
  Glasfabrik  nach  einem  voraufgegangenen
Wortwechsel  erstochen.

Sandbach,  1.  Juli.  Beim  Abbrennen  eines
Sonnwendfeuers  sind  zwei  Burschen  von  hier
dadurch  verunglückt,  daß  sie  beim  Springen
über  das  Feuer  zusammenstießen  und  in  die
Flammen  sielen.  Der  eine  erlitt  schwere,  der
andere  nur  leichtere  Brandwunden.

Füssen,  1.  Juli.  Als  die  61  Jahre  alte
Köchin  Marie  Wolf  aus  München,  die  in  einem
blessoen  Gasthof  in  Stellung  war,  heute  von  dem
bevorstehenden  Ableben  ihrer  Tochter  hörte,  sank
sie  m'itten  auf  der  Straße  tot  zu  Boden.  Die
übergroße  Aufregung  ließ  das  Mutterherz  siille
slehen.

Rain  a.  Lech,  1.  Juli.  Die  Dienstbotennot
auf  dem  Lande,  die  immer  mehr  zunimmt,  zwang
den  Oekonomen  Jalob  Raba,  sein  Besitztum,
den  weit  und  breit  bekannten  Scherbaueruhof,
um  255  000  Mk.  zu  verkaufen.  Der  prächtigr,
tadellos  gehaltene  und  mit  edlem  Rassenvieh
ausgestattete  Hof,  einer  der  schönsten  der  ganzen
  Umgebung,  wird  zertrümmert.

Günzburg,  1.  Juli.  Beim  Ueberschwimmen
der  Donau  geriet  der  20jährige  Hilfsmonteur
Reinhard  Zimmerlein  aus  Freiburg  in  einen
Wirbel.  Er  ertrank  vor  den  Augen  eines  Freundes,
  der  mit  ihm  zum  Baden  gegangen  war.

Krumbach,  1.  Juli.  Am  Montagnachmittag
machte  der  Geschäftsinhaber  Haller  aus  Ulm
mit  sefnem  Automobil  eine  Fahrt  nach  Krumbach,
  zu  der  er  auch  diie  Gaktin  des  Betriebsleiters
  Fink  aus  Breitenthal  eingeladen  hatte.
Bei  einer  Kurve  in  Krumbach  rutschte  das  Antzmobil
  in  den  Straßengraben  und  überschlug  sich.
Frau  Fink  erlitt  einen  Genickbruch  und  war  sosort
  tot,  während  der  Besitzer  des  Fahrzeugs
schwere  innere  Verletzungen  und  einen  Armdruch
erlitt.  Der  Wagen  wurde  vollständig  zerftört.

Cohmsfeld  bei  Kaiserslautern,  1.  Juli.
Heute  nacheiittag  stürzte  in  der  Kaiserstrate
im  Wiesenthal  das  Automobil  des  70  Jahre
alten  Herzogs  Alerander  von  Oldenburg  aus
Petersburg  die  Böschung  nieder.  Der  Wagen
wurde  vollständig  zertrümmert.  Der  Herzog
erlitt  mehrere  Rippenbrüche  und  einen  schwerten
  Nervenchok.  Die  übrigen  Insassen  wurden
verletzt.

Berbanud  baver.  Gewerbevereine.
Körblingen,  1.  Juli.

Die  diesjährige  39.  Hauptversammlung  des
Verbandes  baner.  Gewerteverein##  lend  in  Nörtlingen
  statt.  Aus  dem  Tätigleitsbericht  ist  folgendes
  von  Interesse  und  Wichtigkeit:  Die  Einführung
  einer  Arbeitslosenversicherung  lehnt:  der
Verband  in  einer  Eingabe  an  den  Landlag  ab.
Der  Bayer.  Gastwirteverband  ist  dem  Verbande
bayerischer  Gewerbevereine  beigelreten.  Die  Errichtung
  und  die  Tätigkeit  der  Arbeitgeberverbänoe
  wird  seitens  des  Verbandes  bekfürwortet

 

und  begrüht.  Einstimmig  angenommen  wird  eine

 

Satzungsänderung  des  Verbandes,  die  dessen
Eintragung  in  das  Vereinsregister  ermöglichen
soll.  Der  bisherige  Vorstand  und  der  Landesausschuß
  mit  Dekorationsmaler  Har#ner-Nurnberg
  an  der  Spitze  wurde  wiedergewöähll.

Ueber  die  Regelung  des  öffentlichen  Vergebungswesens
  wird  ein  lurzet  Bericht  durch  den
Vorsitzenden  Hartner  erstatlel.  Es  wurde  fol-Lende
  Resolution  angenommen:  „Der  Verband
Bagyerischer  Gewerbevereine  kämpft  seit  Jahren
für  eine  gesunde  Regelung  des  staatlichen  und
gemeindlichen  Vergebungswesens  in  handwerlsund
  gewerbefreundlichem  Sinne.  Die  von  der
Verbandsleitung  an  die  zuständigen  Srellen  in
Staat  und  Gemeinde  geleiteten,  genau  begründeten
  Eingaben  lönnen  über  die  maßvollen  Forderungen
  der  Handwerker  und  Gewerbetreibenden
  leinen  Zweisel  lassen.  Der  Verband  sieht
nunmehr  der  baldigen  Veröffentlichung  der  Emwürse
  der  Skaatsregierung  über  das  Vergebungewesen
  mit  Erwartung  entgegen.  Die  Hauptversammlung
  beauftragt  den  Landesausschuß,
wo  es  dann  notwendig,  im  Sinne  der  vom  Verbande
  früher  festgesetzten  Richtlinien  nachdrütlich
dazu  Stellung  zu  nehmen.“

Ueber  die  Reform  der  Realschulen  zuguniten
ron  Handwerk  und  Gewerbe  erstattete  Reallehrer
  Kirchmair-Kempten  ein  Referat,  in  dem
er  betente.  daß  in  den  Kreifen  des  Handwerks
und  Gewerbes  der  Wunsch  nach  vertiefter  Bildung
  außerordentlich  rege  sei.  Die  bisherigen
Bildungsmöglichleiten  seien  lülenhaft,  der  For#tbildungsschullehrplan
  ungenügend.  Der  einzige
und  zmeckmäßigste  Weg  sei  die  Reform  der  Nealschule
  im  Sinne  der  Förderung  handwerkerlicher
und  gewerblicher  Forl=  und  Weiterbildung.  Das
zweite  Handwerlerbildungsthema  behandelte
Magistratsrat  Ecker-München.  Nach  sehr  lebhaf#ter
  Dislussion  wurde  folgende  Resolution  einslimmig
  angenommen:  „Der  Verband  Baner.
Gewerbevereine  würde  es  begrüßen,  wenn  auch
zur  intensiveren  Förderung  von  Handwerk  und
Cewerbe  Mittelschulen  errich:et  werden,  wie  solche
  für  den  Handel  und  die  Landwirtschaft  bereits
  bestehen.  Unter  den  gegebenen  Werhältnissen
  erachtet  er  aber  zurzeit  den  Ausbau  der
gewerblichen  Fachschulen  zu  Handwerkermilttelschulen
  als  das  geeignetsie  Mittel,  um  den  erhöhten
  Anforderungen,  die  heutzutage  an  ein
elne  Gewerbe  gestellt  werden,  Genüge  leisien
  zu  können.  Doch  behält  sich  der  Verdand
vor,  auch  die  Reform  der  Realschulen  uguntiten
von  Handwerk  und  Gewerb:  zum  Gegenstand
westerer  Beratungen  zu  machen.  Der  Verband
erachtet  es  ferner  für  wünschenswert,  wenn  die
Handwerkermittelschulen  nach  den  Bedürfnissen
der  einzelnen  Gewerbe  sich  vorerit  auf  die
Dauer  von  ein  oder  zwei  Semestern  erstrecken
und  neben  einer  erhöhten  technischen  Ausbildung
  auch  eine  eingehendere  kaufmännische  und
segatsbürgerliche  Bildung  vermitteln  würden.
Tie  Kosten  zum  Unterhalt  dieser  Schulen  würden
  von  Staat  und  Gemeinden  gemeinsam  zu
bestreiten  sein.“

Zur  Frage  der  Errichtung  von  Anstalten  zur
Erleichterung  der  Hypothelenbeschaffung,  Aenderung
  einschlägiger  reichsgeketzlicher  Bestim.
mungen  zugunsten  des  bedrängten  Hausbesitzes
berichtete  Rechtsanwalt  Hundrisser.  Die  Verbandsleitung
  wird  ersucht,  sich  an  das  Staatsministerium
  zu  wenden  mit  der  Bitte,  eine  Anweisung
  ergehen  zu  lassen,  daß  die  Versichetungsanstallen
  auch  an  Handwerker  und  Arbeiter
  in  kleinen  Städten  und  auf  dem  Lande
zu  Wohnhausbauten  mit  Kleinwohnungen  Kapitalien
  gegen  die  übliche  Sicherheit  und  Verzinsung
  hinausgeben.  Es  ist  auch  die  Bildung
von  Organisationen  zur  Hypothekbeschaffung  erforderlichenfalls
  anzustreben.

Als  Ort  des  nächstjährigen  Verbandstages
wird  Amberg  bestimmt.  Von  den  Anträgen
aus  Verbandsvereinen  hat  lediglich  die  einstimmige
  Ablehnung  des  dem  Landtag  vorliegenden
  Gebührengesetzes  Interesse.

Freltag,  3.  2#  1814
Der  bayer.  Verkehrsbeamtenverein
und  die  Lehrerdeukschrifl.

Rosenheim,  1.  Juli

Der  durch  die  Vertreter  sämtlicher  Bezirke  rrweiterte
  Hauptvorstand  des  Bahyerischen  Verlehrsbeamtenvereins
  hat  Stellung  genommen  zu
den  Verpleichen,  in  denen  die  Denkschrift  über
die  Neuregelung  der  Dienst-=  und  Gehaltsverhältnisse
  des  Volkeschullehrerpersonals  in  Bayern
  die  Verhältnisse  der  Lehrer  und  der  mittleren
  Slaatebeamten  mit  Mittelschulbildung  einander
  gegenüberstellt.  Es  wird  ausdrüllich  bemerkt,
  daß  sich  die  Stellungnahme  des  Vereins
  lediglich  gegen  die  den  vorgebildeien  mittleren
  Staatobcamien  nachteiligen  Vergleiche  und
nicht  gegen  die  den  Lehrern  zugedachte  Verbesserung
  ihrer  Dienst=  und  Gehaltsverhältnisse
wendet.  Der  erweiterte  Hauptvorstand  beschloß
cinstimmig  folgende  Erklärung:

1.  Die  vom  k.  Staatsministerium  für  Kilchen=
  und  Schulangelegenheiten  herausgegebene
Denkschrift  über  die  Neuregelung  der  Dienst-  und
Gehalteverhältnisse  des  Volkeschullehrerpersonals
  in  Banern  stellte  die  Vorbildung,  die  Arbeits
  leistung  und  die  Verantwortung  der  Lehter
uno  der  mittleren  Staatsbeamten  mit  Milteischulvorbildung
  einander  vergleichend  gegenüber.
Dieser  vergleichenden  Gegenüberstellung  sehl"  oie
notmendige  Objektivität  und  zum  Teil  auch  die
Kennmis  der  bei  den  mittleren  Verlehrsbeamten
  (der  weitaus  größten  Gruppe  der  vorge-=bildeten
  mitlleren  Slaatsbeamten)  bestehenden
Verhältnisse.  Sie  rief  wegen  dieser  Mängel  unler
  den  mittleren  Verkehrobeamten  die  größte
Erbitterung  hervor.

2.  Die  vergleichende  Gegenüberstellung  zweier
Verufe,  die  wenig  miteinander  gemeinfam  haben,
  war  unnotig;  sie  trägt  nur  dazu  bei,  die
Beziehungen  der  beiden  Berufe  zueinander  zu
rerschlechtern  und  ist  schon  aus  diesem  Grunde
in  hohem  Grade  bedauerlich.

3.  Die  Einzelheiten  der  vorerwähnten  Vergleiche
  werden  in  einer  Densschrift,  die  der  Verein
  der  kgl.  Staatsregierung  und  dem  Lendtag
  unterbreiten  wird,  gewürdigt  werden.“

BSayerisches  Hberland.

Kiefersfelden,  1.  Juli.  Der  Veterauenund
  Kriegerverein  Riesersfelden  veranflaltet  am
12.,  19.  und  20.  Juli  ein  Königeschießen  mit
Armeegewehren  auf  dem  Schießstand  Kiefersfelden.
  Es  ist  für  Mitglieder  von  Veteranen-,
Muitär=  und  Schützenvereinen  offen.  Neben
Bargewinnen  in  Höhe  von  282  Mk  siehen  26
Ehrengaben  im  Gesamtwerte  von  300  Mark
zur  Verfügung.  Ceschossen  wird  mit  den  im
Besitze  des  Vereins  befindlichen  Armcegewehren
M.  83.  Angesichts  desien  wird  sich  dieses  Schießhen
  gewiß  einer  großen  Beteiligung  erfreuen
dürfen.

Frasdorf,  1.  Juli.  Mit  der  neu  eröffreten
Balen  jam  ein  frisches  Leben  in  das  sonst  so
stilie  Frasdorf.  Nachdem  erst  letzten  Sonntag
eine  Kreuzeinweihung  auf  der  Rauchleite  statlfand,
  bringt  der  kommende  Sonntag,  also  der
5.  Zuli,  nachmittags  1.3  Uhr,  im  Theatersaal
zu  Weseerndorf  die  dritte  Aufführung  des
Volksftückes  „Geächtet“.  Das  Spiel  erfteut  sich
in  seiner  urwüchsigen  lernigen  Echtheit  und  Frische
  allgemeinen  Beifalls.

Kirchdorf  bei  Aibling,  1.  Julil.  Wie  aus
Polling  bei  Mühldorf  gemeldet  wird,  überraschte
  dort  sehr  die  Kunde,  daß  H.  H.  Erpofilus
  Johann  Schmid  auf  die  Pkarrei  Kirchdorf
  dei  Aibling  berufen  wurde.  Dem  Scheidenden
  wurde  ein  ebrender  Abschied  bereiket,
bei  dem  seine  Verdienste  in  Worten  der  Anerlennung
  von  verschiedener  Seite  gefeiert  wurden.
Redner  waren  H.  H.  Pfarrer  Denk  von  Flossing,
  Jauptlehrer  Weiß  und  Traumaierdauer
Mayrhofer  als  Obmann  des  christl.  Bauernvertins.
  Zablreiche  Geschenke  wurden  dem
Scheidenden  gewidmet.  Der  „Mühld.  Anz.“
berichte::  „Sogar  der  Traumaierbauer  radelte
  in  letzter  Stunde  noch  nach  Mühldorf  und
laufte  auf  eigene  Faust  einen  schönen  weißen
Strohhut  und  überreichte  ihn  mit  würzigen
humorrollen  Worten,  da  der  neue  Pfarrer  von
Kirchdorf  einen  Strobhut  als  Oekonomiepfarrer
  von  80  Tagwerk  ganz  gut  brauchen  könnc.“
Für  all  diese  Ehrungen  bhatte  der  Scheidende
hersliche  Worte  des  Dankes.

Sgastätt,  1.  Juli.  Heute  vormittag  wurde
die  Leiche  des  sehr  beliebten  und  hochgeachteten
  ehemaligen  Kammerers  und  Pfarrers  von
bier,  H.  H.  Jos.  Höger,  unter  außerst  großer
Beteiligung  von  Mitgliedern  der  Vereine,  der
Kirchen=  und  Gemeindevertretungen,  der  Pfarrlinder,
  der  Bekannten  und  Verwandten  avs
nah  und  fern,  begleilet  durch  einen  Kondukt  von
etwa  20  Geistlichen,  zur  Erde  bestattet.  Die
Funktionen  hielt  der  H.  H.  Dekan  Witting  von
Awerang,  der  die  Werdienste  des  Verstorbenen
  in  trefflicher  Rede  hervorzuheben  wußte.
Ein  Grabgesang,  mit  Unterstützung  der  Herren
Lehrer  der  Umgebung  vorgetragen,  schloß  die
Feier  am  Grabe,  worauf  die  Seelengottesdienste
soloten.

Traunstein,  1.  Juli.  Gestern  wurde  auß
der  Lolalbahn  Traunstein-Garching  ein  zweieinhald
  Jahre  altes  Kind,  das  auf  der

 

 

Ueberfahrt  spielte,  von  einem  Zug  dberfabren.
  Das  Kind  wurde  cber,  ohne  eine  Verq