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Erfahrung lehre, daß eine lebende Sprache richtig nur von solchen
gelehrt werden könne, welche die Sprache als ihre Muttersprache
redeten. -,
Was den Unterricht in der Geschichte und Geographie
betrifft, so wurde zu dem Wunsche des Referenten, es möchte
darauf Bedacht genommen werden, daß der geographische Unterricht
in den untersten Classen auch dem Lehrer der Naturgeschichte
(nicht ausschließlich dem Historiker) zugewiesen werden könne, bemerkt,
daß der Verwirklichung dieses Wunsches der Mangel an
dazu gerigneten Lehrern der Naturgeschichte entgegenstehen werde
(Dillenburger). Von anderer Seite (Schrader) wurde die
Meinung ausgesprochen, daß wenigstens für das Gymnasium die
Ertheilung des geographischen Unterrichtes durch den Lehrer der
Geschichte am angemessensten erscheine. — Der Wunsch des Referenten,
daß der geographische Unterricht in Quinta verstärkt
werde, wurde von anderer Seite (Dillenburger) getheilt, und
dabei hervorgehoben, daß in der Geographie gegenwärtig in den
Gymnasien zu wenig geleistet werde; man müsse für den geschichtlichn
und geographischen Unterricht in Sexta und Ouinta
4 Stunden wöchentlich ansetzen, und in diesen Classen namentlich auch
die antiken Mythen lehren, um die gegenwärtig in dieser Beziehung
in den oberen Classen hervortretende Unwissenheit zu beseitigen.
gHr. Ostendorf erklärte die Forderung von 2 Stunden
wöchentlich für die Geographie in den Clafsen von Serta bis
Ober-Tertia incl. für unabweislich; dieser Unterricht dürfe aber
nicht in einer Weise betrieben werden, welche den Schäüler lediglich
receptiv bleiben lasse, sondern hier gerade müsse die Productivität
der Schüler durch Kartenzeichnen in Anspruch genommen werden;
nur wenn dies geschehe, könne den Klagen der Civil= und Militair-Behörden
über die in Bezug auf Geographie herrschende Unwissenheit
ein Ende gemacht werden.
Ueber das Unterrichtsziel in der Mathematik machten sich
verschiedene Meinungen geltend. Während sich die Mehrzahl derer,
welche sich hierüber äußerten, mit dem Referenten für Beibehaltung
der gegenwärtigen Verhältnisse aussprach, wurde von anderer Seite
(Reichensperger) hervorgehoben, daß der jetzige Unterricht des
Gymnasiums im allgemeinen zu weit gehe und nur unbedentende
Früchte trage. Es zeige sich der geringe Erfolg beispielsweise in
dem bekannten borror der Juristen vor allen Rechnungssachen;
man fliege zu hoch und verliere dabei den Boden unter den Füßen.
Um eine Besserung des Zustandes herbeizuführen, müßte nicht nur
das Jiel des mathematischen Unterrichts niedriger gesteckt, sonderm
auch darauf hingearbeitet werden, daß die elementare Mathematik
ründlicher als bisher getrieben und dem Schüler gleichsam. in
Peish und Blut gebracht werde.