Nummer 23
Die Diebininder Kirche.
München, 24. März. Die Näherin Kherese.
Mühlener von Wangering wurde am 30.
tober aus dem Gefängnisse entlassen, 1 sie 5%%
10 monatliche Gefängnisstrafe Lerbüßt hatte.
Sie kam nach München. Einige Zeit brachte sie
sich durch ehrliche Arbeit fort, von Ende Dezember
1915 bis zu ihrer am 20. Januar erfolgten
Verhaftung hat sie das Stehlen von Handtaschen,
Regenschirmen und Muffen in verschiede-#nen
Kirchen ganz gewerbsmäßig beirieben. Im
Ganzen sind es 19 Fälle, die ihr zur Last gelegt
sind, weitere Fälle sind einstweilen eingestellt
worden. Die Diebin besuchte hauptsächlich in den
Morgemsunden die Kirchen im Stadtinnern und
im Nordviertel, gab sich den Auschein einer frommen
Beterin und wurtete, bis eine vor ihr
lnieende Dame ihren Platz verließ und zur
Kommunionbank ging. Dann stahl sie die zurückgelassenen
Handtäschchen, die neben Bargeld
melst Rosenkränze, Taschentücher u. s. w. enlhielten,
Regenschirme und Pelzmuffe. Dabei
hatte sie es meist auf bessere und wertvollere
Sachen abgesehen. Die gestohlenen Handtäschchen
warf sie weg. Das Bargeld, über 100 Mk.
verbrauchte sie, die Regenschirme und die Pelzmuffe
wurden bei einer Haussuchung in ihrer
Wohnung gefunden. Das Urteil für die geständige
Diebin lantete auf 1 Jahr 4 Monate Gesängnis,
ab ein Monat Untersuchungshaft.
Bunte Chrontk.
Lustiges von französischen Gefangenen.
Ein Trupp französischer Gefangener
aus einem Gefangenenlager in Bayern kam auf
dem Weg zur Arbeilsstätte an der Auslage
eines Metzgers vorbei, in der ein geschlachtetes
Geißlein im Fell hing. Bei dessen Anblick lam
ein neben dem Posten gehender, etmas deutsch
radebrechender Franzose in große Erregung.
Dieser gab er mit sichtlicher Freude Ausdruck
durch folgende Worte an den erstaunten Posten:
„deutsches Kamerad“ dabei deutet er auf
das Geißlein- „Deutschland doch kaput, friht
schon Miau!“ Der Vorgang erinnert lebhaft
an das Wort eines französischen Gesangenen
der in einem bayerischen Gesangenenlager ein
Eichhörnchen entdeckte und Witleidig ausriei:
re Deutschland, leiner Fucho!“
in Briefaus Elba. Der Tiroler Landtagsabgeordnete
Franz v. Guggenberg, Vizebürgermeister
von Briren, der als Oberleutnant
seinerzeit in serbische Gefangenschaft geraten war
und dann nach Italien auf die Insel Elba gebracht
wurde, schildert in einem dem „Tiroler“
zur Verfügung gestellten Briefe an seine Angehörigen
von Elba aus den Marsch der öfsterreichischen
Gefangenen aus Serbien über Albanis#
ans Merr. ißt es u. a.: Bei Wind
und Wette in Eis und Schnee, über unwegsame
Berye, durch wilde Täler und Schluchten, übeht
und Flüsse, gar oft ohne Weg und Steg
ging es dahin in anstrengenden Märschen zirka
700) Kilometer weit. Von einem ordentlichen Lager
war nie die Nede. Man mußte froh sein,
bie und da ein Dach zu haben, in Scheunen,
fen. in altent Gemäuer, in Stallungen
unter Zelten ein wenig Stroh und Schilf zu finden,
worauf man feinen müden Körper detten
konnte. Gar oft war das weite Himmelszelt
unser Dach. Ein Segen, daß uns der liebe Herr-
. ««-...;J.«:--«- —-gen
verschonte. Dabei war die Ausrüstung ganz
ungenügend, alte zerschlissene Uniformen und
schlechtes Schuhwerk. Jeder mußte seine Habe
selbst am Rücken tragen. Viele Tage lonnte
man sich nur von Brot, einigen Nüssen, Kastanien,
schlechten herben Vepfeln und Birnen nähren.
Und doch war ich immer gutlen Humors.
Ein Festlag war es jedeomal, wenn wir in einen
größeren Ort lamen und etmas Zucker erhieiten.
Man hat keine Ahnung, wie man nach Süßem
lechzt, wenn man es lange entbehren mußte. So
war es mit uns Offizieren, die zumeist Geld belaßen
oder sich solches von Kameraden ausleihen
lonnten. Die Preise der Lebenomittel stiegen
zuweilen ins Ungeheuere, so wurden für einen
Laib Brot, aus zeritampftem Kutkurnz bereitet,
ja auch 10 Dinare bezahlt. Ihr könnt Euch
vorstellen, nuie froh wir waren, als wir endlich
das Meer sahen.
Eine für die Urgeschichte Deutschlands
kedeutsame Entdeckung. Durch
die Presse geht eine Notiz, nach welcher der
Schweizer O. Hauser entdeckt habe, daß im
nördlichen Bayern eine Reihe von Funden dem
iogenannten Micoquien zuzumeisen sei, d. h. daß
diese Stücke Aehnlichleit mit Funden bei La
Micoque in der Dordogne besitzen. Es ist darauf
hinzuweisen, daß auf diese Aehulichkeit schon
Prosessor Or. Hugo Obermaier in den Mitteilungen
der Wiener Anthropologischen Gesellschoft
1914 aufmerkiam gemacht hat. Es heißt
dort in dem Aussatz „Paläolithbeiträge aus
Nordbayern" S. 55: „Uniere beiden nordbayerischen
Plätze (nämlich die Klausennische bei
Neuessing und Kösten bei Lichienfels) stellen vielmehr
eine eigene „Fazies“ im Kreise des jungeren
Acheulien dar, an melche in Frankreich am
meisten gewisse Topenserien von La Micoque
(Dordogne) erinnern, und welche sonsthin an
reichen Plätzen wenig'ten durch Streustude ähnlicher
Art angedeutet ill.
Das Klavier ale Kriegsneuerquelle.
Wie aus Danzig berichtet wird, soll
dort von jelzt an eine Steuer auf Klariere erlhioben
nuerden. Das Piano soll mit 12 Mk.,
ein Flügel mit 20 Mk. befteuert werden. Instrumenlte,
die dem direlten Geuwerbe dienen, bleiben
befreit. Wie jede Steuer, so wird auch diese
sicher mit Freuden von denen begrüßt werden,
die sie nicht bezahlen müssen. Die Betroffenen
scheiden sich in zwei Klassen: die, denen
cs aus irdischen Gründen nicht schmer fallen wird,
die 12 oder 20 Mi. zu entrichten, und die, die
sich oft mit bitterer Mühe, unter jahrelangen
Nalenzahlungen das teure Instrument und durch
viele Unterrichtshonorare die Möglichkeit erworben
haben, sich gerade über schmere Zeilen durch
das Gluck schöner Hausmusik Linmegzuhelsen.
Sie empfinden ihr Klavier nicht als „Lurus“
und nerden daher die Steuererfindung der
Stadt Danzig nicht gerecht nennen.
— bem Bei#eisamislalie.
Bekanntmachung
über den Verkehr mit Butter.
Um die Versorgur der Bevölkerung Ritt
Butter sicher zu stellen, erlassen die stellvertretenden
Generalkommandos I., II. und lll.
bayer. Armeekorpo in Abänderung der Bekanntmachung
über den Verkehr mit Erzeugnissen
der Milchwirtschaft vom 20. 1. 1916 auf
Grund des Artikels 4 Nr. 2 des Kriegszustands-
gott bei solcher Gelegenheit zumeist vor dem Re-
gesetzes folgende Anordnungen:
J.
Dem 8 4 der Bekanntmachung über den Verlehr
zit Erzeugnissen der Milchwirtschaft vom
20. 1916 werden folgende Absätze angefügt:
v Herstellerpreis versteht sich frei Versandstation
einschl. Verpackung. Wird das Butterschmalz
beim Hersteller abgeholt, so darf der
Herstellerpreis für 0,5 Kilogramm (1 Pfund)
1.80 Mark, für Mengen von 0,25 Kilogramm
:: Pfund) 0,95 Mark nicht übersteigen.
Der Sammler (Karrer usw.) und der Großhandel
dürfen von der Spannung zwischen Erzeugerpreis
und Ladenpreis keinen höheren Betrag
als je 5 Mark für je 50 Kilogramm beanspruchen.
II.
Vom 15. Mäcz 1916 ab darf die Butter-Zentrale
für Bayern Butter nur noch
an folche bayerische Gemeinden und Kommunalverbände
abgeben, die den Verkehr mit Butler
in ihrem Bezirke mindestens in solgender
Weise regeln:
1. Butter darf an Verbraucher nur gegen
Vorzeigung der Brotlarte und nur in
Mengen von wöchentlich höchstens 125 Gr.
auf eine Brotkarte abgegeben werden.
. Der Verkäufer muß bei der Abgabe der
Butter die abgegebene Menge und den Tag
der Abgabe auf der Brotkarte mit unvervoschlicher
Schrift (Stempel usw.) vermeren.
E
□
Vorstehendes hat auch für den Wochenmarkwerkehr
zu gelten.
III.
3. In den Käsereien, Sennereien und Molkereien
darf an die Milchlieferer für den Kalendermonat
nur diesenige Menge Käse und Butler
abgegeben werden, die im gleichen Monat des
Jahres 1915 von ihnen bezogen worden ist.
Die näheren Anordnungen zum Vollzug und
zur Ueberwachung dieser Mahnahme erläßt die
Verteilungostelle für Erzeugnisse der Milchwirtschaft
l. bayer. Armeekorps. Sie setzt auch die
Preise fest.
Im übrigen gelten. für die Abgabe von Butter
aus Käsereien, Sennereien und Molkereien
die Beilimmungen des § 3 Absatz III der Bekanntmachung
über den 3 mit Erzeugnissen
der Milchwirtschaft vom 20. 1. 1916
IV.
In Gast-, Schank= und Speisewirtschaften,
Vereins, und Erfrischungsräumen, sowie in
Fremdenpensionen darf bis auf weiteres Butter
lediglich zur Bereitung von Speisen verwendet
werden. Nur an fleischlosen Tagen (§ 1 der
Bundesratsderordnung vom 28. 10. 1915 —
R.G. Bl. 714 ) ist die Verabfolgung von
Butter an die Gäste gestattet.
Ausnahmen für Heilanstalten und Genesungsheime
bewilligen die stellv. Generalkommandos.
W.
Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen
in Nr. I, III und IV, sowie gegen die Anordnungen
nach Nr. III Absatz 2 werden mit Gefängnis
bis zu einem Jahre, beim Vorliegen
mildernder Umstände mit Haft oder mit Geldstrafe
bis zu 1500 Mark bestraft.
Gegenwärtige Anordnungen treten, soweit
nicht ein anderes bemerkt ist, mit der Veröffentlihung
im „K. Bayerischeu Staatsanzeiger“ in
Dienstag, 28. März 1913
—1
münchen, 25. März. Der Mürchener
Schlachtoiehmarkt am 24. März hatte ein (##
samtangebot von 4015 Schlachtrieren, und zwar
123 Ochsen, 252 Bullen, 4%1 Kuhe, 143 Jung
rinder, 2039 Kalber, 479 Schneine, 6 82 Schafe
und 447 Kite somie Lämmer. Der Großpieh
markt hatte der Zahl! nach um 133 Stuck schma
chere Zufuhr als am Freitag der vorigen Woche.
Die Durchschnittsbeschaffenheit der Ware war
ein klein wenig besser. Ungeachtet des Minderangebotes
war die Kauflust eine nur mittel
mäßige, so daß in der seil Wochen vermerkten
ständigen Auewartstewegung der Preise nunmehr
ein Stillftand eingelreten ist. In der
Hauptiache galten der Zentner Lebendgewicht:
Ochsen 102 127 Mk., Bullen 100 —123 Mk.,
Kühe, somie Kalbinnen 75 122 Mr. und Jungrieh
71 95 Mk. Der Kälbermarlt hatte um
62 Slück Minderzufuhr, al? am Freitag der
rorigen Woche. Auch hier war der Handel ein
elmas ruhiger und hatte sich fast ausschließlich
auf den Platzbedarf beschränkt. Der Handel ge-Naltete
sich so, daß ein anfänglich von den Verläufern
gemachter Versuch, die Preise wieder zu
erhöhen, scheiterte. Im allgemeinen wurde zu
unveränderten Dienslagspreisen gehandelt. In
der Hauptsache galten lebende Tiere 110 dis
117 Mk., geschlachtete 12100 137 Mk. der Zemner.
Der Schmeinemarkt war wieder gleich ungenügend
beschickt nie an den fruheren Marktliagen.
Bei den gefetzlich nach Gewichtsklassen feilgelegten
Höchilpreisen war der vorhondene Vorrat
wieder schnell geräumt. es galten lebende
Tiere 85.8 145.5 Mk., geschlachtete von 114.3
bis 181.1 M'. Der Schafmarkt hane eben
falls sehr schm# aches Angelot. Bei ziemlich leb
hafter Kauflust uurde zu unveränderten Preisen
schnell geraunn, es galten geichlachtete Tiete
1/7 100 Ml. der Zentner. Im Vergleich zur
rorigen Woche zeigten in dieser Wocke die Preise
für Großvrielh und Kälber weiter schwach sieigende
Tendenz. Die Schweine und Schafpreiie
find unverändert geblieben.
Merkkalender
für unsere Post-Abonnenten.
März
31 Tase
28
Dienaias
Höchste Zeit
zum abonnieren!
Kraft.
öEä§ Tüchuger, solder
Hansmeister
3147
Zu rlumuessses
2 einzela#e greße
Zimmer
ble 1. Mal in vermielen. Lb. E#
8187
SZ Inatitut für Naturbebandlung
Krluterkuren u.
— ——
—i
4 sofort gesucht.
Raß. ẽr
kin 27
welcher selbständig arbeilen kann,
wozu „Mischmaschine vorhanden
ist, wird zum soforligen Eintrilt
9117
ucht von Sabert Weichsel·
banmes in Griesstätt/Inn.
Ein t. fleißiger, kn
Bur sch
Züsgehei
Wanm. T#wickwars#bt.
Lar# . ril 1 1. —
arhauns za
d rnn J W
ein ehrliches.
n
luckt.
# unter N. 8138 a. b. Exp.
wird zem sosorligen ElateltI gesochl.
Vahahefcrstauratien.
Suche für meinen Haushalt eine
selbständige 311
Köchin
welche nur auf Jahresposten
eflektiert
F Fobrikkester ch-##sb.]
222 en.
· dlelirn Ciiclsslll
Mindxkvklin «
ta- stese zur wiltr
—— Näöb. Ein
Fleiß. 26ähr. Mähchen sucht —
KS
in ein Gasthaus oder als zweite
##n, bis 1. April. Geht Ur
auswärts. Näh. .
Mäd
1 ——— l l
seinmles und #r. latig, a Ita-
che-WWII
Inl. Mkc
steten-Ieic- bIIO
Glaste- RKDOII liichlsltlleqli
u bisulwsqvicltmssq
MIC- gehen. n
#n 3129
5 Zimmer. Köche, ugen eist,
4 Brd, Elektrisch on
85 u. 2 Aien- und Küche,
1. April oder speer zu
vr 1 826
Nähereßt Stollstraße 8
Parterre links.
2918
Wohnung
3 rnsche. K. Uer urd Sposcher
t d Kochgas lm 3. Stock ab
lock an orbeniliche et iu per
0 Lrstr.
513 #mmer, bewohnbars Küche, el
„ Kammer, 8 Ke, 1ral,
# ##z#clen
Pl. Watuug
3 Zimmer und Küche für 1 ob. 2
onen passend, ad 1. April
1916 zu ten.
—
ab 1. Aril zu bermirien. RAh. Erd.
1——
118 r νq
durch das WIB herausgegebene
39 wetr zu Beginn der Kampfe
Manuchenerstrahe J III.
(Case Nathaus)
Schöne 5 Zimmer- ev. 4 Zimmer-Wohnung
Auche mit Balkon, Bad, elelle.
Licht u. Gas. Keller- u.
anteil per sogleich zu vermieten.
Näheres bei Alois Schauer.
# M#ax Josesplatz. 9132
Zur Behandlm.g k zumen
besenders chrobischer A:#
helten durch die Augen
Rasche dauernde
Angertorstrasse 4,
Sprechst. von 8—4 Ulr,
alle imnneren #1.
Zuveridesiges Erkennen der Krank.
Jeder Kranke hat seiaen Morgen · Urin mitzubringon.
auch bei Mlgränekopflelder N mit Ga.l
Unzählige Dank- und Auesr erurde zur Verlugunkg
A. Weselmann, Ai gee a o , München
ausseren Krankhenen.
und Bes8chen des Urias.
Sellleimdrochen.
Teiz,
Ecke Müllorstrasse. 125#½
Sonntags von 8 1 Uhr.
Inm Feicke
und in der Heimat findet die
auf Grumd amilichen Mlaterials
Damenrad
L# gebealten. zn kaufen en gst
die ren unter
FSrontharte des westlichen Kriegsschauplatzes
lebhaften Anklang.
Die in großem Maßstabe übersichtlich
bergestellte Karte mit
Angabe der gesamten deutschen
genaues
— auch bleinerer militärischer
Unternehmungen.
Gegen Voreinsendung von der
1.10 wird „Die Sront im
Westen“ durch die Expedillon
des Rosenheimer Anzeiger an
Verleoren
#Heerer Geldbetrag in Taschchen
onntag früh Pfarrkirche oder
Ladwigsplatz. Abgabe gegen %
lag nndd büro Rathan
Zinmer 32“
leine Nettheria 50—60 Stück
— oder 12 Aeo und 30
kleine Fether## late, der ·
sendet isd.
nahme zu
TFriedrich Kaase. r
RBleichsucht und Stan#tä
d. D —* in *E— 1. .
Verhaltniffehalber find
Dialaniga Parson,
welche am Samstag Abend von
che im bsbur
daß Paket entwendet Hat, wird
F — zu-
jede Seldadresse übermittelt.
W und erkannt wurde. Sonst..
wird Anzeige erstattet. 3138
billig zu verkanfen. Radn in
der Erpedition.
3-. 1I#seriebnng
ins #n s 2 ##b#s und
mleien
— 5. # as
z