8 —
treten, daß von keiner Beschwerung die Rede ist. Gegen
die verstandesmäßige Abstraktion des sprachlichen Unterrichts
bringen die Beobachtung und die gemütliche Erregung des
naturkundlichen, die Phantasietätigkeit des geographischen und
Zeichen-Unterrichts, die gemüt- und willenbildende des muttersprachlichen
und der Geschichte Ausgleich, gegen den Druck
der Formen die Freude an den Dingen Abwechslung und
Erholung?)“. Auch die innere Verknüpfung verwandter Lehrfächer
untereinander und die entsprechende Gruppierung des
Lehrstoffes kommen für die Verminderung der Hausarbeit
in Betracht.?) Jene sind aber nur zu erreichen, wenn
wenigstens auf den unteren und mittleren Stufen die
sprachlich-geschichtlichen Fächer einerseits und die
mathematisch-naturwissenschaftlichen andrerseits in
jeder Klasse tunlichst in eine Hand gelegt werden?)
Für die unteren und mittleren Klassen, meint Schiller*), wird
man nicht den Einwand erheben können, daß sich schwer
Lehrer finden ließen, die so vielseitig wären, und auch für
die oberen Klassen hält er es nicht für gerechtfertigt, daß
6—ı0 Lehrer in einer Klasse unterrichten, sondern wünscht,
soweit es sich in diesen Stufen durchführen laßt, das Klassenlehrersystem.
„Bei dem Klassenlehrersystem ergibt sich eine
Reihe von Vereinfachungen von selbst. Wenn irgend eine
Frage des sprachlichen Unterrichts im Lateinischen erörtert
worden ist, so ist es ganz überflüssig, dieselbe im Deutschen
oder Französischen oder Griechischen nochmals als eine neu
zu behandelnde anzusehen, während sie in der Tat bloß einer
kurzen Erwähnung zum Zwecke der Befestigung oder der
Einreihung in einen größeren Zusammenhang bedarf usw.‘“?)
1) Schiller, Schularbeit und Hausarbeit. Berlin, Weidmann, 1891,
S. 13/14.
2) Wehmer, Enzyklopäd. Handbuch der Schulhygiene. Leipzig u. Wien
1903, S. 259, zum Abschnitt „Häusliche Aufgaben“ von Krollik.
8) Ebenda S. 259.
4) Schiller, Schularbeit und Hausarbeit, 1891, S. 14.
5) Ebenda S. 16; vergl. auch die preußischen Lehrpläne, diese Arbeit,
Seite 71.