Volltext : Das Strafgesetzbuch für das Deutsche Reich.

160  II.  Strafgesetzbuch  §  268.

§  268.  Eine  Urkundenfälschung,  welche  in  der  Absicht
begangen  wird,  sich  oder  einem  Anderen  einen  Vermögensvortheil
  zu  verschaffen  oder  einem  Anderen  Schaden  zuzufügen,
wird  bestraft,  wenn

1.  (Landg.)  die  Urkunde  eine  Privaturkunde  ist,  mit

Gebrauch  wurde  angesehen  die  Vorlage  zum  Enregistrement:  11.  Okt.  80
R.  2.  310;  diejenige  an  den  R.-Anw.  zum  Zweck  der  Einklagung:  10.  Febr.
82  E.  5.  438,  nicht  aber  die  lediglich  nur  zur  Informationseinziehung  erfolgte
  Vorlage:  29.  Nov.  81  R.  3.  752.

8°  Mitthäterschaft  kann  in  der  Einhändigung  an  einen  Dritten
liegen,  der  mit  Zustimmung  des  Uebergebenden  die  U.  gebraucht:  16.  März
82  R.  4.  249.  24.  Juni  86  R.  S.  482.  Versuch  in  der  Fälschung  zum
Zweck  des  Gebrauches,  auch  wenn  solcher  noch  von  weiteren  Bedingungen
abhängen  sollte:  2.  Okt.  82  E.  7.  54;  R.  4.  723.  27.  Mai  87  E.  16.
133;  R.  9.  353.  27.  Juni  87  R.  9.  384.  Kein  Versuch  in  der  Bestellung
  von  Falsifikaten,  Anfertigung  von  Holzstöcken  zu  deren  Herstellung
Tund  Fertigung  eines  Probedruckes:  17.  Dez.  85  E.  13.  213.  Gebrauch
mehrerer  U.  durch  eine  Handlung  ist  eine  That:  11.  Nov.  86  E.  15.
290;  R.  8.  700.  Mehrfache  That  liegt  in  der  Uebersendung  mehrerer
falscher  Wechsel  zum  Diskontiren:  24.  Sept.  88  R.  10  515.  Mehrfacher
  Gebrauch  der  nämlichen  U.  gegen  verschiedene  Personen  ist  in  der
Regel  Realk.:  2.  Febr.  81  E.  3.  311.  Aberkennung  der  b.  Ehrenrechte
(§  280).  Fälschung  durch  Beamten  (§  348):  17.  April  82  R.  4.  343.

Die  U.-F.  zum  Zweck  des  besseren  Fortkommens  setzt  in  subj.

Beziehung  voraus,  daß  die  Absicht  des  Thäters,  sich  günsrigere  Bedingungen
für  sein  Fortkommen  zu  verschaffen,  eine  unbestimmte,  allgemeine  sei,  ohne
sich  gegen  ein  konkretes  Recht  Dritter  zu  richten,  was  vorzugsweise
in  solchen  Fällen  zutrifft,  in  welchen  zur  Erfüllung  polizeilicher  Kontrolvorschriften
  Zeugnisse  über  Leumund,  Vorbildung,  Erwerbsverhältnisse  2c.
Lvorgelegt  werden  müssen,  oder  wo  die  Vorlegung  solcher  Zeugnisse  die  Anknüpfung
  neuer  Arbeits=  und  Erwerbsverhältnisse  erleichtert:  2.  Okt.  94
E.  26.  83.  Demgemäß  fällt  unter  §  267  die  Fälschung  zur  Abwendung
einer  drohenden  Strafe:  9.  März  88  R.  10.  234;  zur  Erlangung  der
Altersrente:  23.  Nov.  91  E.  22.  225;  zur  Führung  des  Adelsprädikates:
8.  Dez.  96  E.  29.  241.  Verfälschung  einer  Quittungskarte:  6.  Dez.  92
E.  23.  335.  27.  Okt.  93  E.  24.  348;  eines  GEiovilversorgungsscheins:
28.  Febr.  95  E.  27.  56;  eines  Ursprungszeugnisses  zum  Viehtransport:
23.  Okt.  94  E.  26.  158;  eines  Erlaubnißscheins  zum  Beerensammeln:
4.  Febr.  90  E.  20.  229.

§  268.  1)  Erfordert  wird  der  volle  Thatbestand  des  §  267,  insbes.
auch  die  rechtswidrige  Absicht:  6.  Dez.  80  E.  3.  168;  R.  2.  608.  Eintritt
  des  V.-V.  nicht  nothwendig:  5.  Febr.  80  E.  1.  187.  12.  Febr.  80
R.  1.  350;  ebensowenig  dessen  Rechtswidrigkeit:  3.  Mai  80  E.  2.  42.
16.  Okt.  84  E.  11.  155;  auch  nicht,  daß  derselbe  lediglich  durch  den  Ge-