Metadata : Eine Sammlung der bekannesten deutschen Orden und Auszeichnungen.

Staatliche  Auszeichnungen  der  Gegenwart

Noch  alle  durch  eine  Kevolution  gegangenen  Staaten  haben  in  threm  Ordenswelen  tiek
einschneidende  Deränderungen  vornehmen  müllen.  Als  im  Weltkrieg  das  staatliche  Geküge
Europas  in  seinen  Grundkesten  wankte,  Staaten  stürzten  und  entstanden,  wurden  alle  die
neuen  Kegierungen  vor  die  Entlscheidung  geltellt,  ob  sie  Verdienste  um  den  neuen  Staat
sichtbar  belohnen  und  auf  diele  Weise  die  Bürger  innerlich  an  ihn  binden  wollten,  oder  ob
sie  daraut  vertrauen  sollten,  daß  die  Menschen  schon  eine  Genugtuung  in  dem  Bewußtlsein
känden,  ihr  Bestes  für  das  Gemeinwelen  hergegeben  zu  haben.

Die  meilten  entlchieden  sich  zunächst  dakür,  alle  alten  Orden  abzulchasfen  und  nach  dem
Vorbild  der  Schwetz  und  Amertkas  auch  nichts  Neues  an  ihre  Stelle  zu  letzen.  Der  Mangel
an  Möglichketten,  dem  SEinwohner  einen  Anlporn  zu  berdtenstvoller  öffentlicher  Betätigung
zu  bteten,  wurde  kreilich  kast  überall  bald  ertannt.  Die  Hachkolgestaaten  auk  dem  Boden
des  alten  rullilchen  Reichs  und  der  ölterreichtich-ungartlchen  Doppelmonarchie  haben  denn
auch  Verdtenstorden  geltiftet.  Die  deutlche  Reichsberkallung  dagegen,  bon  dem  Grundlatze
ausgehend,  dab  alle  Deutlchen  vor  dem  Geletze  gleich  seien,  beltimmt  in  Artikel  109,  daß
Orden  und  Shrenzeichen  vom  Staat  nicht  verliehen  werden  dürken,  und  auch,  dat  kein
Deutlcher  bon  einer  ausländilchen  Regierung  Titel  und  Orden  annehmen  dark.  Dur  kür
die  Kriegstetlnehmer  ist  die  Ausnahme  gemacht,  dab  üe  die  Orden  und  Auszeichnungen
noch  erhalten  durkten,  die  thnen  schon  zugedacht  waren.

Zwei  Orden  sind  von  dielen  Bestimmungen  nicht  betrosfen  worden,  nämlich  die  friedensklasse
  des  Pour  le  mérite  und  der  baverilche  Martmiltansorden  kür  Kunst  und  Wissenschaft,
  die  als  gelehrte  Gelelllchaften  unter  ttaatlichem  Schutz  weiterbestehen.

Am  aber  groben  Deutlchen  ünnbildlich  den  Dank  der  gelamten  Dation  zum  Ausdruck  zu
bringen,  wurde  1922  der  „Adlerlchild  des  Reichsprälüdenten“  gelchaffen  »  Bild  278  —,  den  als
ertter  Gerhart  Dauptmann  erhtelt.  Der  Adlerlchild  ist  leither  19  mal  verliehen  worden.
Erst  zweimal  wurde  die  1927  gelchaffene  „Große  Staatsmedaille“  der  preutilchen  Kegierung
  bedeutenden  Männern  übergeben.  Betdes,  Adlerlchild  und  Staatsmedaille,  die  man
ja  nicht  tragen  kann,  ünd  keine  Orden.  Seit  1925  werden  auch  wieder  Rettungsmedaillen
verliehen,  da  diele  als  Ehrenzeichen  im  Sinne  der  Reichsberkallung  nicht  angelehen  werden.