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noch, nicht mehr im katholischen Franken. Im protestantischen
Niederschwaben findet man alle Kirchen damit angefüllt; im
katholischen Oberschwaben hat sie der jesuitische Besen rein weggekehrt.
Nur in Deutschland konnte die Liebe zum Mittelalter
in der romantischen Poesie sich wieder entzünden, nicht in Rom,
wo man nur uralte Ruinen der heidnischen Zeit und neuen
Jesuitenstyl, aber nichts vom Mittelalter sieht.
Wie hat sich nun speziell Preußen zu diesem deutschen
Bildungsgange gestellt? Preußen ging aufangs nicht voran, es
behielt vielmehr ein strammes martialisches Wesen, verbunden
mit haushälterischer und physiokratischer Prosa, so daß es weder
in den Universalismus, noch in die ästhetische Weichlichkeit und
Empfindsamkeit der Mittel- und Kleinstaaten siel. König Friedrich
Wilhelm 1 kehrte gegen die zu seiner Zeit noch vorherrschende
französische Mode die rauhe Seite heraus, wie einst die stolzen
germanischen Barbaren gegen das entnervte altrömische Culturvolk.
Aber auch sein großer Sohn war viel zu praktisch und
viel zu sehr Krieger, um an den ästhetischen Weichherzigkeiten
Wielands und Göthes Geschmack finden zu können. Welche
achtbare Seiten auch, wie eben gezeigt worden ist, die universelle
und humane Bildung im damaligen Deutschland darbot, so
fehlte es ihr doch an rechter Mannheit und am patriotischen
Nerv. Auch waren der Bildungsstätten, der geistigen Centralpunkte
und Wiegen schon zu viele. Jeder halbweg größere Staat
in Deutschland hatte seine eigne Universität, auch die kleinsten
hatten ihre Residenz, in der man sich auf irgend eine Weise auszeichnen
wollte. Auch die Reichsstädte stellten ihr Bildungscontingent.
Der Particularismus, die Krönung der einheimischen
Perücken mit Lorbeern wurde bis zur Lächerlichkeit getrieben.
Man war dabei kosmopolitisch, universell, ungemein vielseitig,
aber das einheitliche Gefühl mangelte und der deutsche Genius
nahm gerade wegen der Menge seiner Flügel einen nur schwer-