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diesen Sturm gleichfalls beschwichtigen werde, verzagte auch nicht vor
den Hindernissen, die ihm Preußens Besitz unerbittlich zu versagen
schienen. Was war verloren, wenn nach und nach erworben wurde,
was sich nicht auf einmal gewinnen ließ!
Im Herbste 1229 entschloß er sich zum abermaligen Versuch
eine Schaar von Ordensrittern abzusenden. 11“) Er gab denselben
den Auftrag und die Vollmacht, mit dem Bischofe von Preußen
in Betreff des Kulmerlandes und Preußens in Unterhandlung zu
treten ½) und sich, wenn es nöthig sein sollte, jeder Bedingung zu
unterwerfen, welche der Bischof verlange. ½8) wenn sie nur, wie
immer, in den Besitz des Kulmischen gelangten und die Eroberung
Preußens beginnen dürsten. In kürzester Frist würde ihnen eine
größere Anzahl von Ordensbrüdern folgen.
Die Schaar, welche jetzt nach Preußen abging, war schwächer,
als eigentlich die Verhältnisse es erforderten. 115) Allein einstweilen
konnte der Hochmeister nicht mehr senden. Denn noch dauerte der
Kampf des kaiserlichen Heeres gegen das päpstliche im September
116) Wir werden nicht nur in den Verhandlungen, welche zwischen Christian
und dem Orden Anfangs 1230 gepflogen wurden, eine neue Ordensritterschaar
an der Weichsel finden, sondern auch einen Brief Gregors IX. kennen lernen, der,
einer dritten nach Preußen bestimmten Schaarmitgegeben, an.)vatres domus
Teutonicorum in Prutenorum partibus comstiteckr gerichtet war, welche
nicht die (längst zurückgekehrten) Legati Prussige sein können, weil sie bereits als
mit den Preußen kämpfend gedacht sind. Diese zweite Schaar also war am
Schlusse des Jahres 1229 (denn in den ersten Tagen 1230 hat der Hochmeister
dem Papste von ihr geredet) bei dem Bischof von Preußen. Sie kann
aber erst nach der Rückkehr aus Palästina von Hermann abgesandt worden
sein, mithin hatte sie Ende Sommers oder Anfangs des Herbstes Italien verlassen.
117) In den Anfangs 1230 Statt findenden Verhandlungen tritt der Herzog
gar nicht auf; es sind Christian und die Ritter allein.
118) Die Urkunden werden dies zeigen.
119) Wir hören von keinem kriegerischen Unternehmen des Ordens in Preußen
vor der Ankunft der folgenden Heerschaar. Die beiden ersten Ordensburgen
Vogelsang und Nassau standen noch auf Cujavischem, also herzoglichem Gebiete,
und selbst diese sind erst Anfangs 1230 gebaut.