Rosenheimer Anzeiger
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Salit der Anzeigen.Amahme 1 Uirn isnes.
und Bellagen durch ————
beim. Mürchen, Rürnberg, Bersin uln.
Rosenheimer Tagblatt
Amtliches Publikasions-Organ
Dienstag, 4. April 1916
S— 62. Jahrga#ug
Neue erfolgreiche Luftschiffangriffe auf England.
Französische Stellangen bei Haucourt und Vaar erstürmt. — Sechs feindliche Flugzeuge abgeschofsen. — Hollands Kriegsmaßnahmen.
—
ebie Telegramme.
Ein dritter erfolgreicher Luftschiff-Angriffauf
England.
VTB. Berlin, 3. April. Zum drittenmal
griff ein Marine Luftschiff Geschwader in der
Nacht vom 2. zum 3. April die englische Osllüste,
diesmal im nördlichen Teil an. Edinbourgh,
Leith mit Dockanlagen am Pier of
Ford, Newcastle und die wichtigen Werftanlagen
souie Hochöfen und Fabriken am Tynesflutz
nurden mit sehr gutem Erfolg mit zohlreichen
Spreng= und Brandbomben belegt. Große
#Wainde, heftige Explosionen mit ausgedehnten
Glgiarzen wurden beobachtet. Eine Batterie
bei Newcastle wurde zum Schweigen gebracht.
Trotz heftiger Beschießung sind alle Luftschiffe
unversehrt zurückgekehrt und gelandet.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
Pariser Trostsprüche.
Geuf, 3. April. Die Pariser Trostspruche
aus Anlaß des Verlustes des Dorfes Vaur
und der übrigen hleich bitter empfundenen Vorgange
um Verdun in den letzten 24 Stunden
sind in erkünsteltem Tone gehalten, der die
mühseligen Anstrengungen erkennen läßt, die
Beklemmung der leitenden Kreise über den Verlust
zu verbergen. Die Franzosen glaubten nach
den vorliegenden Darstellungen, die Gefahr für
das Dorf Vaux sei beseitigt, weil eine von
Norden kommende deutsche Abteilung eine zbgernde
Haltung gezeigt hatte. Das Tagwerk
der ermüdeten französischen Besatzung schien deendet
zu sein, als der Gegner von Norden und
Westen mit sehr starkem Aufgebot wiederkehrte,
den Rüczug der Franzosen erzwang und an
beiden Seiten des Dorses Vaur, also auch in
der Richtung des Vacherauville und Bras angrenzenden
Gehölzes sich ausbreitete. (JZ.)
Holland.
Berlin, 3. April. Zu den Gründen, die
die energische Haltung der holländischen Regierung
herbeigeführt haben, erfährt der Mitarbeiter
des „Berliner Tageblattes“ im Haag,
in London und Paris habe sich durch noch unausgeklärte
Umstände eine falsche Auffassung
über die Stimmung in Holland gebildet, in
die sich die Alliiertenkonserenz in Paris noch
liefer vergrub, woraus sich dann ein unverbindlicher
Beeinflussungsversuch der holländischen
Regierung ergeben habe, der von der letzteren
mit den bekannten Maßregeln beantwortet
wurde. Der holländische Rechtsstandpunkt wird
in allen Kreisen der Bevölkerung, gleichviel
welcher Partei, hochgehalten. Die „Kreuzztg.“
säßt sich von einem Mitarbeiter berichten, daß
rgendein Ultimatum seitens des Vierverbandes
bestimmt noch nicht ergangen sei und daß angenommen
werden muh, daß die holländische
Regierung anderweitig zuverlässige Nachrichen
über die Pläne des Vierverbandes erhalten
habe. Wie im „Berliner Lok.-Anz.“ berichtet
wird, drangten sich bei allen Großbanken Hollonds
die unden, um ihre Guthaben in Silber
ausbezahlt zu erhalten trotz aller Beruhigungsversuche
durch die Reqgierung und die Presse.
.— C. 2
-
A #. — ——
Acquith in Rom. — Türkische Fortschritte im Kaukasus.
———
MIB. PHroßes Heauptquartier,
1. April, vormittags. Amtliich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Bei St. Eloi wurden englische Handgranatenangrifse
abgemiesen. Lebhafte Minenkämpfe
spielten sich zuischen dem Kanal von La Bassee
und Neuville ab.
In den Argonnen und im Maas-Gebiet fanden
heftige Artilleriekämpfe statt.
Unsere Kampffkieger schossen vier franzölische
Fuigzeuge ab, je eins bei Laon und bei Mogeville
(Woevrre) in unseren Linien, je eins bei
Ville aux Bois und südlich von Haucourt,
dicht hinter der feindlichen Front.
Der französische Flugplax Risnay westlich
Reims wurde ausgiebig mit Bomben belegt.
Cestlicher Kriegsschauplatt.
Keine besonderen Ereignisse. Hier scheint es.
als ob sich der russische Ansturm zunächst erschöpft
hat, der mit dreißig Divisionen, über
500 000 Mann, und einem für östliche Verhältnisse
erstaunlichen Aufwand von Munilion
in der Zeit vom 18. bis 28 März gegen ausgedehnte
Abschnitte der Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls
v. Hindenburg vorgetragen
wurde. Er hat dam der Tapfertkeit und zähen
Ausdauer unserer Truppen keinerlei Erfolg erzielt.
Welch großer Zueck mit diesem Angriff an
gestrebt werden sollte, ergibt folgender Befehl
des russischen Hochstkommandeurs der Armee
an der Westfront vom 4. (17.) März Nr. 537:
„Truppen der Westfront! Ihr habt vor einem
halben Jahre, stark geschwächt, mit einer geringen
Anzahl von Gewehren und Patronen
den Vormarsch des Feindes aufgehalten. Seine
Mojestät und die Heimat erwarten jetzt von
cuch eine neue Heldentat, die Vertreibung des
Feindes aus den Grenzen des Reiches. Wenn
ihr morgen an diese Aufgabe herantretet, so
bin ich im Glauben an euren Mut, an eure
tiefe Ergebenheit gegen den Zaren und eure
heiße Liebe zur Heimat davon überzeugt, daß
ihr eure Pflicht gegen den Zaren und die Heimat
eriullt und eure unter dem Joch des Feindes
seufzenden Brüder befreien werdet. Gott
helse une und unserer heiligen Sache. Generaladjutant
Ewert.“
Freilich ist es für jeden Kenner der Verhältnisse
erstaunlich, daß ein solches Unternehmen
zu einer Jahreszeit begonnen wurde, in der
seiner Durchführung von einem Tag zum anderen
durch die Schneeschmelze erhebliche Schwierigkeiten
erwachsen. Die Wahl des Zeitpunktes
ist daher wohl weniger dem freien Willen der
russischen Führung, als dem Zwange, dadurch
den notleidenden Verbündeten zu entlasten, zuzuschreiben.
Wenn nunmehr die gegenwärtige
Einstellung des Angrifses von amtlicher russi
cher Slele boiglich wit dem Wisterungaum--den
schlag erkllärt wird, so ist das sicher nur die
halbe Wahrheit. Mindestens ebenso wie der
aufgeneichte Boden sind die Verluste an dem
schweren Rückschlag beteiligt. Sie werden nach
vorsichtiger Schätzung auf mindestens 140000
Mann gerechnet.
Richtiger uurde die jemdliche Heeresleitung
daher sagen, daß die große Offensiwe bisher
nicht nur im Sumpf, sondern in Sumpf und
Blut erflickt ist.
Oberste Heeresleitung.
WITB. Großes Hauptgqguartler, den
2. April, vormittags. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Bei Fay (südlich der Somne) kam ein nach
lurzer Artillerievorbereitung angesetzter seindlicher
Angriff in unscrem Feuer nicht zur Entwicklung.
Durch die Beschießung von Bethinville (ölllich
von Reims) verurfachten die Franzolen
unter ihren Landsleuten erhebliche Verluste;
drei Frauen und ein Kind wurden gelotet, fünf
Männer, vier Frauen und ein Kind sind schwer
verletzt.
Im Ruschlus an die am 3o0. märz genommenen
Stellungen wurden die kranzölschen
Grdben nordömllich von haucourt
in einer Kusdebhnung von eima 1000 Metern
vom feinde geldubert.
Auf dem onuchen maasufer haben d#h
unsere Truppen am 31. März nach gorgfäliier
vordereuung Iin den bells der
Teindlichen verieidlgungs, u. flankterungsanlagen
nordwenitich und welliich des
dorses Vaut gesett.
Nachdem in diesem Adschnitte das französische
Feuer heute gegen Morgen zur großten Heftigkeit
gesteigert mar, erfolgte der erwartete Gasangriff.
Er brach in unserem Maschinengewehrund
im Sperrfeuer unierer Artillerie völlig zusammen.
Abgesehen von seinen schmeren blutigen
Verlusten hat der Feind bei unserem Angriff
am 31. März an unverwundeten Gesangenen
11 Offiziere und 720 Mann in deutscher
Hand lassen müssen und fünf Maschinengewehre
verloren.
Die beiderseils sehr lebhafte Fliegertangken
hat zu zahlreichen, für und glücklichen Luse#oejechten
gefuhrt. Außer vier jenseits unserer Frorzäü
beruntergeholten feindlichen Flugzeugen wurde
bei Hollebeke nordwestlich von Verwicg ein eng.
liicher Doppeldecker abgeschofsen, dessen Insaisen
gefangen genommen sind. Oberleutmant Berthold
hat hierbei das vierte gegnerihe Flugzeug
außer Gefecht gesetzt. Außerdem wurde
durch einen Volltreffer unserer Abwehrgeschune
und westlich von Lens ein feindliches Flugzeug
brennend zum Absturz gebracht. Der mit Trup
pen starl belegte Ort Dombaslei#en-Argonne
(westlich von Verdun? und der Flugplatz Fonlaine
vostlich von Belfort!! wurden ausgiebig
mu Romben beleat.
nach dem Angriff auf England untergegangen. — Der blutige Zusammenbrach dir russischen Offensive.
Oestlicher Kriegsschauplatz
Die Lage in im allgemeinen unverandert.
An der Front östlich von Baranowitschi war
die Gefechtstäligkeit reger als bisher.
Balkankriegsschanplatz.
Keine Ereignisse von besonderer Bedeutung.
s HGeeresleimm.
Eeolgreice tusiangtiffe
auf Englaud.
WTB. Berlin, 1. April. (Amtlich.)
In der nacht vom 3I. mdez zum 1. April
bat ein Lufischillgeschwader london und
Pläse derengisschen sudonklille angegriflen.
Die City von Lordon zresschen London= und
Towerrücke, die ondoner do- detr nordwest-Truppen-
iorie Induitrie * Enfield
und die Sprerguoff Fahrien dei Waltham
Abden ————* de wutden aus
giebig mit Boriben beteat. Des weiteren wurden
über Loweitoit, nachden: rorber eine Bat
terie bei Stommarte: nordwe'tlich Harwich
erfolgreich angegristen war, eine große Anzahl
Soreng- und Branddo#ben geworfen.
eine Battere h# Ca#bdage um Schweigen
gebracht: 35 dor: au#gedehnmte Fabrikanlage'
angegrifien. Endlich warden die Hafenanlager
und Bese'tigunger — Zumber m#n Bomben
telea:. D wurden dort zum
Drei Baterien
.
J
Schmeigen gelr Die Aggrifie hatten durch-
Er
weg iehr auten g. me von unseren Luft.
schisfen dendie einttandfreie Beodachtung
zahlreicher Brarde und Einnurze festgestellt
werden Ltorate.
Tron krll heiuger Beschiehung sind alle
Lu#schtese die auf — 15“ zurückgekehrt. „L 15“
it nach eigener Meldung angeschoffen gewesen
und ruße vor der Themse auf das Wasser
niedergeben. Die von unseren Streitträften an
genellten Nachforschungen sind bisber erfolglos
gedlieden.
Der Cdef des Admiralnmade der Marine.
·
WIBS. Berlln, 2. April. In der Bacht
vom 1. kum 2. Kpril fand ein ernemer
Marineluischlffanori#f auf die engiusche
Onkufle slait.
Die Hochofen.
dustrieanlagen am
großen Eisenwerte und In-Sudufer
des Lecs Flusses.
souie die Hafenanlagen bei Middlesborougl!
und Sunderland wurden 11. Siunden lang
mit Spreng- und Brandbomben belegt.
Starhe expioflonen, Einnürze u. brände
leben aie gute Wirkung des Angriflet
dentlich erkennen.
Trotz lebhafter Beichießung sind weder Verluste
noch Beschadigungen eingetreten.
Der Chei des Admiraliabs der Marine.