Full text : Deutsche Soldatenbüchlein. Band 6. Anekdoten von Bismarck für unsere Soldaten. (6)

43

Niedergeworfenen  schmerzlich  berühren  mußten.


„In  de  Geschäfte,  da  scherze  ich  nich.“

Im  September  1870  verhandelte  Bismarck
mit  Jules  Favre  in  Ferrieres.  Sobald  von
Landverlust  der  Franzosen  die  Rede  war,
gebärdete  sich  dieser  höchst  erregt,  er  stieß
Seufzer  aus,  wandte  die  Augen
zum  Himmel  und  suchte  Tränen
zu  vergießen.  Anscheinend  hat  er  sie
auch  weggewischt.  „Er  dachte  vermutlich,“
meinte  Bismarck,  „mit  Schauspielerei  auf
mich  zu  wirken,  wie  die  Pariser  Advokaten
auf  ihr  Publikum.  Es  ist  auch  möglich,  daß  es
ihm  wirklich  nahe  ging,  aber  er  ist  kein  Politiker,
  er  sollte  wissen,  daß  Gefühlsausbrüche
nicht  in  die  Politik  gehören.“

„Als  ich“,  so  erzählt  Bismarck  weiter,
„etwas  von  Straßburg  und  Metz
fallen  ließ,  machte  er  ein  Gesicht,  als  ob
das  Scherz  von  mir  wäre.  Ich  hätte  ihm  da
erzählen  können,  wie  ich  mit  meiner  Frau
einmal  zu  dem  großen  Kürschner  in  Berlin,
Salbach,  ging,  um  nach  einem  Pelz  zu  fragen.
Salbach  nannte  mir  für  den,  der  mir  gefiel,