Full text : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

Uummer  38

VRosenhel  e  Mzelgct

Mitkwoch,  IJ.  Mrʒ  1513

 

Wemeindewaisenräle  wird  das  jetzige  Markenbild
  beibehalten.

Sämtliche  Pfennigwerte  (zu  #  bis  80  Tfg.)
der  neuen  Freimarke  können  in  Rollen  zu  500
und  zu  1000  Stück  bezogen  werden.  Neben  dem
Marlen-Neunwert  sind  wie  bisher  die  Hersieklungstosien
  in  der  Höhe  von  11  Pfg.  für  eine
Noalle  mit  1000  Marken  zu  erheben.

Die  zum  Preise  von  2  Mk.  verkäuflichen  Freimarlenheftchen
  weisen  sortan  allgemeinzwei  Martenblätter
  mit  je  5  Marken  zu  10  Pfg.  und
4  Markenblätter  mit  je  5  Marlen  zu  5  Pfg.
auf.  Die  Blindfelder  werden  zu  Anzeigen  nicht
mehr  benützt.  Der  Verkausepreis  der  Freima-=tenherlchenbugen
  mit  teilweisekopfstehenden  Marlen
  beträgt  3.75  bei  den  5.  Pfg.  Marken
und  7.50  MI.  bei  den  10-Pfg.-Marken.

Mriesumschläge,  Postlarten  usw.  privater  Herstiollung
  werden  künftig  nur  mehr  mit  dem  Wertirempel
  zu  3,  5,  10  und  Pfg.  bedruckt,  und
zar  erhalten  lie  das  für  die  amtlichen  Pestkuten,
  Postanweisungen,  Kartenbriese  vorgen#ene
  Marlinbild.  Das  Wertzeichenbureau  oes
Verlehramie  der  Posten  und  Telegraphen  über
nimm  schon  von  jetzt  an  für  Privatpersonen  die
Abmempelung  solcher  Formulare.  Die  vor  dem
März  abgesiempelten  Formulare  dürsen  den
Antragsiellern  erst  an  diesem  Tage  ausgehändigt
werden.

Mit  oem  Uerkauf  der  neuen  Postwertzeichen
dalnn  vor  dem  30.  März  nicht  begonnen  werden.
#  Positwertzeichen  der  gegenwärtigen  Ausade
  behalten  bis  auf  weileres  Gültigkeit  uno
rinen  daher  zur  Frankierung  von  Postsenoungen
  weiler  verwendet  werden.  ie  bei  den
Postanmalten  noch  vorhandenen  Bestände  an
airen  Wertzeichen  sind  aufzubrauchen;  bis  dirs
„echehen  is,  sind  die  neuen  Wertzeichen  nur
auf  Verlangen  an  das  Publikum  abzugeben.
Elnaigen  Anträgen  auf  Umtausch  von  alten
nelen  neue  Wertzeichen  dars  vorerst  nicht  entfochen
  werden.

Bon  den  Postanstallten  sind  von  jetzt  ab
Penellungen  auf  größere  Mengen  von  den
neuen  Ponwertzeichen  entgegenzunehmen,  sofern
der  (Geidbetrag  einschließlich  des  Portos  für
me  Uebermitllung  der  Werteeichen  beigesügt
in.  Der  Veriand  von  Wertzeichen  gegen  Nachnahme
  ist  unzulässig.

Wie  bei  der  Auegabe  der  Prinzrigent-Luit,
rolh  Marken  werden  vorauosichtlich  vom  Publilum
  wieberum  sogenannte  Sätze  der  nmen
Preimarlen  verlangt  weroen.  Es  wird  zurEntlutng
  cer  Schalter  beitragen,  wenn  die  grösleren
  Postämter  solche  Sähe  vorbereiten.  Zu
dem  zwecke  werden  ihnen  geeignete  Einsteck-Karions,
  somie  durchsichtige  Umschläge  geliesert
werden.  Wenn  die  Marlen  so  in  die  Falze
des  KNartons  gefteckt  werden,  daß  von  jedem
Fluck  mindemens  oie  Wertangabe  sichtbar  bleibt.
rud  der  Karton  dann  in  einen  durchscheinenden
Umschlag  gelegt  wird,  ist  dem  Publikum  die
Vrimung  de?:  Inhalteo  ohne  weiteres  möglich.
Cr  mird  hauptsächlich  Nachfrage  nach  Sätzen
der  Freimarlen  von  3  Pfg.  bis  einschließlich
!1  Mk.  und  nach  solchen  der  Pienmiguerte  allein
(bon  3  bir  80  Pfg.)  zu  erwarten  sein.

it  rem  Versand  der  neuen  Postwertzeichen
an  die  Vosfibezirlskassen  und  Postanftalten  wird
in  den  nächsten  Tagen  begonnen  werden.

 

Münchener  Neuigkeilen.

lünchen.  9.  März.  In  der  Werkstätte  soiier
  Vaterr,  des  Spenglermeistere  Eugen  Harer,
  War  heute  nachmittag  der  22jährige  Sohn
kn  Harnest  mit  dem  Löten  eines  Berzinlei#i.
  der  einem  Lastautomobil  gehörtc,
migt.  Durch  die  enttandene  Wärme  erlodierte
  das  im  Kessel  sich  angesommelte  Gas.
Der  junge  Mann  wurde  durch  den  weggeschleuderlen
  Kessel  an  der  Brust  getroffen  und  son
ue#everlzt,  daß  er  auf  der  Stelle  verq
  r

   
   

 

 

Bayerische  Nachrichleu.

Regensburg,  9.  März.  In  der  vergangeden
  Nacht  brachte  der  ehemalige  Ziegelmeister
Alois  Kolbeck  in  Steinweg  seinem  27jährigen
Shne,  eiinem  Hausmeister  in  einer  Regensburger
  Wirtschaft,  nach  kurzem  Wortwechsol
#Wei  Stliche  in  den  Hals  und  in  den  Bauch  bei,
die  den  Tod  in  wenigen  Minuten  herbeiführten.
der  Sohn  wollte  bei  seiner  Heimkehr  wihschen
#einen  Eitern,  die  in  Streit  aeraten  waren,  vermilleln
  und  als  er  sich  dabei  seiner  Mutter,  die
von  seinem  Vater  mihhandelt  wurde,  annuhm,
Vandte  sich  der  letztere  gegen  ihn.

Augsburg,  9.  März.  Gutem  Vernehmen
nach  hat  der  in  Aegypten  verstorbene  vormalige
  Direltor  Prinz  der  Kammgarnspinnerei
Augeburg  sein  auf  2  Millionen  geschätztes  Vermögen
  der  Stadt  Augsburg  vermacht.
Würzburg,  9.  März.  Der  Prokurisl  Jol.
Kunlel  der  Seifenfabrik  Frank  hatte  vorgestern
mit  der  Tochler  seines  verstorbenen  Chefs  Hocz,
zeil  geseiert,  die  Feier  fand  aber  einen  tragischen
Abschluß  dadurch,  dab  die  junge  Frau  in  der
Hochzeitonacht  einen  Herzschlag  erlitt,  an  deslen
  Folgen  sie  in  wenigen  Minuten  starb.  Auch
ihr  Vater  war  vor  mehreren  Jahren  ganz  plötzlich
  während  einer  Sitzung  des  Gemeindekollegiumso
  vom  Schlag  getroffen  worden.

 

Dic  ersten  Kauonen  in  Albanien.
In  Durazzo  langte  in  den  leßten  Tagen  die
erste  Batterie  Geschütze  aon,  welche  dem  jungen
  Staate  von  der  italienischen  Reqierung  zum
Geschenk  gemacht  wurde.  Da  die  Serben  sämtliche
  vorhanrenen  Wassen  während  der  Besehung
  Durazzos  geraubt  hatten,  ilt  diese  Batte-.



rie  zurzeit  die  eingige;  sie  wurdt  von  dez  Bevöl-=lerung
  lebhaft  begrüßt.  Unser  Bild  zeigt  die
im  Hasen  aufgestellten  Geschützt;  davor  iteheno
den  Gendarmerie-Kommandanen.  Die  GEeschütze
  eröffneten  beim  Nahen  der  Kriegssacht:
„Taurus"  durch  Salutschieben  die  Einzugskeierlichleilen
  der  Fürstenpaares  in  Durazzo.
——  ·

    

 

Bayerisches  Oberland.

Enderf,  9.  März.  Das  Got  Westerh  nusen
bei  Eggstätt,  bisher  im  Besitze  des  Cüterhönd-=lers
  Simon  Fritz  in  Mauerkirchen,  gina  durch
Tousch  und  Kauf  an  einen  Privatier  aus
München  über,  welcher  dortselbst  em  Sanatorium
  errichten  will.

Bolzkirchen,  9.  März.  Die  Obmannschaft
Rosenheim  des  bayer.  Postverbanoes  hielt  am
Sonntag  hier  im  Saale  zur  „Post“  eine  Versammlung
  ab.  Sie  stand  unter  Leitung  des
Heirn  Odbmannes  Rubandl  aus  Nojenheim.
Das  Referat  erftattete  Herr  Sekretär  Mayer
aus  München.  In  der  Haupljache  wuroe  die
nenu  zu  gründende  Krankenlasse  und  die  Frage
des  Erholungeheimes  erörtert.,,  Erfreuischerweise
erklärten  sich  viele  Mitglieder  bereit.  Anteilscheine
  zur  Förderung  des  Erholungsheimes  zu
übernehmen.  Die  nächste  Generalversammlung
der  Obmannschaft,  die  jetzt  200  Mitgliecer
zöhlt,  findet  in  Rosenheim  statt.

Bausham,  9.  März.  Der  am  Samotag  in
der  Sortierung  schwer  verunglückte  Arbeiter
Josef  Schneider  ist  seinen  Verletzungen  ertegen.
Er  war  hio  zum  letzten  Augenblick  bei  Be-Wmuntsein.


Tegernsee,  9.  März.  Der  Zioarrengeschäiteinhaber
  Ludu#ig  Landes  nachte  am
Monlag  eine  Partie  auf  den  Roß  uno  Vuch
siein.  Der  Umfturz  der  Witterung  brachte
schwere  Schneestürme,  so  daß  Landes  die  Unterlunftehütle
  nicht  mehr  verlassen  konnte.  Als
am  Donnerstag  abend  die  alpine  Rettungsstation
  Kenntnis  erhielt,  entsandte  sie  am  anderen
  Morgen  einige  Mitglieder  nach  dem  Roß.
und  Buchstein,  während  don  Kreuth  aues  acht
Holzknechte  sich  auf  die  Suche  machten.  Ais
die  Expedilion  auf  die  Hochleger  lam,  sah  sie
Landes,  dem  der  Proviant  in  der  Hütte  aus
gegangen  war,  ganz  erschöpft  entgegentommen.

Aßling,  9.  März.  Am  Sonntag  wurde  hier
nach  einem  Vortrag  des  Herrn  Kooperators
MWeib  von  Tuntenhausen  ein  klath.  Burschenverein
  gegrundet,  dem  eine  stattliche  Anzahi
Männer  als  außerordentliche  Mitglieder  bei
traten.  —  Beim  Schlachten  eines  Schweines
wurde  der  Brandmetzger  Danner  tödlich  vom
Schlage  getrossen.

Frauenzweigverein  Nosenheim
vom  Hoten  Krenz.
Rosenheim,  10.  März.

„Vaterlandoliebe  und  Nächstenliebe“,  das  war
die  Losung,  die  vor  einem  halben  Jahrhundert
adle  Menschenfreunde  zur  Gründung  des  Roten
Kreuzes  führte.  „Vaterlandsliebe  und  Nächsienliebe“,
  sie  sind  die  Grundpfeiler  geworden
jener  mächtigen  Organisation,  die  heute  lein
zivilisierteo  Volk  mehr  missen  möchte,  jener  Organisation,
  die  schon  in  den  Kriegen  der  Jahre
1866  und  1870/71  unseren  Vätern  die  Segnungen
  eines  geordneten  Kriegs-Sanitätsdiensies
  gebracht,  die  alljährlich  Tausenden  und
Abertausenden  armer  Erdenpilger  Unterstützung
und  Beistand  gewährt.  Wie  sich  das  Arbeitzgebiet
  dieses  Weltoereins  von  Jahr  zu  Jahr
erweitert,  zeigt  uns  der  Rechenschaftsbericht  pro
1913  des  Frauenzweigvereins  Rosenheim,  oer
mit  einer  Mitgliederzahl  von  328  oabschliekt.
Seines  Gründungszweckes  eingedenk,  hat  der
Verein  nach  Möglichkeit  getrachtet,  sein  rentierliches
  Vermögen  zu  vermehren,  um  im  Ernstfalle,
  gemeinsam  mit  dem  Landechilfsver:i,
Privatpflegestätten  errichten,  Verpflegung  und
Verköstigung  übernehmen,  Verbandsmaterial  u.
Wäsche  beschaffen  zu  können.  Den  ersten  Anforderungen
  dient  ein  Depot  mustermäßiger  Wäschevorräte,
  das  auch  in  diesem  Jahre  ourch
Neuanschaffungen  und  dank  dem  Arbeitoeiser.
einiger  Mitglieder  eine  entsprechende  Mehrung
ersahren  hat.  Die  Gesundheitsverhältnisse  in
Stadt  und  Land  zu  bessern  und  damit  die
Wehrfähigkeit  unseres  Volkes  zu  heben,  wuroe
bezweckt  durch  unentgeltliche  Abgabe  von  Flugblöltern,
  melche  dem  Alloholmihbrauch,  der  Ver- 



breitung  der  Tuberkulose,  der  Sterblichkeit  der
Kinder  in  den  ersten  Lebensbhren  und  einem
falschen  hauswirtschaftlichen  Rchnen  vorbeugen
sollen:  durch  Verbreitung  de  „Büchleins  für
oie  Mutter“  und  des  „Not-Keuz-Kalendere“;
weiter  durch  cinen  ärstlichen  Vortrag  „Schulhugiene“,
  den  Herr  pratt.  und  Bahnarzt  Dr.
Elaßer,  Brannenburg,  gelegentlich  einer  Wanderversammlurg
  am  14.  Sestember  1913  in
Unterflintsbach  hielt.  Die  Fricenstätigkeit  wurde
  ferner  ausgeübt  durch  moratliche  und  momentane
  Unterstützungen  an  erwerbsunfähig:,
hier  und  in  der  Umgebung  beheimatete  Frelozunssoldaten.
  an  Arme  und  Kanke.  durch  Veisreuer
  zur  Säuglingefursorge  und  Abgabe  von
Wäsche  an  arme  Lungenkrank;  durch  Erweit:-rung
  sechs  bestehender  Depots  von  Krantenutensilien,
  die,  ebenso  wie  ein  Wandertord,  zur  leih-,
bezw.  schenkungsweisen  Abgah=  benimmt  sind.
durch  eine  Christbescherung  an  25  arme  Kinoer,
die  am  20.  Dezember  1913  ü  feierlicher  Weise
stattjand  und  durch  Spenden  bewährter  Gönner
  desonders  reichhaltig  gesioltet  wurde;  e#enso
  wurden  arme  Rinder  der  u#gehörigen  Landorte
  beschentt.  Zur  Beschaffung  von  Mesothorium
  spendele  der  Zweigverin  60  Mark,  die
zusammen  mit  dem  Erlês  der  für  den  gleichen
Zue"  errichteten  Sammelstelen  an  das  Zentral-Komilee
  abgeliesert  umden.  Dank  dem
Wohltätigleiteiinn  einer  Bochter#g'en  Gönnerin
mar  es  moglich,  zwei  blusumen  Möäochen  unentgeltlichen
  Landausenthalt  zu  verschaffea.

Die  Rechnungesübersicht  pIr  1913  ergibt  sorgendes
  Resultat:  Die  Gesameinnahmen  betru-Jen
  1499,66  Mark,  und  zwum  oroentliche  Mitgliederbeiträge
  6556  Mk.,  auberordentliche  Bei.
träge  145  Mark,  Reinertrag  #in#:s  kleinen  Glüs-Rafens
  gelegentlich  der  Wankerversammlung  in
Unterflintsbach  64.)5  Marl,  Zins  aus  dem
rentierlichen  Vermögen  248,30  Mt.,  Altivreñ
vom  Vorjahre  385,60  Man.  Die  Ausgaben
betrugen  814,30  Ml.  und  war:  Ansichafsung
nan  Depotmaterial  69,75  Mi,  Unterstütßzungen
in  Geld  111,50  Mk.,  Zuisuß  um  Säuz.
ingsverein  Rosenheim  50  NMl.,  Krank-nutensilien
  36,10  Mk.,  Weihnachten  238.20  Mark,
Mesothorium  60  Mk.,  das  näch  Paoraoraph  14
der  Statuten  an  das  Zennal-Komitee  abzuliesernde
  Drittel  der  ordentliten  Mitgliederbeiträge
  218  Mk.,  Sammeln  der  Beiträge  in  Role#nbeim
  10  Mk.,  Flugblätter,  Druzkoilen  ujm
50,80  Mark.  Von  dem  verblibenden  Avtiorese
mit  685,30  Mk.  wurden  335,00  Mk  in  Staatsprapieren
  im  Nominalwerte  von  400  Mk.  augelegt,
  so  daß  das  rentiellide,  bei  der  K.
Filialbank  Rosenheim  deponitte  Vermögen  nunmehr
  7000  Mk.  beträgt  Ei  Barbetrag  von
350,10  Marl  wurde  auf  dos  Vereinslonto  bei
der  gleichen  Bank  für  das  Jahr  1911  übernommen.


Nur  mit  dem  Segen  Ees  und  der  Unterstützung
  vieler  edler  Menschen  war  es  dem
Verein  möglich,  solch  schöm  Erfolge  zu  erzielen.
  Er  möchte  deshalb  Aen,  allen,  welche
die  Vereinszwecke  in  irgend  velcher  Weise  fördenn
  halsen,  ein  herzliches  „Vergelt's  Gott“
zurusen.  Er  möchte  sie  aber  auch  bitten,  dem
Roten  Kreuz  treu  zu  bleiben  und  neue  Freunde
zu  werben,  auf  daß  seine  Leistungssäh'gkeit
von  Jahr  zu  Jahr  wack#se,  zur  Ehre  unferes
geliebten  Vaterlandes,  zum  Wohle  unserer  leidenden
  hilfsbedürftigen  Mimenschen  in  Stadt
und  Land  und  nicht  zuletzt  u  ihrem  eigenem
Glücke,  denn  „Wohltun  brigl  Segen!“

Lokalnachrichen.
Rosenheim,  10.  März.

Todesfall.  Abermals  hat  der  Tod  tief
Trauer  in  eine  Reihe  hieliger  Bürgersfamilien
  hineingetragen.  In  der  verflossenen  Nacht
ist  die  Brauereibesitzers-Wilve  und  Priotticte
Frau  Maria  Krichbaumer  ##2  dieser  Zeitlichkeit
  geschieden.  Mit  ihr  ist  eine  Frau  dabingegangen,
  welche  ob  ihres  bideren  Charakters,
ihrer  Leutseligkeit  und  ihres  Wohlwollens  gegen
jedermann  überall  geehrt  und  geschätzt  war.
Ihr  Gemahl  ist  ihr  schon  vor  einer  Reihe

 

von  Jahren  im  Tode  vorausgegangen.  Obwohl
  Frau  Krichbaumer  im  hohen  Al#ter  von
80  Jahren  stand,  kam  ihr  Ableben  doch  üuberraschend.
  Den  Hinterbliebenen  wendet  sich  allgemeine
  Teilnahme  zu.  Die  Verstorbene  ruhe
in  Frieden!

Die  freie  Bürgervereinigung  hielt
am  Montag-Abend  im  Duichlbräu  eine  Mitpliederversammlung
  ab,  die  einen  recht  lebhaften
Verlauf  nahm.  Man  beschäftigte  sich  mit  gemeindlichen
  Angelegenheiten.  Da  invessen  der
Vorsiyende  der  Vereinigung  bernflich  abwesenr
war  und  Herr  Rechtsanwalt  Scheuer  erkre  tt
ist,  mußte  von  einem  Reserat  Abstand  genommen
  werden.  Infolgedessen  maochte  Herr  Lehrer
  Weber,  welcher  die  Leitung  der  Versammlung
  führte,  den  Vorschlag,  über  die  Entwickelung
  und  den  Stand  der  verschiedenen  gemeindlichen
  Angelegenheiten  an  die  anwesenden  Vertreter
  in  den  städtischen  Kollegien  Anfragen
zu  siellen  und  sie  um  Aufschluß  darüber  zu  bitlen.
  Dieser  Vorschlag  wurde  gerne  akzeptiert.
und  bald  entwickelten  sich  ausgedehnt  Debatten.
  So  wurden  der  neue  Modus  der  Torf.
lieferung,  die  Kaiserbadfrage,  das  Rennplatz-Frojelt,
  der  genossenschaftliche  Wohnungebau,
die  Lebenemittellieferungen  für  die  städtischen
Institute,  die  Wünsche  zu  dem  Tarif  über  bie
Abnahme  von  elektrischem  Licht  und  Kroaft
uĩw.  besprochen.  Zu  all  diesen  Fragen  wurden
  von  den  Diekussionsrednern  mancherlei
Winke  und  Anregungen  gegeben,  die  sich  auch,
auf  die  kommenden  Gemeindewahlen  erstrecken.
Die  Aussprache  war  sehr  umfangreich,  Für  und
Wider  wurde  in  Rede  und  Gegenrede  erörtert.
An  der  Debatte  beteiligien  sich  hauptsächlich
die  Herren  Baumann,  Dachs,  Geymayr,  Geabichler,
  Huber,  Koch,  Schmid",  Stegmeyer.
Stern  usw.  Eine  Anfrage  ersirecte  sich  auch
auf  das  Depot  der  Gan#wirtegenossenschaft.
Herr  Grabichler  lonnte  mitteilen,  oaß  lediglich
Weißbier  vafür  in  Betracht  sommt.  Mit  Interesse
  wurde  auch  die  Rennplatzfrage  erörler.
  Herr  Stegmener  :ceilte  mit,  daß  sich  ein
Heir  sehr  für  die  Sache  interessiere  und  sie  ev.
allein  durchzusführen  gedente.  wenn  die  Arrondierung
  des  Platzes  erledigt  ist.  Die  Debatte
uber  all  diese  Fragen  war  sachlich  gehalten  uno
lieh  verschiedene  Meinungen  zu  Worte  vommen;
  sie  hat  dadurch  auitlörend  gewirkt.  Erst
gegen  Mitternacht  gelangte  die  anregend  verlausene
  Versammlung  zu  ihrem  Abschluß.

Die  Rennplatzfrage  wurde  am  M)ntag-Abend
  auch  in  der  Versammlung  der  freien
Bürgervereinigung  lurz  berprochen.  De  ein
Rennen  ein  Programmpunkt  des  komm-noen
Volksfesies  sein  soll,  wird  da?  Projekt  woyl
bald  greifbare  Gestalt  annehmen  müsien.  Velonntlich
  wurde  seinerzeit  im  Kollegir#t#  der
Gemeindebevollmächtigten  ein  Antrag  Wiuer
angenommen,  welcher  cuch  das  Stadtdauamt
um  Ausarbeitung  eines  Projeltes  ersuchte.  Wie
gestein  abend  mitgeteilt  wurde,  interessiert  sich
ein  Herr  fur  diese  Frage  fehr;  ex  ist  bereit,
das  Projekt  zu  verwirklichen,  wenn  ie  Arrondierung
  des  Platzes  gelost  ist.  Das  nar
freilich  eine  sehr  willlommene  Lofung.

Der  Kaninchenzuchtverein  Rosenheim
  hiellt  am  8.  ds.  eine  auberordentliche  G.-neralveriommlung
  ab  behufs  Watl  eines  1.
Kassiers  und  eines  Vereinodiene##Dabei  wrurde
  die  Abhaltung  einer  Bezirks-Kaninchen-Auzsiellung
  fur  Pfingsten  beschlossen.  Als  1.  Kas.
sier  wurde  der  Hausbesitzer  Herr  Sieber  einstimmig
  gewählt.  Herr  Sieber  ist  ein  sehr  eifriges
  Mitglied.  Als  Ausstellungsleiter  wurde
Herr  Ehrenvorstand  Huber  gewählt.  2  die
Ausstellung  eine  Bezirksausstellung  gird,  ioll
bei  der  Distriktsverwaltunge  behorde  e#n  Zuschuß
  nachgesucht  werden.  Die  Wahl  des  Vereinsdieners
  wurde  in  der  Weise  erledigt,  dat  der
ganze  Verein  in  lcht  bis  zehn  Gruppen  noch
Stadtoierteln  eingeteilt  wird,  und  daß  für  jede
Gruppe  ein  Vertrauensmann  zur  Einkassierung
der  Beiträge  aufgesiellt  wird.  Herr  Selch  stellte
den  Antrag,  es  möchten  die  Wanderversammlungen
  in  der  Umgebung  von  Nosenheim  fortgesetzt
  werden,  um  die  Kaninchenmchtt  auch  auf
dem  Lande  mehr  zu  verbreiten.  Es  wurde  be.
schlossen,  am  29.  März  beim  Wir:  in  Horping
eine  Wanderversammlung  abmhalten.  Ein  Kaninqenessen
  ind  Vortrag  soll  damit  vertuncen
werden.

Bad  Wendelsitein  und  Lehrerheim.
Im  Anschluß  an  den  letztjährigen  oberban--rischen
  Kreislehrertag  in  Rosenheim  wurde  auch
das  Bad  Wendelsiein  bei  Brannenburg  belich
tigt.  Es  entstand  damit  die  Absicht,  das  Bad
als  Erholungsheim  des  bayerischen  Lehrervereins
  zu  erwerben.  Die  Verwirklichung  oieser
Aksicht  scheint  indessen  einstweilen  noch  zurück.
gestellt  zu  sein.  Wie  in  den  Blättern  gemeldet
wird,  hat  der  Hauptausschuß  des  Vereins  beschlossen,
  vorerst  bie  zur  Erreichung  des  erforderlichen
  Betrages  von  200  000  Mk.  von  einer
Erwerbung  oder  Erbauung  eines  Heimes  abzusehen.


Dos  Chiemgausängerfest  wird  in  diesem
  Jahre  in  Wasserburg  abgehalten.  Es  fänt
auf  den  2.  und  J.  Mai.  Das  Pro#gramm  ist
varläusig  schon  fesigestellt.  Dornack  bringt  der
Abend  des  2.  Mai  den  Empfong  der  Festgäsle.
ferner  eine  Delegiertenversammlung  in  der
Brauerei  Stechl  über  der  Brücke  und  eine  Festlneipe
  im  Fletzingersaol.  Der  3.  Mai  wird
durch  Tagreveille  eingeleitet.  Um  9  Uhr  be-