Der große Fürstenbund gegen Heinrich den Löwen. 245
letzten Bollwerk, dem festen Arkona, in die Hände der Dänen ge= u4.
fallen. Herzog Heinrich hatte zwar um das Unternehmen gewußt,
ihm nicht bloß seine Zustimmung ertheilt, sondern auch seinen slavischen
Vassallen den Befehl gegeben, sich mit ihren Schiffen und
Kriegern dem Heere des Dänenkönigs anzuschließen. Den erst beim
Beginn des Kampfes mit den sächsischen Fürsten wieder in sein
väterliches Erbe eingesetzten Sohn des Niclot, Pribislav, die beiden
Pommernherzoge Bogislav und Kasimar finden wir als Theilnehmer
an dem Zuge im Heere Waldemars.) Auch der Bischof Berno
von Meklenburg, der mit Eifer und Erfolg dem Beispiele eines
Vicelin und Gerold nachstrebte, schloß sich der Unternehmung gegen
Rügen an. Wie bei allen anderen Zügen Waldemars, so war auch
hier der Feuereifer und die Kriegskenntniß des Erzbischofs Absalon
von Roefkilde das eigentliche treibende Element, die Seele des Ganzen.
Am 14. Juni 1168 wurde das letzte Bollwerk der Rugianer,
das feste Arkona, mit Sturm genommen und zu einer Capitulation
gezwungen, welche den Besiegten die Zerstörung der Götzenbilder,
Annahme des Christenthums, Anerkennung der Oberhoheit des Königs
von Dänemark auferlegte, in der sie sich außerdem verpflichteten,
alle christlichen Gefangenen ohne Lösegeld freizugeben, die in
ihrem Lande zu gründenden christlichen Kirchen zu unterhalten und
eine bedeutende Anzahl Geiseln als Unterpfänder ihrer Vertragstreue
zu stellen.", Obgleich nun Waldemar bei diesem wichtigen Erfolge
auch von den Waffen des Sachsenherzogs unterstützt worden war,
das zwei Jahre zuvor mit demselben abgeschlossene Bündniß ihm
außerdem die Verpflichtung auferlegte, etwaige Eroberungen als gemeinsam
gemachte anzusehen und den Ertrag derselben, die Tributsummen
und die Geiseln mit dem Herzoge zu theilen, so machte er
doch keine Anstalten, dies zu thun, betrachtete das eroberte Rügen
im Gegentheil als ein nur ihm unterworfenes Land. Offener als
bisher zeigte er damit, wie er sein Verhältniß zum Herzoge jetzt auffaßte.
Schon im Beginn des Kampfes zwischen Heinrich und den
1) Uelm. II, 12: In tempore illo
congregarit Waldemarus, rex Danorum,
exerecitum grandem et naves
multas, ur iret in torram Rugianorum
ad subiugandum eam sibi. Et adiuverunt
eum Kazemarus et Bugeslavus,
brineipes Pomeranorum, et Fribizievus
princeps obotritorum, eo quod
mandasset dux Slavis, ferre auxzilium
regi Danorum ubicumque fortem manum
admovisset subiugandis exteris
natini
Das Nähere über die Eroberung
N iebt O. Fock, Rügen'sch-Pommersche
Sshchten r geben vochhunderten.
Leipzig W6%
14. Jun.