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Impfstoffmischungen gelangten 16 Mal zur Herstellung; hierbei wurden die
Ernten von 2 bis 11 Kälbern vermengt. Aufgenommen wurde die fertige Lymphe
von sterilisirten, mit Wattepfropf und Gummifappe verschlossenen Kolben, aufbewahrt
im Eisschranke.
In Stettin kamen Aenderungen hinsichtlich der Zeit der Abnahme, Behandlung,
Verdünnung und Aufbewahrung des Stoffes nicht zur Einführung. Vermischung verschiedener
Ernten wurde nicht vorgenommen.
In Oppeln folgten die der Abnahme voraufgehenden Arbeiten in nachstehender
Neihe: Abseifen und Abweichen der Schorfe und Schmupzbestandtheile, Desinfiziren
mit 1 /860 Sublimat, Abspülen mit warmem Wasser und Abtrocknen. Die hergestellte
Verdünnung bestand aus 1 Theil Rohlymphe, 1 Theil Glycerin und 2 Theilen
destillirten Wassers. Die Verarbeitung geschah mit der Lymphemühle; der fertige Stoff
kam in die Versandtgläschen, welche verkorkt und mit Paraffinverschluß im Eisschrank
aufbewahrt wurden. Da stets die an einem Tage gewonnene Lymphe gemeinschaftlich
zur Verarbeitung gelangte, so war in 5 Fällen die Vermischung zweier Ernten vorgenommen
worden. Gin kleiner Theil Lymphe ist als Trockenpulver zur Erprobung
der Wirksamkeitsdauer hergestellt worden.
In Halle a. S. wurden nach sorgfältiger Reinigung des Impffeldes mit Pinsel, Seife
und Wasser die Vorken mit dem scharfen Löffel abgehoben. Abänderungen in der
Herstellung des Impfstoffes als Glycerinemulsion sind nur insofern eingetreten, als
seit dem Juni statt des offieinellen Glycerins mit geringem Wasserzusatz, Sargr'sches
Glycerin mit ½ Theil destillirten Wassers verdünnt, verwendet wurde. Die Verreibung
fand im Mörser statt. Die Aufbewahrung geschah wie früher.
In Hannover geschah die Abimpfung fast stets 96 Stunden — 6 Mal
14 Stunden früher — nach der Impfung. Nach der trockenen Beschaffenheit, namentlich
nach der stärkeren Krustenbildung zu schließen, schien mit diesem Zeitpunkt vom Mai
an der günstige Augenblick der Abnahme bei manchen Thieren schon vorüber. Vor
der Abnahme ist eine ebensolche Reinigung des Impffeldes vorgenommen worden wie
bei der Impfung, jedoch ohne Desinfektion. Die Vorken wurden dabei entfernt,
sodann die Pusteln mit dem scharfen Löffel in raschen Zügen abgekratzt. Die
Zubereitung der Lymphe erfolgte möglichst bald nach der Abnahme durch Verarbeitung
von je 18 Rohstoff mit 4 cem Glycerinwasser, bestehend aus 2 Theilen Glycerin und
1 Theil sterilisirten Wassers. Hierbei bewährte sich die Döring'sche Mühle, wenn es
sich um größere Mengen handelte. Bei kleineren Mengen trat wegen des zeitraubenden
Reinigens der auseinanderzunehmenden Maschinentheile kaum eine zZeitersparniß ein.
Vor der Verarbeitung wurde stets das Obduktionsergebniß der einzelnen Thiere abgewartet,
wenn die Ernte mehrerer derselben (2 bis 5) vermischt werden sollte. Der
Impfstoff wird durch 2 bis Zmaliges Hindurchschicken durch die Maschine feiner verrieben,
als durch mehrstündige Bearbeitung im Porzellanmörser. Die Chalybaens'sche
Maschine hat sich in Hannover nicht bewährt.
Die Aufbewahrung der durch einen Kork und Eintauchen in eine erhitzte
Mischung von Wachs und Paraffin verschlossenen ½ und ½ g Gläschen, sowie
der zugeschmolzenen Kapillarröhrchen erfolgte im Kühlhause, in welchem, so lange die
Kühlmaschinen arbeiten — April bis Oktober —, eine Luftwärme von durchschnittlich
+ 3 bis 4% 0 vorhanden war. Ein in der Wohnung des Vorstandes eingerichtetes
Versandtzimmer enthält einen Eisschrank zur Aufbewahrung von Lymphe.
In Rassel wurde wie früher die Impffläche vor der Abnahme des Stoffes nur
mit Wasser und Seife ohne Anwendung der Decrinfektion gereinigt. Die Abnahme