Nummier 177
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mann selne Lieben an seine Männer-- und
Vatetbrust, ein letzter Händedrud der Freunde
verlnüpft noch einmal stärker das Band treuer
Freundschaft. Und dann gibt es nur mehr
einen König und ein Vaterland. Und wenn
dann der Militärzug kndlich dem heimatlichen
Bahnhof entrollt, dann löst sich in den Reihen
der Hinterbliebenen ein allgemeines Schluchzen.
Die tränenbenetzten Taschentücher flattern im
Minde und winken den Scheidenden die letzten
Glück= und Segenswünsche zu. Zum Teil auch
bricht sich bei Abfahrt des Zuges die patriotische
Begeisterung der innerlich Stärkeren Bahn
und weit hinaus donnern dann die Rufe und
das letzte Lebewohl. Allen rufen wir zu:
Seid slarl für Gott und Vaterland! Wenn
denn nach den todbringenden Kämpfen der
Friede ins Land Fzieht, dann ein frohes Miedersehben
mit jenen, die dem Sensenmann entgandcen
sind.
1#
Rosenheim, 3. August.
Für das Rote Kreuz. Einem Inserate
des hiesigen Frauenzweigvereins oom Noten
Kreuz in heutiger Nummer entnehmen wir, dal
in den allernächsten Tagen zwei Kurse für
Helferinnen vom Roten Kreuz unter Leitung
zwei vielbeschäft. r Herren Aerzte abgehalten
werden. Daß diese Kurse zuslande lommen,
rerdient umsomehr Anerkennung, als ein growher
Teil der hiesigen und auswärtigen Aerzie
einberufen ist, und die Zurückbleibenden infolgedessen
ohnehin eine große Arbeitslast erwarlet.
Die Opferfreudigkeit dieser Herren findet
gewiß ihren schönsten Lohn in zahlreicher Beteiligung,
denn wir sind überzeugt, daß recht
riele Frauen und Jungfrauen mit Freuden die
Gelegenheit ergreisen, dem Vaterlande als Pflegerinnen
dienen zu können. Aber auch jen-, die
an das Haus geiesselt sind, können sich durch
Vermehrung des Wäschedepots um unsere tapseren
Vaterlandsverteidiger hervorragende Verdienste
erwerben.
Hochherziges Anerbieten. Frau Baronin
Wendelstadt, Schloßherrin auf Neubeuern,
hat dem hiesigen Frauenzweigverein vom
Roten Kreuz einen Teil ihres Schlosses als
Genesungsstation für 18 Offiziere zur Verfngung
gestellt. Ebenso haben Private und Gasthäufer
je 2—6 Betiten als Privat-Pflegestätten
angemeldet. Hoffentlich findet diese Gekmut
noch recht riele Nachahmer!
Gestellungspflicht der Zurückgestellten.
Durch eine Belanntmachung in
Berlin wird darauf aufmerksam gemacht, daß
infolge der Mobilmachung alle Zurücstellungen
Militärpflichtiger ihre Gilligkeit verloren haben.
Die Zurückgestellten müssen sich also schleunigsr
zu einer erneuten Gestellung vor der Ersatziommission
einfinden. Die im Ausland besindlichen
Militärpflichtigen haben sich unverzüglich
bei dem Bezirkskommando, dessen Beeirt
sie im Reichsgebiet zunächst erreichen, zu
melben. Ter Grund einer etwaigen Verspätung
iit dem Be#irkskommando in glaubhafter
Weise darmlegen.
Freiwillige Arbeitskräfte vor!
Die Erntearbeiten sind durch den Krieg jäh
unterbrochen worden. Der größte Teil der Arbeitskräfte
ist zu den Waffen gerusen worden.
Der reiche Segen der Ernte verdirbt, wenn nicht
fleibige Hände sie bergen. Für Arbeiter, deren
Werke wegen des Rrieges sich schließen, bietel
sich hier gute Arbeilsgelegenheit. Wir ruken
sie auf, bei den Erntearbeiten jetzt mitzuhelfen.
Jung und alt, alle, die abkömmlich sind,
werden willkommen sein. Verschiedentlich haben
sich Freiwillige dafür schon gemeldet, ihr Beispiel
wird sicherlich Nachahmung finden. Wir
sind ermächtigt, mitzuteilen, daß sich Freiwillige
z. B. Ebersbergerstraße 42 finden, denen
jedenfalls noch viele sich anschließen werden.
Freiwillige vor! Es gilt reicher Erntesegen zu
Valdeszanber.
Novellette von E. van Baàndelon.
Im schlichten weißen Kleide, welches nur lose
von einem Goldgürtel zusammengehalten wurde,
die kleinen Füßchen in Goldkäferschuhen stekkend,
so fand er sie zum ersten Male in tieffter
Waldeinsamkeit. Auf einer niedrigen Moosbank,
das Köpfchen mit dem flimmernden Goldhaar
leicht an den Stamm einer dunklen Tanne gelehnt,
saß sie regungslos; sinnend lauschten die
großen, fragenden Kinderaugen zum grünen
Blättergewirrt empor..
Wie sie so da saß, glich sie weit eher einem
überirdischen Wesen, herabgeschwebt vom lichten,
blauen Himmelsdom, um dem Raunen und Flüstern
des Waldes zu lauschen. ... Unwillkürlich
hatte er seine Schritte gehemmt u. starrte
wie gebannt auf die reizende Vision. Und —
„Waldelse“ — flüstern seine Lippen lels
Vorsichtig nur, kein Schritt in Hast,
daß brechend nicht knistere ein dürrer Ast —
die Waldfee ist's, die zauberische Holde —,
wie Nebel wallt sie durch Busch u. Tann —
sie trägt ein Krönlein von Golde
Wem aber sie erscheint, dem bringt sie Glack
Drei Wochen
mentreffen verst
lind seit jenem ersten Zusam-Auch
heute sche3 Haiden auf der näm-
bergen, der im bevorstehenden Krieg von unendlichem
Werte für alle ist.
Die Kriegsereignisse laben wir in
den letzten Tagen stets auf das Schneilste durch
Erxtrablätler unseren Lesern bekannt gegeben.
Durch die Mobllisierung ist jedoch auch unser
Betrieb stark in Mitleidenschaft gezogen worcen.
Infolgedessen sehen wir uns veranlaßt, in
Zulunft von der Ausgabe von Ertrablättern
abzusehen. Dagegen werden die elnlaufenden
Telegramme alsbald an unseren Anschlagtaseln
bekannt gegeben werden, während wir nur
noch in ganz besonderen Fällen Extrablätter erscheinen
lassen.
Verdächtige Russen in Nosenbe
im. Allenthalben kommen Meldungen über
das Erscheinen russischer Spione in großer Zahl.
Auch Rosenheim beherbergte am Sonntag vier
Russen. Zwischen Kiefersselden und Kufstein
wurde ein Autompbil, das mit vier Russen, darunter
auch Damen, beietzt war, ausgebracht. Das
K. Bezirksamt Rosenheim beschlagnahmte dos
Automobil und ließ es mit seinen Insassen nach
Rosenheim überführen. Nach Aufnahme des
Tatbestandes wurden die russischen Automobilisien
mit ihrem einwmandfkeien Gepäck na 1. München
überfährt zur Ueberstellung an oie Polizeidirektion.
Das Automobil blieb indessen in
Rosenheim, wurde zu Gunsten des Staates konfisziert
und ist heute bereits bei der Ausmusterung
der Kraftfahrzeuge vorgeführt und ausgemustert
worden. Auch am Samstag weilten
zmei Russinnen in Rosenheim. Man vermulete
in ihnen verkleidete Männer; diese Annahme
hat sich jedoch nicht bestätigt. Doch begleilete
eine großen Menge am Samstag die Uebecfuhrung
der beiden an den Bahnhaf,
Eine freu dige Uebe rraschung bereitete
die Milchproduzentenvereinigung Rosenheim
und Umgebung den Konsumenten. In
einem Aufruf mahnt nämlich die Vereinigung
ihl: Mitglieder die Milch zum gleichen Preise
zu verkaufen wie vor dem Kriege. Nur wenn
zwingende Grunde eintreten würden, sollen die
Produzenten zu einer Preissteigerung schreiten.
Mit diesem Vorgehen wird die Milchproduzentenvereinigung
sicher allseits allgemeine Anerkennung
finden.
Nachtruhe in den Apotheken. Unsere
Leser machen wir darauf aufmerksam, daß im
Monat August die Riedersche Apotheke am Ludwigsplatz
den Nachtdienst zu versehen hat. In
diesem Monat ist von 8 Uhr abends bis halb
7 Uhr morgens nur diese Apothele zugänglich.
##cthüche Nachrichlen.
Beichtgelegenheit für Reserovisten.
Zur Fahne eingerufene Reservisten werden darauf
aufmerlsam gemacht, daß in der Stadtpfarrlirche
täglich von 5 Uhr früh an Gelegenheit
geboten ist, die hl. Satramente zu
empfangen.
Kirchliche Feier. In der prot. Stadtpijatrlirche
dahier wurde am Sonntag nachmittags
um 2 Uhr durch Herrn Stadtpfarrer
Weber für eine größere Anzahl von Kriegsteilnehmern
und deren Angehörige eine Abendmahlsfeier
abgehalten.
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kür Jali 1941.
Geborene:
Barbara Mur#ler, Taglöhnerskind. Christine
Maria Liegl, Maschinistenskind. Johann
Bapt. Thaller. Glaserskind. Anna Maria Graol,
Hafnermeisterskind. Elisabeth Schmid, Bäckergehilfensklind.
Karl Schreiner, Modellschreinerskind.
Franz Hupf, Bahnarbeiterskind. Anna
Gell, Surgehilfenskind. Maximilian Wirsing,
lichen Moosbank und hörte mit glänzenden Augen
seinem Waldmärchen zu.
Wie gebannt sah der junge Oberlehrer Otto-Böhmig
in das feine Mädchengesicht, das jetzt
so völlig den Ausdruck trug, wie ihn lauschende
Kinder haben. — Ein so süßes Ding!
Sie ahnte noch immer nicht, welche Bewandtnis
es mit seinem echen habe; wie kindlich-unschuldig
sie doch noch war Bis.
her hatte er mit keinem Wort, keinem Blick
verraten, wie es um ihn stand. Immer wieder
zwang er die Worte zurück, wenn sie über
seine Lippen wollten. Noch nicht! So schien
es in seinem Gewissen zu rufen. Und doch stand
dem nichts im Wege, die reizende Mädchenblume
und Inge Haiden heimzuführen als sein
liebes Weib, sein Eigen zu nennen! Er hatte
trotz seiner Jugend ein gutes Gehalt, so daß
er wohl daran denken konnte, einen eigenen trauten
Haushalt zu gründen, zumal er so ganz allein
stand in der it; die Eltern hatte er früh
verloren. Geschwister besabß er nicht. Aber er
atte auch bisher nicht finden können, wmas sein
n suchte. ... Dah er die idmilische Stille
dieses lleinen Walddorfes den rauschenden Bädern
vorgezogen, ließ ihn nun vielleicht unverhofft
sein Glück finden.
Diese kleine, liebe Inge.
Ein einfaches, unverdorbenes Geschöpschen,
das er sich zur Gefährkin erziehen wollte, zur
Gefährtin seines Lebens.
t—.—
Dienstag, 4. August 1014
Hilfsarbeiterskind. Willibald Balduin Preißler,
Bauführerskind. Barbara Blank, Maschinenhausgehilsenskind.
Andreas Anton Schweiger,
Kabelmonteurskind. Anna Theresia Wimmer,
Stationepehilfenennnd, Petronilla Guldbrandt,
Malermelsterskind. Katharina und Hedo#ig
Franz, Eisenbahnschaffnerslinder (Zwillinge).
Anna Klara Friesenegger, Stationsgehilfenekind.
Horbinian golet Bss ostschaffnerslind.Wil-Im
Enhuber, Stotionsgehülen
» ultu
and. Hermann
Maria Lemp Reg i
ehrerskind.
3 Korpsbezirks
des 1. Armeckorps.
Seine maies#dt der König hat das Landesgeblet
in Kricpssuland erhldtt. für diele
Mas#regel And lediçiich Grunde der raschen
und ielchmasigenburchrüprung der mobll.
machung maßgebend und nicht etwa die
besotguis, daß die vevölkerung die vaterländische
kaltung werde vermiglen lallen.
dle Schnelligkelt und Slcherheit unlferes
Rufmarsches erfordert einbeinliche und zielbewußte
leltung der gelamten vollziebenad#n
Gewalt. Wenn durch die Erniarung
des Kriegszuftandes die Gesete verschärft
wercken, so wird dadurch niemand, der das
Gelset beachtict und den KNnordnungen der
Bepörden Folge leinnet, in feinem Tun und
Wirken beschränht. 10 vertraue, das die
gelamte beoblkherung aue muttär, und
Tpilbehörden freudlg und rüchhaltslos
unternützen und uns damit die ersüllung
unferer hoben vaterländischen
Prlichten erleichtern wird. Dann ulrä auch
der alte waffenruhm des breres aufrechterhalten
und es vor den Hugen unferes
Königs und den Slichen der nation in
Epren bestehen.
münchen, den 1. Nugun 1914.
der Kommandierende General
gez. von Nplander
Gencral der Infamerie.
(I. S.)
Der Weltkrieg.
Keine Brunnenvergiftung.
München, 3. August. In der Stadt war
Leute allgemein das Gerücht verbreitet, da
die hiesige Wasserleitung vergiftet worden sel.
Von der Polizeidirektion wird erklärt, daß
an d##em Gerücht kein wahres Wort ist.
Französische Schandtaten.
Met, 3. August. Ein franzölischer Arzt wollte
mit Hilse von zwei verkleideten französischen
Offizieren einen Brunnen mit Cholerabazillen
infizieren. Sie wurden vor dem Gelingen des
Versuchs ertappt und stundrechtlich erschossen.
Achtung auf die Telephonleitungen.
München, 3. August. Es ist bekannt geworden,
daß zahlreiche ausländische Agenten den #asuch
gemacht haben, durch Anschaltung an Telegraphenund
Telephonleitungen die militärischen Dienstgespräche
mitzuhören. Dieser Umstond wird die
gesamte Bevölkerung veranlassen müssen, den
Telegraphen= und Fernsprechleitungen ihr bebesonderes
Augenmerk zuzuwenden, sodaß alle die
Leute, die sich unbefugt an derartigen Leitungen
zu schaßen machen, festgenommen und der nächsten
Polizeibehörde zugeführt werden können.
Eine Warnung.
München, 3. August. Es erweist sich als
nötig, immer wieder darauf hinzuweisen angesichts
Immer hatte er sich bezwungen, heute aber
fiel es ihm namenlos schwer.
Während er mit Inge plauderte, war ein
sehnsüchtiges Quälen in ihm entstanden, und
eine Stimme rief: „Mach' ein Ende, schaff“ dir
Gewihheit!“ "(
Die tiefe, heil'ge Stille des Waldes schien
ihm doppelt geeignet zu seinem süßen Geständnis.
4
Ein herrlicher Tag war's. Tiefblau uno wolkenlos
ver Himmel. Wortlos schritten sie jetzt
langsam durch einen Birkenwald, dessen weiße
Stämme wie Silber aufleuchteten, wenn ein
Sonnenstrahl das dichte Blättergewirr durchbrach
und an der glänzenden Rinde herabhuschte,
um goldene Flecken auf den mooligen Waldboden
zu malen, um dann wie ein leuchtender
Blitz wieder hinaufzugleiten in die vom Lusthauche
leise bewegten Blktter.
In der lautlosen Stille wirkte das Surren
der Mücken und Käfer, das kraumhafte
Zwitschern Der Vögel ganz seltsam auf Otto,
So weit ab, so weit ab von den Menschen
sühlte er sich, so losgelöst ... Sanz allein
mit dem reizenden Geschöpf, zu dem es ihn mit
allen Fiebern drängte. Ein süßer, träumerischer
Ausdruck lagerte über dem nachdentlichen
Gesichtchen; sie stand wohl noch ganz unter dem
Eindruck des Märchens .... Wenn er sie jetzt
in seine Arme riß! Wenn er nichts sprach,
nichts sagte, sondern sein Dornröschen einfach
er Klagen über Zurhckweisung von Papiergel
daß die Banknoten und geen Fhen 2
detliches Zohlungsmiltel find und daher voll
wertig in Zahlung genommen werden müssen,
snicht nur don den öffentlichen Kassen, sondern
auch von den Geschäften, Restaurants ufw.
Die unberechtigte Zurückweisung der Noten oder
Annahme nach Zugestehen eines Aufschlages birgl
unter Umständen die Gefahr in sich, daß die
Lokalitäten, deren Besützer ein derartiges Versahren
belieben, polizeilich zugeschlossen werden.
Kriegslazarette.
Wiesbaden, 3. August. Die Deutsche Ge.
sellschaft für Kaufmannserholungsheime hat ihre
in Wiesbaden, Traunstein (Oberbayern) Bühl
(Baden) und Salzhausen (Obexhessen) mit zusammen
über 500 Betten dem Kaiser als Kriegs.
lazarette zur Verfügung gestellt.
Sranzöfische Brleft auben.
Lörrack i. Baden, 3. Aug. Heute früh
1 Uhr wurde in Muttenz bei Besel ein ehem.
franzbsischer Offizier 7 Einfuhr von Srief.
tauben verhaftel; 150 Brieftauben wurden beschlagnahmt.
Der Verhaftete wurde in das Ge.
ängcnit Liesthal überwiesen.
Für die Ernte.
Köln, 3 Aug. Der Oberpräfident der Abein.
— ersuchte sämtliche Behörden, die ihnen
unterstellten Schulen schließen zu lassen. Bezüglich
der höheren Schulen wurde died durch daß
Provinzialschulkollegium angeordneit. Ferner sei
auf# tunlichste doranh r* daß die Schul.
kinder und auch die Schüler der höheren Lehr.
anstalten bei den Erntearbeiten mitwirken.
Verletzung des VBölkerrechte durch
ie Franzosen.
Berlin, J. August. Wolffs Telegraphen,
burecon meldet: Während sich noch kein dent.
scher Soldat auf französischem Gebiete befin.
bdet, Uberhaupt noch keine Kriegserklärung vrr#
liegt, haben französische Truppen bereits die
Ortichaften Gottestal, Metzeral, Markirch und
Schluchtpaß im Oberelsaß besetzt. Eine weitere
Neutralitätsverletzung liegt darin, daß
zahlreiche französische Flieger über Belgien und
Holland nach Deutschland geflogen sind.
AUereitelter Anschlag auf einen
Zeppelin-Hafen.
Frankfurt a. M., 3. August. Die „Fraukfurter
Zeitung“ meldet: In Friedrichshafen
wurde ein zuspicee Spion erschossen, der die
Luftschiffhalle in die Luft sprengen wollte.
Alerandrowo besetzt.
Berlin, 3. August. Nach einer amtlichen
Mitteilung haben deutsche Truppen, die russ
sche Grenzstation Alexandrowo gegenüber der
Festung Thorn besetzt.
Rumänien macht mobil.
Berlin, 3. August. Wie der „Lokakanzeiget“
zuversichtlich hört, steht die Modilisierung
der rumänischen Armee unmittelbar bevor. Dos
Blatt fügt hinzu, daß diese Maßnahme lediglich
defensiven Charakters ist.
Elbing, 3. August. Im Berlaufe eins
Wortwechsels gab der Polizeisergeant Kinder einen
Schuß auf den Poliziewachtmeister Histowl
ab und verletzte diesen schwer. Darauf tötete flqh
Kinder selbst durch einen Schuß in die Schläfe.
Augsburg, B. August. Der Bankier Peschle
von der Firma Böckenberger und Franck hat
sich heute fräh vom Fenster seiner im 4. Stock.
werk gelegenen on auf die Straße gestüch!
d erl k it seinen Verl .
Yaaääkenåälnlfltttöedtllt Ja besetzt 8 Lun
— wach
sie wäre?
Inge hatte soeben über ein polsierliches Eichhörnchen
silberhell aufgelacht. Nun stand sie an
den Stamm einer silberglänzenden Birke gelehnt,
und sah sehnsüchtig hinauf in das luftige
Laubdach.
Dort hinauf möchte ich; dort oben muß esso
kühl und lauschig sein, sagte sie übermötig.
Otto stand vor ihr und sah sie an. Dos
helle Sommerkleid brachte ihre graziöse Figur
ur vollen Wirkung. Das fseingeschnittene Gesobtchen
war rosig überhaucht, die dunklen, glänzenden
Augen und das reiche Goldhaar, das
unter dem einfachen, breitrandigen, weißen
Strohhut hervorquoll, boten ein reizvolles, feß
selnde Bild, das Otto förmlich mit den Bliken
einsog. .. .. Entzückend war sie. Er bedauerte
im Stillen, kein Maler zu sein.
„Warum schauen Sie mich denn so an, Oen
Oberlehrer?“ Unbefangen lachte Inge ihn an.
„Soll ich's nicht tun, Fräulein Inge? Sie
disen ja gar nicht, wie so wunderfchon Sle
in 74 « .
küßte! Ob's nicht am Ende das Be,
„Ach, auf einem Male? Und vor drei Wochen
noch war ich eine lleine, graue Fledermaus
“
(Cortsetzung folgt.)