146 II. Von der Revolution zur Reichsgründung.
Ob und wie der Sollverein sich bei Ablauf der jetzigen
Deriode erneuern läßt, kann nur der Erfolg ausweisen“.
Wünschenswert ist aber gewiß, daß er nicht in seiner jetzigen
Derfassung fortbestehe, vermöge welcher das Widerspruchsrecht
der einzelnen jede Entwichlung unserer handelsgesetzgebung
abschneidet. Zuch hier dürfte, neben Einführung
des Beschlußrechtes wenigstens einer Sweidrittelmoajorität,
die Lösung der weiteren Schwierigkeiten am leichtesten
dadurch gefunden werden, daß Zusschüsse von mehr oder
weniger starker Mitgliederzahl aus den Ständeversammlungen
der einzelnen Staaten zusammentreten und durch
ihre Beratungen und Beschlüsse die Meinungsverschiedenheiten
der Regierungen auszugleichen suchen. Ein solches
„Sollparlament“ kann unter Umständen und bei geschichter
Leitung das Organ werden, auch auf anderen Eebieten
Dereinbarungen anzubahnen, welchen deutsche Staaten um
so leichter beizutreten geneigt wären, wenn sie stets kündbar
bleiben. Die ersten Anfänge der Solleinigung mit Darmstadt
sind kaum erheblicher gewesen, als es in ihrer EArt
die Militärkonventionen mit Koburg-Gothas und andern
ähnlich disponierten kleinen Staaten sein würden. Die
Einwirkung der bestehenden parlamentarische Rörpers chaften
stellt in jetziger Seit schnellere Fortschritte für national
Bestrebungen der Krt in Kussicht als vor dreißig Jahren,
und äußere Ereignisse hönnen förderlichen Einfluß üben.
Als letztes, spät erreichbares Siel würden dabei gemeinschaftliche
heereseinrichtungen vorschweben, denen die gemeinschaftlichen
Einnahmen aus den ZSöllen und den verwandten
Kbgaben als Budget und eine gemeinsame Gesetzgebung
für handel und Verkehr als Ergänzung dienten, alles auf
vertragsmäßiger und kündbarer Basis, unter Mitwirkung
einer aus den TLandtagen hombinierten Dolksvertretung.
Ehe Hreußen mit derartigen Bestrebungen außerhalb des
Bundestages offen hervorträte, würde es sich jedenfalls
empfehlen, ähnliche Reformen in Frankfurt auf bundes-