Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1918 (5)

Nr.  27.  1918.  219

5  7V.

Beamte,  Geistliche,  Lehrer  und  sonstige  Personen,  die  auf  öffentlich-rechtlicher
Grundlage  aus  ihrem  Dienstverhältnis  Eierabgaben  beanspruchen  können,  haben  aus
solchen  Lieferungen

von  den  ersten  200  Eiern  keine  Eier,

von  der  Mehrmenge  bis  zu  600  Stück  ½

von  dem  Rest  ½
als  Pflichtmenge  abzuliefern.

Die  Bestimmungen  des  §  6  finden  entsprechende  Anwendung.

III.  Eierversorgung.
88.
Für  die  Versorgung  der  nichthühnerhaltenden  versorgungsberechtigten  Bevölkerung
  mit  einer  Eiermenge  bis  zu  30  Stück  für  den  Kopf  der  Bevölkerung  werden

Eierkarten  —  zu  vgl.  das  in  der  Anlage  B  vorgeschriebene  Muster  —  ausgegeben.

Die  Ausgabe  der  Eierkarten  erfolgt  durch  die  Ortsobrigkeiten  oder  die  Gemeindevorstände.

Die  Eierkarten  haben  überall  im  Großherzogtum  Gültigkeit.  Die  Inhaber  der
Eierkarten  sind  berechtigt,  gegen  Aushändigung  der  Karte  oder  der  einzelnen  Marken
Eier  sowohl  bei  den  Hühnerhaltern  wie  in  den  Sammelstellen  zu  beziehen.

89.

Jeder  Haushaltungsvorstand  erhält  auf  Antrag  für  jeden  seiner  Wirtschaftsangehörigen
  eine  Eierkarte.  Militärpersonen  erhalten  Eierkarten  nur  dann,  wenn  sie  nicht
in  Verpflegung  der  Militärbehörden  stehen.  Hühnerhalter  sowie  die  in  §  7  bezeichneten
Personen,  welche  mehr  als  200  Eier  empfangen,  erhalten  für  sich  und  ihre  Wirtschaftsangehörigen
  keine  Eierkarten.

Gast-,  Schank=  und  Speisewirtschaften  sowie  Bäckereien  und  Konditoreien  erhalten
  für  ihren  Betrieb  keine  Eierkarten.  Ihnen  wird  hierdurch  gestattet,  Eier  zur
gewerblichen  Verarbeitung  für  den  eigenen  Betrieb  aus  der  Menge  aufzukaufen,  über
die  die  Hühnerhalter  —  zu  vgl.  §  6  Abs.  5  —  frei  verfügen  können.

IV  Eier-Preise.
8  10.
Der  Höchstpreis  für  Eier  beträgt:
1.  bei  Abgabe  an  den  Verbraucher  30  Pfennig  für  das  Ei,
2.  bei  Ablieferung  an  die  Sammelstelle,
a)  wenn  sie  durch  behördlich  zugelassene  Aufkäufer
oder  durch  behördlich  eingerichtete  Untersammelstellen
  erfolgt