geilen den Wunsch einer näheren Verbindung mit England
durchblicken ließ. Die höfliche, wenn auch nicht ablehnende,
so doch die Absicht umgehende Antwort des
englischen Premiers hätte den großen Kanzler, wenn
nicht inzwischen sein Räcktrict erfolgt wäre, sicherlich nicht
davon abgebracht, seinen Vorsatz gelegentlich weiter zu
verfolgen.
Zu dem deutsch-österreichischen Bündnis, welches den
Angelpunkt seiner Politik bildete, hatte Fürst Bismarck
als „Hilfskonstruktion“ den Beitritt Italiens herbeizuführen
gewußt. Letzteres wünschte den Anschluß
an Deurschland als Deckung gegen Frankreich, das sein
Protektorat über Tunis erklärt hatte. Bismarck wies
die italienischen Staatsmänner nach Wien. Den irredentistischen
Aspirationen Italiens sollte ein Kapzaum
auferlegt, der zwischen den beiden Nachbarstaaten vorhandene
Explostostoff unter Bündnisverschluß gelegt
werden. Wie mir Marchese Visconti Venosta einmal
sagte: L’'ltalie ne peut étre que Pennemi ou bien
DTallié de I-Autriche. Der Dreibund war gedacht
als mitteleuropäischer Friedensblock. Eine Defensiostellung
gegen die Revanchegelüste Frankreichs und die
panslawistischen Strömungen Rußlands, zugleich als
überbrückung der Oifferenzen der Partizipienten. Jede
agressioe Tendenz lag ihm fern. Wenn sie sich gelegentlich
bei Crispi zeigte, wies Bismarck sie sofort zurück.
Hatte schon der Anschluß Italiens an den Dreibund
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