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stehen zu müssen, ist hart. Nur der Kaiser vermag den Titel zu
geben, und um solchen Preis ist für Friedrich kein Opfer zu
schwer. Der große Kurfürst hat für sein preußisches Herzogthum
die Freiheit von polnischer Lehensherrschaft erstritten. Der
Kaiser gibt diesem Herzogthum den Namen eines Königreiches,
und macht den Kurfürsten und Markgrafen von Brandenburg
zum Könige in Preußen, nicht im Reiche. Es ist eine seltsame
Doppelstellung, damals freilich bei dem verworrenen Zustande des
Reiches sehr häufig. Wenige Jahre später tragen gar drei Kurfürsten
des Reiches, von Sachsen, Hannover und Brandenburg
zugleich auswärtige Königskronen.
Allein es ist dabei ein großer Unterschied. England und damals
auch Polen waren mächtige Reiche, deren Besitz einen wirklichen
Königstitel verbürgte. Preußen war klein. England und
Polen berührten Hannover und Kursachsen nicht. Die Interessen
der Länder konnten sich in der Person des Regenten nahe treten,
eins mit einander konnten sie niemals werden. Anders war es
mit Brandenburg und Preußen. Sie lagen einander nicht fern.
Eine räumliche Verbindung war nicht unmöglich, nicht unwahrscheinlich.
Es mußte die Besorgnis aufkeimen, daß ein König in
Preußen streben würde dies Preußen nach Brandenburg zu tragen,
in Brandenburg eben so selbstständig und unumschränkt zu werden,
wie er es in Preußen war. Wie war es, wenn es dem Kaiserhause
nicht mehr gelang unter den verschiedenen Reichsfürsten die
Art von Gleichgewicht zu erhalten, welche für das Haus Habsburg
die Oberhoheit sicherte und darum auch für den geringen
Bruchtheil der Deutschen, welcher weiter hinaus zu blicken wagte,
noch die Möglichkeit einer festeren Einigung des Reiches und der
Nation in Aussicht stellte? Wie war es, wenn ein Reichsfürst
unter den anderen sich empor hob als ein König nicht bloß in
Preußen, sondern auch in Brandenburg? Seit zwei Jahrhunderten
hatte die Erfahrung gelehrt, daß ein folches Emporheben eines