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TLelepten-Muchlüsse: Redaktion m#ch De#: Nr. 79; Derlerate
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##### 3. Juli 19156
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Gewaltige Siegesbeute im Juni in den Kũmpfen gegen!die Russen.
König Ludwig preußischer Generalfeldmarschall. — Erfolgreiche Kämpfe bei Arras.
Ein englischer Postdampfer versenkt. — Die Junibeute Hindenburgs:
25.695 Gefangene,
Die Beschießung von? Verdun.
Geschütze, 52 Maschinengewehre.
Beschießung ven Windau. — Die Junibente in Galizien: 521 Offiziere, 194.000 Russen, 91 Geschütze, 364 Maschinengewehre,
78 Munittonswägen. — Schwere Niederlage der Italiener am Isonzo. — Sensationelle Enthüllung in Sofia. — Riesige
Verlusfte der verbündeten Feinde auf Gallipoli.
Die Kriegslage.
WTB. Großes Hauptquartier, den
Juli, vormittags. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Nördlich von Arras nehmen die Kämpfe um
die Gräben unter andauernden Artilleriegesech.
ten einen für uns günstigen Fortgang.
In der Champagne südöstlich von Reims
grissen die Franzosen erfolglos an. Auf den
Maashöhen und in den Vogesen sanden nur
lebhafte Artilleriekämpfe statt.
Feindliche Flieger warsen Bomben auf
brügge und Brügge,
den anzurichten.
Oestlicher Kriegsschanplatz.
Die Lage ist unverändert.
Olc lunibeute belrägt: 2 fahnen, 25.60“
Gelangene, darumer I21 Ofi#erc. Geschlidc,
6 Minenwerser, "82 maschinengewehre, ein
flugscug u. außerdem zablreiches matertal.
Süböstlicher Kricgsschauplatz.
In erbitterten Kämpfen haben die Truppen
des Generals v. Linsingen gesiern die russischen
Stiellungen östlich der Gnila-Eipa zwischen Kuniczew
und Luczuncze und nördlich von Nohalun
gestürmt. 3 Offiziere, 2328 Mann wurden
gefangen genommen und fünf Maschinengewehre
erbeutet.
Zecohne
militärischen Scha-
Auch östlich von LZemberg sind öfterreichisch.
ungarische Truppen in die seindlichen Stellungen
cingedrungen.
Die Armee des Generalseldmarschalls v. Makkensen
ist in weiterem Vordringen zwischen Bug
und Weichsel. Auch westlich der Weichsel weichen
die Russen, teilweise nach hartnäckigen
Kämpfen. Die verbündeten Truppen drängen
beiderseits Kamienna nach.
die Gelamtbeute im Juni der unter leilung
des Generals von Linsingen, des feidmarschalls
von Mackensen und des Generals
von woyrsch nehenden verbündeien Truppen
beträgt: 40% OikIzZlere, 140.650 Mann,
80 Geschute, 260 maschinengewehre.
Oberste Heeresleitung.
* 2— *
Der amtliche österreichische Bericht.
WIB. Wien, 1. Juli. Amtlich wird ver
lautbart:
Russischer Kriegsschauplatz.
In Ostgalizien dauern die Kämpfe an der
Gnila-Lipa und im Raume östlich Demberg fort.
Unsere Truppen sind an mehreren Stellen auf
die Höhen östlich der Gnila-Lipa vorgedrungen
und in die seindlichen Stellungen eingebrochen.
Ebenso gelang es den verbündeten Trupden,
abwärts Rohatyn nach erbittertem Kampfe
das Ostufer zu gewinnen.
Am
Im Quellgebiet des Wieprz murde Jamosz
besetzt. Die Höhen nördlich der Tanew Nie
derung wurden in ihrer ganzen Ausdebnung in
Besitz genommen.
Dujestr herrscht volle Ruhe.
Westlich der Weichsel folgten unsere Truppen
dem weichenden Gegner bis vor Tarnom.
die Gelamtbeutc der unter öonferreichischungarischem
Oberkommando im nordonen
Kdmpfenden verbündeten TCruppen per Juni
beiräot: 321 Ofllzterc. 194 000 Mann,.
SGelchuve, 364 maschinengewehre. 73 munilionswagen,
100 feldbahnwagen elc.
Italienischer Kricgsschauplatz.
Der gestern Nachmittag von mehreren jeind
lichen
Infanteriedioilionen erneuerte allge
meine Angriff gegen unsere Slellungen am
————.....—
Rande des Plateaus von Doberro wurde üb rail
unter schweren Verlunen der Jialiener abge
—.
schlagen. Der Haupistos, des Feindes richlete
sich gegen die Front Sagrado Monte Tosick
———.
(nordöstlich Monfalcone). Bei Selz und Vermegliano
drangen die Jtaliener in unsere vor
dersten Gräben ein. Ein Gegenangriff unjeier
lapferen Infanterie warf jedoch den Feind nie
der in das Tal zuruück. Die Hänge des Monie
Cosich sind mit italienischen Leichen bededl. Ein
abende angesetzter Vorstoß gegen die Hohen
ösllich Monfalcone, ein Angriff nordöstlich .
2
grado und mehrere kleine Vorstoße gegen den
—W.. — — —
Görzer Brückeniopf brachen gleichfalls msam-
men.
Nach dieser Niederlage des Feindes trat Ruhe
ein. In gehobener Stimmung sind unsere un
erschütterlichen Truppen im sesten Besitg aller
ihter Stellungen # Kampfe bereil.
Im nördlitzen Fsonzo-Abschnitt und an der
Kärniner Grenze halt das Geschützfeuer an.
Der stellvertretende Chef des Generalstabes:
v. Höfer.
Rückkehr König Ludwigs von der
Oflfronl.
König Ludwig hat nunmehr die Rückreise angetreten
und isl wieder in Wien eingetroffen.
Beim Besuch der Truppen an der Ostfront huldigten
Volk und Truppen dem Könige in stürmischen
Kundgebungen der Freude und Begeisterung
und brachten ihm illre Liebe und Verehrung
in eindrucksvoller Weise zum Ausdruck.
Die Fahrt des Königs war zunächst, wie schon
berichtet, nach dem öfterreichisch ungarischen
Grosten Hauptquartier gegangen, wo der König
mit seinem Schwager, dem Feldmarschall Erzherzog
Friedrich, k. und k. Hoheit. zufammentras.
Sodann besuchte der König den Deulschen
Kaiser, welcher ihn auf das herzlichste empfing.
und unter warmen Worten über die trefflichen
Leistungen der bayerischen Truppen und
ihrer Füire# zum Auodrude brachte, es würde
ihm eine besondere Frande sein, wenn der Kö
nig den Rang eines Gbeneralfeldmarschalls der
preußpischen Armee annehmen wollie. Der Konig.
enisprach diesem Wunsue hocherfreut über die
Ehrung seiner Person und der banerischen
Truppen.
Den König führte die Reise, welch: größten
leils im Automobil zuruckgelegt duurie. nad.
Kralau. Przemnel ur s Lemberg. Er hatie Gelenenheit,
die Släbe der im rpser stelenden
bunerischen Oeeresteile und zahlreiche Truppen
leils auf den Mursch, leils unmitteibar binter
der Kampflinie zu sehen. In Przemuel besich
tigte der König die von den banerischen Trur
pen eingenommenen Festungswerke und über
reichte dem Generalleutnant Ritter v. Kneußl.
der die banerichen Truppen beim Sturm auf
die drei zuerit eroberten Forts geführt hat. bei
der Begrüßtung personlich den K. Militär Marx-Josexhs-Orden,
dem Generalleutnant Freiherrn
von Stein den Stern zum Militär Verdienlor
den, und druckte in dieser Weise seine hobe
Anerkennung fur die herrlichen Leistungen der
Ttuppen und ihrer Fülrung sichtbar aus.
Am Donnerstag morgens auf der Rückfahrt
vom südöllichen Kriegsschauplatz it der König
in Wien eingetroffen. um vor der Heimreise
dem Kaiser Franz Joseph einen Besuch abzujtatten.
Von Wien hat der Konig am Frei
lag die Heimreise angetreten und wird sich zu
nächst nach Wildenwart begeben, wo die Bonigin
an diesem Tage ihr (eburtesein seierl. Die
Ankunft in München in für Sonntag vormittags
in Aussicht genommen.
In Wien hatte sich der König, der in ürengsiem
Inkognito reiste, einen offiziellen Empfang
verbeten. Im Bahnkbos hatien sich zum
Empfang bloß Erzherzog Franz Salvator. der
bancrische Legationsrat Baron Hoffmann. und
der Vorstand des Bayernvereins mit einer Abordnung
zur Begrußung eingefunden. Der Konig
fuhr mit dem Erzherzog in die Hofburg und
wurde trotz des unfreundlichen Wetters vom
Publikum ungemein sympathisch begrußt. Um
1211 Uhr vormittags fuhr der König nach
Schönbrunn und stattete dem Kaijer einen längeren
Besuch ab. Am Nachmittag fand beim
Kaiser zu Ehren des Königs eine Familientafel
statt. Die gegenseitige Begrüßung der
beiden Majestaten war ungemein herzlich und
freundschaftlick. Der König blieb länger als
eine halbe Stunde in den Gemächern des Kaisers
und stellte dann dem Monarchen den banerischen
Kriegsmininer General der Kavallerie
Frhr. v. Kreß vor.
Die verwendun Ater Gase.
Berlin, 3. Juni. 2 Nerddeutiche Allgemeine
Jeilung' öräit: Die Firma G.
Strect Co. Std. in London, die sich ale amtliche
Agentin des englischen Handelsministeriums bezeichnet,
versendet seit dem vorigen Monat ein
gedrucktes franzosisches Rundschreiben an die
Zeitungen neutraler Länder, in dem sie ihnen
einen kleinen Ariilel über die Rede Kitchener?
im Oberhause uber die deultsche Anwendung
ernidender Gase anbietet und sich bereil erklär",
„Aueslagen, die den Zeitungen erwachsen
laumten“, sogleich nah Eingang der Rechunung.
also in jeder geforderten Hohr. zu eritatten.
In dem Artikel, von dem die „Norddeutsche Allgemeine
Heilung’“ eine photograplische Nachbildung
bringt, wird die Rede Kiichener## im
Oherhaus vom 2-. April angefuhrt, in wel.
cher den Deutichen vorgeworfen mird, daß sie
gistige Gase benunen, olnvohl Deutschland eine
der Machte sei. die die Daager Konvention
unterzeichnet haben, deren einschlägigen Artikel
die Zuichrift folgendermaßen wiedergibl: Die
vertragschließenden Machte kommen üuberein, ich
de Gebrauck5 von Geschofsen zu enthalten, die
die Verbreilung erstickender oder giftiger Gaie
zum Gegenstand haben.
Die „Norddeursche Allgemeine Zeitung“ be
merit hier zu: Der vorichende Artilel enthält
mehrere wesentliche Unrichtigleiten, die schwerlich
auf bloße Versehen zuruckgeführt werden
können. Junachst i#l in den Ausfuhrungen Kitche
ners der Inhalt des sog. „Artilel- der Haager
Konvention“, d. h. der zweilen Erklarung
der OHaager Konferen; vom 29. Juli 1399, unrid
lig wiedergegeben. Die Erklärung lautet in
der amtlichen deutsichen Uebersenung: Die vertragschließenden
Mächte unterwerfen sich gegenseirig
dem Verbote, solche Geschosse zu verwenden.
deren einziger zweck es in, erstidende oder
gistige Gase zu verdreiten. Die Worie „deren
Oweck es isl“, waren auf der Haager Konferenz
Gegenstand lebhafter Erörterungen und
bildeten für mehrere der beteiligten Staaten
die Voraussetzung für die Unterzeichnung der
Erllarung. Zu den Unterzeichnern der Erklarung
gehört indessen (Grohßbritannien nicht. Die
von der englüschen Firma versandte Eiste der
zeichner i#t gefälscht. Sie wirft zunächst die
Feichnung der Ratifikotion durcheinander, so doß
hes den Anschein erweckt, als habe Leuuschlan
erst spat und nur widerstrebend gczeichnet.
der Tat zeichnete aber Deutschland die 7.
rung mit 23 anderen Slaaten am 29. Juli 1899,
ratifizierte die Erklärung am J. September 150