Metadata : Kriegsanordnungen des stellv. Generalkommandos I. Bayerischen Armeekorps

272  Verkehr  auf  dem  Bodensee.

.  85.
Zuwiderhandlungen  werden  mit  Gefängnis  bis  zu
einem  Jahre  bestraft.

Für  die  Bodenseefis  cherei  gelten  besondere  Anvordnungen.

München,  den  30.  April  1915.
Der  Kommandierende  General:
von  der  Tann.

(Nr.  85  565.)  Bekanntmachung  betreffend  Verkehr
auf  dem  Bodensee.

Auf  Grund  Art.  4  Ziff.  2  des  Kriegszustandsgesetzes
  erläßt  das  stellv.  Generalkommando  I.  Bayer.
Armeekorps  für  das  Grenzschutzgebiet  Lindau  (Stadt
und  Bezirksamt  Lindau)  folgende  Anordnung:

8  1.y

Für  das  Kahnfahren  und  Segeln  gelten  folgende
Beschränkungen:

1.  Von  abends  8  Uhr  bis  6  Uhr  vormittags  ist  das

Kahnfahren  und  Segeln  verboten.

2.  Von  Uhr  vormittags  bis  8  Uhr  abends  ist  das  Segeln
nur  im  sogenannten  „Kleinen  See“,  das  Kahnfahren
nur  im  „Kleinen  See“  und  auf  jenem  Teil  des
Bodensees  gestattet,  der  begrenzt  wird  durch  das
Ufer  von  Nonnenhorn  bis  zur  Landtorbrücke  in
Lindau,  den  Pulverturm  und  die  zur  Bezeichnung  der
Untiefen  eingeschlagenen  Pfähle,  die  im  roten  Feld
weiße  Zahlen  tragen.

Das  Fahren  mit  Motorbooten,  mit  Ausnahme

der  Lastmotorschiffe,  ist  auf  allen  Teilen  des  Sees
verboten.

§  3.
Die  Distriktsverwaltungsbehörde  stellt  für  jedes

Boot  einen  Ausweis  nach  beiliegendem  Muster  aus.
Dieser  Ausweis  ist  bei  allen  Fahrten  mitzuführen.

1)  §  1  abgeändert  durch  G##.  vom  30.  September  1916  Nr.  158857.