Metadata : Gesetzsammlung für das Fürstenthum Reuss Jüngerer Linie. Einundwanzigster Band. 1891-1895. (21)

W  man  noch  nicht.  Seine  Stellung  war  ja  längst
mhaltbarZoischen  den  muselmanischen  Aufständischen
ad  der  Bevölkerung  Valonas  ist  ein  Uebereinkommen
Ulet  worden.  Die  kot-schwarze  Fahne  wird  gehißt.  Die
lusständischen  werden  morgen  in  die  Stadt  als  Freunde
inziehen,  nachdem  die  Ablsetzung  des  Fürsten  und  der
iegierung  anerkannt  worden  ist.  Die  Notabeln  Volonaos
tgrilsen  unter  grotzer  Begeisterung  von  der  Stadt  Besig.

 

Die  Papstwahl.
Rom,  1.  September.

Nachdem  heute  früh  Kardinal  Agliardi  eine  hellige
Nelse  gelesen  und  die  Kardinäle  die  beilige  Kommnione
  mpfongen  hatten,  versammelten  lsie  sich  auf  dos
seichen  der  Glocke  im  Konklave.  Auf  dem  Peterspla,
zo  Truppen  ausgestellt  sind,  bewegt  sich  eine  neugierige
Uenge,  darunter  viele  Priester.  Alle  blicken  nach  dem
schornstein  ous  Zink  auf  der  Sirtinischen  Kapelle,  aus
elchem  der  Rauch  der  nach  sledem  Wahlgang  verrannten
  Stimmzettel,  die  Sfumata,  aufstelgen  wird.
slor  der  Pforte  hält  der  Konklave--Marschall,  Fürst
hige,  mit  14  Schwelzern  die  Ehrenwach:.  Die  Drehzeuze,
  durch  welche  die  Verbindung  des  Konklave  mit
tt  Außenwelt  Hergestellt  werden,  werden  von  Kapitäten
  des  Konllave,  apostolischen  Protonot  r#e###  und  Prälien
  uberwacht.

Heute  vormitlag  11  Uhr  36  Minuten  stieg  der  erste
auch  auf,  das  Zeichen  dafür,  daß  die  erste  Abimmung
  für  die  Papflwahl  zu  keinem  Eegebais  führte.
liele  Tausende  von  Personen  waren  aus  dem  St.  Peveplatz
  versammelt.  Sie  zerstreuten  sich.  Ils  der  Rauch
uirschwand.  Um  11.45  Uhr  siieg  zum  zwesten  Male
auch  auf.  Dies  läht  vermuten,  daß  am  Vormiktag
bei  Abstimmungen  stattsonden,  welche  ergebnieles  blieien.
  Heute  vormittag  begaben  sich  die  Gesandten  Preuins,
  Vayerns  und  Rußlands,  sowie  der  argentinische
eschäftsträger  und  andere  Diplomaten  beim  Heiliin
  Sluhl  in  den  Vatikan.

 

hie  vierte  bayerische  Verlufkilste.

München,  1.  September.

Tie  heute  vom  bayer.  Krlegsministerlum  ausgegebene
lerlustliste  Nr.  4  weist  371  Namen  auf  und  zwar  38  kot,
)  schwer  verwundet,  159  leicht  verwundet  und  125  veribt.
  Auf  die  einzelnen  Regimenter  verteilt,  ergibt  sich
agendes:  15.  Insanterieregiment:  3  tot,  2  schwer  verundel,
  21  leicht  verwundet,  2  vermitzt.  —  16.  Infanrietegiment:
  1  tot,  8  schwer  verwundet.  51  leicht  verundet,
  4  vermißt.  —  4.  Kavalleriebrigade  (Stab):
tol,  1  leicht  verwundet.  —  1.  Ulonenregiment:  12  tot,
3  schwer  verwundet,  34  leicht  verwumdet,  66  vermißt.
—2.  Ulanenregiment:  13  tot,  38  leicht  verwundet,  44
ermißt.  —  6.  Chevaulegerregiment:  2  schrwer  verwunt1.
  2  leicht  verwundet,  9  vermi##.  —  5.  Feldartilleriegiment:
  2  tot,  4  schwer  verwundet,  3  lelcht  verundet.
  —  8.  Feldortillerieregtment:  6  tot,  15  schwer
twundet,  9  leicht  verwundet.

Für  unsere  Gegend  enthält  die  Verlustliste  folgendes:
.  Insanterieregiment:  Infanterist  Jolef  Sturainer  aus
larnbach,  leicht  verwundet,  Kopfschuß;  16.  Infanteriegiment:
  Infanterist  Karl  Irg  aus  Rosenheim,  leicht
twundel,  rechter  Arm;  Gefreiter  Josef  Graßl  aus
erchtesgaden,  leicht  verwundet,  linkes  Bein;  Infantist
  Sebastian  Lazarus  aus  Moais,  leicht  verwundet,
auch  und  Arm:  Gefreiter  der  Reserve  Johann  Not
  aus  Wasserburg;  schwer  verwundet;  Infantccift
corg  Maier  aus  Burghausen,  tot;  Unterofsizier  der
esetot  Paul  Ronge  aus  Pfassenreu-b,  leicht  vermdet,
  rechter  Arm,  vermißt;  Infanterist  Joh.  Tlefenaler
  aus  Parsdorf,  leicht  verwundet,  rethter  Arm;
nfanterist  Michael  Henghuber  aus  Hehen,  leicht  verindet,
  linker  Arm;  Gefreiter  Franz  Roider  aus  Sal.
ef,  leicht  verwundet,  lnkes  Bein;  Gefceiter  Johann
uchsellner  aus  Traunstein,  leicht  verwmundet,  Kopf;
Nonserist  Johann  Breuninger  aus  Schwindkirchen,  verz#;
  Insanterist  Josef  Heringer  aus  Vorbusch,  leicht
rmundet,  rechter  Arm;  1.  Ulanenregiment:  Leutnont
Freiherr  von  Syburg  zu  Sümmern  aus  Lenggries,
1:  Ulan  Otto  Fesenmayer  aus  Hausham,  vermißt;
Chevoulergerregiment:  Chevauleger  Mar  Aichhammer
*  Achthal,  leicht  verwundek,  Gesäß;  d.  Feldartillerie.
liment:  Kanonier  Josef  Schachiner  ous  Altötting,
wer  verwundet,  rechter  Arm;  Kanonier  Gg.  Bauereiß
*  Trudringen,  leicht  verwundet,  linke  Hand,  ge-3werische

  Nachrichten.

Grafenwöhr,  1.  Sept.  Unter  den  5000  gemaenen
  Franzosen  befinden  sich  etwa  2500
eerwundete,  von  denen  in  den  letzten  Lagen  zmei
stocben  find.  Zahlreiche  französische  Offitte
  ahmen  als  Leibtragende  an  der  Beerd.
ing

 

 

OMberland.

Hüähhisor  .  1.  Sept.  Dahier  starb  gestern
2  allseits  bekannte  Kommisiär  Herr  Jolef
llner.  Fax  gleichgeitig  mit  dem  Ableben  desben
  traf  auch  die  guernic  Meldung  ein.
dessen  Sohn  go  Lder  Marine  den
esdentod  für  das  lich  rben  sei.  Vak
  und  Sohn  wurden  alfe  8  de  vereint.

·
Rosenheim,  2.  Seotember.
Der  Landsturn  t  gestern  eingerückt.  Alle
sind  gekommen,  welcke  dazu  aufgeboten  waren,
alle  mit  dem  gleichen  Mannesmut  und  cder  glei.
chen  Unerschrocenhet,  der  alle  anderen  auch
beherrcht,  die  vor  ihnen  schon  ins  Feld  gezogen
  sind.  Wenn  auch  schon  zwanzig  Jahre
versm#ihen  sind,  seitdem  sie  des  Königs  Nock
truge  en.  so  ließen  sie  doch  an  militärischer  Dis.
Kplin  preten  vermissen.  Strammen  Schriltes
!.  sic  der  Musik,  welche  sie  zum  Bahnbof
  geleitete.  Da  gab  es  keine  Unzufriedene.
alle  solgten  freudig  dem  Rufe  ins  „Felo.  Auch
der  Landsturm  stellt  voll  und  ganz  einen  Mann,
wenn  ct  auch  nicht  in  die  Front  Gestellt  wird.
Fahnenschmuck  tragen  heute  oie  staallichen
  und  slädtischen  Gebäude.  Er  ist  angeordnet
  werden  aus  Anlaß  des  Sedantages  und
des  Sieges  in  Ostpreußen  über  die  Russen.
Auch  viele  Privathäuser  sind  beflaggt.  Mit
Recht!  Denn  wie  vor  44  Jahren,  do  stehen  wir
auch  jetzt  wieder  siegreich  in  Feindesland.
Eine  Landsturmriege  wird  oer  Tuenverein
  Rosenheim  von  1860  errichten.  Dadurch
soll  allen  unausgebildeten  Landsturmpflicktigen
Gelegenheit  gegeben  werden,  sich  in  oen  notwendignen
  mililärischen  Bewegungen  üben  zu
können,  bis  sie  unter  die  Fahne  gerufen  weroen.
Dieser  Schritt  des  Vereins  ist  umsomehr  m  begrüßen,
  als  auch  Nichtmitglieder  ohne  weilere
finanzielle  Verpflichtungen  an  biesen  Uebungen
teilnehmen  kömen.  In  einer  Versammlung  soll
weiter  dozu  Stellung  genommen  werden.  Wir
machen  auf  das  Inserat  darüber  in  der  heutigen
  Nummer  besonders  aufmerksam.
Unsere  Schützen.  Der  Chiemgauschützenbund
  (Si#ß  Tiaunflein)  hat  beschlossen,  mit  Rücsicht
  aus  den  Ermst  der  Lage  das  für  heuriges
Jahr  auf  den  15.  August  in  Ruhpolding  angesetzte
  Bundesschießen  abzusagen,  den  für  den
Festort  nach  den  Statuten  zu  FKeMillkgenden  Betrag
  von  M.  500  aber  der  Rönigin  von  Bapern
zu  Hilsszrecken  zur  Verfügung  zu  stellen.  Das
Hosmarschallamt  der  Königin  bemerkt  nun  zum
Schlusse  seiner  Empfangsbestätigung:  „Ihre
Majestät  die  Königin  werden  diesen  Allerhöchtr
zur  freien  Verfügung  gestellten  Betrag  imsSinne
der  freundlichen  Geber  verwenden  und  zwar.
teils  füc  das  Note  Kreuz,  teils  Zur  Fürsorge  für
Angehb##ige  von  Kriegsteilnehmern,  beidez  im
Begreie  des  Chiemganes.“  Somit  wäre  der
Wunsch  so  mancher  dem  Chiemgau-Schützenbunde
  angehörenden  Gesellschaft,  obigen  Betrag
  den  Kriegsteilnehmern  oder  deren  Angehörigen
  aus  dem  Chiemgau  zugute  vommen  #u
lassen,  erfüllt.
en  Kanzenunterstüung-:  Verein
  „Konkordia“  spendete  für  das  Rote
Kreuz  50  Mark.  Jur  Unterstützung  von  Angehörigen
  der  in  das  Feld  abgerufenen  Mitglieder
steht  ein  Betrag  von  700  M.  Hur  Verfügung,
welcher  an  dürstige  Angehörige  verteilt  werden
oll.

 

Ans  dem  Bezicksemtsblalle.

Belreff.  Feiltagelellung  #ur  Invallden-  und  Hinterbllebenenversicherung


Die  Beitragsleistung  zur  Invaliden=  u.  Hinterbliebenenversicherung
  bleibt  auch  während  des
Krieges  unverändert  fortbestehen,  wie  anderseits
  auch  die  Gewährung  der  gesetlichen  Invaliden=
  und  Altersrenten,  sowie  der  Hinterbliebenenbezüge
  ihren  Fortgang  nimmt.  Es  sind
demnach  für  alle  Personen,  welche  in  einer
versicherungspflichtigen  Beschäftigung  stehen,  von
den  Arbeitgebern  bei  der  Lohnzahlung  Beitragsmarken
  der  vorgeschriebenen  Wohallaf  in
die  Aeittungslarten  einzukleben  und  zu  entwerten.
  Dies  gilt  auch  für  die  dushilfsweise
zur  Erntearbeit  herangezogenen  Personen,  wenn
diese  sonst  berufsmäßig  Lohnarbeit  verrichten  u.
nicht  lediglich  gegen  freien  Unterhalt  (Kost  und

ohnung)  orbeiten.  Auf  vorschriftsmäßiger

Beitragsleistung  muß  auch  im  Interesse  der
Verlicherungsanstolt  uumsomehr  bestanden  werden,
  als  einerseits  in  Folge  des  Krieges  die
Pflichtleistungen  der  Versicherungsanstalt  eine
erhebliche  Sleige  *  ng  erfahren,  andererseits  aber
in  Folge  des  Wegfalls  der  Beitragsleistung  für
die  zum  Militärdienst  einberufenen  männlichen
  Versicherten  die  Beitragseinnahmen  wesentlich
  zurücgehen  werden.

Für  die  derzeit  zu  militärischen  Dienstleistungen
  eingezogenen  Versicherten  u.  deren  Familien
  gewinnt  die  Invaliden=  und  Hinterbliebenenversicherung
  nunmehr  wegen  der  besonders
drohenden  Gefahr  der  Invalidität  und  des  Ablebens
  eine  erhöhte  Bedeutung.  Diese  Versibberten
  oder,  soferne  dieselden  schon  eingerückt
sind,  deren  Angehörige  tun  gut.  wenn  sie  die
Quittungskarten  in  Ordnung  bringen,  d.  h.,  dieselben
  mit  allenfalls  bis  zur  Beendigung  der
Arbeit  noch  rückständigen  Beitragsmarken  be- 



lleben  lassen,  und  bei  der  Gemeindebehörde  ge-*

  Bescheinigung  behuso  Einsendung  an  die
ersicherungsanstalt  einliesern.  In  diesen  Quit- 



tungskarten  und  den  Aufrechnungsbescheinigun- 



gen  ist  von  der  Gemeindebehbrde  vorzumerken:
eiuron.  Neue  Quittungskarte  nicht  ausge
  e  7
Nachdem  militärische  Dienstleistungen,  gleichviel
  ob  pflichtige  oder  freiwillige,  in  bilmachungs-
  und  Kriegszeiten  als  Wochenbeiträge
2.  Lohnklasse  angerechnet  werden,  ist  eine  Marlenverwendung
  während,  solcher  Dienstleistungen
  nicht  erforderlich.  Dies  gilt  aber  nur  für
solche  Personen,  die  vorher  berufsmäßig  nicht
nur  vorübergehend  versicherungspflichtig  beschäftigt
  gewesen  sind;  fz  die  freiwfllig.
Versicherten  müssen  auch  während  militärücher
Dienstleistungen  wenigstens  in  dem  zur  Au
rechterhaltung  der  Anwartschaft  erforderlichen
Umsange  Beitragsmarken  verwendet  werden.
In  Zweifelsfällen  wende  man  sich  an  das
unterserligte  Versicherungsamt  um  Auskunft.

Aus  dem  Gerichtsfaale.

Ein  unangenehmer  Gläubiger.

Traunstein,  2.  Sept.  Der  Oekonom
Schönbauer  in  Kolbermoor  schuldete  dem  Unterhändler
  (Georg  Zacher  in  Stephanskirchen  *
Marl.  Eines  Tages  erfuhr  Jacher,  daß  sein
Schuldner  einen  Pferdehandel  Ssrag0o  hat.
Er  bedrängte  ihn  daher,  erreichte  aber  sein  Worhoben
  nicht.  Um  sich  auf  andere  Wise  zu
entschädigen.  drangen  kurz  darauf  der  Angellagte
  mit  dem  mitbeschuldigten  Taglöhner  Josef
Stangl  von  Kolbermoor  in  den  Stall  Schönbauers
  und  trieben  trotz  des  heftigsten  Protestes
der  Ehefrau  des  Schuldners  eine  Kuh  fort.  Dabei
  bedcohte  Zacher  die  Schönbauer  mit  Erstecken.
  Dos  Landgericht  Traunstein  verurteille
den  Zacher  nunmehr  n  5  Monaten  Gefängnis.
während  Stangl  mit  5  Tagen  Gefängnis  daponiam.


 

Fut  die  Zurũckgeblie  benen  sind  bei  der  Stadtlämmierei
weiter  eingegangen:

5  Uebertrag:  13847.64  Mark
Ungenannt  2  30.—  Mark
F.  D.  *r  10.—  Mark
Ruberklub  RKosenheim  125.—  Mark
Frau  Therese  Baier  3.—  Mark
K.  E.  13.—  Mark
L.  10.—  Mark
Sterzer  Lorenz  5.—  Mark
L.  J.  L.  50.—  Mark
J.  20.—  Mark
A.  H.  „Gott  lasse  Frieden  werden!“  20.—  Mark

Obeingenieur  Karl  Ellässer

ein  goldenes  Kettenarmband
A.  N.  20.—  Mark
K.  Bankvorstand  Seiffert  30.—  Mark
Kaufmaonn  Klepper  20.—  Mark

Stammtisch  „Auerbrauerei““  10.—  Mark
Ungenannt  3.  Beitrag  20.—  Mark
4.  Kirchensammlung  (Kalh.  Frauenbund)  126.—  Mark
Sühneversuch  14.—  Mark
K.  100.—  Mark
Von  einer  Köchin  20.—  Mark
J.  V.  5.—  Mark
Fa.  Krottenhauser  10.—  Mark
M.  B.  5.—  Maoark
G.  R.  N.  "  ".  5.—  Mar
N.  Kr.  —.  75  Mark
K.  Mojor  Hutter  100.—  Mark
Von  e  inem  Beistlichen  100.—  Mark

Summa:
2  ·.—.
Für  das  Rote  Kreuz  im  Krieg  sind  weiter  bei  uns
eingegangen:

rttag:  2398.52  Mart
Von  den  Eösten  des  ia  rnnt  20.—  Mark
Ungenannt  10.—  Mark
Herrmonn  8.—  Mark
Regina  Hötzendorfer  2.—  Mark
A.  B.  20.—  Mark
M.  N.  3.—  Mark

.
—#
r—
2
—.

Aus  Mariechens  Spargeld  1.—  Mark

Sophie,  L.  A.  und  K  5.—  Mark

Zwei  Schwestern  25.—  Mark

Müller-Kr.-U.-Verein  20.—  Mark
Summa:  23527.51  Mark
—

Für  die  Angehörigen-Unterstützung  sind  bei  unserer
Inseratenverwaltung  lerner  eingegangen:

Uebertrag:  1634.—  Mark
Aus  der  Sparkasse  von  Trudi  und
Thildl  Broichmann  1.—  Mark
Ob.  aus  Schwacg  in  Tirol  5.—  Mark
Aug.  Thanner,  G
Elekttrotechn.  Illeeiienbhureas  25.—  Mark
gaul  H.  3.—  Mark
Marie  D.  —.  50  Mark
Ein  Dienstmädchen  5.—  Mark
F.  S.  5.—  Mark
Ungenannt  10.—  Mark
M.  G.  7.—  Mark
Sophie,  L.  A.  und  K.  #1#  5.—  Mark
Zwei  Schwestern  25.—  Mark

Summa:  1723.50  Mark
Welteren  Gaben  lsehen  wir  gerne  entgegen.

T:,NMa

Der  Weltkrieg.

(Amtliche  Melbungen  des  WI.)

Tie  Festung  Givet  gefallen.  ".
Berlin,  2.  Sept.  Aus  dem  großen  Hauptquartier:
Die  Festung  Givet  ist  am  31.  (Givek
ist  eine  Grenzstadt  im  franz.  Departement  Ardennen
mit  etwa  5000  Einwohnern.
Maas  und  der  Bahn  Charleville-Namur  und  ist  durch
erbaute  Fort  Chorlermont  beseli#gt.
Inzwischen  sind  weitere  Befestigungen  daju  gekommen.)

 

Augutt  gesallen.

 

 

Die  Stadt  liegt  an  der

 

 

das  von  Karl  V.

 

 

Die  Riesenschlacht  in  Galizien  und  Polen.

Berlin,  2.  Sept.  Ueber  den  Fortgang  der  Niesenschlacht
  in  Galizien  und  Polen  meldet  die  „Vosstsche
Zeilung“  Auch  am  siebenten
  Tage  wird  die  Riesenschlacht  mit  den  gleichen
Anstrengungen  sorlgesetzt,  ohne  daß  bisher  die  Entschei-Sie
  steht  indessen  für  die

 

 

aus  dem  Kriegspressequart'er:

 

 

dung  schon  gefallen  wäre.
allernächste  Zeit  bevor.

 

Dos  isolierte  Paris.  ½

Rom,  2.  Sept.  Nach  dem  „Corriere  d'Jlalia“  ist
Paris  vom  übrigen  Frankreich  vollftändig  isolier..  Auch
der  Telegraph  Paris-Mailand  ist  unterbrochen.  Alles
Leben  in  Frankreich  stockt.  Ueberall  herrscht  grenzenloser
  Schrecken,  Verzweiflung,  Not  und  allgemeine  Arbeitslosigkeit.
  Nur  eines  halte  einigermaßen  den  französischen
  Mut  aufrecht,  nämlich  die  Hoffnung  auf  die  Ankunft
  englischer  Verstärkungen.

"

Deutsche  Flieger  über  Paris.
Rotterdam,  2.  Sept.  Das  „Berl.  Tageblatt“
meldet:  Am  letyten  Augusttag  erschien  wiederum  ein
deutsches  Flugzeug  über  Paris  und  warf  Bomben,
die  aber  keinen  Schaden  anrichteten.  Gestern  ist  abermals
  ein  deutsches  Flugzeug  über  Paris  erschienen.
Russische  Scheußlichkeiten.  *7
Berlin,  2.  Sept.  Der  „Berl.  Lok.-Anz.“  berichtet
über  russische  Scheußlichkeiten  gegen  deutsche  Landsleute
in  Dambrowa.  Ein  deutscher  Geschaftsmann  erzählt  über
russische  Truppenzusommenziehungen  am  11.  Juli.  Als
er  am  17.  Juli  auf  der  Bank  sein  Guthaben  erheben
wollte,  wurde  zu  ihm  gesagt:  „An  die  deusschen  Schweinehunde
  wird  nichts  mehr  bezahlt.“  Am  18.  Juli  kam
der  Ausweisungsbefehl.  Die  Schwägerin  des  Geschäftsmannes
  und  seine  Kinder  wurden  don  Kosaken  erschlagen.
  Seine  Frau  wurde  von  den  Kosaken  mißbraucht
und  er  selbst  gezwungen,  diesen  verbrecher'schen  Scheußlichkeiten
  zuzusehen,  indem  man  ihm  den  Säbel  auf  die
Brust  setzte.
(Richtamtliche  Melbungen.)
Amerikanische  Mithilfe.

Berlin,  2.  Sept.  Wie  dem  deutsch-amerikanischen
Wirtschaftsverband  mitgeleilt  wird,  brablichtigen  die
Deutsch-  Amerikaner,  durch  ihre  Organis#tion  cinen  Fond
von  2  Millionen  Mark  Dollars  aufzubringen  zur  Unterstützung
  der  Hinterbliebenen  deutscher  Gefallener.

Der  Rückzug  der  Franzosen.
Rotterdam,  2.  Sept.  Eine  gestern  Abend  vom
franz.  Kriegsministerium  erschienene  Mitteilung  ergeht  sich
sehr  offenherzig  über  den  Rückzug  der  franz.  Armeekorps
  und  gesteht  mehrere  Schlappen  und  Niederiagen
ein.
Die  Lage  in  Rußland.  1

Köln,  2.  Sept.  Ein  in  den  letzten  Togen  aus
Rußland  zurückgekehrter  Deutscher  erklärt  in  der  „Köl.
nischen  Zeitung“.  daß  die  russische  Bauernschaft  teilweise
dem  Rufe  zur  Fahne  nur  widerwillig  gefolgt  sei.  Die
Arbeitermassen  seien  außerordentlich  unzufeieden,  so  dah
der  Ausbruch  einer  Revolution  sast  mit  Sicherhelt  zu  erwarten
  sei,  falls  es  gelingen  würde,  der  rusfischen
Armec  eine  entscheidende  Niederlage  beizubringen.  Durch
den  Ausfall  der  russischen  Ernie  seien  Scho  erigkeiten
in  der  Ernährung  des  russischen  Heeres  vorauszulehen.

Die  Kriegssteuer  wird  bezahlt.

Rotterdam.  2.  Sept.  „„Daily  Erpreßg“  meldct,
daß  die  der  Stadt  Brussel  auferlegte  Kriegssteuer,  für
welche  die  Herren  Soloay,  Baron  Lambert  Rothschud
und  Baron  Empoin  in  Brussel  als  Geiseln  gefangen  gefangen
  genommen  wurden,  bezahlt  werden  wird.  Die
Kriegssteuer  beträgt  200  Millionen.

Verwundete  Engländer  in  der  Heimat.

Düsseldorf,.  2.  Sept.  Nach  Berichten  aus  London
  trasen  am  dortigen  Waterloobahnhof  verwundete
englische  Soldaten  ein.  Sie  wurden  von  einer  großen
Menschemmenge  mit  Jubel  begrübt.  Sie  erklärten,  daß
lie  wahrend  des  ganzen  Vormarsches  nicht  gewußt  haben,
  wo  sie  sich  besanden.  Ein  Veteran  sagte,  vaß  der
Burenkrieg  im  Vergleich  zu  diesem  Kriege  ein  Picknick
gewesen  sei.

 

wWetterberic̃t  L
für  Dasmerslag,  3.  Sepiember.—

 

Keine  Aenderung.