264 Obergefreiter
Artillerie unterstellt. Den Unterricht erteilen
Artillerie-, der Mehrzahl nach
Feuerwerksoffiziere und Civillehrer. Lehregenstände:
Artilleriewissenschaft, Fortianion,
Mathematik 3.deichnen. Physik,
Chemie 2c. Die O.hat 200 Schüler, die ihre
Qualifikation hierzu auf den Regimentsschulen
dargethan haben und mindestens
zwei Jahre dienen. Der Kurfus dauertein
Jahr acht Monate und beginnt mit sechsbis
aihchentlichen Laborierübungen,
an welche sich ein achtmonatlicher theoretischer
Unterricht anschließt. Dann vier
Monate lang Übungen im Laborieren,
Untersuchen von Geschützrohren, Pulverrobieren
tuu dem Chronographen) und
rrainaufnahme. Ein siebenmonatlicher
theoretischer Unterricht beschließt den Kursus.
Die Heruszprüsfung zum Oberfeuerwerker
ist schriftlich (35 Aufgaben). Besondrer
Eintritt auf Beförderung zum Oberfeuerwerker
besteht nicht. Bayernhateine
nach denselben Grundsätzen organisierte O.
Obergefreiter, s. Gefreiter. In
Sachsen ist O. s. v. w. Oberkanonier.
Oberjäger heißen die Unteroffiziere
bei den Jägern, also nicht auch die Sergeanten
und Feldwebel.
Ober-Militäregaminationskommission
in Berlin, eine aus Offizieren bestehende
Behörde, vor welcher sämtliche
Offizieraspiranten des deutschen Heers (mit
Ausnahme Bayerns) ihre Prüsung zum
Portepeefähnrich, beziehentlich zum Offizier,
welche mit den Kriegsschülern auf der
betreffenden Kriegsschule abgehalten wird,
abzulegen haben. Artillerie= und Ingenieuroffiziere
legen ihre fachwisseuschaftliche
Prlisung auf der Artillerie-und Ingenieurschule
nach dem Besuch derselben ab.
Oberst war gegen Ende des Mittelalters
der Titel des Höchstkommandierenden
einer im Feld stehenden Armee, daher auch
Feldoberst genaunt, dem noch bald der
Zusah -General-, alio Generalfeldoberst,
hinzutrat. Er dränge- dann für
diese Stellungen den Titel -O., ganz zurück
und beschränkte ihn auf die heutige
Bedeutung: den Kommandeur eines Re-Lmente,
anfänglich des geworbenen. —
berstleutnant, ursprünglich Stellvertreter
des Obersten, ist die Zwischen-—
Offensive.
charge zwischen Major und O.; vgl. Inaber.
— Oberstwachtmeister, s.
eldwachtmeister und Major.
Oberweritdirektor, | Werft.
Oberzündung, s. Geschütze (S. 155).
Obserrationsermee, ein an der
Grenze aufgestelltes Truppenkorps, welches
diese beobachten soll, wenn der Krieg
ziischen zwei Nachbarstaaten in ihrer
öähe sich abspielt und das überschreiten
derselben durch einzelne Truppenabteilunen,
sei es in der Ausführung von Geschstewegungen
oder im Ausweichen
vor feindlicher Übermacht, erwartet werden
kann, deren Entwaffnung dann stattufinden
hat. Zuweilen werden auch
bserwation sarmeen aufgestellt, wenn es
darauf ankommt, diplomatischen Unterhandlungen
Nachdruck zu verschaffen und
etwaige kriegerische Unternehmungen vorzubereiten.
Observieren (ebeobachten), die Ortsbestimmung
auf Schiffen durch astronomische
Winkelmessungen. Observationsoffizier
ist der Offizier, welcher
während der Reise eines iffs dilese
Messungen auszuführen hat; er ist in der
Regel der nöchnültesie nach dem erslen
Offizier. In der deutschen Marine sind
ihm der Observationskadett und
der Observationsbootsmann, welch
letzterer die Instandhaltung der Instrumente
und Führung der betreffenden Tagebücher
zu besorgen hat, zur Hülfeleistung
zugewiesen.
ffensive, der Angriff, im Gegensatz
ur Defensive (s. d.), der Verteidigung.
ie bei dieser, unterscheidet man auch eine
strategische und eine taktische O.
Erstere ist das Bepinnen der kriegerischen
Unternehmungen burch Einrücken in Feindesland,
letztere der Angriff auf dem Gefechtsfeld
selbst. Mit der strategischen ist
daher die taktische O. in der Regel, jedoch
nicht durchaus notwendig verbunden. Der
Vorteil der O. ist, daß sie durch Verlegung
des Kriegsschauplatzes in Feindesland das
eigne entlastet und vor den unmittelbaren
Kriegsschäden bewahrt, daß sie gestattet,
mit gesammelter Kraft ein Ziel zu verfolgen,
und den Gegner zwingt, seine Maßregeln
denen der O. unterzuordnen. Hierin